• Hallo,

    ich bin neu hier und suche ein paar Antworten.
    Ich war 5 Jahre mit einem Mann zusammen, sehr glückliche Jahre. Wir waren ein sehr harmonisches Paar, er hat mich immer zum Lachen gebracht, er wußte genau wie er mich zu nehmen hatte. Bei ihm fühlte ich mich sicher. Sicher, dass er mich so liebte wie ich war, sicher, dass wir zusammen alt wurden, sicher, dass niemals uns etwas trennen könnte. Ja, es gab Hinweise auf seine Krankheit, doch ich kannte mich damit nicht aus, wußte gar nicht, dass es sowas überhaupt gab, wollte vielleicht nicht sehen, dass einiges nicht ganz normal war.
    Wir heirateten, und noch in der gleichen Nacht hatte ich urplötzlich einen anderen Mann an meiner Seite. Er veränderte sich von Tag zu Tag immer mehr. Erst 7 Monate nach der Hochzeit gestand er mir unter Tränen, dass er kurz vor unserer Hochzeit einer langjährigen Bekannten, die sich gerade von ihrem Mann getrennt hatte, regelrecht "verfallen" sei, und da irgendwie nicht mehr rauskäme, obwohl er keinerlei Gefühle für sie hätte, sie sogar eher abstosse. Er hätte schon etliche Male versucht sich von ihr zu trennen, doch er halte es nie lange aus. Es folgte eine schreckliche Zeit mit mehreren Trennungsversuchen, Versöhnungen, vielen Tränen, Entzug, Rückfälle usw. Jedesmal wenn er sich mal wieder von ihr getrennt hatte, hatte er bereits 1 bis 2 Tage später sowas wie Entzug. Er zitterte, hatte Schweißausbrüche, Konzentrationsschwierigkeiten, glasige Augen, sein ganzes Wesen veränderte sich usw. Für mich war diese Erkenntnis ein Schock. Es führte letztendlich dahin, dass ich mich endgültig trennte und auch scheiden lies. Das alles ist jetzt 4 Jahre her. Erst seit 1 Jahr hab ich gar keinen Kontakt mehr zu ihm, was wahrscheinlich auch gut so ist. Verarbeitet hab ich die ganze Geschichte bis heute nicht wirklich, trotz 1 Jahr Selbsthilfegruppe bei S-Anon (was mir sehr geholfen hat).

    Alle Männer, die ich treffe sind in irgendeiner Form emotional gestört, Beziehungsunfähig, sexbezogen, aber so, dass sie nicht auffällig wirken, alle sind sehr nett, haben ein sicheres Auftreten. Ich gebe zu, leider, dass mich diese Männer anziehen. Spüre ich bei einem Mann nichts davon, manchmal denke ich, ich kann es in den Augen sehen, interessiert er mich nicht. Dabei will ich das gar nicht!
    Zurück zu meiner Frage, ab wann ist ein Mann sexsüchtig? Eigentlich ist doch jedem Mann Sex wichtig, oder? Gesteht mir ein Mann, dass er Sex gerne hat und auch braucht, sehe ich ihn schon als Süchtigen, das kann doch nicht so sein, oder?. Wie nennt man Leute, die einfach nur Sex gerne machen. Ich habe schon das Gefühl, dass ich auch sexsüchtig bin, nur weil ich es auch gerne mache und es auch im gewissen Rahmen wichtig finde.
    Wäre dankbar für ein paar Antworten.

    camilla

  • hallo Camilla,

    ich glaube, dein Hauptproblem ist nicht die Sexsucht oder sowas ähnliches, sondern deine Einstellung zu Männern. Du sagst ja selbst, dass dich meist Männer anziehen, die dir eigentlich nicht gut tun. Frag dich mal, warum das so ist. Kennst du das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben"? Darin steht ganz gut beschrieben, warum sich manche Frauen immer wieder den "falschen" Typ Mann aussuchen.

