Wie können wir unserem Sohn helfen??

  • Hallo LizardKing,

    ich habe den Eindruck, dass du mich nicht richtig verstanden hast. Bisher hat unser Sohn ganz frei gelebt, frei entschieden, es wurde immer diskutiert und und und. Es bestand aber auch die klare Ansage (und das etliche Male) dass Drogen und Drogenkonsum hier nicht mehr gewollt sind. Er hat gegen diese Regel mehrfach verstoßen. Wie sollen wir ihm das Bitteschön sonst klar machen???? Es schreibt sich alles sehr leicht, wenn man nicht selber zusehen muss, wie das eigene Kind sich aus dem Leben kickt. Es gibt hier sicherlich viele Menschen die auf irgend eine Art und Weise zur Droge - wie sie auch immer aussehen mag - gekommen sind.

    Gut, du sagst er ist seit 18 Monaten volljährig.

    Du meinst, das berechtigt ihn, in unserem Haus Drogen zu bunkern und wir verschließen die Augen.

    Wir sollen einfach zusehen und ihm keine Hilfestellung geben und auf die Gefahren hinweisen - ist das nicht Aufgabe der Eltern oder hört diese Aufgabe auf, wenn die Kinder 18 werden???

    Wie sieht es denn aus, wenn er auf der Straße mit Drogen erwischt wird - Bagatelle???

    Ohne unsere Unterstützung und meine Bitten an den Arbeitgeber wäre er seinen Job schon los. Habe ich da auch zuviel Kontrolle ausgeübt.

    Es geht uns hier um das Wohl unseres Sohnes.

    Wie du sicherlich weißt, kannst du einen 19-jährigen, der seit ca. 4 Jahren kifft auf den geistigen Entwicklungsstand eines 15-jährigen stellen. Ich rede jetzt nicht von der Intelligenz unseres Sohnes, sondern von seiner Reife. Das kann Dir jeder bestätigen, der mit Drogen zu tun hat. Wie sagt man so schön: Er ist noch nicht so weit.

    Wenn wir nun einfach zusehen wie er Drogen bunkert und in unserem Haus konsumiert, machen wir uns meines Erachtens mit verantwortlich.

    Unser Sohn kifft sich aus dem Leben - hat an nichts Interesse - will nur noch zu Hause am Computer sitzen - chillen - alles da draußen im Leben ist im egal -. Wir reden ca. 3 Jahre ...... nun müssen wir handeln und dazu gehören auch Regeln. Wird zu Hause gekifft, wird der Zimmerschlüssel entzogen.

  • Hallo ihr,

    ich denke ihr seid schon auf dem richtigen Weg, lasst euch in der Beratungsstelle Hilfestellungen geben, und seht zu, dass ihr mit anderen betroffenen Eltern Kontakt bekommt.

    Dann habt ihr die Chance, euch mit anderen in der selben Situation auszutauschen, und von den Erfahrungen anderer lernen.

    Wie gesagt, ich finde es auch nicht richtig, ihn rauszuschmeißen, und mal so richtig auf die Schnauze fallen zu lassen.... da schon eher die Idee mit der betreuten WG.

    Ich wünsche euch alles Gute
    LG Julchen

  • Hallo unser_sohn,

    ich habe schon genau verstanden um was es euch geht.

    Und ich sage dazu (aufbauend auf Erfahrung): Ich empfehle Euch ganz dringend zu einer Angehörigenberatung zu gehen.

    Es geht doch nur darum, was ihr tun könnt, um Eurem Sohn zu helfen, und Euch selbst zu helfen. Und das was ihr tut, soll doch auch funktionieren. Nur das zählt.

    Meine Kommentare waren nicht als Kritik gemeint, dass ihr alles falsch macht. Aber ich habe wirklich den Eindruck, daß Eure Bemühungen bisher ziemlich fruchtlos waren, und auch jetzt läuft es doch nicht besonders gut, oder?
    Man kann einen Süchtigen weder durch gutes Zureden, noch durch Druck von seiner Sucht abbringen, oder zur Einsicht zu bewegen. Das ist aber Eure Taktik, und die hat bisher noch nie funktioniert. Genauso kannst Du versuchen, einer Katze das Mausen abzugewöhnen.
    Ich bin weder Psychotherapeut noch Drogenberater und kann Euch auch keine konkreten Ratschläge geben, was ihr ändern könnt. Dazu braucht es Gespräche.

    Also --> Beratungsstelle :smiling_face:

    Ihr müsst nicht Euren Sohn zu Beratung schleifen, ihr braucht Beratung. Deshalb seid ihr doch auch hier, oder?

    Ist das verständlich?

