WAS IST MULTIPLE SKLEROSE?
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Sie kann unterschiedlich verlaufen und beginnt meist im frühen Erwachsenenalter. Im Fachchinesisch wird sie Enzephalomyelitis disseminata (ED) genannt. Die Nervenfasern sind - ähnlich wie elektrische Kabel - von einer Isolierschicht (Myelin) umgeben. Bei MS entstehen in dieser Schutzschicht Entzündungsherde (Schub), die anschließend vernarben (sklerotisierung). Dadurch können Nerven-Informationen nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Je nach Ort der Entzündung/Vernarbung treten unterschiedliche Symptome auf.
URSACHE DER MS
Die Ursache der MS ist nicht geklärt. Fest steht, dass bei einer MS ein Teilbereich des körperlichen Immunsystems scheinbar falsch programmiert ist, wodurch es sich gegen das eigene Zentralnervensystem (ZNS) richtet. Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 80 Erkrankte pro 100.000 Einwohner, es sind nahezu doppelt so viele Frauen wie Männer betroffen. Es kursieren zahlreiche Fehlinformationen und Vorurteile über die sogenannte Krankheit mit den 1000 Gesichtern. MS ist nicht ansteckend, tödlich und erblich. MS bedeutet auch nicht Muskelschwund oder Geisteskrankheit.
SYMPTOME
Sehstörungen:
Verschwommenes Sehen, Doppelbilder, unfreiwillige schnelle Augenbewegungen.
Koordinationsprobleme:
Gleichgewichtsverlust, Zittern, Gangunsicherheit, Schwindel
Spastizität:
Eine veränderte Muskelspannung kann vermehrte Muskelsteifheit hervorrufen, dass das Gehvermögen beeinträchtigt.
Empfindungsstörungen:
Kribbeln, Taubheit oder ein brennendes Gefühl an einer oder an verschiedenen Körperstellen.
Schmerzen:
Oft treten bei MS auch Schmerzen auf, z. B. im Gesicht (Tregeminus) oder in der Muskulatur.
Sprachstörungen:
undeutliche Aussprache, Veränderung des Sprechrhythmus.
Mattigkeit:
Es tritt häufig eine allgemein lähmende und unvorhersagbare Müdigkeit auf, die in keinem Verhältnis zur körperlichen Tätigkeit des Betroffenen steht.
Blasen- und Darmstörungen:
Häufiger und heftiger Harndrang, unvollständige und unkontrollierte Blasenentleerung, Harnverhalt, Verstopfung, Verlust der willkürlichen Kontrolle des Stuhlganges.
Sexualität:
Impotenz, verminderte Erregung, Empfindungsausfall.
Kognitive und emotionale Störungen:
Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentrationsfähigkeit und der Urteilskraft.
Die meisten Betroffenen leiden unter mehreren dieser Symptome, aber nie gleichzeitig unter allen.
DIAGNOSTIK
Der normale Ablauf beginnt mit verschiedenen Untersuchungen beim Neurologen. Im Fall der Fälle muss man anschließend zu einer klinischen Untersuchung. Bei den Neurologischen Untersuchungen werden verschiedene Funktionen getestet, so z.B.:
Störungen der Berührungsempfindlichkeit, Sensibilitätsstörungen
Mit der Stimmgabel Vibrations- und Schmerzempfinden
Geh- und Standübungen um das Gleichgewicht zu testen
Koordinationsstörungen durch Knie-Hacke-Versuch
und eine Reihe weiterer Untersuchungen wie z.B. Augen.
Zu den klinischen Untersuchungen gehört:
Nervenwasseruntersuchung, Lumbalpunktion - Im Nervenwasser kann festgestellt werde, ob ein entzündlicher Prozeß im Gehirn oder Rückenmark vorliegt.
Magnetresonanztomographie (MRT) - mit dieser speziellen Röntgenuntersuchung können Veränderungen am Gehirn sichtbat gemacht werden.
