Angst vor allem, rund um die Uhr

  • Hallo, gibt es noch andere so schlimme Paniker wie mich?

    Morgens beim Aufwachen kommt die erste Angstwelle, ich habe das Gefühl, keine Kraft in den Armen und Beinen zu haben, dazu starker Schwindel, Atemnot und aufgrund der Symptome noch mehr Angst.

    Wenn ich dann nur die Spülmaschine einräumen soll, kommt die nächste Angstwelle und ich fühle mich noch klappriger.

    Ich fühle mich für jede kleine Tätigkeit zu schwach, als ob die Angst alles lähmt und blockiert.

    Gerade an Silvester und Neujahr ist es besonders schlimm, da ich an ein hartes Jahr mit Benzoentzug zurückdenke und starke Angst vor der Zukunft habe.

    Ich dachte, nach dem Entzug würde sich der Zustand mit der Zeit stabilisieren, aber nach einem einzigen relativ guten Tag folgen fünf schlechte.
    Wenn ich denke, dass dies ein Leben lang so weitergeht, bin ich ganz hoffnungslos.

    Der gestrige Tag war eine einzige Katastrophe, ich war den ganzen Tag verkrampft und panisch.
    Nicht einmal der Fernseher kann mich dann von meinen Zuständen ablenken.

    Kennt das jemand?

    LG, venezia

  • Hallo venezia, ich kenne das gut, ist aber nicht mehr so schlimm wie früher. An meine Anfangszeit mit Panikattacken und Angstzuständen erinnert mich das stark. Ich habe damals viele Monate im Krankenhaus verbracht, immer und immer wieder. Eine Therapie nach der Anderen. Erst Trevilor und ein Krankenhaus, wo ich sehr gut klar kam und die richtige Therapie hatte und als ich mein Leben geändert hatte und die Gründe rausbekommen habe, warum ich die Attacken hatte, ging es bergauf. Ich war damals 25 und ich war einfach überfordert mit Arbeit, Haushalt, 2 Kinder, einen Mann, der nie da war und mich betrog, Schwiegereltern, die mir das Leben zur Hölle machten. Nach der Trennung war es noch mal sehr schlimm. Dann hat es vor 5 Jahren noch mal reingehausen und seit etwa 3 Jahren geht es so, da kommt es nur noch bei Streß und wenn ich mir zu viele Sorgen mache.
    Mit dem Schwindel, das kenne ich sehr gut. Das hatte ich Jahre. Heute ab und zu mal. Ich konnte auch oft nicht den ganzen tag aufstehen und war mal fast 7 Monate im Bett im Krankenhaus. Man hatte mich schon abgeschrieben und wollte mich ins Heim stecken, doch ich ging in ein anderes Krankenhaus, die sehr sehr streng waren, ich alles mitmachen musste, gerade auch mit Angst. Wenns mir schlecht ging, extra spazieren gehen, auch wenns noch so schwer fiel. Küchendienst hab ich mich manchmal gequält und ich habe rumgetobt, weil ich nicht wollte. Aber diese Strenge hat mir geholfen und die richtige Medizin. Je mehr man sich der Angst und der Panik hingiebt und ihnen Macht gibt, umso schlimmer ist es bei mir geworden und um so weniger habe ich gemacht, bis ich nicht mehr aus dem Bett kam. Du mußt mit den Zuständen alles machen, rausgehen, den geregelten Tagesablauf und eine richtige Therapie. (Verhaltenstherapie) Sag mal, wann bekommst du die meiste Panik. Kannst du das schon festmachen.

  • Danke, liebe Tine. Ich dachte, ich steh' damit allein da.
    Aber ich weiß nicht, wo ich ansetzen soll.
    Jede Tätigkeit verursacht Angst, ich könnte sie nicht schaffen, weil ich ja sooo schwach bin.

    Das hat sich im Kopf richtig verankert. Am schlimmsten ist es, wenn ich allein daheim bin. Da denke ich an nichts anderes, als an meine Symptome und werde immer panischer.

    Zugleich möchte ich mit niemandem reden, da mir alles zuviel ist.
    Meistens "flüchte" ich zu meinen Eltern (ich habe sehr liebe Eltern), aber ich muß mein Leben doch einmal allein schaffen.

