Wenn Begegnung mit Wahn Angst macht

  • Ich habe gestern Nacht, als ich Nachtbus führ, eine Faru begegnet, die sehr beängstigtend auf mich wirkte.
    Nicht, weil ich so ängstlich bin, ich habe zwar eine Angststörung, habe aber sonste von gefährlichen und durchgeknallten Menschen kein Angst, nein, die Frau war so Irre, das ich mich unheimlich fühlte.

    Die stieg in bus, und sprach jeden Passant und auch mich an: "Hast du was für mich", deswegen hielt ich sie für eine Cracki und sagte nur:"Verpiss dich"

    Dann setzte sie sich zum einen Typ und fang an zu reden, dass was so wirr,es war nicht wieder herzugeben, es waren keine Sätze, sondern Fetzen.
    Ungefähr so:
    "C&A, ach ja, A und E, UKE...jaja, alles wollen Neger..weil Neger gut f..n können..was quckst du mich an..magst du mein Rock nicht??" u.s.w. u.s.f

    Pausenlos.

    Irgendwann fragte sie mich plötzlich: "wo bin ich?"
    Ich war so aggro die ganze Zeit und sagte zuerst: "Auf dem Raumschiff Entenscheiss, wo sonst"
    Dann tat sie mir leid, und ich fügte hinzu: "Du sitzt im Bus"

    Sie meinte dann "Ich muss ins UKE"
    Ich sagte: "Ja, es wäre wohl das richtigste für dich" (UKE hat Akutstation)

    Dann war zum Glück meine Station und ich stieg aus.

    Warum ich es schreibe?
    Weiss ich nicht


    Hat mich sehr verunsichert, so nah an richtiger "Wahnsinn" zu sein

  • Hm, ja, so etwas Ähnliches ist mir auch schon mal passiert.
    Und zwar als ich stationär in einer Klinik war - wegen Halluzinationen und Selbstmordgedanken.
    Ich lief dort gerade auf dem Weg zur Küche über den Gang, da kam eine Frau aus'm Zimmer gerannt, auf mich zu und sah mich erschrocken und verängstigt an und sagte immer wieder "Ich hör' Stimmen...."
    Ich war zuerst richtig geschockt und dachte mir dann, warum wieder mal kein Pfleger/in in der Nähe ist, wenn man ihn/sie braucht.
    Ich die Gute also irgendwie versucht zurück in ihr Zimmer zu verfrachten und an den Tisch gesetzt, Malzeugs vor sie gelegt und ihr gesagt, sie soll sich mit Malen ablenken. Sie schaute mich überrascht und doof an und ich hab' ihr erklärt, was sie zeichnen oder schreiben soll - zum Beispiel, was die Stimmen sagen oder einfach was Schönes, an das sie denken und mit dem sie sich eben ablenken kann, auf angenehme Gedanken konzentrieren, auch wenn das unter solchen Umständen echt schwierig ist. Und hab' dann da echt Terror gemacht, mit der Patientenklingel, dass da mal wer auftaucht und hilft. Irgendwann kam dann auch wer und schickte mich weg. Auf'm Flur fing mich dann ein anderer Pfleger ab und brachte mich in 'nen Gesprächsraum. Jedenfalls bis zur Tür. Denn dann hab' ich ihm gesagt, dass ich gerne eine Rauchen würde. Der Gute war Nichtraucher und echt angepisst, dass er mit in den Raucherraum musste - der war echt ekelhaft - aber alleinlassen konnt'er mich ja nicht. Also entstand eben ein Gespräch über die Situation, wie's mir ging und geht und so..
    Naja, im Endeffekt hab' ich mich dem "Setz dich hin, lenk dich ab, konzentrier dich auf was Schönes" für eine der beiden Varianten entschieden, die mir immer geholfen haben - Aber es hätte genauso gut die Falsche sein können!

    Und obwohl ich der Frau sehr gut nachfühlen kann, wie es ihr ging, wie sie sich gefühlt hat, ihre 'Angst und alles... war ich trotzdem richtig schockiert das mal aus der Position eines Außenstehenden zu erleben. Und es fiel mir nicht leicht damit umzugehen! Und ich dachte mir oft, wie eine solche Situation wohl auf jemanden wirken muss, der mit dem Thema nichts zu tun hat, sich so gar nicht auskennt etc.

    Und irgendwie frag' ich mich das heute noch: Wie bestimmte Menschen in meinem Umfeld reagieren würden, wenn ich jemals so reagiert hätte? Aber Klein-Fibra hat das ja immer versucht bestmöglich zu vertuschen und geheim zu halten, sich nichts oder möglichs wenig anmerken zu lassen...

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