Hallo ihr lieben!
ich habe mal eine Frage und zwar geht es um eine Situation, die mich total anwidert und die immer wieder in meinen Gedanken auftaucht.
Es gab eine Situation, ich war noch klein und meine Mutter lag nackt auf dem Bett und hat mir versucht, so die weibliche untere Region zu erklären. Und dann meinte sie, "du kannst auch ruhig mal anfassen". ich hab das dann in meiner kindlichen Naivität auch gemacht und hab mir aber damals nichts dabei gedacht, weil ich dachte, das wär normal.
Heute verfolgt mich diese Situation immer wieder und ich kann sie nicht einordnen.
Findet ihr das normal?
Missbrauch oder Aufklärung durch die Mutter?
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Nein, normal finde ich das ganz und gar nicht. Als was man es exakt einstufen sollte, weiss ich auch nicht, allerdings war es auf jeden Fall eine massive Grenzüberschreitung.
Ich kann gut verstehen, dass dich das verfolgt und anwidert. Ich habe eine leichte Abwandlung von deinem Thema erlebt und finde das auch einfach nur widerwärtig.
LG, alive
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Hallo alive,
das kam vor ein paar monaten ganz plötzlich wieder in meinen Sinn und ich ekle mich vor mir selber seit dem. Ich weiß nicht aber es waren schon einige merkwürdige Situationen auch als mein Stiefvater damals mit mir zusammen baden war, irgendwie bääähhh
Was hast du denn erlebt alive, wenn ich fragen darf? -
Ich weiss z. B. nicht, wie oft meine Mutter, in meiner Anwesenheit, ihre Hände in der Hose ihres Freundes hatte oder umgekehrt. Wenn die beiden mal nicht nackt durch die Wohnung gelaufen sind, musste er zumindest ständig vor uns seine Hosen runterlassen und einige Dinge mehr. Mir wurde immer erklärt, dass wir eben sehr locker seien und alle anderen verklemmt. Wenn ich jetzt an all das denke, bekomme ich Wut und auch Ekelgefühl.
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ufffff... ja das glaub ich dir zu gut ! Da würd ich mich auch total ekeln. Hast du dich dagegen nie wehren können? Meine Mutter hat damals mit ihrem Freund, den sie kennengelernt hatte, besoffen rumgemacht vor meinem Freund und mir bei Bekannten. Das fand ich auch super echt. Wie kommst du denn heute damit zu recht? hast du noch Kontakt zu deiner Mutter?
Ich ekele mich einfach über die Tatsache, dass ich den genitalbereich meiner eigenen Mutter anfassen sollte und auch getan hab, weil ich dachte, das sei normal und jeder würde das so machen. -
Ich hatte nicht den Genitalbereich meiner Mutter, aber den ihres Freundes angefasst, in ihrer Gegenwart, auf ihren Wunsch hin. Igitt. Ich dachte damals auch, es wäre normal (zumindest bei uns), weil mir das ja so erzählt wurde und ich ja nicht verklemmt vor ihnen wirken wollte.
Ich hatte lange Zeit nicht an diese Geschichten gedacht. Seit Sommer letzten Jahres habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, nachdem sie sich mir gegenüber (mal wieder) unmöglich verhalten hatte. Seit dieser Zeit fallen mir einige Dinge wieder ein und ich werde wütend. Ich spreche viel mit meinem Mann darüber und verarbeite es so. Wie gehst du nun damit um?
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Wirklich sehr verantwortungsvoll deine Mutter, ihr eigenes Kind den Genitalbereich ihres Freundes anfassen zu lassen. Das ist ja echt widerlich. Ich finde es erstaunlich, wie manche ihre Kinder großziehen und sie auch noch in dem Glauben lassen, das wär ja normal und alles andere wäre spießig. Oh meine güte...
Ich denke auch, dass es besser für dich ist, keinen Kontakt mehr zu deiner Mutter zu haben, dann kannst du besser verarbeiten denke ich. Ich finde es gut, dass dein Mann dir zur Seite steht dabei. Ich versuche, in der Therapie darüber zu reden und ich spreche mit meinem Freund auch über alles vergangene, das hilft mir ein wenig. Wichtig ist mir, dass ich da bald allein mit zurecht komme ohne Hilfe von außen, was jedoch noch ein langer weg sein wird.
