• Bin beim lesen eines Beitrags auf ein Stichwort aufmerksam geworden. Sozialphobie. Genau darunter leide ich. Und mich würde interessieren ob es anderen auch so geht. Doch zuvor ein paar Infos zum Thema.

    Soziele Phobien sind Situationsangst mit nachvollgendem Vermeidungsverhalten,d.h letztlich Rückzug und Isolation.Die Angst läßt sich schwer begründen,dafür wird sie besonders exsessiv erlebt, vor allem wenn man sich aus eigener Kraft davon lösen will. Sie bezieht sich stehts auf Handlungen und zwar noch so banaler, die sich unter den Augen von Drittpersonen abspielen, die das Verhalten, nicht nur beobachten sondern möglicherweise auch kritisieren könnten.Ängste vor Examina, öffentlichen Auftritten usw.sind normal.

    Bei Sozialphobie zermürben aber Alltäglichkeiten, nämlich Partys,Einladungen, Restaurantbesuch,Freunde,vor allem aber Fremde, insbesondere das andere Geschlecht. Also die Angst in Gegenwart anderer das Wort zu ergreifen,essen trinken,schreiben,telefonieren,ein Geschäft,Büro betreten zu müssen.

    Wie häufig ist diese krankhafte Schüchternheit konkret?Die Vermutungen gehen von 1,7% bis 16% in der Allgemeinbevölkerung. Ein Mittelwert scheint realistisch.

    Die Mehrzahl beginnt in jungen Jahren, Frauen scheinen häufiger betroffen zu sein ( oder äußern sich offener)). Der Verlauf ist meist chronisch. Sozialphobiker fallen kaum auf.
    Das liegt an der Wesensart dieses Leidens. Ein völlig zurückgezogener, menschenängstlicher, verschüchterter Mensch macht die Diagnose schwer.

    Ein schüchterner Mensch will so gut wie nie auffallen, auch nicht beim Arzt.
    "Am liebsten wäre ihm er wäre unsichtbar"!

    Keiner ahnt,welche Kraft es den Betroffenen kostet einen harmlosen zwischenmenschlichen Kontakt, ein Gespräch, Menschenansammlungen durchzustehen.Kaum droht sich die Aufmerksamkeit auf den jenigen zu richten überschwemmen ihn die wildesten Ängste: Wie sehe ich aus? Wie komm ich an? Bin ich gut genug? Werde ich akzeptiert? Wie beurteilen mich die anderen? Hoffentlich mache ich nichts falsch, blamiere ich mich nicht bis auf die Knochen?

    Körperliche Symtome: Blutdruckanstieg, roter Kopf, Herzrasen,Schwindel,Schweißausbrüche,Hände zittern,Übelkeit,Drang zum Wasser lassen, Kopfdruck, Atemenge.

    Trotzdem sind viele betroffene nicht davon überzeugt das sie krank sind. Sie deuten ihr ängstlich, scheues Verhalten als normal.

    "Schüchternheit ist die Flucht vor sich selbst" (Hilsbecher)

    Dabei kann man bei sozialer Phobie wirklich etwas tun. Mit psychotherapeutischen Maßnahmen und so weiter.

    " Es gibt Heldentaten die nur dieganz schüchtern vollbringen" (P. Gasca)

  • ja ich leide auch unter einer Sozialphobie, fühl mich unter menschen immer unwohl und beobachtet, hab überhaupt kein selbstwertgefühl. Paranoide Gedankenhaltung etc.... beziehe sehr viele Äußerungen, Gesten etc. auf meine Person. Bei mir fängt das schon morgens im Auto an, bei dichtem Verkehr oder Stau gehts dann los, die Gedankenmühle wird angeworfen und zermartert mir den Schädel.
    Ich kenn auf jeden fall bessere hobbys, naja was will man machen :]

    Hilfreich ist auf jeden Fall eine Verhaltenstherapie, am besten sollte man die in Angriff nehmen bevor man einer Sucht verfällt. Medikamente können anfangs auch gute Hilfestellungen geben.