    LG, LizardKing

  • hi!

    nun, er hat drei wochen blau gemacht, euch angelogen und du rettest ihm seinen job.
    welche konsequenz bekam er da? -keine realistische.
    die echte konsequenz für das blaumachen wäre gewesen dass er rausgeschmissen wird und dass er sich eine neue lehrstelle suchen muss und inzwischen am bau oder wo arbeitet. du hast somit seine verantwortung über den job weggenommen. natürlich wolltest du ihm nur gutes damit tun. nur das ist finde ich eine grenze die überschritten wurde. dein mann und du könnt doch auch nicht wochenlang blau machen und eure eltern würden euren job retten?

    das meinte ich mit: "die eltern werden es schon richten."

    ich hatte im abijahr auch sehr viel blau gemacht. die konsequenz daraus war: zuviele fehlstunden, ich durfte nicht zum abi antreten. das jahr nochmal machen.

    daraus hab ich gelernt, seitdem machte ich nie mehr blau. es hat mich zwar ein ganzes jahr gekostet, aber das war eben die harte reale konsequenz.

    ER muss die konsequenzen tragen für sein leben, nicht ihr.

    so wie das kind das immer auf den heißen herd greifen möchte, die mutter warnt das kind tausendmal, es sollte nicht hinaufgreifen. doch das kind probiert es immer und immer wieder, hört nicht auf die mutter. irgendwann schafft das kind den herd zu erfassen, es schreckt zurück, es tut weh, es brennt (die konsequenz!). seitdem greift das kind nicht mehr auf den herd.

    umso erwachsener das kind wird, umsomehr werden die konsequenzen auch von anderen leuten ausgeübt (arbeitgeber, lehrer, staat), nicht nur mehr von den eltern.

    wenn ihr ihm immer die konsequenzen aus dem weg räumt, ihr ihn so sehr beschützt obwohl er sch**** baut, dann wird er nie lernen selbstständig zu leben. ich will dir jetzt nichts in sachen erziehung erklären-um himmels willen nein, ich bin ja selbst noch am selbstständig werden.

    ich will dir nur veranschaulichen wie es bei uns fast erwachsenen kindern vorgeht. die vorletzte klasse hatte ich fast nicht geschafft-zu viele fehlstunden-meine mutter setzte sich für mich ein und schaffte es dass ich eine klasse trotzdem weiter durfte. sprich ich hatte keine realen konsequenzen durch mein verhalten. natürlich machte ich im nächsten jahr wieder so weiter. und da musste ich dann aber meine konsequenz daraus ziehen weil meine mutter es nicht mehr gerichtet hat für mich.

    ich bin jetzt auch tausend kilometer weit weg von meinen eltern-sozusagen ausgewandert- dafür hab ich hart gearbeitet um mir geld anzusparen. nun muss ICH mir aber einen job wieder besorgen-nicht meine eltern. wenn ich das nicht tue und ich mich im drogenkonsum gehen lasse werde ich die konsequenz daraus ziehen-ich werde kein geld fürs leben haben. ich weiß zwar dass ich immer wieder zu meinen eltern zurück kann-das ist meine stütze- doch ich denke nicht daran aufzugeben mir mein eigenes leben aufzubauen.

    du schreibst: "Wie sieht es denn aus, wenn er auf der Straße mit Drogen erwischt wird??'"
    es kommt drauf an wieviel er dabei hat. wenn er wenig dabei hat dann wird er wahrscheinlich eine verwarnung kriegen oder sozialstunden abarbeiten. -die harte reale konsequenz.
    die konsequenz die er fürs Kiffen bei euch kriegt ist da nicht so hart. schlüssel wird eingezogen. das zieht bei einem 13 jährigen vielleicht-aber nicht bei einem 19 jährigen. klar nervts ihn, aber dadurch wird er nicht aufhören zu Kiffen.
    du musst ihm klar machen dass das ein illegaler akt ist, dass er seine jobkarriere an den nagel hängen kann wenn er mal richtig dabei erwischt wird, dass eine verurteilung durch das gericht in seiner akte aufscheint. er kennt das Kiffen ja nur so dass ihm nichts passiert wenn er es in der wohnung macht.(außer die kleinen konsequenzen eurerseits.)

    was macht eine vogelmutter mit ihren kücken wenn sie nicht von selbst anfangen zu fliegen? .... sollte jetzt aber nicht wortwörtlich genommen werden. mit menschenkindern kann man ja reden :smiling_face:

  • Ich finde da erwartet Ihr aber ne ganze Menge von Eltern. Ganz ehrlich, ich würde auch nie im Leben dabei zusehen wie mein Kind in der Lehre seinen Job verliert wenn ich es irgendwie verhindern kann. Irgendwie stellt Ihr euch das sehr leicht vor, jedoch ist es eben sehr schnell gesagt was am *besten* wäre. Doch hier spielen auch sehr starke Emotionen eine Rolle. Noch stehn Sie am Anfang, aber in die richtige Richtung geht es, es folgen jetzt konsequenzen. Gerade als Eltern will man alles unheil von seinem Kind abhalten, egal wie alt dieses Kind ist. Und es tut bestimmt unheimlich weh zu merken das man das nicht kann. Hilflos ist wohl das richtige Wort. Jeder muss erst mal seinen eigenen weg finden wie man am besten damit klar kommt.

  • Zitat

    Wenn wir nun einfach zusehen wie er Drogen bunkert und in unserem Haus konsumiert, machen wir uns meines Erachtens mit verantwortlich.

    Zitat

    nun müssen wir handeln und dazu gehören auch Regeln

    Ganz genau. Regeln sind das A und O für uns Süchtige.

