Panik!
Bei meiner Nachbarin haben gerade 2 junge Männer versucht einzubrechen. Ich konnte mich überwinden und habe sie verjagt aber ich kann mich einfach nicht überwinden und es der Polizei melden. Wie schrecklich! Wenn man unfähig ist etwas zu tun, weil die Angst besitz von einen ergreift. Wie lächerlich das ganz ist!
Ich blieb ruhig und verhielt mich unauffällig, so wie ich es immer tu – erst mal ruhe bewahren! Mir war klar, dass ich etwas unternehmen musste. Ich wollte von der Tür zum Telefon schleichen und dann hat sie zugeschlagen, die Angst. Schweißausbrüche, Herzrasen und eh ich mich versah, wurde ich ganz starr vor Angst. Das Angst ein ganz natürliches Gefühl in solch einer Situation ist, ist mir klar. Doch wieso breitet sich die Angst so rasant aus und wieso nimmt sie dann unverhältnismäßige Formen an? Wieso ist sie jetzt immer noch da, wo ich sie doch in die Flucht schlagen konnte? Wieso habe ich Angst und fühle mich bedroht, wenn dafür doch gar kein Anlass besteht? Wieso ist mein Verhalten in der Situation so? Ich weiß es ja, es ist meine soziale Phobie aber trotzdem verstehe ich es nicht. Scheinbar ist die Angst vor Telefonieren größer, als sich in Gefahr zu bringen (und wenn sie nur eingebildet oder übertrieben ist).
Irgendwas kam mir an der Klingelei im Haus komisch vor und ich hatte sicherheitshalber die Türkette angelegt, doch die Tür war nicht abgeschlossen und auch nicht mit der Einbruchsicherung verriegelt. Als ich merkte, dass ich unfähig bin, in diesen Moment „in die Angst zu gehen“ bin, sah ich mich gezwungen, mich bemerkbar zu machen, bevor die in die Wohnung einbrechen. Obwohl einer von beiden direkt vor der Tür standen, dachte ich eigentlich, dass ich sicher bin.
Noch mal rief mich mein Gewissenauf, dass ich doch nun bitte in die Angst gehe und das richtige unternehme. Doch dann sah ich, dass der eine dabei war die Tür aufzutreten und ich erinnerte mich daran, dass hier eingebrochen wurde und dass ich an diesen Tag auch zwei junge Männer gesehen habe, die mir komisch vor kamen und dann sahen wir den Einbruch bei uns. Vielleicht waren die es und ich hätte das auch noch klären können.
Ruhe konnte ich nicht mehr bewahren, denn die Zeit lief mir davon. Zwischen Tür und Telefon noch hin und her gerissen taucht dann die Panik auf und ich versuch noch die Situation, situationsrecht einzuschätzen und meine soziale Phobie dabei zu berücksichtigen. Da habe ich mich einfach in der Hoffnung, dass die abhauen und nicht irgendwie vielleicht noch durchdrehen und hier eindringen, wobei diese hier ja vielleicht schon mal drin waren, bemerkbar gemacht und dann kam die Panik und ich war nicht mehr fähig irgendwas einzuschätzen. Einen Momentlang hatte ich wirklich Angst, sie könnten mir nahe kommen und ich müsste mit ihnen fertig werden. Was für ein quatsch! Oder? Mist! Ein Mischmasch aus realer und unrealer Angst oder was meint ihr?
Ich schreibe hier und versuche mich wieder runter zubringen aber das gelingt mir nicht sonderlich gut. Ich versuch mit meinen Ängsten klar zu kommen und die Situation zu analysieren – das beruhigt mich meistens.
