Spielsucht meines Mannes

  • Hallo zusammen,

    bin noch ganz neu hier und hoffe, dass ich in diesem Forum ein wenig Hilfe oder Tipps mit dem Umgang der Spielsucht meines Mannes erhalte.

    Vor ca. 4 Monaten hat mein Mann angefangen in einem kleinen Laden an Automaten zu spielen. Es fing mit dem Kleingeld was man so im Portemonaie hat an und mittlerweile ist alles weg. Sein Konto ist leer, diesem Monat konnten zum ersten Mal seine Abbuchungen nicht durchgeführt werden, sein Erspartes ist weg und meinen Sparpott hat er auch leer gemacht.

    Er hat mich immer wieder angelogen wo er hin muss oder wofür er das Geld brauchte. Ich habe oft gemerkt dass er gelogen hat und hab es ihm dann auch gesagt oder bin einfach in diesen Laden rein und dann saß er da. Von Woche zu Woche wurden seine Lügen besser und im Moment glaub ich ihm prinzipiell garnichts mehr.

    Das schlimmste finde ich, dass in diesen 4 Monaten die Beziehung total ruiniert wurde. Das Vertrauen ist weg, ich fühle mich nur alleine, er kann mir keine Liebe und Wärme mehr geben und manchmal hasse ich ihn einfach nur.

    Wenn er dann mal seine Einbrüche hat, dann redet er mit mir über alles. Das er selbst nicht weiß was mit ihm los ist, dass alles sheiße ist und dass er nicht weiß wie es weiter gehen soll.
    Er sagte mir, dass er nur in diesem einen Laden spielt und noch nie woanders gespielt hat. dieser Laden ist ein paar Häuser weiter von unserer Wohnung. und er glaubt, wenn wir umziehen würden, dann würde alles besser und er müsste da nicht immer hin.
    wir sind aber erst vor 6 Monaten in diese Wohnung gezogen. Ich habe mein ganzes Geld in dem Umzug, neue Möbel etc. gesteckt und habe zwischendurch auch seine Schulden beglichen. Ich habe im Moment kein Geld zum umziehen und er auch nicht!
    Weiß auch nicht ob das wirklich helfen würde!!??

    Vor einer Woche waren wir beim Hausarzt. Mein Mann wollte ihm das erzählen. Sonst hat er oder ich noch mit keinem drüber gesprochen. Weil mein Mann auch anzeichen von Depressionen hat, hat der Arzt ihm Antidepressiver aufgeschrieben und gesagt dass wir uns an einen Fachmann wenden sollen.

    Ich habe dan mal bei nem Spezialisten für Suchterkrankungen angerufen. Er meinte ich solle mich im Januar nochmal melden, zur Zeit hätte er keine Termine frei. Aber er gab mir den Rat mich an öffentliche Stellen zu richten, Gesundheitsamt oder so.

    Ich hab jetzt eine Suchtberatung der Diakonie ausfindig gemacht und würde mich da gerne mal beraten lassen. Und ich hoffe mein Mann nimmt dann auch Hilfe an.

    Ich weiß einfach im Moment nicht wie ich mit ihm umgehen soll. Ich habe ihm gesagt dass es mir wichtig ist dass er mich nicht anlügt. Aber kann man das erwarten?
    Soll ich ihn ontrollieren und ihn immer wieder konfrontieren? Oder soll ich es einfach hinnehmen und hoffen dass er irgendwann aufwacht und mich in der zwischenzeit kaputt machen???

    Ich habe ihm einmal gesagt, dass ich nicht mehr kann und ob er nicht ne zeit lang zu seinem Freund ziehen kann oder ob er sich ne kleine wohnung nehmen kann. das wollte er natürlich nicht. Ich war dann ein Wochenende bei meiner Mutter und an diesem Wochenende hatte er das restliche Gesparte verspielt. als ich merkte dass das Geld weg ist (er hatte den Schlüssel dieser Spardose leider in meinem Nachttisch gefunden) sagte er mir reumütig, dass er sich nicht unter kontrolle hatte weil ich nicht da war. und wenn er noch mehr geld gehabt hätte dann hätte er das auch noch verspielt.

