Onaniersucht und Ängste...

  • Hallo liebe Mitglieder,
    ich habe mich überwunden jetzt zu schreiben obwohl es mir peinlich ist. Als 9 jähriges Kind wurde ich von dem Hausarzt mit Hormonspritzen behandelt. Dies sollte bezwecken, dass mein linker Hoden (Leistenhoden) an die richtige Stelle rutscht. Tat er aber nicht. Letztendlich wurde ich operiert. Aber ich glaube die Hormonspritzen sind schuld daran, dass ich schon so früh sexuelles Verlangen hatte und bis zu 5 mal am Tag onanierte.
    Aber sonst habe ich ein normales Leben geführt. Ich war 20 Jahre verheiratet habe 3 Kinder.
    Immer hatte ich das Gefühl meine Frau zu betrügen wenn ich mich selbst befriedigte.
    Ich habe das nie geplant oder mich darauf wirklich gefreut es kam einfach über mich. (Peinlich sich nicht im Griff zu haben)
    Meine Ehe ist dann aus mehreren Gründen gescheitert. Aber auch wegen der Onaniersucht
    Denke ich. Sie wusste zwar von mir nichts davon, aber sie hat es gemerkt. Auch wurden die sexuellen Kontakte mit ihr im Laufe der Zeit immer weniger…
    Am schlimmsten kam die Sucht ab dem Jahr 2000. Da bekamen wir Internet. Dort bin ich auf Schmuddelseiten gestoßen und habe unentwegt onaniert.
    Heute habe ich wieder eine Freundin. Habe Monate lang keine Selbstbefriedigung gemacht und dachte schon es ist endlich vorbei. Leider ein Trugschluss. Es ist wiedergekommen und zwar voll und ganz. Es ist schlimm sich nicht im Griff zu haben, das könnt ihr glauben.
    Ich fühle mich als Versager. Meinen Haushalt schaffe ich ganz gut.
    Aber ich bin seit April krank geschrieben von meiner Psychiaterin weil ich die Arbeit einfach nicht auch noch schaffte. Ich bin alleinerziehender Vater mit 2 Kindern im Haushalt 1 Kind wohnt schon allein. Um alles gut zu schaffen und meine Nerven zu beruhigen trinke ich täglich 3-5 Flaschen Bier. Ich weiß das dies keine Lösung ist aber ich kann nicht anders.
    So nun erstmal genug über mich.
    Grüße caos64

  • Servus caos,

    schön das du die Hürde überwinden konntest, ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht einfach war. Schämen musst dich nicht oder peinlich sein muss da rein gar nichts.
    Wenn das wer blöd kommt, dann hat der ein Problem, so solltest es sehen, zumindest versuchen, es so zu sehen. :winking_face:

    Ob nun die Spritzen das damals verursacht haben, das sollte heute weniger Rolle spielen, es hat sich jedenfalls zur 'Sucht entwickelt und das ist nun eher ein psychotherapeutischer Weg.
    Mir machen aber genauso deine 3-5 Flaschen Bier Sorgen, weil ich finde es nicht normal oder gar harmlos, wenn wer diese Menge täglich trinkt.

    Ich hoffe du kannst dich deiner Freundin öffnen, weil in der Ehe ist es ja nicht gelungen und ja, auch wenn keiner was gemerkt hat, es hat sicher zur Trennung beigetragen.
    Warum bist du denn bei der Psychiaterin in Behandlung?
    Wie ist das Verhältnis zu der?
    Nach deinem Text zu urteilen, vermut ich mal, dir ist klar, dass du da richtig was tun musst.

    Soviel mal für heute ...

    LG Franz

  • Hallo Franz,
    ja ich weiß dass ich da wirklich was tun muß.Bei der Psychiaterin bin ich wegen meinen Ängsten und Depressionen.Mit ihr kann ich über mein sexuelles Problem nicht reden.Ich kann mich nicht dazu überwinden.Aber ich weiß,dass es eine Sucht ist mit der Selbstbefriedigung.
    In der ersten Zeit mit meiner Freundin war die S. kein Thema.Da ging es mir so gut.Keine Ängste keine Depr. einfach alles war toll und wie ein Wunder.
    Doch dann kam es wieder richtig durch und seitdem geht es mir immer schlechter.
    Mir ist auch klar,dass 3-5 Flaschen Bier täglich durchaus nicht normal ist.Aber ich schlafe dann so gut.
    Leider kann ich mit meiner Freundin nicht über die sexuelle Sucht reden.Es wäre mir peinlich.Ich liebe sie doch so und möchte sie nicht verlieren.Wir haben soviele gemeinsame Interessen. Dann ist es auch noch so sie ist streng katholisch.D.h. sie hat ihre eigenen Vorstellungen über Werte und Normen.Da wäre mein Problem ein Weltuntergang. Das Leben ist zur Zeit für micht alles andere als schön.(Sicher es geht vielen hier so)Ich würde so gerne wieder arbeitsfähig werden und glücklich sein.
    Ich weiß das ist ein Traum von sehr vielen Menschen.Man muß es selbst anpacken.Aber wie und womit?
    grüße an alle caos64

  • Hi caos,

    deine Wünsche sind doch ok, aber umsetzen musst schon du die.