  • War bei mir zu spät, bin leider einer Sucht verfallen. Hat aber auch sehr lange gedauert bis ich das Problem erkannt hab.
    Ja, das beim Autofahren, kenn ich leider auch. Ich kenn glaub ich alle Facetten des Problems.
    Vor allen Dingen auch die körperlichen Symtome

    Ja gerade das mit den anderen Menschen sehe ich als großes Problem!
    Also für mich jedenfalls. Ein Mensch ist okay, aber zwei sind einer zuviel, jedenfalls wenn sie mir gegenüber sind.

    lg destiny

  • hi destiny,
    unter Sozialphobie leide ich schon viele jahre,
    es hat schleichend angefangen als ich noch sehr jung war,ich mochte mich noch nie,schon als kind nicht,
    habe mich gern zurückgezogen habe mich nie völlig frei und gelassen auf menschen einlassen können und die tatsache das ich krankenschwester geworden bin verdanke ich meiner älteren schwester,
    sie hat den gleichen beruf, anderen geholfen habe ich immer gern und so eigenschaften wie pflichtbewußtsein, pünktlichkeit,fleiß sind zur ausübung eines so verantwortungsvollen berufes erforderlich,das sind meine stärken,
    auch ist die begegnung mit patienten auf einer ganz anderen ebene als im privatbereich,sie brauchen hilfe und bekommen sie,wenn ich schon nicht geliebt wurde so wurde ich doch wenigstens gebraucht,ich habe immer sehr viel gegeben und das wohlbefinden "meiner"patienten war die mühe wert für mich,
    ängste den ansprüchen nicht mehr zu genügen waren erst klein und sie wuchsen in mir,ich hatte immer öfter probleme vor mir selber zu bestehen,ich brauchte immer mehr kraft um meinen ansprüchen an die qualität meiner arbeit gerecht zu werden,angst wurde der grundtenor
    in der täglichen arbeit,
    Angst etwas zu vergessen,falsch zu machen,der pdl nicht zu genügen,nicht rechtzeitig am richtigen ort die richtige entscheidung zu trefffen,
    es folgten konzentrationsstörungen, Schlafstörungen ,zittern schweißausbrüche ,weinkrämpfe schon auf dem weg zur arbeit und dort bekam ich kontrollzwänge und wenn gespräche mit der leitung oder kollegen anstanden war das ein großer kraftakt alles durchzustehen,ich konnte manchmal nicht mal mehr in gegenwart der pdl mehrere unterschriften leisten,oder kollegen neben mir dulden wenn ich am schreibtisch zu tun hatte ,ich war total blockiert
    bin extrem leicht kränkbar und harmoniesüchtig ,
    mein bekanntenkreis (freunde waren es nie für mich)rückte in den hintergrund,
    dann der kontakt zu meinen geschwistern,
    sehr gern hätte ich kontakt zu einem bruder meiner verstorbenen mutter,aber ich trau mich nicht,da ist etwas in mir das mich hindert,
    seit ich nun nicht mehr arbeite habe ich mich aus dem RL sehr zurückgezogen,
    mag oder kann keine kontakte zu menschen herstellen und zur zeit habe ich sogar probleme mit telefongesprächen,es braucht zeit bis ich mich überwunden habe,
    kommunikation findet bei mir wenn ich die kraft und den wunsch dazu habe im VL statt,in einem suichat oder hier seit kurzem,

    vielleicht ändert sich ja mal was,aber so richtig glauben kann ich es nicht

    LG ...medi

  • Ich kenn das leider alles, aber ich bin wirklich froh das es mir nicht allein so geht. Lange Zeit hatte ich das Gefühl ich wäre nicht normal, aber der Rest der Welt schon.
    Sei froh das du einen Beruf hast bei dem du gebraucht wirst, bei mir hat sich das erst ein bißchen geändert seit dem die Kinder da sind. Aber Kinder sind auch nicht alles. ich brauch ein bißchen Leben für mich, aber wie bloß?

    Ich stelle mir immer alles mögliche vor, aber ich tu es ja nie!

    lg destiny

  • Ich denke, das trifft auch auf mich zu. Sämtliche "Symptome", die du beschreibst, kenne ich nur zu gut.
    Auf ne Verhaltenstherapie bin ich nicht besonders scharf und was ich "dagegen unternehme" ist einfach, dass ich Beta-Blocker nehme. Das ist zwar immer nur für ne Weile hilfreich und nicht dauerhaft, aber das ist mir doch lieber.

  • Ich versuch es lieber mit ner Therapie, ich will dieses Problem endlich los werden, aber das wird dauern fürchte ich. Ich kann auch nicht erkennen wo oder wie das mal entstanden ist.