    Ich weiß einfach nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Vielleicht hat ja jemand ein Tipp der in einer ähnlichen Situation wie ich oder mein Mann war?

    So, ist mehr geworden als ich dachte. Aber irgendwann muss das auch mal raus...

  • Hallo N.!
    Ich bin auch neu hier, doch mit Deinem Thema habe ich erst mal nichts zu tun. Doch beim lesen merkte ich, dass dies nicht ganz stimmt. Bei genauerer Betrachtung viel mir auf, dass ich mich ähnlich verhalte bzw. verhalten habe. Jetzt versuche ich mich anders zu verhalten, doch dazu später mehr.
    Oft stand ich vor meinen Freund und wollte über „Beziehungsprobleme“ reden und irgendwann wollte ich dann eine Paartherapie machen. Er hat es nicht wirklich abgelehnt aber Fakt ist, dass er nicht mit mir hin ist. Er sagte oft: „Das hat nichts mit dir zu tun.“ und ich hab Verständnis gehabt und noch mehr Verständnis. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mit Verständnis und lieben nicht weiter komme. Mir ging es immer schlechter und ich sagte mir, dass hat nichts mit mir zu tun. Vielleicht haben seine Beweggründe, wirklich nichts mit mir zu tun. Doch es hat etwas mit mir zu tun, dass ich mich der Beziehung weiter aussetze, obwohl es mir in ihr schlecht geht. Aber dran ändern kann ich nichts, da ich alleine etwas ändern will, zumindest habe ich manchmal den Eindruck. Vielleicht gibt es Hoffnung für uns und ich hoffe, dass es so ist aber während ich hoffe richte ich mich _selbst_ zu Grunde. Dies führt doch zu nichts, nur das noch mehr kaputt geht. Also habe ich mich entschlossen, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, denn ich sehe ein, dass ich so nicht weiter leben kann. Etwas muss sich ändern, dass weiß ich. Natürlich träume ich davon, dass alles gut wird. Doch nichts wird gut, wenn ich weiter diesen Kreislauf mitmache. Dabei spielt es keine Rolle, wer schuld hat oder wer Hilfe verdient. Ich kann nur das ändern, was in meiner Macht steht und es steht nicht in meiner Macht, ihn zu ändern. Ich überrede ihn nicht mit mir zur Paartherapie zu gehen, denn so hat es keinen sinn. Vielleicht ist sein Verhalten auch logisch, wieso sollte er dort hin? Ich bin doch unglücklich und nicht er. Wenn er beim verändern nicht mitmachen kann oder will, dann ist das so. Zumindest erst mal.
    „Dann ist der Leidensdruck noch nicht groß genug.“ Das ist ein Satz, den ich mir in den letzten Wochen und Monate immer wieder anhören musste und ich wiedersprach nicht, denn wenn der Leidensdruck groß genug wäre, dann würde ich damit aufhören, dann würde ich etwas ändern. Oft saß ich da und dachte: „Er ist groß genug! Ich geh daran kaputt!“ aber ich machte weiter. Ich litt einfach weiter, denn ich sah und sehe für die Beziehung noch Hoffnung. Doch ich sehe keine Hoffnung, wenn ich so weiter mache – keine für uns und keine für mich. Also mache ich jetzt alleine Therapie, ich hole mir Hilfe und schaue, wie ich mein Leben gestalten kann, ohne weiter zu leiden und mich selbst kaputt zu machen. Somit wird sich mein Leben ändern und mein Partner kann ein Teil davon sein aber wenn er bei der Gestaltung nicht mit macht, ja dann muss ich es alleine machen und er muss dann mit der Konsequenz leben. Was ich Dir damit sagen möchte:
    Hol Du dir Hilfe! Er kann es dir ja nachmachen, wenn sein Leidensdruck groß genug ist. Das wird sich zeigen, doch er muss erst mal Hilfe wollen und wenn du Hilfe haben willst, dann warte nicht auf ihn, sondern hol dir das, was du brauchst. Denke an dich!
    Ich hoffe sehr, dass dir dies hilft.
    Viel Glück!
    Souvenir