    Lizard, ich finde es gefährlich, wie du über Drogenkonsum, bzw. Sucht denkst. Wenn ein Mensch süchtig ist, dann KANN er nicht einfach so wieder mit den Drogen aufhören. Anscheinend hatten die Menschen in deinem Umkreis nur phasenweise mit Drogen zu tun. Das ist aber total selten. Die Norm sieht da wohl leider anders aus. Hier geht es um einen Dauerkiffer, der schon einiges in seinem Leben einfach schleifen lässt. Wohin das führen kann ist doch auch bekannt. Ohne klare Strukturen kommt er da doch nie raus. In einem Punkt stimme ich allerdings schon mit dir überein, nämlich, dass die Eltern die Beratung dringend benötigen.

    LG, alive

  • Jup da schließe ich mich Alive an, ich finde generell jeder ist verantwortlich für sich selber, wie er mit Drogen umgehen soll, aber man kann seine eigene Einstellung nicht generell auf andere übertragen.

    Ich als Mutter würde auch alles tun, damit mein Kind seine Ausbildung fertig machen kann, egal, welchen Schrott es fabriziert...aber eben unter Bedingungen, und dazu gehören Regeln.

    Also nochmal mein Rat ist etwas für euch selber tun, eben eine Gruppe, Austausch mit anderen, aber ihr seid ja auf dem Weg.... :smiling_face:

    Alles Gute euch
    LG Julchen

  • Hallo Alive,

    ich denke auch, dass man als Süchtiger nicht einfach so wieder aufhören kann. Deshalb ist ja alles gute Zureden und auch die Ausübung von Druck vergeblich. Das versuche ich doch die ganze Zeit zu sagen. Deshalb ist auch professionelle Beratung für die Eltern (nachdem das Ganze schon seit Jahren läuft) angesagt.

    Andererseits, wir reden hier nicht vom Heroin sondern vom Kiffen. Auch wenn Sucht eine Sache ist, die mit dem Stoff nicht so viel zu tun hat, gibt es doch feine Abstufungen.

    Die Leute von denen ich rede, waren alle tief und jahrelang in dem Kiffsumpf verstrickt, und haben dann doch selber, und sogar ohne Therapie herausgefunden. Ich sage nicht, das sie einfach so wieder aufgehört haben, aber ich behaupte aus meiner Erfahrung heraus, dass die Mehrzahl der Menschen schon in der Lage ist, aus Lebenserfahrung dazuzulernen. Als Eltern sollte man sich unbedingt die Zuversicht und das Vertrauen erhalten, daß man den eigenen Kindern genug mitgegeben hat, damit sie im Leben zurechtkommen.

    ***

    Damit Du mir glaubst werde ich mal konkret:
    Meine 3 langjährigsten Bekannten: Nr. 1 hat jahrelang gekifft, auch Dope geschmuggelt und gedealt und wurde dann später auch noch Kokainsüchtig. Er nahm auch gelegentlich H und rauchte Crack. Er war auch mal im Knast deshalb, das hat ihn aber nicht davon abgebracht. Er hat aber trotzdem auch paralell noch seine Ausbildung geschafft, und ist dann von selber von dem exzessiven Gebrauch abgekommen. Weil er es eben einfach gelernt hat. Es gab aber, vor allem mit Koks ein paar Rückfälle.
    Heute führt er ein kleines Unternehmen, ist zum zweiten Mal verheiratet, hat erwachsene Kinder mit denen er sich gut versteht, und mit der Drogenscene nix mehr am Hut.
    Trotzdem kifft er noch ab und zu mal was, z.B. wenn seine Kinder mal ein Piece haben. Denen traut er zu, dass sie selber wissen, was richtig für sie ist. Und mittlerweile sind die Kids auch wieder vom Kiffen abgekommen, weil es sie, wie sie sagen "zu lasch macht".

    Nr. 2: Habe ich in meiner wildesten Phase kennengelernt. Er war permanent auf Dope. Dann wurde es irgendwann zu viel: neben Kiffen noch Koks und MDA, Speed etc. - er machte eine psychotische Erfahrung, und war kurz davor sich selber in eine psychiatrische Klinik einzuweisen. Es wurde aber doch wieder besser und das reichte ihm dann. Es gab dann bei ihm viel Jahre nicht mal Alk.
    Er machte Karriere in einem Konzern, später machte er sich selbstständig, und verdient wirklich dicke Kohle.
    Mittlerweile trinkt er ab und zu mal ein Glas Wein, und besorgt schon gelegentlich mal ein Rauchpiece für seine Frau (die ganz gerne mal was raucht) oder seinen Sohn, dem er auch zutraut, damit zurechtzukommen.

    Nr 3: Hat nicht so exzessiv gekifft, wie die andern, aber auch Jahre lang regelmässig. Koks und andere Drogen hat er sporadisch auch genommen.
    Ist jetzt selbstständiger Unternehmer und erfolgreich.
    Kifft gelegentlich immer noch.

    Ich könnte die Liste noch fortführen. Sind meine Kumpels und deren Kinder alles die großen Ausnahmen von der Regel? Ich glaube nicht.

    LG, LizardKing


    Zitat von alive;105868

    Ganz genau. Regeln sind das A und O für uns Süchtige.