BEfindest du dich in Therapie zur Zeit? -
[Ironiemodus an]Meine Mutter war zwar nicht in der Lage, mir Dinge beizubringen, wie ich mein Leben meistern kann, aber dafür hat sie mir gezeigt, wie eine Frau jeden Mann ins Bett bekommen kann. Welch aussergewöhnliche Fähigkeit. Wer muss denn über Körperhygiene Bescheid wissen, kochen oder putzen können, wozu sollte man sich bilden, oder andere völlig überflüssige Dinge lernen, wenn man doch etwas so viel wichtigeres kann, wie vögeln? [/Ironiemodus aus]
Ich habe ein Jahr LZT hinter mir, in der ich mir Wege erarbeitet habe, die ich nun gehen kann. Einer davon sind die intensiven Gespräche mit meinem Mann. Ich bin ihm sehr dankbar für seine Offenheit, Anteilnahme und auch besonders für seine Kritik.
Ich denke, da du angefangen hast, darüber zu sprechen, wirst du auch auf Dauer anders mit diesen Erinnerungen umgehen, sie verarbeiten. Sie werden verblassen, viel weniger Raum einnehmen als derzeit.
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Ja eben, mir fällt da auch gerade auf, dass meine Mutter mir diese Dinge auch nie beigebracht hat, wie aufräumen, kochen, putzen etc. ich habe irgendwie das alles versucht, mir selber beizubringen. Sie hat mich zwar ständig kritisiert und mich angeschrien und alles. Aber zum Beispiel, wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumt habe, hat sie es irgendwann gemacht und hat mir das ständig vorwürfe gemacht. Aber gezeigt hat sie es mir nie.
Daher denke ich, habe ich heute diese ganzen Aufräum-Probleme. Für andere kann ich das problemlos erledigen, aber bei mir ist es ja "egal", wenn das Chaos herrscht. Das tut ganz schön weh diese Erkenntnis, aber es erklärt mir jetzt einiges. -
sorry, hab grad mal wieder nen totalen ekel, weil mir dieses Bild die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt. Ich habe auch keinen Apettit mehr, also genau das Gegenteil zu meinen vorherigen Fressattacken. Ich ekle mich so sehr... musste das grad mal loswerden
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Ich versteh dich gut, pain. Wenn mir als die Bilder meiner Vergewaltigung hoch kamen, ging es mir ganz genauso...
Versuch, dich "abzulenken". Mach dir bewusst, dass es "nur" Erinnerungen sind. Jetzt ist es nicht mehr so, jetzt ist anders, jetzt ist Gegenwart. Hopl dich wieder in die Gegenwart zurück. Achte z.B. genau darauf, wenn du auf einem Stuhl sitzt, wie sich das anfühlt. Wo spürst du den Stuhl überall an deinem Körper? Wie fühlen sich die Armlehnen an? usw. Mir hat das immer sehr gut geholfen!
Liebe Grüße
rose -
Hey Rose
es hilft schon sehr, wenn man jemanden hat, der das versteht, was da im Kopf und im Körper passiert, wenn man gewisse Bilder nicht mehr loswird. Bei mir war es ja keine Vergewaltigung aber dennoch widert es mich an, dass eine Mutter sein eigenes Kind die Genitalien und die Brust anfassen lässt. Es kommt mir vor, als wär das gestern erst gewesen. Das drängt sich momentan halt sehr in den Vordergrund. Mit dem Stuhl ist es so, dass ich ihn an den Beinen und am Rücken spüre, aber nicht will, dass ich meinen Unterleib fühle, weil es mich anwidert, da dann das Bild von damals wieder auftaucht.
Letzte Woche Dienstag bei der Therapie habe ich meinem Therapeuten endlich die komplette Wahrheit über mich erzählt (vorher habe ich ihm so vieles verschwiegen, weil ich mich geschämt habe). Er hatte ja schon Ptbs diagnostiziert und jetzt genau was ich befürchtet hatte, die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ich will dieses Bild einfach vergessen, es ist *würg* -
ich kann dich auch sehr gut verstehen. Dieses Ekelgefühl kenn ich auch sehr gut und weiß wie schrecklich man sich fühlen kann dabei.
Ich glaube vergessen kann man solche Bilder leider nicht wirklich, aber man kann lernen zu akzeptieren das sie da sind, das man keinen Einfluss drauf hatte- warum und wie sie entstanden sind und vor allem kann man lernen damit zu leben ohne das sie einen immer wieder überrollen. Irgendwann nehmen sie weniger Raum und es kann leichter werden.
Ich glaube du bist auf einem guten Weg.
Finde es klasse, dass du mit deinem Therapeuten gut reden konntest und dich hier etwas austauschen kannst. War ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin.Mir hilft es oft, wenn ich merke es kommt wieder hoch, das ich aus der Situation raus gehe. Raumwechsel, Spaziergang .. Hauptsache eine Veränderung meiner Umgebung. Hast du das mal ausprobiert? Bei mir ist es oft so, das ich dann wieder ganz andere Reize empfinden kann. Lichtwechsel, Gerüche, Farben all das hilft mir dabei.