    Wenn du mit der Therapeutin nicht reden kannst, dann musst dir vlt nen männlichen Kollegen suchen, nur liegt es überhaupt am Geschlecht?
    Man kann auch mal was andeuten und eventuell der Therapeutin einen Brief schreiben.
    Ganz ehrlich, wie soll die dir helfen, wenn se nur die Hälfte von dir weiß?

    Nicht viel anders verhält es sich bei deiner Freundin.
    Was sagt sie, liebt sie dich genauso wie du sie? Dann bist es ihr schuldig, sie da einzuweihen, sonst bassiert diese Beziehung auf einer Lüge und wird meiner Meinung auch daran zerbrechen.
    Katholisch hin oder her, Ehrlichkeit ist in jedem Glauben das a und o! Zudem, so eng sieht sie das vlt gar nicht, oder seid ihr euch noch nie näher gekommen?

    Wegen dem Alkoholkonsum, also auch das muss in der Therapie besprochen werden und es würde sich sehr schnell ein anderes Mittel finden lassen, was nicht solch krasse Auswirkungen haben wird. Nimmst du ein AD?

    Wenn du wirklich deinen Wunsch umsetzen willst, dann wird dir nur ein Weg übrig bleiben - ehrlich und offen alles angehen, sich wirklich dann auch bemühen und auch mal über seinen Schatten springen - für dich, deine Kids und diese neue Beziehung!

    LG Franz

  • Hallo Chaos 64
    mir fällt es jetzt auch nicht leicht zu antworten und ich denke, es wird einigen so gehen. Es ist ein heikles Thema, bzw. die meisten reden nicht gern darüber. Ich übrigens auch nicht. Da es sich aber um einen Selbsthilfeverein für Süchte geht, wirst Du auch auf Antworten hoffen.
    Wenn mein Mann mir (ich hab echt Schwierigkeiten darüber zu schreiben) sagen würde, daß er in dieser Richtung süchtig wäre, ich wäre erstmal geschockt. Würde denken, genüge ich ihm nicht, mache ich was falsch. Aber ich würde es wissen wollen. Ehrlichkeit ist für mich sehr wichtig und für Deine Freundin sicher auch. Setzt Euch zusammen und erzähle es ihr. Viel wichtiger würde ich finden, daß Du Dich Deiner Therapeutin anvertraust. Dafür sind die da und wenn es auch beschämend ist, es muß angegangen werden das Problem. Alkoholiker schämen sich auch und auch all die anderen süchtigen hier. Mit Deiner Therapeutin könntest Du dann besprechen, wie Du es Deiner Frau sagen könntest. Vielleicht suchst Du Dir auch einen Therapeuten der für Ehe- und Sexualtherapie ausgebildet ist. Weißt Du, es besteht ja immer dieGefahr, daß Deine Freundin Dich dabei mal erwischt (auch, wenn Du Dir "Schmuddelfilmchen" ansiehst). Ich wäre dann stinksauer auf meinen Mann. Du sagst, Du liebst sie, dann rede mit ihr. Sie hat es nicht verdient, angelogen zu werden. Ich als Frau würde es erstmal nicht verstehen, wie ich schon gesagt habe, weil ich die Schuld dann bei mir suchen würde. Und sie hat ja keine Schuld, wie auch Deine Ex-Frau nicht. Ich schicke Dir in Gedanken viel Mut für diesen Schritt. Tine

  • Hallo,
    ich sehe nicht was an diesem Thema unangenehm sein sollte. Und wer setzt den Schlusstrich wann ein normales sexuelles Bedürfniss Sucht wird? Ornanieren an sich ist für mich jedenfalls ein ganz natürlicher, sexueller Vorgang und hat für MICH auch nichts mit Betrug zu tun. In einer Beziehung kommt es eben auch vor das beide Partner eine unterschiedliche Auffassung davon haben wieviel Sex normal ist. Wobei ich der Meinung bin normal ist was für beide ok ist. (natürlich gibts hier Grenzen für mich) . Was ist der Unterschied hier zwischen Sucht und einem erhöhten Sexualverlangen? Ich muss ganz ehrlich sagen das ich zumindest im moment noch nicht wirklich nachvollziehen kann wo das Problem liegt? Ich sehe es eher in Deinem Trinkverhalten, das würde mir im Augenblick mehr Sorgen bereiten. Zu einer Beziehung gehört es auch über sexuelle Dinge offen reden zu können, wo bleibt das vertrauen? Viele Grüße, Carry