    Lizard, ich finde es gefährlich, wie du über Drogenkonsum, bzw. Sucht denkst. Wenn ein Mensch süchtig ist, dann KANN er nicht einfach so wieder mit den Drogen aufhören. Anscheinend hatten die Menschen in deinem Umkreis nur phasenweise mit Drogen zu tun. Das ist aber total selten. Die Norm sieht da wohl leider anders aus. Hier geht es um einen Dauerkiffer, der schon einiges in seinem Leben einfach schleifen lässt. Wohin das führen kann ist doch auch bekannt. Ohne klare Strukturen kommt er da doch nie raus. In einem Punkt stimme ich allerdings schon mit dir überein, nämlich, dass die Eltern die Beratung dringend benötigen.

    LG, alive

  • Ich glaube nicht das es die Eltern interessiert was andere geschafft haben. Es geht Ihnen einzig und allein um IHR kind. Schön das Deine Freunde das alle so gut in den Griff bekommen haben, aber muss man dafür erst in den Knast? Diese Erfahrung muss evtl nicht wirklich sein. Auch musst Du zugeben das ein weit größerer Teil der Kiffer diese Droge als Einstiegsdroge zu benutzen. Ist einfach Fakt.

  • früher habe ich über das kleine problemchen"Kiffen" als Einstiegsdroge gelacht. zu meiner zeit und an diesem ort gab es auch nicht viel anderes.
    mit den jahren habe ich aber viele abstürzen sehen, die gerade durch das Kiffen in jungen jahren den respekt vor sämtlichen drogen verloren haben.
    manchmal ist es eine phase, die vorüber geht....... manchmal prägt sie einem fürs leben, fürs Speed, koks, ecxtasy, GBL, meth, hero, und was noch alles kommen wird.
    ich habe viele eltern am tisch sitzen und weinen sehen, schreiend, prügelnd, einfach hilflos und immer versuchen den schein zu bewahren nach außen hin.
    ich bin 35 j. und ich würde verrückt vor Angst werden, wenn ich wüßte, dass mein kind drogen nimmt. gerade in dem alter, wo man meint, das leben ist göttlich, man brauch nur zu nehmen und das leben gibt.
    ich habe die eltern früher nicht verstanden weil ich genauso war, aber mit 15 j.
    man hat ja alles unter kontrolle.
    jetzt kann ich die eltern verstehen. es ist einfach Angst, das liebste was man hat zu verlieren.
    ich wurde damals jobmäßig "clean gehalten" unter Zwang sozusagen. und ich war so dumm früher, das ich nicht wissen will, wo es hätte geendet.
    mit 19 j. durch die eltern den job gerettet, immer wissen, dass die türe offen steht und man geliebt wird, fängt man es oft an auszunutzen.
    ich bin "erst 35 j." aber ich sehe wie die jugend von heute kein respekt mehr vor irgendeiner substanz hat, sobalt sie sie einmal genossen haben. es ist ein spiel mit dem feuer.
    stoned kommt man in dem alter kaum an einen jungen ran.
    ich würde euch gerne einen rat geben. wochenlang einsperren, spionieren, dope wegwerfen, "freunde" rauswerfen,mit ihm einige zeit auf eine einsame insel, keller, ihn anflehen aufzuhören,weil ihr ihn liebt, in der hoffnung er begreift es und es ist ihm wichtiger, ihm ein schlechtes gewissen einreden, indem ihr ihm zeigt, dass ihr daran psychisch zugrunde geht????????

    wenn es bim Kiffen bleiben würde "hin und wieder" aber.......meist kommt es anders...... ihr müsst ihn sehr lieben, schade das man die eltern erst viel zu spät versteht.

    aber eine professionelle hilfe für angehörige muss her, das ist ein anfang, laß diesen nicht schleifen, damit ihr ihn, euch "begreift und versteht"
    alles, alles gute und viel kraft und ein bisschen härte, härte für sich selbst, um diese dinge zu ertragen.
    wäre schön in paar jahren sitzt ihr beim sonntagsbraten und es wird über jugendsünden seinerseits gelacht und geflachst :2:

  • Carryon, ich glaube nicht, dass das Thema Zuversicht hier irgendwie fehl am Platze wäre.

    Ich hab sehr viel gepostet und sicher auch unstrukturiert und zu lang.

    Es geht mir nur um 3 Punkte die ich eigentlich vermittelm wollte:

    1. Glaube ich einfach nicht, dass die Eltern so wie sie momentan verfahren auf einen grünen Zweig kommen. Ich kritisiere nicht zum Spass an ihnen herum.

    2. Auch wenn ich mit Punkt 1 falsch liegen sollte: ich denke alle, die hier an dem Thread mitwirken sind sich doch einig, das Beratung notwendig ist - bei der Dauer des Problems und der gegenwärtigen Eskalation liegt es auf der Hand. Da aber der Süchtige im Moment keine Einsicht zeigt, oder vllt einfach auf Stur geschaltet hat, wird die Arbeit mit dem Betroffenen evtl. nicht ganz einfach anlaufen. Die Angehörigenberatung ist davon aber erstmal unabhängig und auch sehr wichtig. Hierzu haben die Eltern noch nicht Stellung genommen. Sie wollen erstmal den Sohn unter Zwang zur Beratung schleifen. Ob ihnen der Drogenberater vor 10 Monaten schon Angehörigenberatung angeboten hat, und ob Interesse daran besteht, wurde bisher nicht klar. Jedenfalls ist seit 10 Monaten beratungsmässig nichts passiert.