Ganz liebe Grüße
Bluemchen
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Hey Blümchen
vielen Dank für deine Antwort, hab sie erst jetzt gelesen. War die letzten Tage sehr abgelenkt, was auch sehr gut tat, habe nur sehr wenig daran gedacht. Heute morgen kam es wieder, aber jetzt bin ich ja im Büro und versuche dieses Ekelgefühl im Zaum zu halten.
Ich hab gemerkt, dass mir die Ablenkung sehr gut getan hat, war mit Freundinnen unterwegs und bei meinem Freund haben gegrillt etc., das war richtig gut, ich konnte sogar die Momente richtig genießen. Aber natürlich ist es immer im Hinterkopf, aber wenn ich so weitermache wie jetzt, wird es wohl machtloser werden!
ich habe auch vor, in der nächsten Zeit eine stationäre Therapie zu machen, dass ich das alleine packe ist mir sehr wichtig! Mit mir selber beschäftigen und noch aktiver werden um auch die Borderline-Symptome besser zu verstehen und in den Griff zu kriegen -
Ich habe momentan auch gar keinen Kontakt zu meiner Mutter und ich muss sagen, dass es mir allein dadurch schon etwas besser geht! Nur halt die Auswirkungen des von ihr ausgegangen jahrelangen seelischen Missbrauchs spüre ich halt immer noch, aber wesentlich schwächer zum Glück. Aber wenigstens habe ich gestern abend angefangen, meine Wohung etwas aufzuräumen.
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Hallo paindrop,
schön das du nun etwas Abstand hast und es dir etwas besser geht.
Abstand ist so wichtig. Die Erfahrung mache ich nun auch seit einiger Zeit das erstemal und genieße jeden Moment
Klar, dann bleibt auch wieder Kraft und Zeit sich dem äusseren Chaos zu stellen. Wenns um einen herum wieder alles im Lot ist, kanns Innen auch nur besser werdenViel Kraft weiterhin!
Liebe Grüße
Bluemchen
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Ja, ich mache zum ersten mal die Erfahrung mit Abstand. Vorher habe ich immer gedacht, ich müsste Kontakt halten. Aber jetzt geht es langsam etwas bergauf. Gestern abend hab ich sogar wieder etwas aufgeräumt und heute geht es weiter, aber immer nur ein bisschen. Das macht mich etwas stolz, einfach weil ich angefangen habe, das äußere Chaos zu mildern. Das ging sehr sehr lange nicht.
Ich habe heute morgen wieder Bilder von meiner Mutter vor Augen gehabt, wie sie mich erniedrigt hat, das war natürlich belastend, aber bin ja zum Glück auf dem Weg zur Arbeit gewesen.
Ich nehme auch mehr Abstand zu meinem Freund, also ich meine, dass ich mich weniger melde und toleranter bin, was die Freiheit von uns beiden angeht. Das tut mir auch gut, mich selbst in der Partnerschaft etwas Abstand zu gewinnen. Das konnte ich bisher auch noch nie -
Ach Pain, ich kann das so gut nachvollziehn wie sehr Dich das belasten muss. Auch das mit dem Aufräumen und so, ich hab das auch nie gelernt und bekomme es nicht wirklich richtig gut im Griff, wird aber schon besser. Was mich interessieren würde ist folgendes: Kannst Du mit Deinem Freund intim werden ohne das die Bilder hochkommen? Ich denke das ist ein sehr heikles Thema.
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Hey Carry
gestern war ich so depri, dass ich so lange wie möglich draußen war, damit ich zu Hause nicht eingehe... also hab ich gestern zu hause auch wieder nichts geschafft... aber mir war es wichtiger, dass meine Stimmung zuerst wieder etwas besser ist.
Tja, mit der Intimität das ist so, dass ich da die ganze Zeit dran denken muss, gerade wo ich seit ein paar Tagen jede Nacht Alpträume habe, weil ich in der Verarbeitungsphase bin, denke ich... Aber ich sag mal, wenn es zum GV kommt, dann denke ich in dem MOment zum Glück nicht daran, erst danach wieder, aber dann halt wirklich direkt danach... leider -
aber ich hab ja zu anfangs lesen können, das du mit ihm auch über vergangenes sprechen kannst...
hat er verständnis? kann er dich dann ein wenig unterstützen und halten?
das du raus gegangen bist und wohnung wohnung sein lassen hast. find ich gut. hast gut auf dich geschaut
ich denk auch, oft das beste was man tun kann für sich in solchen momenten.liebe grüße
bluemchen
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