    Am 11. 01. habe ich einen ersten Termin bei einem Verhaltenstherapeuten, vielleicht hilft mir das weiter.

    Seit einigen Wochen nehme ich Lyrica gegen die Ängste, habe aber das Gefühl, ich werde davon noch panischer.

  • Dann laß Dir andere Mittel verschreiben. Frag doch mal nach Trevilor. Ich habe von diesem Antidepressivum hier im Forum viel gutes gehört und ich nehme das auch. Hat aber noch nicht in geringer Dosis geholfen, erst als es nach Wochen erhöht wurde. Mir hat damals ein Krankenhausaufenthalt sehr geholfen. Bist erst mal in guten Händen und dort gibt es auch Therapien. Vielleicht solltest du an einen stationären Aufenthalt nachdenken, aber das kannst du ja mit dem Therapeuten besprechen. Und ich habe manchmal das Gefühl, nachdem ich dann beim Therapeuten war, daß ich wie an einer Tankstelle war. Ich hoffe, daß es Dir genauso geht. Da ist dann jemand der mit Dir an deinen Ängsten arbeitet. Das nimmt unwahrscheinlichen Druck.
    Weißt du was ich Dir noch rate, vertrau diesem Menschen, ich habe viel zu viele Stunden vergehen lassen, weil ich mich nicht getraut habe zu erzählen. Er oder Sie wird Dich verstehen und auffangen. Ist erst mal komisch, dort hinzugehen, aber wie gesagt, oft wie eine Tankstelle, wenn der Akku alle ist. Und wenn du im Moment zu Deinen Eltern flüchtest, finde ich das gut, du hast genug Zeit, wieder alleine klar zu kommen. Bitte sie ruhig um Hilfe, ist doch nichts schlimmes dabei. Vielleicht können sie auch ab und an mal mit Dir spazieren gehen, beim Kochen helfen. Wichtig ist, daß Du mit kleinen Dingen zufrieden bist. Lobe Dich dafür, auch wenn es nur ein Geschirrspüler einräumen ist. Sei stolz auf Dich, wenn du es geschafft hast aufzustehen. Dann würde ich darauf achten, daß du einen geregelten Tagesablauf hast mit genügend Pausen. Tu etwas und wenn Dir dann schwindelig wirst, ruh dich wieder aus. Du bist richtig krank. Und das muss heilen. Ich habe mir immer einen Plan gemacht, einen klitzekleinen und freu Dich dann darüber. Guck nicht auf das, was du im Moment nicht schaffst, sondern sieh bitte das, was du trotz dieser Symptome auf die Reihe kriegst. Da bist du nämlich Held genug.

  • Ich denke schon länger daran, das AD zu wechseln, habe auch den Arzt gewechselt, aber keiner wollte vorläufig etwas ändern.

    Trevilor hatte ich schon mal begonnen, aber nicht durchgehalten.
    Wenn ich daran denke, daß ich nächste Woche wieder arbeiten muß, wird mir noch mehr Angst.

    Und stationär kommt nicht in Frage, da ich durch den Benzoentzug 1 Jahr ausgefallen bin.

  • ADS brauchen zirka 4-6 Wochen bis sie überhaupt richtig anfangen zu wirken. Deshalb will dein Arzt wahrscheinlich auch nicht gleich wechseln, weil du erste einmal auf ein Medikament eingestellt werden solltest. Jeder spricht auch auf Medis unterschiedlich an und bei manchen wirken sie besser als bei anderen. Ich habe zum Beispiel mit Trevilor sehr schlechte Erfahrungen gemacht und würde es nicht noch mal nehmen. Gib dem Medi ein wenig Zeit, seine Wirkung zu entfalten. Medis sollen letztendlich auch nur unterstützend wirken und können die Therapie nicht ersetzen. Irgendwann sollst' ja auch wieder ohne Medis leben können. :smiling_face:

    Wie Tine schon sagte, lobe dich selber, wenn du etwas geschafft hast. Nimm dir kleine Dinge für den Tag vor, die du dann auch konsequent durchziehst. Schreibe dir am Abend vorher einen Zettel mit den Dingen, die du machen möchtest. Der Zettel sollte nicht lang sein, nur ein oder zwei einfache Dinge. Aber das Erfolgserlebnis wird sich trotzdem einstellen, wenn du es geschafft hast. Wenn's mir schlecht geht und ich eigentlich gar nichts mehr machen möchte, stehen auf meinem Zettel manchmal nur ganz simple Sachen wie 'Aufstehen, Duschen, Frühstück, Mittagessen, Abendessen'. Wenn ich das dann geschafft habe, bin ich stolz auf mich, weil ich mein Ziel erreicht habe.