    3. Wollte ich sehr gerne etwas Zuversicht vermitteln. Ich will nicht mit ein paar positiven Beispielen die ganze Problematik verharmlosen. Aber die Beispiele von Leuten, die die Kurve gut gekriegt haben, die sollten doch etwas Mut machen, oder? Ich hab das ja nicht erfunden. Ich finde hier wird auch alles zu schwarz gesehen - "alleine schafft er es eh nimmer" - Absturz und völliger Untergang, Lebensunfähigkeit, lauter Schreckgespenster stehen im Raum. Die Gefahren werden hier zur Genüge abgehandelt.
    Das Alter um die 20 ist voller Überraschungen, neuen Entwicklungen und Möglichkeiten. Ich bin mir ganz sicher, das zu einer guten Erziehung, (und darum geht es hier ja auch ein bischen) eine Portion Mut und Zuversicht und Vertrauen in das Potential des Kindes gehört. In guten wie in schlechten Zeiten.


    Warum ich mich hier so engagiere? Weil mich das Ganze sehr an meine eigene Situation vor gut 25 Jahren erinnert. Meine Eltern haben ganz ähnlich reagiert, und für mich war das damals nur total nervig, und total daneben. Im Nachhinein betrachtet tut es mir sehr leid, weil sie Schlimmes durchgemacht haben. Aber ihr Verhalten war einfach (genau wie meines) total kontraproduktiv, hat nur Vertrauen zerstört und uns entzweit. Und ich hatte dadurch auch dann keine Hilfe von meinen Eltern, als ich später sogar bereit gewesen wäre, welche anzunhmen.
    Mittlerweile verstehen wir uns gut, aber über die Drogensache können wir leider immer noch nicht reden.
    Ich denke, ihr könntet es vielleicht besser hinbekommen, und wirklich in paar Jahren beim Sonntagsbraten zusammen darüber lachen :smiling_face:

    Nochmal alles Gute dabei, und liebe Grüße, LizardKIng

  • Hallo,

    in der kommenden Woche haben wir einen Temin bei der Drogenberatung. Damals sind wir nicht weiter gekommen. Aus dem ganz einfachen Grund. THEORETISCH hört sich alles so leicht an. Regeln, Konsequenzen und und. Im Alltag ist dann alles doch nicht so rosig. Das weiß wohl jeder, der mit suchtkranken Menschen zu tun hat. Hinzu kommt wohl auch, dass mein Mann und ich unterschiedliche Meinungen bezüglich der Konsequenzen haben. Nach dieser Geschichte am Sonntag sprechen wir am Montag noch einmal mit unserem Sohn und am Dienstag läuft für meinen Mann wieder das normale Leben. Sollte es ja auch, aber das Problem besteht noch und es nicht wieder Friede, Freude, Eierkuchen ...... jedenfalls nicht für mich, denn es wird nur ein paar Tage dauern und es passiert wieder etwas.

    Ich finde schon dass es wichtig ist, unserem Sohn zu Hause klare Strukturen zu geben. Bitte nicht falsch verstehen, er kann im privaten Bereich machen was er will (ausgenommen kiffen). Es gibt aber auch Pflichten und dazu gehört zur Arbeit gehen. Wenn wir zugelassen hätten, dass er seinen Job verliert wäre die Konsequenz, dass er nur noch abhängen kann, ob zu Hause oder in der eigenen Wohnung. Damit entzieht man ihm (oder er sich) immer mehr der Normalität und er würde noch weiter vom realen Leben entfernen. Kommt er abends nach einem anstrengenen Arbeitstag nach Hause, ist er wie ausgewechselt. Er ist Teil einer Gemeinschaft (auch wenn er es gar nicht so erkennt) und wirkt sogar zufrieden.

    Ach mir fällt noch ein, dass es bei uns im Ort nur eine Drogenberatung gibt, die auch Elternaustausch anbiete, allerdings nur alle paar Wochen einmal. Werde mal sehen, ob ich woanders einen "Elternstammtisch" finde, denn ich merke, dass mir der Autausch hier sehr gut tut. Im wirklichen Leben findet man ja nur die Vorzeigefamilien ohne Probleme ;-))

    Danke an Euch!

  • Hallo,

    ...aber du weißt nicht, was hinter der Fassade dieser Vorzeigefamilien abläuft :winking_face:


    Ich denke der Austausch hier, und das was kommen kann, wird euch weiter bringen. Besser ab und an mal AUstausch als gar keiner.

    Schade, dass du und dein Mann nicht am gleichen Strang ziehen, macht das Ganze nicht einfacher :frowning_face:

    Aber du wirst es schafft, ich finde dein Engagement für deinen Sohn super, und hoffe ihr werdet einen Weg raus aus diesem Kreislauf finden.