    LG, alive

  • Hi,
    normal gibt es hier nicht. Normal ist was beiden gefällt. Und mal ehrlich. Sex macht auch den Frauen Spaß. Und daran ist nichts verwerfliches. Wie oft? So oft wie beide Partner das miteinander vereinen können, ganz einfach. Unter Sexsüchtig verstehe ich das jemand rund um die Uhr nur an Sex denkt, Ihm/Ihr die Partner dazu völlig egal sind und immer auf der Suche nach Befriedigung. Den Personen ist es dann meist völlig egal mit wem der Sex stattfindet. Ich bin auch der Meinung Du solltest Deine Einstellung zu Männern nochmal überdenken. LG, Carry

  • hi Camilla!

    also dein Ex-Mann war sexsüchtig oder welche Diagnose wurde ihm gestellt? Es gibt ja viele partner, die untreu sind, dafür müssen sie ja noch nicht mal krank sein. Warum hat er denn gezittert und schweißausbrüche bekommen, wenn er sie nicht gesehen hat? Ging es ihm nur um Sex? Den hattet ihr doch auch oder?? Sehr verworrene Situation.

    Ich hoffe, ich wühle nicht zu sehr in deiner GEschichte, aber ich würde gerne mehr über die HIntergründe erfahren, wie es dazu gekommen ist und vor allem, wie du das ausgehalten hast, wie du mit deiner Trauer, deiner Wut, deinem Hass, Verzweiflung umgegangen bist.

    LG die neugierige Pain :smiling_face:

  • Er ist sexsüchtig, kann es aber sehr gut nach aussen verbergen. Was unter Sexsucht zu verstehen ist und wie sie sich bei ihm gezeigt hat, möchte ich hier nicht weiter erläutern, das würde zu weit führen und kann man ja in Büchern (z.B. "Wenn Sex süchtig macht") nachlesen. Es gab auf jeden Fall einige Punkte, die mich hätten stutzig machen müssen. Wenn man mal seinen Partner erlebt hat, wie er ist, wie er sich verändert, wenn er auf Entzug ist, dann weiß man, dass das mit normaler Untreue nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Bei ihm war es nicht viel anders als bei einem Heroin-Junkee. Dabei geht es gar nicht in erster Linie um Sex an sich, den hätte er ja auch mit mir haben können, doch wir hatten sehr wenig Sex. Die Sucht orientiert sich mehr nach aussen. Nur das Verbotene, Unerreichbare ist reizvoll. (Immer auf der Suche nach einem stärkeren Kick, der endlich Befriedigung bringt, doch die bleibt meistens aus.)
    Das war in diesem Fall diese Bekannte, sie war das Verbotene. Sie hat außerdem gut zu seiner Sucht gepaßt, denn sie ist Beziehungs-und Co.Abhängig und hat sich an ihn geklammert wie eine Ertrinkende, egal wie er sie behandelt hat.
    Wie ich diese Zeit erlebt und überlebt habe? Ich weiß es heute gar nicht mehr genau. Ich kann nur sagen, ohne S-Anon (Selbsthilfegruppe für Angehörige von Sexsüchtigen), hätte ich es nicht geschafft.

    Camilla

  • Find ich eine sehr starke Leistung von Dir das Du es geschafft hast Dich zu lösen. Ich hatte Dich falsch verstanden, sorry. Ich dachte Du möchtest gerne von uns wissen wie wir SS beschreiben. Aber die Diagnose steht ja wohl schon fest. LG, Carry

  • Ich konnte es deinem ersten Beitrag auch nicht entnehmen, dass dein Ex-Mann sexsüchtig ist, es wirkte eher so auf mich, als würdest du dich das fragen. Das war ganz sicher ne sehr heftige Zeit für dich, als du die Wahrheit erfahren hattest. Aber trotzdem denke ich, dass du vor alledem noch ein anderes Problem hast, weil du dazu tendierst, dir problembeladene Männer zu suchen.

