Hallo zusammen,
ich bin neu hier und ich glaube, ich bin sexsüchtig. Ich bin grundsätzlich suchtgefährdet, neige dazu Dinge, die mir Spass machen, den Kick geben, immer weiter und weiter zu machen, z. B. Online-Spiele, Schmerztabletten, etc.
Bei den anderen Sachen hab ich es aus eigener Kraft geschafft aufzuhören, bzw. gar nicht anzufangen (Alk, Drogen). Beim Sex ist das was anderes.
Seit ich Teenager war (bin jetzt Ende 30) habe ich jeden Tag Sex, auf die eine oder andere Art. Zunächst war es nur Selbstbefriedigung und normaler Sex mit meiner Partnerin. In den letzten 3 Jahren wurde es mehr, Sex mit flüchtigen Bekanntschaften, mit Prostituierten und sog. Gangbang-Parties. Ich hatte in den letzten 3 Jahren mit mehr als 50 Frauen Sex, mit 19 jährigen Mädchen, mit 50 jährigen Frauen, mit dicken, dünnen, Asiaten, Ost-Europärinnen, Deutschen und sogar mit Transsexuellen.
Ich komme maximal zwei Tage hin, ohne mir zumindest einen runterzuholen. Das alleine sehe ich noch nicht als schlimm, aber ich nehme mir auch immer wieder vor, zumindest diesen Monat nicht mehr in den Puff o.ä. zu gehen und dann bin ich doch wieder da, z. Zt. jede Woche.
Ich kenne mich wg. eines früheren Berufes in der Szene aus, und werde deshalb nicht ganz so schnell arm wie andere, bzw. fällt es mir leicht mich in dem Mileu zu bewegen, dazuzugehören. Es gibt dort natürlich die, die es nicht freiwillig machen, die Kriminellen und Schmuddelläden, aber es gibt auch Frauen, die Spass daran haben, oder zumindest Spass mit mir.
Ich habe bei Professionellen ein weniger schlechtes Gewissen, als jetzt z. B. mit einer Kollegin, da sind immer Gefühle im Spiel, Erwartungen und mehr und das Risiko, dass meine Partnerin was rausfindet. Im Puff ist es einfacher, hingehen, Spass haben, zahlen, gehen. Solange es Spass macht... Leider macht es manchmal keinen Spass. Wenn man merkt, dass die Frau nur spielt, oder teilweise nicht mal das, nur "erträgt". Dann kann ich nicht, will ich nicht, dann sehe ich mich selbst wie von aussen, dann nehme ich mir vor: NIE WIEDER.
Und dann gehe ich nächste Woche wieder, zwar wo anders, aber wieder...
Eine der Prostituierten, bei der ich regelmässig bin, die ihrerseits verheiratet ist und Kinder hat, die keinen "weissen Ritter" Sucht, diese sogar verabscheut, hat soviel Spass mit mir, dass wir uns jetzt "privat" treffen, ohne Geld (ausser dass ich das Hotelzimmer zahle). Eine Kollegin hat durchblicken lassen, dass wir doch mal "nen spassigen Abend" machen sollten. Mir wird es leicht gemacht, die Frauen sind schön, begehrenswert, gross, schlank, Männerträume.
Aber ich liebe meine Partnerin, ich liebe sie so sehr. Ich will ihr nicht weh tun, es zerreisst mich. Früher hatten wir tollen Sex, jetzt haben wir nur noch gelegentlich und dann eher Standardsex.
Wenn ich es mal schaffe 2 Wochen ohne Puff, ohne Fremdgehen aber auch ohne Sex zu Hause, dann geht es mir schlecht, ich bin gereizt, unkonzentriert, schlafe schlecht.
In den letzten Tag ist mir bewusst gewrden, dass es so nicht weitergeht. Aber alle Selbsthilfe-Gruppen, die ich finde, fahren den Ansatz der AA mit den 12 Schritten. 6 davon haben mit Gott zu tun. Ich bin aber nicht gläubig, nicht in diesem Sinne. Ich glaube, bin der festen Überzeugung, wir (Menschen) müssen das selbst hinkriegen, vielleicht mit Hilfe von anderen Menschen. Ich weiss nur nicht wie.
Montag bin ich wieder im Büro, ein guter Puff ist 5min entfernt. Die Frauen sind nett, wir haben Spass, aber es kostet Geld und es muss nicht sein. Jetzt nehme ich mir vor nicht hinzugehen, aber ich weiss nicht, ob ich es schaffe.
Ich habe das bisher keinem so erzählt, also erstmal danke fürs lesen.