    Ich hatte das aber schon als Jugendliche. Leider.Hoffentlich kann
    man das auch dauerhaft loswerden!?

    lg destiny

  • Ich denke ganz sicher, dass man das loswerden kann, auch wenn es dauert. Das hängt dann sicher auch davon ab, wie lange man das schon hat. Aber da man mit sowas ja nicht geboren wird und es sich allein im Kopf abspielt, muss man es ja auch wieder loswerden können!
    Wie das bei mir entstanden ist, weiß ich auch nicht... irgendwann in der Zeit, in der ich von meinen Klassenkameraden andauernd fertig gemacht wurde denke ich, aber warum muss sich daraus sowas entwickeln? *seufz*

  • habe ich auch.
    Auslöser war extreme Mobbing in meiner Kindheit.

    Habe jahrelang sehr zurückgezogen gelebt und mir die Phantasie-Welt geschaffen, damit ich diese Einsamkeit nicht merke.

    Dann auf einem Strassenfest was getrunken und besoffen Leute kennengelernt, das war Ende von meiner Einsamkeit und Anfang von meiner Drogenkarriere. Habe entdekt, dass ich unter Einflüss von Stoffen (egal was, aber am besten XTC) sehr gesellig bin.

    Und so lebte ich Jahre,immer breit in Öffentlichkeit.

    Mittlereweile schaffe ich es auch, ohne Substanzen auszugehen.
    aber es ist verdammt schwer und ehrlich gesagt, brauch ich immer noch mindestens ein Glässchen Bier, damit ich locker werde.

    Ich versuche aber, es nicht mehr so bunt zu treiben, wie früher

  • Das mit den Substanzen kann ich verstehen. Hab als Jugendliche tagsüber auch getrunken, wurde dann auch schön locker. Als es dann zu härteren Sachen überging, hab ich mich zurückgezogen.Das wollte ich nicht, dann lieber einsam sein. Ich denke mit Drogen welcher Art auch immer, kann man bestimmt den Tag ganz gut überstehen. Kann ich nicht (und will ich auch nicht mehr) habe ja schließlich Kinder und somit ne große Verantwortung, der ich mich auch nicht entziehen will.
    Wie schon gesagt mach ich lieber ne Therapie und versuch das loszuwerden.
    Du bist ja glücklicherweise auch auf einem guten Weg.

    Aber es scheint doch viele zu geben die dieses Problem auch haben.
    Hätte ich nicht gedacht!

    glg destiny

  • Ich bin wohl gerade dabei, etwas in diese Richtung zu entwickeln. Bisher klappt es noch alles ganz gut. Aber die Tendenzen stelle ich bei mir fest. Und ich kann nicht mitansehen, wie es weitergeht. Also habe ich micht entschieden, frühzeitig etwas dagegen zu tun. Merkwürdigerweise fühle ich mich in einer Gruppe von drei oder mehr wohler als einem einzelnen Menschen gegenüber, da fühle ich mich spätestens nach zehn Minuten unbehaglich und würde am liebsten den raum verlassen. Zumindest weiss ich jetzt, dass ich nicht der einzige bin, der sich so fühlt. Ich denke auch immer, alle anderen sind normal, nur du nicht.

    Liebe Grüße pu

  • Zitat

    Original von Ferdinand
    Ich denke, das trifft auch auf mich zu. Sämtliche "Symptome", die du beschreibst, kenne ich nur zu gut.
    Auf ne Verhaltenstherapie bin ich nicht besonders scharf und was ich "dagegen unternehme" ist einfach, dass ich Beta-Blocker nehme. Das ist zwar immer nur für ne Weile hilfreich und nicht dauerhaft, aber das ist mir doch lieber.

    Wieso nimmst Du Blutdruckmedikamente gegen Sozialphobie?? :confused_face:

  • Zitat

    Original von schelliiee

    Wieso nimmst Du Blutdruckmedikamente gegen Sozialphobie?? :confused_face:

    Weil ich damit mein Herzrasen, meine Stimme, generell meinen Körper einigermaßen in den Griff bekomme. Je nach dem, wie viel ich davon nehme, klappt das auch ganz gut. Allein dadurch, dass mein Herz vollkommen ruhig schlägt, bin ich auch relativ gelassen und habe keine solche Angst mehr vor manchen Situationen.

  • Hallo!

    Also ich hab da noch nie so einen Test gemacht aber auf jeden Fall passen einige (sehr viele) Symptome: sprechen vor der oeffentlichkeit = erroeten und zittern, großen menschenmengen meistens aus dem Weg gehen, nie auffallen in der oeffentlichkeit, herzrasen, unwohl fuehlen und beobachtet fuehlen und noch einige andere, die ich auf anderen seiten gelesen habe.
    Aber man soll sich ja eh nciht drauf verlassen das die Symptome dir sagen, ob du das hast oder einfach nur verrueckt bist :face_with_rolling_eyes:

  • Hiho, da ja scheinbar doch nicht grade wenige dat problemchen haben, wär es interesant was man groß dagegen machen kann, scheinbar gibts 3 Möglichkeiten:

    Therapie, halte ich aber nich so wirklich von, irgendwie zeigen meine persönlichen Erfahrungen das die bei mir am Thema vorbeigeredet haben und irgendwelche unsinnigen Theorien aufgeworfen haben.