    LG, alive

  • das kann ich verstehen camilla, du brauchst ja ja auch nicht näher drauf einzugehen. Ist dein gutes Recht. Das ´hört sich schlimm an und ich finde es sehr gut, dass du dich an die Selbsthilfegruppe gewandt hast und dich nicht aufgegeben hast.

    Ich habe bisher auch immer nur Männer angezogen, die mich immer weiter ins Schwarze Loch katapultiert haben. Das ändert sich erst, wenn man innerlich sich von dem löst, was einen kaputt macht. Du musst dir verinnerlichen, was du dir für einen Partner wünschst, wie er charakterlich sein sollte, wie er dich behandelt usw.

  • Tja, es ist alles recht verworren.
    Obwohl ich alles andere als häßlich bin, hab ich überhaupt keine großartige Wirkung auf Männer, zumindest nicht auf die "Normalen" oder was man so unter normal versteht. Sie nehmen mich kaum wahr. Umgekehrt ist es allerdings genauso. Ich nehme "Normale"-Männer ebenfalls kaum wahr, sie interessieren mich nicht als Mann.
    Ich weiß ja selbst nicht genau was es ist, das mich an diesen ganz best. Männern so anzieht. Ist es ihr Auftreten, ihre einnehmende Art, das gewisse Etwas in den Augen? Die Ausstrahlung ist jedenfalls so stark, dass es mich immer wie einen Magnet anzieht.......sie kommen immer relativ schnell auf Sexthemen zu sprechen. Vielleicht ist es das. Das bin ich gewohnt, das war schon immer so, seit frühster Jugend. Da kann ich was mit anfangen. Das schlimme ist, dass ich es mag wenn ein Mann relativ schnell auf den Punkt kommt, offen über Sex redet. Ob er das dann tut, weil er in der Hinsicht keine gesunde Ader hat oder ob er es tut weil er wie fast alle Männer einfach nur in gesunder Form darauf steht, kann ich nicht unterscheiden.
    Ich will einfach nicht hinter jedem Mann einen Sexsüchtigen vermuten, ich will mich nicht mehr auf unvbdl.Verhältnisse einlassen (wie in der letzten Zeit)weil ich Angst vor erneuter Enttäuschung habe, ich will mich nicht mehr benutzen lassen, ich will nicht mehr benutzen.
    Doch gegen dieses Muster anzugehen, ist sehr schwer. Ich bin es so gewohnt, seit frühster Kindheit. Auch ich selbst habe emotionale Probleme mich auf richtige feste Beziehungen einzulassen, seit der Geschichte mit meinem Ex-Mann natürlich besonders. Vom Kopf her weiß ich genau was für einen Mann ich will, wie er sein sollte, wie ich mit ihm leben wollte, doch manchmal hab ich dann auch wieder das Gefühl, dass ich das gar nicht leben könnte, weil ich selbst gar nicht (mehr)dazu fähig bin.
    Vielleicht ist aber auch alles ganz einfach, vielleicht bin ich einfach nur ein Mensch, der alleine leben sollte, ohne feste Beziehung, weil es mir damit besser geht. Und so ist es auch, es geht mir eigentl. sehr gut, alleine. Wenn da nicht immer mal wieder gewisse Tage wären, wo man einen totalen Durchhänger hat.........................

  • Tja, hier ist es wohl schon so nach dem Motto: Wie es in den Wald ruft so schallt es zurück. Was ich damit sagen möchte...wenn Dein Auftreten und Deine Art den Männern das Gefühl gibt das Du schnell an Sex interessiert bist versuchen Sie es natürlich auch. Das ist jetzt überhaupt nicht böse gemeint. Ich kenn das auch das viele Männer davon ausgehn das ich schnell zu haben will weil ich sehr gern flirte. Nur gibt es da eben gewisse Unterschiede. Du solltest Dir wohl wirklich mal Gedanken machen wie Du Dir Dein Leben vorstellst. Als Single? Wenn Du so zufrieden bist wie es läuft ist auch daran nichts falsches. Du musst niemanden Rechenschaft ablegen. LG, Carry

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