    Es gibt auch Techniken, seine eigenen Gedanken zu unterbrechen und sich selber Einhalt zu gebieten, wenn man merkt, dass man in die Negativspirale abrutscht. Die einfachste und meistens effektivste ist der Gedankenstop. Man sagt sich laut 'Stop', wenn die schlechten Gedanken kommen und lenkt seine Gedanken dann ganz gezielt in eine andere Richtung. Ich habe es mit Matheaufgaben gemacht. Es funktioniert aber auch mit Gedichten, Liedern, etc. Die Ablenkung sollte nur simpel und ohne Denkanforderung sein, also stupides Auswendiglernen. Das hilft, den Kopf auf andere Gedanken zu bringen und einer Panik gegenzusteuern.

    Ich find's übrigens sehr gut, dass du bald eine Therapie anfangen willst und dem Problem in die Augen siehst. Das ist schon der erste Schritt und, wenn du dran bleibst, wirst du es eines Tages auch in ein angstfreies Leben schaffen.
    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. :smiling_face:

  • Hallo Wattwurm,
    das jetzige AD nehme ich seit fast 8 Jahren - daher habe ich das Gefühl, dass es keinen Erfolg mehr bringt.

    Das Schlimme ist, das es sich schwer feststellen läßt, woher die Probleme kommen: vertrage ich das Lyrica nicht? Oder stimmt das AD nicht? Oder vertrage ich die Hormone nicht, die ich seit 4 Monaten nehme?

    Und mein Arzt meinte, eine Angststörung, die schon über so viele Jahre besteht, ist schwer behandelbar.
    Das macht nicht unbedingt Mut.

    Und die Negativspirale ist bei mir sehr ausgeprägt - ich drehe mich im Kreis, ohne einen einzigen positiven Gedanken.

    Wie haben denn Trevilor bei dir gewirkt?

  • Ich denke du solltest mit Deinem Arzt sprechen und ein anderes Mittel ausprobieren. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Manchmal wirkt ein AD nicht mehr, wenn es so lange genommen wurde, hat mir mal meine Ärztin erklärt und man muss mal wechseln. Bei mir hat ein Neuroleptikum abends - Zeldox auch noch zusätzlich gut geholfen. Also morgens ein AD, abends ein NL. Aber das muss Dein Arzt entscheiden. Die Therapie wird dir sicherlich gut tun. Ich drück dir die Daumen. Und die Behauptung nach langer Zeit von Panikattacken ist es schwierig diese zu bekämpfen, stimmt so nicht. Ich habe jahrelang nur die falschen Therapien gehabt. Ich habe aber nicht so Angstzustände und Panikattacken. Das verhält sich anders bei mir. Ich habe immer komische Zustände, die man jetzt nach Jahren Dissoziationen nennt (Unwirklichkeitsgefühl, komische Körperempfindungen, Schwindel, Beine, die einen einknicken wollen und noch vieles Mehr. Dadurch bekomme ich Panikattacken und Angstzustände, weil ich diese Mißempfindungen habe. Es ist also zuerst was anders da, die Dissoziationen. Ich wurde aber jahrelang auf Panik behandetl, obwohl ich keine reine Panikstörung habe, sondern die nur ausgelöst wird durch die komischen Zustände. Da hatte ich mich dann so reingesteigert in dieAngst, das ständig der Notarzt kommen musste, aber nie was feststellte und es immer nur Benzos gab. Wenn ich den Notarzt gerufen habe und wußte gleich kommt er, da war die Angst schon weg. Immer wenn sich jemand um mich gekümmert hat, war sie wie weggeblasen. Ist doch seltsam nicht?

