Hallo,
Ich bin Mauro und ich habe eine nichtstoffliche Sucht: LoTRO-Abhängigkeit. Ich würde mich gerne austauschen.
Nichtstoffliche Sucht
-
Mauro -
2. August 2009 um 18:47
-
-
Hallo Mauro,
dann mach das mal, tausch dich aus, aber vlt. erzählst erstmal ws bei dir alles so passiert
Als alter Mann musst ich erstmal googeln was denn LoTRO ist, aber da ich das ja noch kann, so konnt ichs auflösen
Ok, Spielsucht ist grundsätzlich einfach mal eine 'Sucht und vom Prinzip nichts anderes als jede andere. Natürlich ist es mit stoffungebundenen Süchten immer so ne Sache, weil man ja nichts "greifbares" konsumiert. Aber das heißt nicht, dass es in irgendwelcher Weise weniger schlimm wäre.
Spielsucht gibt es schon lange, aber seit Online und Co ist es unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Was mich da persönlich ärgert ist, dass man in den Medien nur von Killerspielen und Attentätern hört. Das ist natürlich zum großen Teil Schwachsinn und sollte endlich durch Aufklärung ersetzt werden.Wie machst du deine 'Sucht fest?
Ich meine, wie kommst du drauf, dass es eine 'Sucht ist?
Wäre schön wenn da bisserl genauer drauf eingehen könntest. Dann denke ich, werden sich auch einige andere in den Thread einklinken, weil du bist da nicht allein damit.So, du bist dran
LG Franz
-
Wie machst du deine Sucht fest?
Ich meine, wie kommst du drauf, dass es eine Sucht ist?
Wäre schön wenn da bisserl genauer drauf eingehen könntest. Dann denke ich, werden sich auch einige andere in den Thread einklinken, weil du bist da nicht allein damit.Das merke ich einfach. Morgens stehe ich auf und mir geht es scheiße. Während der Woche kann ich mich noch mit Arbeit ablenken, aber am Wochenende setz ich mich ohne Frühstück direkt mit Kaffee und Zigarette vor den PC und erst dann fühl ich mich wieder wie ein Mensch. Dann fällt alle Angst und Müdigkeit von mir ab und ich fühle mich gut. Ich kriege Entzugssymptome, wenn ich ans Zocken denke, aber nicht zocken kann. Dann bin ich in kaltem Schweiß gebadet und meine Hände zittern. Ich kann es kaum aushalten mit dem PC in einem Raum zu sein, aber nicht spielen zu können.
Ich fliehe auch vor meinen Problemen im echten Leben. Ich habe eine Zwangserkrankung. Mit der Angst und Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die ich deswegen fühle, komme ich nicht zurecht. Im echten Leben fühle ich mich klein und ohnmächtig, aber in Mittelerde kann ich meine Probleme lösen. Das übt eine verhängnisvolle Fazination auf mich aus. -
Also da hast du vollkommen Recht, das sind schon sehr deutliche Zeichen von Suchterkrankung!
Was hast nun vor?
Ich meine, wenige kommen da selber raus, meist geht es mit Hilfe auch wesentlich einfacher. Zudem liegen ja weitere psychische Probleme vor, bist da in Behandlung oder im Gespräch?Ich würde dir dringend empfehlen, dich hier weiter auszutauschen und zusätzlich mal eine Suchtberatung aufzusuchen. Wir können dir gern behilflich sein, wenn du nicht so recht weißt wohin mit dir - kannst per PN oder Mail ja dann mitteilen, woher du bist.
Heute hat man zwar erkannt wie krass Spielsucht ist, aber leider ist es noch nicht ganz bei jedermann anerkannt. Trotzdem gibt es gute Therapieansätze und auch schon Kliniken, die sich genau da drauf spezialisiert haben.
Sprichst du real mit wem über deine Probleme?
LG Franz
-
hi,
das perfide an der spielsucht ist genau das 'nichtstoffliche'.
im gehirn werden die selben bereiche bedient, wie bei harten drogen auch.
es reicht also aus, den sound eines spieles zu hören und schon geht die
gier los...
ich war mal stolz darauf, nache einer trennung nicht den klassischen drogenrückfall hingelegt zu haben - bis ich feststellte, dass ich am spielen bin wie ein blöder!
(bei mir waren es automaten; ich arbeitete sogar in der halle...hab dann gekündigt; mich in der ersten zeit den genannten reizen entzogen &
seit 2 monaten arbeite ich dort sogar wieder.
geht ganz gut & es baut mich auf, zu widerstehen.patentrezept gibt es keines; bei dir scheint da viel übers netz zu laufen?!
ON zeiten einschränken und - wie bei anderen süchten auch - alternativen finden...viel glück...LG.Ganesha
-
Ich denke auch Sucht ist Sucht, und ich kenn auch wen der spielsüchtig war, der meidet nun Lokale mit diesen Automaten.
Wenn dich ein Online SPiel in seine Fänge bekommen hat würde ich auch sagen PC eventuell mal weg... ne Weile zumindest, kann man sich auf solchen Seiten nicht sperren lassen.
Für mich ist das vergleichbar mit Alk, weil allzu leicht zu bekommen....
Hast du es schon mal mit einer Beratungsstelle versucht, Therapie?
freu mich mehr von dir zu hören
LG Julchen
-
Wow, das ist schon heftig, mit dem Zittern und so.