  • Ich finde auch, dass Onanieren etwas völlig Normales und Gesundes ist. Ein Problem sehe ich dann, wenn du es so exzessiv betreibst, dass dir andere Dinge unwichtig werden, wenn du Dinge oder Menschen vernachlässigst, damit du onanieren kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass du angefangen hast, es als krankhaft anzusehen, als du Schuldgefühle entwickelt hast. Die haben aber doch nichts bei Selbstbefriedigung zu suchen. Es ist doch ein natürliches Bedürfnis, wie essen und trinken. Wenn mein Mann es nicht mehr machen würde, würde ich mir anfangen, Sorgen um ihn zu machen. Wie Carry sehe ich eher dein Trinkverhalten (und deine Schuldgefühle) als problematisch an.

    LG, alive

  • Ich möchte gerne auch noch mal was richtig stellen. Ich finde, daß Selbstbefriedigung auch etwas normales ist, doch Chaos 64 schrieb, daß es ihn belastet und es zu einer Sucht geworden ist. Dann sollte er sich doch Hilfe holen. Ich scheine dann zu den Frauen zu gehören, die doch sehr intolerant sind und es nicht gut finden. Da muß ich meine Meinung wohl ein wenig ändern. Mein Mann hat immer mit meinem Wissen sich solche Filme geholt und ich bin dann ins Bett und er war in der Stube und sah es sich an. Ich muß für mich sagen, ich finde es abartig, wenn ich in der Schlafstube bin und genau weiß, was er da jetzt treibt. Er ist jetzt mein Ex-Mann. Er hat auch getrunken und viel fremd gegangen auch noch. Da hab ich ihm dann doch nicht genügt, deshalb finde ich es nicht so normal, was Chaos da schreibt. Aber das ist nur meine Meinung. Mich beschäftigt dieses Thema sehr, weil es mich meine Ehe gekostet hat und ihr es als normal anseht. Aber bitte nicht böse sein für meine Meinung. Ich versteh es nur nicht.

  • Vielen Dank für die Beiträge,
    sicher hast du Recht Franz, wenn ich mich meiner Therapeutin nicht in der Richtung anvertraue versäume ich einen wichtigen Schritt in Richtung Besserung. Aber ich glaube ich würde im Boden versinken vor Scham. Auch wenn es ein Mann wäre. Ich bin eben so und kann aus meiner Haut nicht raus. Ich habe auch extrem an Schüchternheit gelitten was jetzt ein wenig besser ist durch Medikamente. Ich nehme seit 2004 Trevilor. Mittlerweile 225 mg täglich. Normal nehme ich zum Schlafengehen noch 100mg Opipramol (Insidon).Das habe ich aber selbst abgesetzt wegen Müdigkeit am Morgen. Daher trinke ich auch hauptsächlich das Bier. Mir wäre es lieber von meiner Sucht geheilt zu werden dann bräuchte ich auch meiner Freundin nichts zu erzählen. Ich hatte ja schon gedacht geheilt zu sein weil ich ja lange keine Selbstbefriedigung gemacht hatte, ca. ein halbes Jahr seit ich meine Freundin kennengelernt habe. Jetzt sind wir 1 Jahr und 7 Monate zusammen.
    Tine 05 du schreibst schon ganz richtig. Meine Freundin würde auch die Schuld bei sich suchen und glauben sie hätte sexuell was falsch gemacht oder so. Das stimmt aber ganz und gar nicht. Ich kann sie nicht verletzen, es würde mir das Herz brechen. Sie liebt mich auch so.
    Wir führen eine Fernbeziehung. Sie wohnt ca. 400km weit weg. Wir sehen uns alle 2 Wochen. Sie ist einen wunderbare Frau. Sie hat es nicht verdient dass ich sie traurig mache.
    Ich möchte es gerne so schaffen. Weiß aber noch nicht wie.
    Carryon und alive, ihr findet Selbstbefriedigung als etwas ganz normales und nehmt an dass mir Schuldgefühle Probleme bereiten.
    Nun ich halte Selbstbefriedigung auch für etwas normales. Schuldgefühle habe ich sicher manchmal auch danach. Aber eher weil ich aus dem Teufelskreis der S. nicht mehr heraus komme. Wenn ich mir einfach die Zeit dafür nehmen muß ohne das ich es will. Würde lieber gerne die angefangene Arbeit ums Haus herum fertig machen. Stattdessen sitze ich da und …
    Ich weiß sicher dass es sich um Sucht oder Zwang handelt. Das ist so nach mittlerweile 35 Jahren daraus geworden. Und war es schon viel eher als jetzt.
    Grüße caos64