  • Zitat von Tine05;135043

    Ich denke du solltest mit Deinem Arzt sprechen und ein anderes Mittel ausprobieren. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Manchmal wirkt ein AD nicht mehr, wenn es so lange genommen wurde, hat mir mal meine Ärztin erklärt und man muss mal wechseln. Bei mir hat ein Neuroleptikum abends - Zeldox auch noch zusätzlich gut geholfen. Also morgens ein AD, abends ein NL. Aber das muss Dein Arzt entscheiden. Die Therapie wird dir sicherlich gut tun. Ich drück dir die Daumen. Und die Behauptung nach langer Zeit von Panikattacken ist es schwierig diese zu bekämpfen, stimmt so nicht. Ich habe jahrelang nur die falschen Therapien gehabt. Ich habe aber nicht so Angstzustände und Panikattacken. Das verhält sich anders bei mir. Ich habe immer komische Zustände, die man jetzt nach Jahren Dissoziationen nennt (Unwirklichkeitsgefühl, komische Körperempfindungen, Schwindel, Beine, die einen einknicken wollen und noch vieles Mehr. Dadurch bekomme ich Panikattacken und Angstzustände, weil ich diese Mißempfindungen habe. Es ist also zuerst was anders da, die Dissoziationen. Ich wurde aber jahrelang auf Panik behandetl, obwohl ich keine reine Panikstörung habe, sondern die nur ausgelöst wird durch die komischen Zustände. Da hatte ich mich dann so reingesteigert in dieAngst, das ständig der Notarzt kommen musste, aber nie was feststellte und es immer nur Benzos gab. Wenn ich den Notarzt gerufen habe und wußte gleich kommt er, da war die Angst schon weg. Immer wenn sich jemand um mich gekümmert hat, war sie wie weggeblasen. Ist doch seltsam nicht?

    Hallo tine,
    bei mir stellt sich die Frage, kommt die Angst wegen der Symptome (wie bei dir) oder umgekehrt?

    Ich werde mit meinem Arzt sprechen, etwas anderes bleibt mir nicht übrig.
    Die ständige Probiererei (ich habe schon etliches hinter mir) ist allerdings auch sehr belastend.

    Dass bei Zuwendung deine Symptome weg waren, hat ja Ursachen. Ich nehme an, du hast vielleicht in deiner Kindheit/Jugend zu wenig davon bekommen???

  • Hi Venezia, das wäre eine wichtige Frage, ob erst die Symptome da sind und dann die Panik. Das sind nämlich vielleicht 2 verschiedene Krankheiten. Ich habe zumBeispiel keine Angst vor Busfahren, aber wenn ich diese Symptome habe, dann habe ich Angst davor. Habe ich diese Zustände nicht, dann mache ich auch alles, wie vorher. Bin gespannt was bei Dir rauskommt. Wenn du magst kannst du auch mal ne PN schreiben, dann kann ich Dir vielleicht noch mehr Beispiele schreiben.

  • Lass dich nicht entmutigen, Venezia. Auch eine alte Angststörung ist behandelbar und therapierbar. Es dauert einfach meistens nur ein wenig länger, wobei das auch von der Angst abhängt. Eine reine Fahrstuhlangst zum Beispiel ist relativ einfach therapierbar. Meistens sind Ängste aber komplex und der ursprüngliche Auslöser ist nicht wirklich erkennbar.

    Generell therapiert man Ängste, in dem man in sie hineingeht und genau das macht, wovor man Angst hat. Jede Angst hat einen Auslöser, den man finden muss. In den meisten Fällen fängt das mit einer harmlosen Angst, wie zum Beispiel einer Hundeangst, an.
    Lieselotte (erfundener Name) hat panische Angst vor Hunden. Jetzt trifft dieser Lieselotte im Fahrstuhl auf einen Hund und ist zwei Minuten mit diesem Hund im Fahrstuhl eingesperrt. Die Panik kommt. Wenn Lieselotte nun das nächst Mal Aufzug fährt, erinnert sie sich unbewusst an diese Situation und die Panik kommt. Auf einmal hat Lieselotte nicht mehr nur eine Hundeangst sondern auch eine Fahrstuhlangst. Dann trifft sie vorm Supermarkt auf einen angeleinten Hund, der sie einmal anbellt. Lieselotte fährt von da an lieber 2 km mehr zum nächsten Supermarkt, weil der Hund wieder da sein könnte. Das geht immer so weiter, bis aus ihrer Hundeangst eine generalisierte Angst geworden ist und sie nichts mehr machen kann.
    Das ist dann der Moment, in dem man mehr Angst vor der Angst hat als vor der Situation, die einem Angst macht. Man kann nicht mehr zwischen den einzelnen Ängsten unterscheiden und sie werden übermächtig.