  • Hi,
    ein Umzug wird rein gar nichts an der Situation ändern, das ist nur ein weglaufen. Überall gibt es Automaten und Ruck-Zuck spielt er dort. Weitersuchen nach Therapeuten und in der Zwischenzeit Sein Konto einfrieren. Damit Du das Geld verwalten kannst und die Rechnungen bezahlt werden. Ist zwar nicht schön, aber im moment wohl die beste Lösung. Mach Ihm deutlich das Du SO nicht gewillt bist weiterzumachen und rede mit Ihm über Konsequenzen. Diese musst Du aber dann auch durchziehn. Wie gesagt, als erstes würde ich Ihm den Geldhahn zudrehn in der Hoffnung er macht dann nicht bei Freunden und Bekannten Schulden. Alles Gute, Carry

  • Nun den Geldhahn zudrehen ist auf alle Fälle wichtig, damit ihr weiter eure Zahlungen leisten könnt, und einkaufen gehen ....

    Wende dich doch an eine Beratungsstelle in deiner Nähe, und sorge für dich .... er ist krank, braucht professionelle Hilfe, aber DU musst aufpassen, das du in keine Co-Abhängigkeit rutscht...

    ICh wünsch dir KRaft
    LG Julchen

  • Wenn du ihm den Geldhahn zudrehst, kannst du dir damit allerdings nur selbst helfen, weil euch sonst Geld fehlt. Er wird andere Wege suchen und bestimmt auch finden, um an Geld fürs Zocken zu kommen. Dauerhaft muss eine andere Lösung her. Er bräuchte eine Therapie, die ihm aber nur dann helfen wird, wenn er sie freiwillig macht. Schau, dass du dich nun um dich selbst kümmerst. Viel Erfolg.

    LG, alive

  • Vielen Dank erstmal für eure Antworten. Es ist schön mal über alles "zu reden" und Anteilnahme zu erhalten.

    Ich habe bereits die Kontokarte von ihm und alle wirklich wichtigen Abbuchungen laufen zum Glück über mein Konto. Bei ihm sind es nur seine Abbuchungen für Sportstudio, Kontogebühren, gez u.ä. Aber daran dass er dafür noch nicht mal Geld auf dem Konto lassen konnte sehe ich wie weit es gekommen ist.

    und ja, er hatte bereits schulden bei nem kumpel und die habe ich damals für ihn beglichen. ob er noch schulden bei anderen frenden hat weiß ich nicht. bin mir aber sicher dass ich das nicht nochmal machen würde denn mir ist klar geworden dass ich damit alles nur unterstütze und ihm damit nicht helfe! das habt ihr ja auch geschrieben.

    und das Umzug wahrscheilich nicht die Lösung ist, das ist mir eig klar aber irgendwie hat man ja immer diese Hoffnung...

    Heute haben wir wieder über das thema geredet und ich merke dass es mir im Moment etwas besser geht. er hat mir allerdings heute gesagt dass er es jetzt "im Griff" hat. wenn er sich ein limit setzt dann kann er sich auch dran halten.
    ich wollte ihm klar machen dass er sich bei jedem mal der gefahr aussetzt dass er wieder unkontrolliert spielt. er meinte das könnte nicht mehr passieren.
    ich kann es einfach nicht verstehen warum er sich das ziel setzt es zu kontrollieren und nicht das ziel hat dort nicht mehr hin zu gehen.

    Ich habe heute bei der Suchthilfe der Caritas angerufen. die meinten es besteht eine warteliste und vor januar wird das wohl nichts mit nem beratungsgespräch. ist schon schlimm dass es so schwer ist hilfe zu bekommen.
    Aber ich muss unbedingt noch andere stellen suchen und dran bleiben. ich möchte hilfe. hab Angst dass ich selbst in Depressionen verfalle und mich richtig kaputt mache.