  • Hi Chaos,
    natürlich....wenn es für Dich selbst ein Problem darstellt dann ist es auch eines. Ich meinte damit eigentlich nur das ich es bei Frauen nicht nachvollziehen kann wenn Sie Ihrem Mann desswegen Betrug unterstellen. Sicherlich würde ich mir auch Gedanken darüber machen wenn mein Freund sich sehr oft selbstbefriedigt, an mir aber kein Interesse zeigt. Ist das Interesse dagen wie immer vorhanden würde ich mir desswegen überhaupt keine Gedanken machen. Ich kann schon nachvollziehen das eine Frau sie dann die Frage stellt ob der "Fehler" bei Ihr liegt. Ich finde aber auch das in einer Beziehung über alles gesprochen werden sollte und auch bei diesem Thema kann man so Unsicherheiten vermeiden.

    Jedoch bist Du ja selbst der Meinung das es ein Problem ist. Dann wirst Du dagegen etwas unternehmen müssen. Wie Du selbst ja schon reflektierst ändert sich das Verhalten nicht von alleine. Auch das Du am Anfang der Beziehung gar kein Bedürfniss dazu hattest finde ich völlig normal, das ist doch fast in jeder Beziehung so. Mit der Zeit spielt sich das alles dann ein wenig ein. Wenn man dann noch Probleme damit hat Wünsche dem anderen mitzuteilen ist es doch normal sich auf anderem Wege zu "helfen". Solange Du es nicht schaffst mit Deinem Thera zu sprechen wird sich nichts verändern. Scham ist doch auch etwas völlig natürliches und ich bin mir sicher das Deine Thera das nachvollziehen kann. Alles Liebe, Carry

  • Hi chaos!

    Sehe Onanie an sich auch nicht als Problem. Unnormal finde ich eher, die anscheinend immer noch bestehende Tabuisierung diesbezüglich.......
    Is im Prinzip ja schon alles zu dem Thema gesagt. Klar wenn es zur Sucht wird, sollte man dagensteuern, finde Tines Idee nicht schlecht, vielleicht doch spezifischere, fachliche Unterstützung suchen>>>>Sexualtherapeut, der sich mit Sucht auskennt. Ich denke bei so jemandem, fällt es sicher leichter, das Thema anzusprechen, der hat den ganzen Tag mit sowas zu tun.
    Das Du bei Deiner Therapeutin davor zurückschreckst kann ich verstehen, ich würde grundsätzlich auch keine Therapie bei einem Mann machen, nicht weil ich mit Männern nicht klar komme, aber wenn es schon ans Eingemachte geht, öffne ich mich lieber bei einer Frau, da die ähnlicher gestrickt ist, als ein Mann.

    PS
    Ich persönlich fände es auch viel schlimmer, wenn mein Partner mir das verheimlichen würde, irgendwann kommt das doch eh raus, man redet doch auch über Sex und da rutscht doch irgendwann, was in der Richtung raus.....
    Ich wäre dann sehr enttäuscht, in erster Linie, dass mein Partner kein Vertrauen zu mir hat.