Aber einiges kann ich dir Nachvollziehen:
Ich spiele nun seit 2 Wochen World of Warcraft, habe endlich einen PC und Internet zu hause. Das ist das einzigste Womit ich mich zuhause beschäfftigen kann was mir Spass macht, da kein TV ect vorhanden ist.
Leider ist es bei mir so: Wenn mir etwas spass macht, Neige ich Extrem zu werden. Ich geh nach dem Arbeiten kaum noch raus, fang gleich an zu zocken, dabei noch was zu trinken und zu rauchen. Am nächsten Morgen hab ich dann ein Schlechtes gewissen da ich denke ich hab die Zeit verschwendet.
Grundlegene Dinge bleiben auch auf der Strecke: Schlaf, in der Wohnung für Ordnung sorgen (bin sowieso nich der Ordenstliche Mensch), Soziale Kontakte ect....
Weiss momentan gar nicht wie ich mich da verhalten soll. Ich bin froh etwas zu haben womit ich mich beschäfftigen kann und mich nicht mehr langweile, jedoch das extreme macht mir sorgen... -
Dieses extreme Verhalten kennen doch alle Süchtigen...
-
Aber es kann doch nicht sein das ich nach allem Süchtig werde das mir spass macht...
Oder doch? -
Ähm, doch. Leider. Deshalb spricht man ja auch immer wieder von Suchtverlagerung. Wenn du es schaffst, dich an einem Punkt von einer Abhängigkeit zu lösen, fordert das Suchtmonster sein Recht ein, indem es dir was anderes Schönes vor die Nase hält. Süchtig sein, heisst immer wieder Gefahr zu laufen, an etwas anderem kleben zu bleiben. Schau, ich bin seit über 5 Jahren clean, trinke keinen Alkohol und rauche seit einem Jahr nicht mehr. Aber trotzdem gibt es immer wieder Dinge, von denen ich nicht loskomme, z.B. klebe ich länger am Rechner, als gesund ist, uvm. Ich versuche halt, mit dem Wissen zu leben, dass ich Dinge immer wieder übertreibe, aber versuche auch immer wieder dagegen anzukämpfen, damit mein Suchtmonstern nicht noch mehr Dinge von mir fordern kann.
LG, alive
-
Das schockt mich nun.... Kann ich mich ja gleich eingraben!
sorry 4 offtopic. -
Nanana, süchtig zu sein, kann zwar auch ziemlich nervig sein, aber ich finde, es gibt Schlimmeres. Lerne einfach damit zu leben
-
Hallo zusammen,
als erstes möchte ich mal erwähnen, dass ich es ganz klasse finde, dass dieses Thema mal angesprochen wird. Es werden hier sicherlich noch einige Betrroffene ihren Beitrag reinstellen.
@ Mauro
So wie es aussieht, und wie Du Dein Suchtverhalten schilderst, benötigst Du echte Therapeutische Hilfe. Du scheinst noch im Anfangsstadion zu sein, da Du offensichtlich Deiner Arbeit noch regelmäßig nach gehst. Doch wenn Du nichts dagegen unternimmst, dann wirst Du wohl über kurz oder lang dem Spiel mehr und mehr verfallen. Irgendwann auch nicht mehr arbeiten gehen und Deine verbliebenen sozialen Kontakte zur Außenwelt verlieren. Du schreibst ja auch, dass Du in Mittelerde Deine Probleme lösen kannst, sorry, aber das kann so nicht stimmen. Du verlagerst Deine Probleme nur, bist anonym und traust Dich so eher darüber zu schreiben, oder zu reden. Dort empfindest Du es als eine Anerkennung, und es scheint Dich aufzubauen.....aber irgendwann, wenn Du mitten in diesem Sumpf der Onlinerollenspiele drin bist, kommst Du so schnell nicht mehr raus. Glaube mir, ich habe da schon vieles in dieser Form mitangesehen.
Es gibt, so wie Franz schon erwähnt hat, Kliniken für Onlinesucht, oder Spielsucht. Seit einiger Zeit in Mainz und seit langem eine Klinik im Saarland. Auch in Nordfriesland gibt es eine spezielle Klinik für Onlinesucht. Leider ist diese Sucht noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt, aber es ist in Arbeit. Franz hat recht, spreche Deine Probleme real an, so kann Dir wirklich geholfen werden.
LG und alle Gute
Maranata -
@ MistaNice: so OFF isses ja garnicht..
Kann mich da Alive nur anschließen!
Wer die Suchtpersönlichkeit hat, wird wohl IMMER damit zu tun haben,
das richtige Maß zu halten!Das klingt natürlich erstmal recht übel - aber man lernt mit der Zeit ganz gut,
damit umzugehen.
Und wenn man ne körperliche Erkrankung hat, muß man ja auch Einschränkungen in Kauf nehmen, also - was soll's.Ich versuche, immer daraus zu schauen, was ich so treibe.
Eine wichtige Funktion hat das Schreiben, denn dabei erkenne ich so einiges,
was gerade abläuft...Also: Aufpassen und handeln!
Disziplin ist da so ein Zauberwort:
Gib dir 2 Stunden am Tag für die Spielerei! Das ist ne Menge Zeit, finde ich.
Wenn du halt merkst, dass dich die Zockerei über Gebühr beansprucht:
Nun, dann geht es halt einfach nicht! Fertig.Aus.Denn dieses nur noch Leben fürs Internet macht dich genauso leer,
kaputt, unsozial und letztendlich krank, wie stoffliche Sucht.LG. Ganesha
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!