    Bin auch selbst schon am überlegen wo meine Grenze ist. wann ich wirklich gehen soll. aber soweit bin ich noch nicht!

    Souvenir:
    alles was du geschrieben hast trifft auf mich zu. ich denke wir haben wirklich den gleichen leidensdruck. das einzige was ich habe ist die hoffnung dass wir irgendwann wieder glücklich sind denn ich möchte meinen mann eig nicht verlieren. wir haben schon so viele höhen und tiefen durchgemacht und ich dachte immer wenn wir zusammenhalten schaffen wir alles. hab aber im moment nicht dass gefühl dass er das genauso sieht. bzw. ich glaube er kann das garnicht einschätzen.
    Und mir geht es wahrscheinlich ohne ihn wirklich besser aber es ist so schwer!
    Bist du denn mit deinem Partner weiterhin zusammen???

  • Vermutlich fehlt bei Deinem Mann eben doch noch die komplette Einsicht. Es ist normal das süchtige erstmal der Meinung sind Ihre Sucht kontrollieren zu können. Das schlimmste ist immer die Sucht vor sich selbst einzugestehn. Ich kenne jedenfalls niemanden der Seine Spielsucht einfach so mal eben wieder abgestellt hat. LG, Carry

  • Du sagst, dass wir wirklich den gleichen Leidensdruck haben. Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen und behaupten: Das wir uns entscheiden (weiter) zu leiden. Oder? Was meinst du?
    Diese Einsicht habe ich zumindest, denn dass es mir jetzt nicht gut geht und das alles soweit gekommen ist, bin ich eigentlich selber schuld, denn ich lasse es mit mir machen. Dabei ist doch egal, wie scheinbar edelmütig meine Motive sind oder deine.
    Ich denke ganz entscheidend ist die frage des Leidensdruck. Für dich, wie für ihn. Außerdem denke ich, dass manchmal das „Helfen“, kein helfen, sondern ein unterstützen der Problematik ist. Hilfe kann nur dann entstehen, wenn jemand einsieht, dass er Hilfe braucht und wenn er es wirklich eingesehen hat bzw. der Leidensdruck groß genug ist, dann holt er sich die Hilfe oder fragt danach bzw. nimmt sie auch an. Bei vielen Therapeuten ist es so, dass der Patient selber den Termin vereinbaren müssen, da sich herausgestellt hat, dass die meisten nicht zum Termin erscheinen, wenn sie ihn nicht selbst vereinbart hatten. Dein Freund sollte nicht dir zu liebe etwas ändern – er muss es selber wollen. Schwer ist es, jemanden so zu Unterstützen, dass man der Person hilft und nicht das Problem unterstützt. Natürlich kannst du deinen Freund Unterstützen, doch vielleicht ist eine Unterstützung für dich, beim unterstützen, gut. Damit du die Gefahr der Co-Abhängigkeit eindämmen kannst.
    Wie du schon selber geschrieben hast, kann er das Problem vielleicht wirklich nicht einschätzen. Dann traue deiner Einschätzung und unternimm das, was in Deiner Macht steht.
    Ich bin mit meinen Freund zusammen und hoffe sehr, dass wir es auch bleiben.
    Genau diese Hoffnung vom Glück, von bessern Zeiten, von denen du auch sprichst, ist ja das fatale - zumindest bei mir. Er scheint glücklich oder zumindest zufrieden mit der Situation zu sein und sieht daher natürlich keinen Anlass über seinen schatten zu springen. Bisher hatte ich Verständnis, Mitgefühl und dachte, dass er alle Zeit der Welt von mir bekommt und irgendwann wird er schon über seinen Schatten springen. Dann schau ich mir meine Situation an und sehe, dass ich darunter leide, wie er scheinbar keine Anstalten macht, sich auf den Sprung vorzubereiten. Sein Verhalten und erst recht ihn, kann ich nicht ändern aber ich kann ihn zeigen, dass ich damit unzufrieden bin und ich kann ihn sagen, dass ich etwas ändern werde. Irgendwann muss er sich dann entscheiden, ob er auch eine Veränderung durchmacht und wenn nicht, dann muss jeder von uns mit den Konsequenzen leben – Liebe hin oder her. :loudly_crying_face: Doch noch bin ich nicht bereit aufzugeben und du scheinbar auch nicht. Natürlich habe ich, wie du auch, immer wieder gedacht, dass ich ohne ihn besser dran wäre oder er ohne mich. Doch ich wollte und will diese Beziehung, nur nicht so, wie sie jetzt ist. So geht es nicht mehr, dass muss ich ihm klar machen und ich befürchte, dass es auf Trennung hinausläuft, da er nicht über seinen Schattenspringen kann. Daran darf ich gar nicht denken aber ich muss einfach akzeptieren, dass es dann so ist, denn so weiter machen heißt, seine Problematik zu unterstützen und mein Leid verlängern. Verlängere Du nicht dein Leid und ich hoffe sehr, dass er das seine auch nicht verlängert. Doch diese Entscheidung muss aus ihm selbstheraus entstehen. Du kannst nur deine Entscheidungen treffen und er seine.
    Wenn du z.B. der Meinung bist, dass ein Umzug jetzt nicht möglich ist, dann ist das so. Wenn Du meinst, dass er ein Problem hat, dann steh dazu. Diese Ansicht kann man haben und gleichzeitig jemanden lieben und helfen wollen. Du kannst entscheiden, dass diese oder jene Art von Hilfe nur mutmaßlich eine Hilfe ist. Und vor allem kannst du dich zu einem „Nein!“ entscheiden – Grenzen setzen. Wenn Du deinem Freund helfen möchtest, dann sind diese Grenzen unabdingbar.
    Das denke ich dazu. Doch weder ich noch mein Freund ist Spielsüchtig und daher kann ich nur bedingt etwas dazu sagen. Hier gibt es sicherlich andere, die mehr Ahnung bzw. Erfahrung damit haben. Doch solltest Du jemanden zum reden brauchen, dann hab ich gern ein Ohr für Dich. :winking_face:
    Alles Gute!
    Souvenir