    Drogen/medikamente: Mit derren Hilfe fühlt man sich normal und macht sich nich mehr so den Kopf um dinge die einen wirklich nicht belasten sollten, einem seltsamerweise doch immer durchen Kopf schießen, na ja, auf jeden fall wird dann alles erträglich wenn man unter menschen ist, aber sind medikamente oder drogen wirklich die Lösung auf unsere Probleme?

    Rückzug: Das was ich größtenteils mache, einfach zurückziehen am pc, da hab ich meine Ruhe und muss mich nich den Dingen stellen die mir Probleme berreiten, eigentlich weiß ich auch gar nich was ich sonst tun soll. Wie dem auch sei, das macht vor allem einsam, ich glaub es gibt viele Menschen bei denen ich mich melden könnte, schwestern, verwandte, Eltern usw. nur bin ich damit aufgewachsen das ich was kann und potential hab, und solang ich so nen gammler bin der nix aus seinen möglichkeiten macht, will ich mich nich melden, ich sag mir immer, wenn ich es irgendwann geschafft hab klar zu kommen und das alles in ordnung is bei mir, dann werd ich wieder offen auf die menschen zugehen, aber ob das überhaupt ma passieren wird das ich stolz bin auf mich, na das is zweifelhaft.

    Wie dem auch sei, Rückzug ist ebenfalls keine Lösung, man hat zwar seine Ruhe und keine Ängste, aber Deppresionen werden stärker

    wer hat ne gute lösung? :smiling_face:

  • Ich möchte nur nochmal betonen, weil das meiner Meinung nach in deinem Beitrag nicht so richtig raus kam, gammler:

    Drogen und Medikamente sind in diesem Zusammenhang NIE eine Lösung!!!!

  • Das hab ich auch nie behauptet, nehm ja keine drogen bin da ganz vorbildlich, selbst alk trink ich nur sehr selten, nur wenn ich bissel was trink wirds erträglicher, doch allein schon deshalb weil ich kein bier mag trink ich fast nie was :]

    ich meinte ja auch, keine der 3 möglichkeiten erscheint mir alzu befriedigend, klar kann man standartantworten bringen wie:

    Sich selbst überwinden

    Den Therapeuten noch ne chanche geben und neues vertrauen aufbaun

    Mit Freunden und Familie drüber reden

    Aus sich raus gehen


    und bla bla bla, is bei allen nen funkten wahrheit wohl dran, aber hat wer noch andere vorschläge? =)

  • Hallo gammler!

    Eine Patentlösung für dieses Problem gibt es nicht und von alleine geht es definitiv nicht weg.

    Also muss man etwas dagegen tun und das ist nicht einfach.

    Ich setzt mich täglich damit auseinander indem ich Bus fahre, einkaufen gehe und bei der Arbeit...

    Suche Dir den RICHTIGEN Therapeuten....falsche gibt's mehr wie genug... :winking_face:

  • bei mir eusert sich das problem so dass ich nicht so gern in menschenmassen bin. is aber relativ da ich mich selber herausfordere und die unangenehme situion provoiere. das geht nich jeden tag, aber ich versuche der Angst nicht so viel freiraum zu lassen. habe das lange zeit gemacht und die symptome sind wie oben betschriebetn rückzug aus der öffentlichkeit. das wurde damals immer mehr sodass schon einkaufen ein horror war.
    man solle schon immer daran denken: wer nicht wagt der nicht gewinnt, und so gehe ich jeden ag aufs neue los um dem kampf zu gewinnen.
    was neuerdings mich beschäftigt, dass ich nicht mehr so richtig freude empfinden kann. weiss nicht ob dass mit der situation meines schwiegervaers - der seit 13feb im wachkoma liegt zu tun hat? desweiterenmache ich mir sorgen dass dies ne depression ist. kann man dass schon so bezeichnen?? weiss nicht, seit dem feb. gehts mir wieder schlecht - vorherr war ich fast beschwerdefrei.... d.h. das leben war schön! pary trotz Phobie - hatte alles gut im griff... und nun... :wall:

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!