    Vielleicht hilft es dir, dir genau aufzuschreiben, wann die Angstzustände auftreten und was du vorher gemacht hast. Nach und nach wirst du dann ein Muster erkennen und deine Angst besser verstehen können.

  • Ich habe eigentlich schon morgens Angst vor dem Tag, weil ich mit Schwindel, Herzklopfen, Übelkeit und vor allem schwachen Beinen aufstehe.
    Dann habe ich Angst, die einfachsten Dinge nicht mehr zu schaffen und in einem Pflegeheim zu landen.
    Wenn ich nur Todesanzeigen lese, bekomme ich schon zittrige Beine und Herzrasen.
    Ich reagiere auf jede kleine Aufregung somatisch.
    Jetzt sollte ich zum Einkaufen fahren und traue mich so nicht aus dem Haus.
    Gestern abend habe ich versuchsweise das Lyrica von 150 mg auf 100 reduziert, mit dem Erfolg, daß ich nur 5 Stunden geschlafen habe und noch zittriger bin.

    Ich verliere langsam die Hoffnung auf ein "normales" Leben.
    Wenn das der Preis für den Benzoentzug ist....

  • Du das ist nicht der Entzug, das glaube ich nicht. Das ist eine Angsterkrankung, die behandelt werden muss. Laß Dich nicht entmutigen. Ich hatte echt viele Monate die ich so verbracht habe wie Du. Und ich würde echt an eine stationäre Therapie denken. Das ist viel wichtiger, als ein Arbeitsausfall. Klar, du willst die Arbeit nicht verlieren, aber glaub mir, wenn das nicht behandelt wird, wirds immer schlimmer und ich weiß wovon ich rede. Ich bin diesen Weg gegangen. Gibt es denn Momente, wo die Angst aufhört, wenn du jemanden um Dich hast oder wie bei mir, wenn sich jemand dann kümmert. Bei mir hört es auch oft auf,wenn ich Gefühle zulasse und richtig heule. Ich kann Dir nur raten, laß Dir helfen mit der richtigen Medizin, mit der richtigen Therapie. Tagesklinik wäre auch sehr gut für Dich, weil du abends und nachts zuhause wärst. Ich denke mal, auf die Dauer hast du keine andere Wahl als in Therapie zu gehen. Denn auf die Dauer wirst du das Arbeiten auch nicht mehr schaffen. Ich hatte dann da immer vor der Bürotür solche Angstzustände, daß ich wieder gehen musste. Es ist aber wirklich behandelbar. Glaubs mir. Du wirst dann auch ganz stark an deinen Gedanken arbeiten müssen. Ich soll nach dem Aufwachen schon versuchen meine Gedanken zu steuern. Denkst du an den Schwindel, ist er auch prompt da. Das ist aber das Schwerste was ich in der Therapie gelernt habe, die Gedanken in positive umzuwandeln.

  • Hallo tine,
    das Problem ist, dass ich keinen Mann habe, der für den Unterhalt sorgt. Und von der Witwenrente kann ich nicht leben.
    Dazu kommt, dass es mir in der Arbeit immer besser gegangen ist, vermutlich weil ich abgelenkt war.
    Du hast recht, das Schwierigste ist, das Denken zu ändern.

    Ich gehe jede Nacht mit dem Gedanken ins Bett "morgen wird wieder so ein schlimmer Tag, das wird nie wieder anders", was natürlich nicht hilfreich ist.

    Aber ich komme aus dieser Spirale auch nicht heraus.

  • Das ist auch schwer. Gelingt mir auch nicht immer. Hast Du denn sonst jemanden an Deiner Seite. Wenn Du Therapie machst bekommst du aber Krankengeld. Meinst du sie würden dich gleich entlassen. Kannst du nicht mal mit deinem Chef oder Chefin sprechen.

  • Zitat von Tine05;135093

    Das ist auch schwer. Gelingt mir auch nicht immer. Hast Du denn sonst jemanden an Deiner Seite. Wenn Du Therapie machst bekommst du aber Krankengeld. Meinst du sie würden dich gleich entlassen. Kannst du nicht mal mit deinem Chef oder Chefin sprechen.