  • Ja, du hast recht. Ich habe mich dazu entschieden weiter zu leiden, weil ich ihn einfach an meiner seite haben möchte. und weil ich sonst das gefühl hätte ihn fallen zu lassen. das möchte ich im oment noch nicht.
    ich habe wohl doch noch etwas kraft um weiter zu machen, obwohl es wirklich schon tage gab an denen ich dachte kein bißchen kraft zu haben.
    aber wenn es dann 2 oder 3 tage wieder schön ist und alles gut geht fühle ich mich direkt viel besser und denke dass wir alles zusammen schaffen.

    Aber eins ist klar, wie du gesagt hast muss ich mir selber hilfe holen. erstmal für mich und auch um ihm zu helfen.

    Ich möchte auch mit meiner Mutter reden aber das kostet mich viel überwindung und wohl noch etwas zeit. ich bin mir nicht sicher ob ich ihr das antuen möchte dass sie sich sorgen macht. aber das es bei uns zur zeit nich so toll läuft und ich echt launisch bin, das hat sie eh schon gemerkt.

    Ich wünsche dir auch noch viel Kraft und alles Gute! Es hat mir gut getan deine Antworten zu lesen!!!
    Danke dafür!

  • Bitte mach nicht den Fehler, den ich gemacht habe. Zu meinen, dass ich stark sein muss, das ich meinen Freund helfen muss, dass ich musss...
    Ich glaube zu wissen, dass Du verstehen wovon ich rede: "i c h m u s s" Ich muss dieses und jenes. Ich muss meinen Freund helfen und ich muss für ihn stark sein und ich muss meiner Umwelt erklären, wieso ich so kratzbürstig bin oder der etwas vorspielen, damit sie nicht merken, was los ist.