Dabei fiel mir auf, dass ich mich gegen das „in die Angst gehen“ entschieden habe und für die (eingebildete? - kann das im Moment nicht einschätzen… bin einfach aufgeputscht!) Gefahr. Aber das ist mir gar nicht so wichtig zu erfahren, ob eingebildet oder nicht. Auch das ich jetzt immer noch ängstlich bin und mir sage, da jetzt keine reale Gefahr mehr besteht und ich mich wieder entspannen kann. Ich sehe die nächste Herausforderung auf mich zu kommen. Was sage ich meinen Freund? Sorge ich gut für mich, wenn ich mich jetzt von der Last der Pflicht befreie oder weiche ich dann nur meiner Angst aus? Muss ich wirklich immer in die Angst gehen, kann ich nicht auch sagen: „Nein, heute nicht!“. Wenn ich das zu oft mache, dann wird es immer schwieriger. Also immer schön weiter rein in die Ängste? Diese Ängste machen mich oft so fertig aber was mich richtig fertig macht, ich verstehe es nicht wirklich und dann ist es schwer Verständnis dafür aufzubringen. Und wie schwer muss dies dann erst für die Menschen sein, die diese Zustände nicht kennen? Vielleicht sagt ihr, dass es auch nicht auf deren Verständnis drauf ankommt aber versuchen wir nicht Teil dieser Gesellschaft zu sein, trotz Problematik? Aber ich schweife ab, dass ist vielleicht ein anderes Thema. Ich weiß einfach nicht, ob ich es jetzt erzählen soll. Ich weiß, dass ja eigentlich nichts dabei ist aber dann kommen vielleicht die Fragen, dessen Antwort nicht verstanden wird.
Man! Das ist zum Schreien! Ich hab mich tatsächlich hier jetzt verriegelt, heule, analysiere, schätze ein, schweife ab und schreibe – das finde ich auch beruhigend. Aber ich verschone euch jetzt. Ich finde sonst kein Ende mehr.
S.
PS: Seht mir bitte vorhandene Fehler nach.
Eure Meinung?
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Ein klarer Gedanke oder auch nicht….
Die Gefahr ist vorüber, falls ich das in meinen Text nicht rüberbringen konnte, vor lauter Aufregung. :confused:
Jetzt, wo ich hier meinen „Ausbruch“ hin getragen habe, setzt das eigene entsetzenein und die unendliche Scham!
Bin jetzt hin und her gerissen und weiß nicht, ob ich jetzt in Entschuldigungen und Rechtfertigungen ausbrechen soll während ich im Boden versinke.
Oder mich jetzt einfach in die Badewanne packe und meine Erkältung pflege und mir sage, dass alles gut wird. :confused:
So oder so… habt dank!Souvenir
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Also hör mal, das ist eine absolute Ausnahmesituation in der Du Dich da befunden hast, JEDER wäre da starr vor Angst!!!!!! Natürlich ist es völlig normal das sich die Panik so rassant ausbreitet und auch immernoch anhält. Das war eine Situation die man gar nicht einschätzen konnte. Es hätte ja auch sein können das die Männer bewaffnet sind. Das Du Dich ruhig verhalten hast finde ich völlig in Ordnung. Jetzt allerdings solltest wirklich versuchen das zu melden, zumindest Deiner Nachbarin. Oder möchtest Du das die weiterhin Ihr Unwesen treiben? Du brauchst Dich für gar nichts zu schämen, Du hast alles richtig gemacht. Und das wird Dir die Polizei auch bestätigen, ganz bestimmt!!!!!!!
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Ja, sicherlich wird die mir das bestätigen aber ich kann die nicht anrufen...
natürlich kann ich telefonieren doch dieses "in die Angst gehen" möchte ich vermeiden. Das ist es ja, was mich so fertig macht. Ich kann ja vielleicht noch Verständnis für mich haben. Doch ich bin ja auch der Meinung, dass ich es melden muss, keine Frage. Wenn ich es melde, dann werde ich genötigt auf Polizeirevier zugehen oder vielleicht muss ich auch "nur" die Beamten in Empfang nehmen und Fragen beantworten. Ein Horror für mich, dem ich mich unabhängig von dem Einbruchversuch im Moment nicht aussetzen mag. :confused:
Ich sitze hier auf heißen Kohlen, dass ich Übermorgen eine Einweisung für die TK bekomme.
Da ich in diesem Dilemma stecke, habe ich mir schon überlegt, dass ich es meinen Freund sag und er der Nachbarin und es ist ja weiter nichts passiert und vielleicht verständigt sie nicht die Polizei und wenn doch, dann muss ich ja hin.
Aber was noch schlimmer ist, dass ich Angst vor den Reaktionen habe bzw. das ich die einfach nicht so gut verkraften könnte und dann sacke ich noch mehr ab. Gefährlich!
S.