    Viel Kraft
    LG Julchen

  • Leider kann ich aus Zeitgründen nicht ausführlich auf die letzten Beiträge eingehen, aber ein paar Worte muss ich einfach los werden.

    Also, unser_sohn, meiner Meinung handelst du vollkommen richtig. Ich würde es mit meinem Wissen, selbst Erlebten und Erfahrung absolut genauso machen.

    Wenn ich schreibe, ich würde mein Kind auch vor die Türe setzen, wenn klare Regeln in Hinsicht Konsum und Drogen bunkern nicht eingehalten werden, dann bedeutet das nicht, dass ich mein Kind fallen lasse.

    Zusehen und auf die Einsicht eines Süchtigen warten, also das wird kein Berater empfehlen und ich sehe da auch keinen Sinn darin.
    Es wurde erwähnt, wer erwachsen behandelt werden will, der muss sich selber so verhalten und das schaut nun mal leider nicht so aus, als wenn er es macht :winking_face:

    Drogen verbieten macht nicht viel Sinn, aber was in meinem Haus passiert, das bestimme ich nun mal, wenn es um sowas geht.
    Alles andere zeigt deutliche Suchtstrukturen, der Arbeit fern bleiben, lügen, keine Regeln einhalten usw.

    Aber liebe Mama, zur Therapie zwingen macht wirklich keinen Sinn.
    Meiner Meinung müsst ihr als Eltern nun mal die Beratung wahr nehmen und euch einig werden. Deinem Mann schein nicht klar zu sein, das es hier nicht um gelegentliches 'Kiffen geht, euer Sohn ist süchtig.
    Wenn ihr als Regeln aufstellt, dann müssen beide Eltern die einig vertreten, Ausnahmen sind nicht drinnen. Ein Süchtiger wird immer einen Weg finden, wenn er merkt, dass er was für sich rausholen kann.

    Es gab mal Zeiten, da fand ich es auch cool, wenn man bei manchen Freunden zu Haus 'Kiffen konnte. Eltern von denen kifften oft selber oder gar zusammen mit deren Kids - als Jugendlicher hat mir das gefallen. Ich dachte auch, dieses Argument - lieber zuHause und von mir überblickbar, als auf der Straße - bla bla.

    Heute aber, wo klar ist, 'Kiffen ist nich ne Lappalie die man einfach so akzeptieren kann und es passiert schon nix, das liegt doch klar auf der Hand.
    Ok, wenn dieser Sohn 'Kiffen will, dann muss er es wo machen, wo es nicht mit der Unterstützung der Eltern passiert. Genauso verhält es sich mit Drogen im Haus, also wo kommen wir da hin, dass ich vielleicht noch ein Verfahren am Hals hab, weil mein Sohn seine Drogen im Haus hat?

    Die Beratungsstelle vor Ort wird euch sicher passend aufklären u8nd ich wette, das wird nicht von vielen Aussagen hier abweichen :winking_face:

    Liest eigentlich dein Mann hier mit?

    Ups, doch wieder viel mehr als eigentlich angesagt war :grinning_squinting_face:

    LG Franz

  • Es gibt einen Spruch, den ich mir immer wieder mal vor Augen führe: "Hör die andere Seite. Sieh die andere Seite."

    Wir alle hier haben keine, aber auch gar keine Ahnung, wie die Seite von dem Sohn aussieht.

    Das kann nur in Gesprächen ausgelotet werden.

    Vielleicht ist er schon längst auf Heroin? Oder vielleicht kifft er nur ab und zu, und seine Eltern übertreiben hier masslos?

    Vielleicht geht es nicht um ein Drogenproblem, sondern um Trotz und einen familiären Machtkampf?

    Vielleicht will der junge Mann diese Ausbildung gar nicht machen, weil es für ihn einfach der falsche Beruf ist?

    Ich kenne z.B. die Seite von unserem Azubi, der ist auch in dem Alter. Ich sehe, dass er äusserst talentiert und ehrgeizig in seinem Beruf ist. Ich sehe, dass er auf alles mögliche keinen Bock hat, und auf Heavy Metal steht (und selber Musik macht), und schwarze Klamotten trägt. Ich glaube, dass er das Zeug dazu hat, ein sehr erfolgreicher Mensch zu werden.

    Seine Eltern machen ihm ständig wegen irgend was die Hölle heiss, ich höre von Zwangsmassnahmen, von einem Vaterkonflikt und sonstigen familiären Problemen.

    Es wäre sicher spannend, mal zu hören, was der Vater meint, und warum da "pädagogiche Massnahmen" ergriffen werden müssen etc. pp.

    Der Azubi lügt seine Eltern auch an - aber nicht weil er eine Suchtstruktur hat. Ich glaube, der hat mit Drogen gar nix am Hut. Er fühlt sich dazu genötigt - ob das nun stimmt oder nicht sei dahingestellt.
    Er schwänzt auch die Schule - auch nicht wegen Suchtstruktur, sondern weil er einen Konflikt mit verschiedenen Lehrern hat.