    Ich sag dir jetzt mal was. Du musst gar nichts. Du must weder dich, noch ihn oder euch vor deiner Mutter rechtfertigst. Du musst deinen Freund nicht um jeden preis retten - denn er kann sich nur selbst retten. Was du musst ist für dich sorgen, denn dies kannst du nur machen. Wenn du dich aufopferst, dann ist niemanden geholfen. Bitte denke daran. Das hat auch nichts mit fallen lassen zu tun. Ich werde meinen Partner auch nicht fallen lassen bzw. ich hoffe, dass ich nicht dazu gezwungen werde, denn ich liebe ihn sehr und möchte ohne ihn nicht sein. Doch ich sehe auch wie machtlos ich bin und wie es mir immer schlechter geht und ich trotzdem immer wieder denke, dass ich ihn doch so sehr liebe und das es ganz bestimmt Hoffnung für uns gibt. Wenn ich dann mal wieder einen klaren Moment habe, dann wird mir klar dass ich im Stadion der Selbstaufgabe bin und von mir immer mehr gebe, wo eigentlich nichts mehr ist. Ich bin unterwegs verloren gegangen, finde keinen Weg mehr zu ihm oder zu mir… ich bin einfach da und halte aus. Lass es bei Dir nicht soweit kommen, auch nicht aus Liebe!
    Souvenir <- in der Hoffnung, dass sie keinen Blödsinn schreibt.

  • Hallo,

    erstmal @ souvenir: Nee, das ist absolut kein Blödsinn, was du schreibst.
    @NK1983: Ich habe selbst mal gezockt, masslos, wie bei den anderen Süchten auch...
    Dein Partner ist ein "2 Euro - Junkie" !
    Er spritzt sich kein Heroin, der Kick ist halt der Automat.
    Da ist erstmal der akkustische Reiz - wenn du so drauf bist, dann meinst du, du hörst überall das Gebimmel der Automaten. Zum Teil verwenden die als Gewinnmusik bekannte Rocksongs (I want it all/Queen) etc.
    Jedesmal, wenn du sowas hörst, löst dass den Impuls zum Spielen aus, wie beim Pawlov'chen Hund...
    Dazu kommt der visuelle Reiz: Das Drehen der Walzen hat einen recht 'einnehmenden' Effekt, quasi hypnotisierend.
    Dann kommt der 'Belohnungsrausch', wenn du gewinnst.

    Es gab mal ne Untersuchung, da wurden Junkies, Alkis, Kokser und Zocker in die Röhre geschoben und mit allen möglichen Reizen konfrontiert:
    Bei allen wurde - trotz unterschiedlichster Drogen - genau der gleiche Bereich im Gehirn bedient...

    Es ist verdammt schwer, davon loszukommen:
    Ich behaupte mal, dass ich es nur geschafft habe, weil ich meine Erfahrungen mit den Drogenentzügen hier mal verwerten konnte...

    ABER: Obwohl ich das alles kannte, waren die finanziellen & sozialen Auswirkungen bei mir zum Teil schlimmer, als bei manchen Drogensuchtverläufen vorher!
    Verheerend!
    Ich brauchte 1 1/2 Jahre, um endlich zur Besinnung und von da aus zur Aktion zu kommen!

    Ein Umzug bringt überhaupt nichts, da dieses Alltagsdroge leider überall verfügbar ist.
    Was - gegebenfalls - helfen kann, das ist eine Ortsveränderung von 14 Tagen, um die Absicht umzusetzen & die Bremse reinzukriegen.

    Das geht aber nur, wenn wirklich Einsicht und Wille da ist.
    Auch ne Therapie bringt dann bestimmt was, für mich hört es sich so an, als wäre er da noch recht weit weg davon !!!
    (Von wegen 'kontrolliertes Spielen'...pfffff....Ich nahm mir jeden Tag erst vor, NICHT zu spielen, dann KONTROLLIERT zu spielen, dann MORGEN nicht zu........und so weiter!)

    Klingt alles bissel aussichtslos - aber ich habe 2 Jahre nicht gezockt und arbeite seit einem halben Jahr in einer Spielhalle.
    Das war zwar sehr, sehr, sehr, sehr hart am Anfang, aber es hilft mir dabei, mein Selbstbewußtsein wieder herzustellen!

