... hat mich den ganzen Tag heute verfolgt, ja, das kann man wirklich so sagen.
Seit sehr langer Zeit habe ich unser Forum nicht mehr für mich selbst benutzt, wo ich so richtig was von mir in den Raum stellen will, was von meinem Ich preisgeben will.
Um 7:27 Uhr läutet mein Radio-Wecker, da höre ich die ersten Nachrichten und meist lass ich es dann gemütlich angehen. Was ich aber da heute hören musste, das hat mich sehr getroffen. Im ersten Moment war mir nicht klar, hast du das jetzt geträumt oder ist da wirklich passiert.
Ich bin sofort aufgestanden und hab den Fernseher angemacht und da hat sich das schnell bestätigt.
Was aber passierte da heute mit mir?
Ich kennen diesen Menschen nicht, wenn ich den auch als Sportler sehr geschätzt habe.
Als erstes empfand ich krasse Wut, da erzählen die mir da im TV, die haben erst vor Monaten ein Baby adoptiert, das kann doch nicht sein.
In der Zeit als Enkes Tochter gestorben war, da habe ich mich echt gewundert, wie der wieder so schnell spielen konnte. Ok, natürlich lenkt da der Beruf ab und irgendwie muss das Leben weiter gehen. Das es das aber nicht tut, das hat man nun auf so eine Art erfahren müssen.
Meiner Freundin habe ich dann gesagt, wenn eines meiner Kinder sterben würde, dann würde ich ganz sicher auch in diese Richtung denken, es vlt. nicht verkraften.
Nur unwillig ist sie zur Arbeit gegangen, weil ich danach gesagt habe, ich denke mir ist nun klar, was da in mir passiert.
Trauer hat man immer, wenn ein Mensch stirbt. Aber jeder muss sicher mehrmals im Leben solche Schicksale verkraften, es ist der Lauf der Dinge.
Da ich aber einige Menschen verloren habe, sei es durch Ü-Dosis oder gezielten 'Selbstmord, das war immer was ganz anderes - dieses warum frisst einen auf.
Vor gut 20 Jahren hat sich meine Freundin getötet, Gründe gab es, aber dazu kann ich hier nicht eingehen. Vielleicht verdanke ich ihr sogar mein Leben, weil auch da gab es einen Abschiedsbrief, der mir sogar abverlangte, clean zu werden.
Aber mit dem ist es nicht getan, ein Zettel kann nicht Ersatz sein ...
Heute habe ich 2 Pressekonferenzen angesehen, eine mit der Ehefrau von Robert Enke, die andere vom DFB.
Aus der einen geht klar hervor, er war seit Jahren wegen 'Depressionen in Behandlung, aber hat immer weiterführende und intensive Behandlungsmethoden abgelehnt - sogar Stunden vor seinem Tod sagt er einer Klinik ab!
Was der DFB da macht, das Spiel am Samstag absagt, ehrlich, für mich bewundernswert und die einzige Möglichkeit. Ein Bierhoff weint in der Konferenz, wieder dieses warum ...
Jetzt mag man sich fragen, was will der Typ mit der Ansage, aber jetzt kommt mein Teil der Sache.
Seit vielen Jahren habe ich immer Menschen in meinem engen Umfeld, die immer wieder sehr ausgeprägte Selbstmordgedanken haben. Wohl auch einer der von mir am meisten geliebten Menschen musste von mir in eine Klinik "eingesperrt" werden und bis heute ist es unklar, ob sich da endlich Einsicht einstellen wird, dass man sich behandeln lassen muss.
Wenn man jetzt so mitverfolgen kann, was ich ja einige male schon erlebt habe, was für extreme Kreise das zieht, wie viele weitere Schicksale daraus entstehen werden. Eine Familie bleibt zurück, sogar ein Kind, Eltern, Freunde, Menschen ... warum?
Da ich selbst schon an so schweren 'Depressionen litt, ich auch schon an 'Selbstmord gedacht habe und auch den Versuch schon durchgeführt habe, dann weiß ich natürlich, an all die Hinterbliebenen denkt man da nicht. Meist sogar genau entgegen gesetzt, man will sein Umfeld sogar erlösen, der Kopf lässt kaum noch was anderes zu.
Aber nun, wo ich es geschafft habe, soweit gefestigt bin und dafür auch sicher 20 lange Jahre gekämpft habe, da sag ich was anderes. Heute, da will ich diese Zeiten nicht missen, schlechte wie gut, die machen mein Leben aus und ich finde, ich führe ein gutes Leben. Mein Umfeld musste ich nicht vor mir erlösen, ich musste mich dem Kampf stellen, immer und immer wieder. Wenn meine Eltern, Familie, Kinder und Freunde am Bett standen, da habe ich diese Verzweiflung gesehen, diese 'Angst und ja, ich glaub es gibt kaum was schlimmeres, als sein Kind zu verlieren.
Diese 'Ängste trage ich aber nun auch viele Jahre mit mir mit, ich könnt es sicher anders haben, aber da geht es um Freunde, um Familie, da geht man nicht einfach weg.
Was ich damit sagen will, der Weg aus 'Depressionen, Krankheiten, der ist hammerhart. Oft kann man nicht mehr, will man nicht mehr, aber muss es zu einem warum werden?
Meiner Meinung nein, wenn es auch viele nicht sehen können, den Ausweg gibt es wirklich, aber der kann vielleicht erst nach einer sehr langen Zeit vor einem stehen.
Bitte lasst euch behandeln, wehrt euch nicht gegen Klinik, glaub an das Leben, wenn es auch noch so unerträglich erscheint. Ihr alle da draußen, aber auch ihr, die um mich sind und um die ich zum Teil sehr große 'Angst habe ... warum? - Weil ihr wichtige Menschen für mich seid, euch nicht verlieren will und ich jetzt einfach mal absolut eigensinnig sein möchte!
Franz