Hallo zusammen,
bin noch ganz neu hier und hoffe, dass ich in diesem Forum ein wenig Hilfe oder Tipps mit dem Umgang der Spielsucht meines Mannes erhalte.
Vor ca. 4 Monaten hat mein Mann angefangen in einem kleinen Laden an Automaten zu spielen. Es fing mit dem Kleingeld was man so im Portemonaie hat an und mittlerweile ist alles weg. Sein Konto ist leer, diesem Monat konnten zum ersten Mal seine Abbuchungen nicht durchgeführt werden, sein Erspartes ist weg und meinen Sparpott hat er auch leer gemacht.
Er hat mich immer wieder angelogen wo er hin muss oder wofür er das Geld brauchte. Ich habe oft gemerkt dass er gelogen hat und hab es ihm dann auch gesagt oder bin einfach in diesen Laden rein und dann saß er da. Von Woche zu Woche wurden seine Lügen besser und im Moment glaub ich ihm prinzipiell garnichts mehr.
Das schlimmste finde ich, dass in diesen 4 Monaten die Beziehung total ruiniert wurde. Das Vertrauen ist weg, ich fühle mich nur alleine, er kann mir keine Liebe und Wärme mehr geben und manchmal hasse ich ihn einfach nur.
Wenn er dann mal seine Einbrüche hat, dann redet er mit mir über alles. Das er selbst nicht weiß was mit ihm los ist, dass alles sheiße ist und dass er nicht weiß wie es weiter gehen soll.
Er sagte mir, dass er nur in diesem einen Laden spielt und noch nie woanders gespielt hat. dieser Laden ist ein paar Häuser weiter von unserer Wohnung. und er glaubt, wenn wir umziehen würden, dann würde alles besser und er müsste da nicht immer hin.
wir sind aber erst vor 6 Monaten in diese Wohnung gezogen. Ich habe mein ganzes Geld in dem Umzug, neue Möbel etc. gesteckt und habe zwischendurch auch seine Schulden beglichen. Ich habe im Moment kein Geld zum umziehen und er auch nicht!
Weiß auch nicht ob das wirklich helfen würde!!??
Vor einer Woche waren wir beim Hausarzt. Mein Mann wollte ihm das erzählen. Sonst hat er oder ich noch mit keinem drüber gesprochen. Weil mein Mann auch anzeichen von Depressionen hat, hat der Arzt ihm Antidepressiver aufgeschrieben und gesagt dass wir uns an einen Fachmann wenden sollen.
Ich habe dan mal bei nem Spezialisten für Suchterkrankungen angerufen. Er meinte ich solle mich im Januar nochmal melden, zur Zeit hätte er keine Termine frei. Aber er gab mir den Rat mich an öffentliche Stellen zu richten, Gesundheitsamt oder so.
Ich hab jetzt eine Suchtberatung der Diakonie ausfindig gemacht und würde mich da gerne mal beraten lassen. Und ich hoffe mein Mann nimmt dann auch Hilfe an.
Ich weiß einfach im Moment nicht wie ich mit ihm umgehen soll. Ich habe ihm gesagt dass es mir wichtig ist dass er mich nicht anlügt. Aber kann man das erwarten?
Soll ich ihn ontrollieren und ihn immer wieder konfrontieren? Oder soll ich es einfach hinnehmen und hoffen dass er irgendwann aufwacht und mich in der zwischenzeit kaputt machen???
Ich habe ihm einmal gesagt, dass ich nicht mehr kann und ob er nicht ne zeit lang zu seinem Freund ziehen kann oder ob er sich ne kleine wohnung nehmen kann. das wollte er natürlich nicht. Ich war dann ein Wochenende bei meiner Mutter und an diesem Wochenende hatte er das restliche Gesparte verspielt. als ich merkte dass das Geld weg ist (er hatte den Schlüssel dieser Spardose leider in meinem Nachttisch gefunden) sagte er mir reumütig, dass er sich nicht unter kontrolle hatte weil ich nicht da war. und wenn er noch mehr geld gehabt hätte dann hätte er das auch noch verspielt.
Ich weiß einfach nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Vielleicht hat ja jemand ein Tipp der in einer ähnlichen Situation wie ich oder mein Mann war?
So, ist mehr geworden als ich dachte. Aber irgendwann muss das auch mal raus...