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dass du es deiner nachbarin sagst ? geht das ? sonst soll halt wer anonym anrufen oder das ganze erklären..
du brauchst dich vor dem gespräch bei der polizei wenn du eins haben solltest absolut nicht ängstigen..
ich bin in meinem leben schon mehrmals vernommen worden wo ICH tatsächlich was verbrochen habe, und selbst da wurde mir noch nie der kopf abgerissen ;)..
lg future -
Ich muss jetzt offline…
Ich danke Euch und hoffe, dass ich die richtige Entscheidung treffe. Das ich überhaupt eine treffe und nicht ins schweigen verfalle – das muss sein. Zumindest es mitteilen, kann ich ja wohl machen!?!
Sagt mal, habt ihr dafür wirklich Verständnis? Mir fällt es schwer! :-/
Werde mich meinen Partner anvertrauen - ich hoffe, dass er es verstehen wird....
Danke! -
Diese Unruhe!
Diese Scham!
Hoffentlich passiert nichts!
Aber was sollte schon passieren? Alle Ängst sind doch unbegründet... oder? *puh* Diese Unruhe...
Dieser Druck! *puh*
ach ist das alles schrecklich!
S.
PS: Also mir sind die Beiträge jetzt so peinlich - kann man die löschen?
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... nun wr löschen keine Beiträge .... sorry
Aber ich finde nicht, dass du Grund hast dich wegen irgendwas zu schämen, Angstattacken sind häßlich, und wenn dich die Schreiberei runter geholt hat, hats doch auch seinen Sinn erfüllt
Lies das Ganze mal nach der TK, und dann wirst du sicherlich merken, wie enorm deine Fortschritte sind
Julchen
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Ja, ich weiß es ja ... aber im Moment sind die Sorgen zu akut...
Mein Text sollte auch stehen bleiben, vielleicht ist er noch zu etwas gut. Ich muss nun mal dazu stehen, dass ich manchmal so bin.
Nun gut, werde jetzt versuchen meinen Pflichten zu erfüllen und wünsche Euch noch einen schönen Abend!
S
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Jetzt nimmt alles seinen lauf…
Die Nachbarin habe ich informiert und sie hat dann auch die Polizei eingeschaltet, welche sich heute bestimmt noch bei mir melden wird. Aber ich denke das ist nicht so schlimm - denke ich.Die Nachbarin war sehr froh, dass nichts gestohlen wurde aber leider konnte ich es nicht verhindern, dass die Wohnungstür beschädigt wurde, was sich aber erst später rausstellte. :-/ Trotzdem war ihre Reaktion eher so, dass sie mir dankbar war. Ich war auch dankbar, dass sie mir nicht diese unangenehmen Fragen gestellt hat. Dafür hat mein Partner diese Fragen gestellt.
Aber eigentlich auch verständlich und auch dieses „nicht ganz verstehen“ können ist verständlich aber so unangenehm. Doch da muss ich durch.
Ich danke euch für die Unterstützung und dass ich mich hier „entleeren“ durfte.
S. -
Hi Souvenier, schön, daß du es für Dich gut regeln konntest. Ist doch schön, daß es das Forum für uns gibt. Ich bin gern hier in diesem Forum.
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Geht's dir denn jetzt etwas besser, Souvenir?
Ich finde übrigens, dass du ganz schön mutig reagiert hast. Ich kenne Leute, die in Situationen, wo wirklich Menschenleben gefährdet waren, nicht einmal den Mut hatten, Alarm zu schlagen. Die haben sich nur die Bettdecke über den Kopf gezogen und gehofft, dass sie's bald nicht mehr hören.
Da finde ich, hast du doch wesentlich mehr Zivilcourage gezeigt und auch etwas unternommen und das wichtigste Ziel erst einmal erreicht: Du hast die Einbrecher vertrieben!Hut ab!
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Tine:
Ich bin auch froh, dass ich hier bin!Wattwurm
Ob es mir besser geht? Hmmm... Ich war schon vor der Situation nicht gerade das was man stabild nennen kann. Doch ich konnte mich bisher gut durchschlagen und vielleicht hätte ich die Situation besser meisten können, wenn ich eine stabilere Phase hätte. Doch im Moment ist es, wie es ist und das finde ich nicht schön.Was die Situation anbelangt, habe ich immer noch ein unangenehmen "Nachgeschmack", da es für mich immer wieder schwer ist zu sehen, dass ich mehr oder weniger aus dem Nichts heraus meine Zustände (soziale Phobie) bekomme.
Ich weiß nicht ob ich mutig war oder leichtsinnig, ist jetzt schwer für mich zu beurteilen.