    LG,
    Kassi

  • Ich danke euch Allen für eure Hilfe. Auch dass ihr vor dem Thema nicht zurückgeschreckt seid .ist super. Sicherlich ist Onanie nichts verwerfliches und unnormales. Wahrscheinlich würde das manch ein Thera auch nicht anders sehen. Hab das mal bei meinem früheren Thera angesprochen und der meinte kein Problem darin zu sehen. Außer die Schuldgefühle die man sich macht. Damit war das Thema dann vom Tisch. Ich habe auch nicht mehr nachgehakt. Kam dann bei ihm in die Gruppentherapie. Da habe ich mich nicht getraut mich zu outen.
    Momentan darf ich keine Therapie machen weil die Kasse 2 Jahre Wartezeit will. Deshalb gehe ich zur Psychiaterin. Da ich schon so lange in AU bin bekomme ich jetzt eine psychosomatische Reha. Dort gehe ich bald hin. Bekomme da einen/eine Bezugstherapeut(in)zugeteilt. Damit wird versucht meine Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen. Habe mir jetzt fest vorgenommen dort darüber zu reden um vielleicht bei einem Fachtherapeuten hinterher weiterzumachen. Das ist ja auch überwiegend Euer Vorschlag und den finde ich gut.
    Durch verschiedene mir nicht wirklich bekannte Umstände hatte ich mit 26 Jahren eine Panikattacke. Das war so schlimm, ich glaubte zu sterben. Habe lange gebraucht mich davon zu erholen. Andauernd hatte ich Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Herzrasen, Herzstolpern, Krämpfe…
    Einfach die Hölle. Das Alles war psychosomatisch und vegetativ bedingt sagten die Fachärzte. Sie diagnostizierten eine Angststörung und Depressionen und hielten eine Therapie für erforderlich. Die habe ich dann auch gemacht. Mehr schlecht als recht, ich konnte mich einfach nicht öffnen schon gar nicht in der Gruppentherapie. Ich war immer froh wenn die Stunde vorbei war und mich keiner irgendwas gefragt hat. Ich habe meine körperlichen Symptome in den Vordergrund gestellt und hatte Hilfe erwartet dass die Unregelmäßigkeiten endlich aufhören. Das funktionierte natürlich nicht. Wenn die Seele sich nicht wohl fühlt tut es der Körper auch nicht. Das ist ja heute definitiv bewiesen.
    Daher hat es auch fast 3 Jahre gedauert ehe ich mich erholt hatte. Und das nicht durch die Therapie sondern mit Hilfe von Medikamenten und Übung, ja wie soll ich sagen ich bin einfach in die ängstliche Situationen rein gegangen bis die Angst dann wirklich wegblieb.
    War dann wieder arbeitsfähig und überwiegend glücklich für 12 Jahre. Habe aber auch während dieser Zeit regelmäßig Selbstbefriedigung gemacht und Bier getrunken.
    Nach den 12 beschwerdefreien Jahren kamen dann wieder die Ängste und die Zweifel bis hin zu mächtigen Depressionen. Die Trennung stand bevor. Bin dann wieder zu den Ärzten bekam Trevilor, Opipramol, Tavor.
    Trevilor nehme ich bis heute also schon 5 Jahre. Ist auch eine Abhängigkeit. Könnte mir ein Leben ohne Trevilor nicht mehr vorstellen.
    Also habe ich schon eine echte Psychokarriere
    Aber letztendlich sehe ich meine Onaniersucht schon als Problem. Ich halte sie für nicht normal und merke dass sie mich in der Kraft und Freude stark einschränkt. Ich weiß nicht ob ein Fachtherapeut mir wirklich helfen kann in der Sache. Was ist wenn der auch sagt die Sache ist ok.? Aber ich nicht mit ihm da übereinstimmen kann?
    Aber einen Versuch ist es wert. Ich werde dranbleiben und wieder berichten. Ich danke für eure Hilfe und Begleitung hier im Forum.
    Sorry weil ich so weit ausgeholt habe. Wollte das einfach mal schreiben.
    Ganz liebe Grüße, caos64

  • Hol so weit aus wie es dir gut tut, dafür haben wir uns einen eigenen Server geleistet, also hau in die Tasten :grinning_squinting_face:

    Ich finde caos, du hast hier einige wichtige Schritte getan, hast dich hier mal öffentlich deinem Problem angenommen und daher glaub ich, du wirst es bei geeigneter Gelegenheit auch real anpacken. Ganz schwer hoffe ich, dass du siehst, es tun sich zwar auch hier welche schwer, trotzdem erfährst du in keiner Weise Ablehnung.

    Für dich hoffe ich, dass du recht bald auch mit deiner Freundin sprechen kannst - man muss ja nicht das ganze Leben ausbreiten, aber ansatzweise mal was anklingen lassen. Sicher birgt ein Risiko, aber von sich aus was zu sagen, das ist einfach was anderes, als erwischt zu werden.

    Auf der anderes Seite ist es so, du solltest dich hauptsächlich einem Thera gegenüber öffnen und mal ausloten, was ihr am besten als erstes angeht - weil eben einige Baustellen offen sind.

    Was alle mit ok meinen, was eine Sexsucht angeht, das ist der natürliche Trieb - so versteh ichs jedenfalls :winking_face:
    Wenn es sich aber als 'Sucht heraus entwickelt, dann ist es soweit nicht ok, weil es DICH ja im ganzen Leben irgendwie einschränkt - wegen Schuldgefühlen usw.
    Es kann gut sein, wenn man überhaupt deine Suchtstrukturen etwas knackt, dass sich dann einige Problemchen miterledigen - aber dazu muss wirklich alles auf den Tisch :face_with_tongue:

    LG Franz

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