Visuell und akustisch evozierte Potenziale - dabei werden optische Reize (Schachbrettmuster) oder akustische Reize ausgelöst und die Reaktionen darauf gemessen.
und weitere wie z. B. ein EEG.
Auf alle Fälle ist eine MS ist nur mit vielen verschiedenen Untersuchungen zu dignostizieren. Und dann ist es immer noch unsicher, weil eben keine Ursache bekannt ist.
KRANKHEITSVERLAUF
Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen wird als Schub bezeichnet. Ein solcher Schub entwickelt sich meist innerhalb von Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Danach kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten. oder die Störungen bleiben - das entzündete Nervengewebe vernarbt (sklerosiert). Da der Verlauf von MS bei den einzelnen MS-Kranken sehr unterschiedlich erfolgt, ist es praktisch unmöglich Voraussagen über ihn zu treffen. Es lassen sich jedoch vier Arten des Krankheitsverlaufes unterscheiden:
Gutartiger (benigner) Verlauf:
Dabei kommt es zu einem oder einigen kurzdauernden Krankheitsschüben mit vollständiger Rückbildung (Remission). Betroffene weisen oft nach Jahrzehnten nach der Diagnose keine nennenswerten Behinderungen auf.
Schubförmiger (rezidivierend-remittierender) Verlauf:
Dabei kommt es zu mehreren Schüben, die sich jeweils vollständig oder teilweise zurückbilden.
Primär chronisch-progredienter Verlauf:
Ohne Schübe nehmen die Beschwerden stetig zu. Dieser Prozess kann irgendwann stehenbleiben oder über Monate und Jahre weitergehen.
Sekundär chronisch-progredienter Verlauf:
Bei manchen Patienten geht ein anfänglich schubweiser Verlauf mit Rückbildungen später in ein Stadium fortschreitender Beschwerden über, wobei weiterhin Krankheitsschübe auftreten können.
THERAPIE DER MS
Es gibt keine allgemeingültige Therapie zur Heilung der MS. Es gibt jedoch eine Vielfalt von etablierten Behandlungen, die die Symptome der MS günstig beeinflussen können. Während oder nach MS-Schüben wird vielfach Kortison als entzündungshemmendes Medikament eingesetzt. Allerdings gibt dieses Medikament keine feste Garantie für eine folgenlose Rückbildung der Beschwerden, außerdem ist eine Langzeiteinnahme von Kortison aufgrund der Fülle seiner Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Im akuten Schub wird oft eine hochdosierte Kortisongabe durchgeführt. Andere Medikamente (z. B. Interferone, Glatimiracetat usw.) greifen regulierend oder unterdrückend in das Immunsystem ein. Dadurch verlangsamt sich bei einigen Betroffenen das Fortschreiten der MS. Bei einem extremen Schubverlauf ist die Vergabe von Mitoxantron möglich und sinnvoll.
Um die bestehenden unterschiedlichen neurologischen Ausfälle zu vermindern, wird eine Reihe von Therapien eingesetzt:
Mit Antispastika können das Gehvermögen des Patienten verbessert werden, Anticholinergika dienen zur Bekämpfung der Blasenstörungen und aktivierende Antidepressiva helfen gegen die häufig auftretenden Ermüdungserscheinungen. Regelmäßige Krankengymnastik, Unterwasserbewegungstherapie und sportliche Aktivität sind wichtige unterstützende Maßnahmen. Daneben gibt es Behandlungsmethoden, die das biologische Gleichgewicht des Betroffenen verbessern. Dazu zählen Diäten, Entspannungstechniken und Psychotherapien.
LEBEN MIT DER MULTIPLEN SKLEROSE
Die MS bedeutet oft einen massiven Einschnitt in die persönliche Lebensgestaltung. Davon betroffen sind auch die Angehörigen des Erkrankten. Sie und der Betroffene selbst können oft verunsichert sein, ob die Krankheit tatsächlich besteht, da einige Symptome nicht sichtbar sind und damit den Mitmenschen schwer vermittelt werden können. Daraus kann Unverständnis auch bei nahen Angehörigen entstehen.
Quelle: http://www.muskl.de/