    Es gibt also Hoffnung; wieviel Lüge, Enttäuschungen und Aussichtslosigkeit du bereit bist, bis zu diesem Pinkt hinzunehmen....das kannst nur du entscheiden.
    Ein Co - Abhängiger ist aber genauso übel dran, wie der Süchtige auch, glaub's mir.

    Ich wünsche dir viel Kraft...und vergiß nicht dich selbst....

    LG.Ganesha

  • Hallo,

    ich verweise hier mal auf meinen Beitrag zu diesem Thema, den ich Mike als Antwort zu "Spielsucht" geschrieben habe.

    Grundsätzlich gebe ich allen Vorrednern recht, man muss auf sich selber helfen wollen - ob als süchtiger oder als angehöriger.

    und zur Spielsucht nochmal: aus leidvoller eigener erfahrung weiß ich, dass ein Rückfall beim Spielen schlimmer sein kann als bei stoffgebundenen Süchten.
    Bei Drogen, Alk etc ist man nach einem z.B. Wochenend-Rückfall zwar äusserst mies drauf und läuft gefahr, wieder körperlich abhängig zu werden aber die Folgen sind i.d.R. absehbar.
    Als Zocker kannst Du dich nach 10 cleanjahren innerhalb von stunden KOMPLETT finanziell ruinieren. Das ist echt heavy.

    Aber es gibt Hilfe, man muss diese nur annehmen wollen!

    Kopf hoch

    lg

    Feu

  • Hallo NK,

    ein paar Gedanken von mir im vorbei gehen :winking_face:

    Umzug löst sicher nicht das Problem, aber in Verbindung mit therapeutischen Maßnahmen kann ein Wohnortwechsel meiner Meinung schon auch sehr unterstützen. Aber wohl gemerkt, nicht der Umzug wäre die Therapie!
    Aber Umzug bedeutet ja oft anderen Umgang, neue Bekannte und Freunde, wie gesagt, für mich ein passabler Zusatzschritt.

    Ansonsten waren ja viele Ansätze und Ratschläge in den Vorpostings :smiling_face:

    Nur Feurio, die Aussage, dass i. d. R. Drogenrückfälle absehbare Folgen hätten, da komme ich nicht mit. Als bestes Beispiel, ich habe mich nach über 11 Jahren clean sein mit einem Rückfall ruiniert. Folge mit unter, gut gehende Firma verloren, Trennung, Scheidung, Haus weg, Kinder weg, alles weg ...
    Für mich jedenfalls ist es völlig egal mit was man Rückfällig wird, jeder empfindet es anders und genauso kann ich mit einem einzigen Ausrutscher z.B. auch mit einer Esssucht alles in Null Komma NIX zerstören.

    Letzter Ansatz ist aber auch mein Punkt, jeder kann seine 'Sucht überwinden, wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen - auch wenn es mehrere Anläufe brauchen sollte.

    LG Franz

  • Zitat von Feurio;128770

    Aber es gibt Hilfe, man muss diese nur annehmen wollen!

    Ja sicherlich. Doch es ist nicht zu eine Frage des wollen, sondern auch eine Frage der Einsicht, dass man es alleine nicht schafft. Ich stelle bei mir immer wieder fest, dass ich es alleine versuche ("klar zu kommen") und dann dabei Gefahr laufe, mehr abzurutschen. Dabei kann ich recht gut um Hilfe fragen bzw. sie mir besorgen und doch ist es mir jetzt erst wieder passiert, dass ich diese Gefahr unterschätzt habe. Schlimm ist das im Moment nicht aber ärgerlich und absolut unnötig!

    S.