    Auf jeden Fall haben sich bei unser_sohn die Fronten schon angefangen zu verhärten. Eltern bitten das Kiffen zu lassen - er zieht gleich noch einen durch. Wo soll das denn alles hinführen. Regeln werden ohne Konsens aufgestellt, d.h. der Sohn akzeptiert sie von vorneherein nicht. Gleichzeitig brechen die Eltern allgemeingültige Regeln, wie das Recht auf Privatsphäre, mit der Begründung, es wäre jetzt zum Besten des Sohne notwendig. Die Begründung wird der Sohn auch nicht akzeptieren. Das ist alles so ein Kuddelmuddel, von hier aus auch nicht zu beurteilen, aber ich kann nicht glauben, das das der richtige Weg sein soll, um wirklich Struktur in die Ganze Sache zu bringen.

    LG, Lizard

  • Also LizardKing,

    irgendwie redest du am Thema vorbei. Du zitierst Dinge, die einfach an den Haaren herbei gezogen sind.

    In deinen Aussagen ist zuviel "vielleicht". Glaubst du ernsthaft ich schreibe hier aus Zeitvertreib?

    Hätten wir andere familiäre Probleme würde eine Familientherapie in Betracht kommen.

    Das Drogenproblem ist FAKT. Wir kommen von dieser Welt und kennen unseren Sohn.

    Im übrigen habe ich unseren Sohn gebeten, hier zu lesen bzw. zu schreiben, es ist ihm aber zu STUMPF.

    Ein Kuddelmuddel, wie du es nennst, ist es nicht, sondern ganz klar ein Drogenproblem!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Franz
    Danke für Deine Antwort .......