Das Gewissen nagt noch an mir. Zwar weiß ich, dass ich all das getan habe, was meine Umstände zu ließen. Auch das nichts gestohlen wurde, ist ein Erfolg und trotzdem entstehen diese Selbstvorwürfe, dass ich die Polizei hätte sofort rufen müssen und das ich so vielleicht diesen Versuch und andere Einbrüche hätte aufklären können.
Selbstvorwürfe bringen nichts und gerade jetzt nicht mehr, wo es anders gelaufen ist. Ich weiß, dass ich mich in die Situation so gut eingebracht habe, wie ich konnte und damit muss ich das ganze abschließen - denke ich und denke dann: Das ich mir unter Courage etwas anders vorstelle. Es ist ein Kreislauf, ein Teufelskreislauf dem ich weiter versuche zu entkommen.
Ich versuche das Thema endlich abzuschließen aber das gelingt mir noch nicht so recht.
Vielleicht haben die Leute, die du kennst auch einfach so viel Panik bekommen, dass sie einfach unfähig waren zu handeln. Mir fiel es ja auch schwer aber ich konnte mir einen Weg suchen "irgendwie" zu helfen. Ich bin mit dem Ergebnis nicht so zufrieden aber ich habe mein bestes Versucht. Das Beste haben diese Leute vielleicht auch versucht und sind mit ihrem Ergebnis noch unglücklicher als ich und werden von noch mehr Selbstvorwürfen gequält.
Ich kenne übrigens auch Leute, die nichts unternommen haben, wo es um Mensch leben ging, doch ich habe Verständnis für sie. Hast Du für diese Leute Verständnis?
S. -
Ich finde immer noch, dass du wirklich gut gehandelt hast. Natürlich hättest du die Polizei gleich rufen können und vielleicht hätten sie die Einbrecher dann noch geschnappt. Aber du hast etwas erreicht, nämlich dass sie nichts klauen konnten und das ist sehr viel.
Ob ich Verständnis für die Leute habe, die wegschauen?
Nein, muss ehrlich sagen, habe ich absolut nicht. In diesem besonderen Fall wurde eine Frau schwer von ihrem Ehemann misshandelt und geschlagen. Sie ist hinterher aus Verzweiflung, weil niemand auf ihre Hilfeschreie reagiert hat, im ersten Stock aus dem Fenster gesprungen. Sie hat sich zwar 'nur' einen Fuß gebrochen und konnte so ihrem Ehemann entfliehen, aber es hätte nicht sein müssen. Hätten die Nachbarn eher die Polizei gerufen, wäre ihr sehr viel erspart geblieben. Bei denen lag auch nicht wie bei dir eine soziale Phobie vor und etwas tun, kann man immer. Sei es nur, dass man seine Mitbewohner aufweckt oder laut gegen die Wand hämmert und schreit, um weitere Aufmerksamkeit zu erregen.
Man kann immer mehr machen als wegsehen und die Augen verschließen, vor allem wenn hinterher noch nicht einmal so etwas wie Einsehen kommt.Du brauchst jetzt, denke ich, einfach Zeit, um damit abzuschließen. Hast du schon mit der Polizei gesprochen?
Warum erklärst du denen nicht auch, was in dem Moment in dir vorging und ob sie Tipps hätten, was du hättest anders machen können?
Vielleicht hilft dir das mit der ganzen Sache abzuschließen und stolz auf dich zu sein, dass du gehandelt hast und nicht weggesehen hast. -
Hm, ich kann Menschen schon verstehn die nicht eingreifen. Soll aber nicht bedeuten das ich es gut finde. Ich kann es nur nachvollziehn. Angst kann einen Menschen tatsächlich lähmen und unfähig machen zu handeln. Erst im nachhinein kommen dann die Gedanken: hätte ich doch......Ich war nur einmal in der Situation wo ich schnell eingreifen musste um zum Glück hielt sich meine Angst da in Grenzen. Mir ging es dann eigentlich erst hinterher schlecht. Als mir klar wurde wie gefährlich die Situation eigentlich war. In dem moment aber war mir das nicht bewusst. Ich hatte nur gesehen das da jemand ganz schnell Hilfe braucht. Ich denke viele Menschen helfen auch nicht weil sie Angst haben etwas falsch zu machen...nur so ne Vermutung.
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@souvenir es gibt nichts, wofür Du Dich schämen müsstest ...
Scham, was ist das?
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