    Ich bin im öffentlichen Dienst und habe eine Art leitende Position, entlassen würde ich nicht so schnell.
    Aber nachdem ich 1 Jahr ausgefallen bin und erst im Juli wieder angefangen habe, wäre es sehr unangenehm, wieder für längere Zeit weg zu sein.

  • Ich würde Dir trotzdem zu einer richtigen Therapie raten, stationär. Sie werden Dich nicht rausschmeißen, im öffentlichen Dienst nicht so schnell und für Krankheit kann keiner was. Ich war damals auch 72 Wochen krank geschrieben und durfte wieder anfangen. Ging dann auch ein paar Jahre gut, aber inzwischen bin ich erwerbsunfähig. Aber nicht nur auf die psyschiche Sache, habe auch noch mit den Beinen (hatte mal Unfall)
    Ich möchte Dir sogern die Therapie ans Herz legen, weil ich weiß, durch welche Hölle du gehst. Ich hatte mich schon ganz aufgegeben und die Ärzte wollten mich in ein betreutes Wohnen geben, da hat mein Mann gesagt, jetzt ist Schluß, hat mich mit nach Hause genommen, sich erkundigt, wo ich noch hin kann, war dann weiter weg, ohne Kontakt nach Hause, war eine Sperre und 10 Wochen und ich war top, nach 7 Monaten vergebens im anderen Krankenhaus. Gibt es denn in der Nähe eine Psyschiatrie? mit Tagesklinik? Aber ich würde echt einma erst mit dem Therapeuten sprechen, was du nun wirklich für eine Krankheit hast. Das hört sich für mich echt nicht nach einer reinen Angstkrankheit an, sondern, wie ich dir das schon beschrieben habe, daß du auch Dissoziationen hast. und eine Depression. Und das macht dir Angst. Du mußt mal drauf achten, was zuerst da ist. Körperliche Beschwerden, wie das Schwachsein und Schwindel oder erst die Panik oder kommt die Panik erst nach demSchwindel? Schreib Dir das für Deine 1. Therapiestunde mal auf. Dann kann der Therapeut gut damit arbeiten.

  • Ich glaube, es ist schon eine Art Erwartungsangst vor jedem Tag.
    Meine Diagnose lautet "Generalisierte Angststörung und Depression".
    Ich werde am Montag meinen Arzt anrufen.

    Was mich zur Zeit so fertig macht, ist die starke Nackenverspannung mit Kopfschmerzen und starkem Schwindel.
    Vielleicht hängt's auch mit der neuen Gleitsichtbrille zusammen?

    Und Schwindel führt zu Unsicherheit und Angst.

  • Machst du denn generell eine Therapie?
    Vielleicht wäre als Einstieg auch schon einmal eine ambulante Therapie mit Gesprächen ein bis zwei Mal die Woche eine Möglichkeit oder Idee für dich. Dann kannst du dich langsam heran tasten, fällst auf der Arbeit nicht aus und bleibst in deinem gewohnten Umfeld und Tagesrhythmus. Das kann dir vielleicht am Anfang auch helfen, weil das Gewohnte gerade bei Angststörungen Halt gibt und hilft, dass nicht alles aus den Fugen gerät.
    Mit dem Therapeuten zusammen kann man dann auch immer noch über einen stationären Aufenthalt nachdenken und er / sie kann dir dann auch ihre / seine Meinung dazu sagen.

    Wegen der körperlichen Symptome: Du sitzt garantiert den ganzen Tag auf einem schönen Stuhl vor einem Computer oder am Schreibtisch, wa? Dann könnt's gut vom Rücken kommen. Die Symptome würden gut passen. Ich bekomme auch immer Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Gleichgewichtsstörungen, wenn ich lange gelernt habe. Bei mir sind's meistens verschobene Wirbel oder Verspannungen, die ein guter Physiotherapeut schnell wieder weg bekommt.
    Wenn du mit deinem Arzt sprichst, kannst ihn ja auch mal nach Physiotherapie oder Massagen fragen. Ich hätte mit meiner Diagnose damals immer welche bekommen können, die zumindest von der Privaten sogar übernommen worden wären. Fragen kostet nichts! :smiling_face:

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