  • habe mir den Thread durchgelesen, und muss doch jetzt auch mal was loswerden. Ich bin Opiatabhängig (in Substitution). Mittlerweile lebe ich mein eigenes Leben, mit meiner eigenen kleinen Familie (Freund und gemeinsamer Sohn).
    Vor ein paar Jahren, ich hatte zwar ein Zimmer im Studentenwohnheim, aber fuhr am WE und in den Semesterferien nach Hause, fiel meinen Eltern auf, dass mit mir was nicht stimmt. Ich sagte natürlich nicht die Wahrheit, ich belog sie. Für meine Eltern war es schon immer normal, mein Zimmer zu betreten, wann sie wollten, anklopfen lehnten sie ab, meine Mutter hielt sich oft in meinem Zimmer auf (am PC). Ich hatte also nie meine Privatsphäre, den das Zimmer musste ich noch mit meiner Schwester teilen.
    Als ich in den Semesterferien, immer öfter Entzugserscheinungen hatte (versuchte einen kalten Entzug nach dem anderen bei meinen Eltern) und immer öfter in die Großstadt fuhr um was zu besorgen, wurden meine Eltern natürlich misstrausich. Sie durchwühlten ständig mein Zimmer, meine Reisetaschen. Fanden sie MEdikamente (wie Mirtazepin, ein Antidepressiva, was auch müde macht), gingen sie zum Arzt und wurden falsch informiert (Mirtazepin = das stärkste Beruhigungsmittel).
    Eines Tages ging es mir richtig dreckig, ich war so entzügig, meine Eltern lieferten mich im KH ab. Im Auto dorthin hieß es noch: du bekommst dort Methadon, es wird dir besser gehn.
    Was war: ich musste im KH kalt entziehen. Gut, es war ein Kleinstadtkrankenhaus, aber trotzdem. Es war grauselig.
    Wieder zu Hause, konrtollierten mich meine Eltern immer mehr. Ich fand Zettel, wo alle Handynummern aus meinem Speicher aufgelistet waren. Man wollte mich nicht mehr alleine in die Großstadt fahren lassen, da ich dort aber studierte, musste ich dorthin. Mein Vater begleitete mich, ich hatte nur wenige Termine, deshalb ging es.
    Natürlich gelang es mir, meine Eltern auszutricksen, und als die Uni wieder begann, war ich bald wieder auf H. Am WE fuhr ich zu meinen Eltern. Natürlich wurde meine Reisetasche heimlich durchwühlt. Sie fanden Polamidon. Für meine Eltern war Polamidon genauso schlimm, wie H. Eine Droge. Über das Thema Substitution waren sie nicht informiert, für sie gab es nur ein Ziel: ich sollte clean sein, komplett. Vom Arzt verschriebene Medikamente wurden mir weggenommen. Bald gab es für das Bad keinen Schlüssel mehr, ich könnte ja dort konsumieren. Es fühl sich herabwürdigend an, wenn man beim duschen, vom eigenen Vater beobachtet wird. Besuchte ich in der Kleinstadt Freunde, ging mir mein Vater heimlich hinterher. Ich durfte nur im Beisein meiner Eltern telefonieren. Ich fühlte mich so eingeschrenkt, ich getraute mich nachts nicht mal mehr aufs Klo. Denn ging ich doch, hieß es am nächsten morgen: du warst nachts auf dem Klo, du hast nicht richtig durchgeschlafen, du bist wohl entzügig? (dabei war ich es nicht, hatte ja das Polamidon)
    Ich konnte mich nicht mehr gemütlich aufs Sofa legen, denn sofort hieß es: du bist wohl zu schwach zu sitzen, du bist Entzügig.
    Außerdem besuchte ich in der Kleinstadt regelmäßig die Drogenberatung. Meine Eltern riefen hinterher bei der Beraterin an, was ich erzählt hätte. Ich ging also nicht mehr zur Beratung.
    Fuhr ich Sonntags in meinen Studienort zurück, wurde mein Jugenzimmer durchwühlt. Fanden sie im Papierkorb Verdächtiges, bekam ich böse SMS. Bis heute gab es nie ein klärendes, offenes Gespräch mit meinen Eltern. Sie wissen bis heute nicht, dass ich in Substitution bin. Ich weiß, ich habe ihr Vertrauen zerstört. Aber sie meins auch. Ich hätte mir gewünscht, dass ich hätte zu ihnen kommen können, die Wahrheit erzählen. Ohne "Bestrafungen" zu fürchten.
    Bei eurem Sohn geht es "nur" ums Kiffen. Aber ich will nur sagen: steht eurem Sohn zu einem Gespräch bereit. Droht nicht. Den er wird nur noch mehr lügen. Sagt ihm: "Wir wissen, dass du kiffst. Wir sind für dich da. Wir werden dein Zimmer nicht mehr durchwühlen, denn wir vertrauen dir, dass du trotz Kiffen, dein Leben auf die Reihe kriegst. (wie ist seine Sache, vielleicht wird er eine 2. Ausbildung machen, er kann und sollte das alleine entscheiden dürfen) Wir können dir erstmal kein Geld geben, weil wir es uns finanziell nicht leisten können, dass unser Geld für Drogen draufgeht. Wenn du was Klamotten brauchst, sage Bescheid. (verdient er eigenes Geld, könnt ihr ja "Essensgeld" verlangen, sein restliches Geld sollte er sich selbst einteilen dürfen. Laßt aber besser keine Geldbörsen rumliegen) Wenn du Probleme hast, wir sind für dich da. Komme damit zu uns. Wir werden sehen, wie wir dir dann helfen können. Wir werden dich nicht bestrafen. Wir helfen nur soviel, wie du willst" (Die Hilfe muss nicht das Bezahlen von zB Geldstrafen sein, aber manchmal hilft es ihn vielleicht zu einem Rechtsanwalt zu begleiten usw.)
    Ich finde, das Wichtigste ist, dass die Kommunikation zw Eltern und Kind niemals abreissen darf. Und mit solchen Dingen, wie Zimmerkonrolle etc, wird die Kommunikation zerstört. Denn wie wird sich euer Sohn fühlen, wenn er zB Probleme mit der Polizei hat. Er wird sich nicht getrauen, mit euch zu sprechen, weil er weitere Einschränkungen fürchten muss. Und dann wird alles noch schlimmer.
    Hätte ich damals offen mit meinen Eltern sprechen können, wäre vielleicht vieles anders gelaufen. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mir zB helfen, einen Substi-Arzt zu finden. Das wäre für mich eine wirkliche Hilfe gewesen. Mir hinterzuspionieren, dass dagegen half mir nicht. Denn ein Süchtiger findet immer einen Weg, seine Eltern auszuticksen...Ein Beispiel noch: ich hatte alle Dealer-Nrummern aus meinem Handy gelöscht. Natürlich hatte ich Suchtdruck und ich ärgerte mich, dass ich die Nr. gelösht hatte. Ich konnte aber so keinen Stoff gesorgen. Zwei Tage später fand ich durch Zufall den Zettel meiner Eltern, wo alle Telfonnummern aus meinem Speicher draufstanden. Da waren sie ja, alle meine Dealer-Nummern.
    Natürlich, ich wäre so oder so rückfällig geworden, der Zettel hat es nur erleichtert. Aber es ist vielleicht ein kleines Bsp. wie schnell Hilfe nach hinten losgehn kann....
    Das soweit von mir...

  • Hallo Kullbunt,

    danke für deine Nachricht. Ich kann verstehen, dass du dich bei diesem Kontrolldruck nicht gut gefühlt hast. Das muss unerträglich gewesen sein.

    Wir kontrollieren unseren Sohn nicht, das ist hier scheinbar falsch rüber gekommen. Er hat teilweise Freunde, die wir nicht kennen. Er ist am Wochenende mit Freunden unterwegs und wir wissen nur was er erzählt. Sein Zimmer wird auch nicht kontrolliert. Er hatte seine Drogen in einem kleinen Kästchen auf seinem Tisch im Zimmer liegen - direkt daneben Tabak usw. Ganz ehrlich, wenn wir nach der Geschichte am Sonntag nicht ganz blind sein wollten, mußten wir die Sachen finden ohne etwas zu durch wühlen. Mehr Überblick über sein Zimmer haben wir nicht, kennen nicht seine PC-Spiele usw. Wir sind sogar so tolerant, dass wir das Chaos in seinem Zimmer dulden, denn er muss dort ja wohnen.

    Im übrigen reden wir auch viel. Er steht zu seinen Drogen - erzählt uns darüber und diskutiert mit uns über Drogen. Wir sind ständig im Gespräch ....... und die Vernunft ist bei ihm ja auch da, aber die Sucht ist stärker .....

    LG Tina

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