  • hey franz,

    vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. ich meine, dass die schlimmen folgen eines zeitlich auf ca. max. 48h begrenzten rückfalls bei drogen etc. äusserlich(!!), d.h. in bezug auf materielle folgen etc., nicht so schlimm werden können wie beim spielen. nimmt man unmittelbar nach dem rückfall (der wirklich nur einmaliges konsumieren sein sollte, nicht wieder körperlich drauf) wieder hilfe in anspruch, läßt sich doch der schaden begrenzen, oder? Ich meine wirklich nur die materielle ebene, psychische auswirkungen können bei jeder art von rückfall verheerende folgen haben. du hast von dir gesprochen - du hast doch nicht alles verloren weil du 1x konsumiert hast, oder? bist du wieder komplett in ein altes suchtverhaltenschema gerutscht?
    ich denke es ist hier nur ein missverständnis - ich kann mir einfach nicht vorstellen, auf der materiellen bei kurzem drogenrückfall ebene soo viel verlieren zu können.

    sorry, hier über umstände deines lebens zu spekulieren ist blöde von mir. wenn du magst, schreibe das doch etwas ausführlicher.

    beste grüße

    Feurio

    ***was uns Angst macht und sorgen bereitet sind nicht die dinge an sich, sondern nur unsere vorstellung davon***

  • Einspruch Feurio,

    ich weiß was du meinst.
    Bei mir läuft das so:
    Ich habe nach 7 Jahren AlkoholAbstinenz mit Kumpels ne Flasche Schnaps getrunken. War ein Ausflug mit Übernachtung im Freien...
    Es war abgemacht, dass die Jungs mich daran hindern, am nächsten Tag weiterzutrinken, falls dem so wäre!
    Okay - der nächste Tag kam und ich bekam das gut hin!!!

    An dem Punkt und die nächsten zwei Jahre hätte ich dir auch voll zugestimmt!
    Als ich dann aber ca 3 Jahre später wieder Im Alkohol ertrank, mich beinahe totgesoffen hatte, den zweiten kalten Entzug mit dem Dreckszeug machte (in Indien; wog noch 54kg/183cm !!!), wieder clean war und mich etwas aufgebaut hatte, sah ich ganz klar:

    Es war genau dieser EINE Ausrutscher, der es meinem inneren Schweinehund erlaubte, wieder so stark zu werden, weil:
    ES IST JA NIX PASSIERT !

    Liegt ja auch auf der Hand, oder ?!!

    Aber es stimmt schon, beim Zocken ist halt die Kohle auf nen Schlag weg!
    Kann aber auch erstmal Null auf Null ausgehen und dann spielste weiter...

    Sucht hat Wucht !!! Und wie...

    :61: LG.Ganesha

  • Beim Zocken ist vielleicht die ganze Kohle weg, je nachdem, wieviel es ist, kann das auch bei Drogen passieren. Bei Drogenkonsum kann allerdings noch ganz anderes passieren, man könnte u.U. sterben, was ja wohl beim Zocken nicht der Fall ist.

  • hi, ich gebe dir völlig recht

    "Es war genau dieser EINE Ausrutscher, der es meinem inneren Schweinehund erlaubte, wieder so stark zu werden, weil:
    ES IST JA NIX PASSIERT !"

    die von mir vorgenommene trennung von materiellen und psychischen folgen macht beim thema rückfall wenig sinn. ich wollte nur das thema spielen etwas präzisieren, was ich meinte ist -glaube ich - nun auch angekommen.

    aber nochmal: was nutzt geringer materieller schaden, wenn der pigdog wieder futter kriegt, die seele schreit und psychisch wieder alarm hoch 10 ist? nix. :wall:

    lg

    feurio

  • Das meinte ich ja, aber Feurio hat sich erklärt und ich hab genau verstanden was er sagen wollte :winking_face:

    Aber Feurio, hier lesen viele Menschen mit, die meinen dann, tja - baller ich mir was, Hauptsache nicht Spielsüchtig :grinning_squinting_face:

    Und alive sagt es, ich bin seit einem Rückfall schwerbehindert, kann nicht mehr laufen und hab es wirklich nur mit sehr viel Glück überlebt.

    So, aber nun zurück zum Thema bitte :smiling_face: :bet:

    LG Franz

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