Hab heut mal wieder so viel über mein Leben nachgedacht, das ich mir überlegt hab das es mir vllt hilft mal alles aufzuschreiben...
Angefangen hat eigentlich alles mit der Psychose meiner Mutter. Ich war damals 9 Jahre alt und habe fast keine Erinnerungen mehr an diese Zeit. Ich wohnte mit meinen zwei älteren Geschwistern allein bei ihr und als meine Schwester versuchte sich das Leben zu nehmen musste ich zu meinem Vater und seiner neuen Frau ziehen.
Meine Stiefmutter behandelte (und behandelt mich noch immer) wie Abschaum, wie jemand der nichts wert ist und vor allem viel weniger wert als ihre Töchter (meine Halbschwestern). Kurz nachdem ich dort hingezogen bin stellte sich heraus das meine Schwester Magersüchtig war und ab dem Moment war ich Luft für meine Familie. Keinen hat es interessiert was ich mache oder wie es mir geht.
Mit 13 fing ich dann an zu cutten, war jedes Wochenende betrunken und wenn jemand etwas besorgen konnte, dann rauchten wir auch mal einen Joint. Mein Vater bemerkte garnichts von dem ganzen. Nur der Gedanke an meine Schwester hielt mich davon ab mich umzubringen. Dazu kam dann, das meine ehemals beste Freundin anfing mich zu mobben und ich mich kaum noch in die Schule traute, da meine ganze Klasse gegen mich war. Zu Hause habe ich davon nichts erzähl, ich wollte ja keine Sorgen machen. Als ich 14 wurde zogen wir in einen Nachbarort, ich dachte das Mobbing würde endlich aufhören, aber da hatte ich mich geirrt. Die Jugend im Ort machte mir das Leben noch mehr zur Hölle, jedes mal wenn ich aus dem Haus ging wurde ich beschumpfen, mit Steinen beworfen,... erzählt hab ich niemandem davon.
Kurz vor meinem 16. Geburtstag starb meine Schwester dann an Leberversagen. Die Hoffnung endlich wieder Beachtung zu bekommen wurde aber schnell wieder zu nichte gemacht, sogar im Tod bekam meine Schwester noch alle Aufmerksamkeit. An das Jahr nach ihrem Tod kann ich mich kaum erinnern, ich saß nur in meinem Zimmer, rauchte mind. zwei Schachteln am Tag und wünschte mir irgendwas würde meine Schwester wieder lebendig machen. Sie war der einzigste Mensch in meinem Leben zu dem ich wirklich Vertrauen hatte, dem ich alles erzählen konnte...
Ab da ging es eigentlich langsam aufwärts. Irgendwie begann ich mein Leben wieder zu mögen, obwohl ich von meiner Stiefmutter weiterhin wie Dreck behandelt werde. Als ich letztes Jahr dann auch noch meine beste Freundin kennen lernte schien es als hätte ich alles überstanden. Vor ein paar Monaten hab ich dann aber einen Rückfall gehabt, ich hab gemerkt das alles wieder sinnlos wird, hab wieder SMGedanken gehabt (inzwischen nicht mehr) und dann den Mut gefunden eine Therapie anzufangen. Am Anfang hab ich noch gedacht das es überhaupt nichts bringt und mich eher noch weiter runterzieht, inzwischen merke ich, das es langsam hilft oder zumindest nicht weiter schadet.
Ich weiß nicht ob ich es noch einmal schaffe aus diesem Loch heraus zu kommen, aber zumindest weiß ich, das ich es schon einmal fast geschafft hab...