Ehe mit nem Polytoxikomanen

  • HiHo,

    allein für den Titel brauchte ich 5 Min Bedenkzeit...
    Wie krieg ich das, was ich sagen will in 4 Sätze zusammengepackt?

    Der Mann, den ich vor ein paar Jahren (nach einer kurzen Kennenlernzeit, in der er clean war) geheiratet habe, hat es nach der Hochzeit nicht lange ausgehalten und ist mit Heroin rückfällig geworden. Seit dem ist es ein einziges Auf und Ab mit unzähligen Rückfällen, Entgiftungen und tädere und hopsasa...
    Bis jetzt hab ich immer nach Hilfe für meinen Mann gesucht, aber... ich brauch auch Hilfe. Ist hier irgendjemand, der seinen süchtigen Partner noch nicht abgeschrieben hat, oder sogar jemand, dessen süchtiger Partner es geschafft hat / Ihr es zusammen geschafft habt? Oder ist es wirklich einfach nur Wunschdenken?
    Ich habe die Schnauze sowas von voll, ich brauch echt ne Ermutigung zum Durchhalten...

  • hallo du,

    ich gebe dir nun ganz sicher keine Ermutigung zum Durchhalten. Du steckst dick in einer Co-Abhängigkeit drin, weshalb ich nicht wüsste, warum ich dir sagen sollte, dass du das ruhig weitermachen sollst. Gut finde ich, dass du nun erkennst, dass du ein Problem hast. Warum hast du bisher nach Hilfe für deinen Mann gesucht? Glaub nicht, dass ihm das irgendetwas bringt. Wenn er Hilfe will, soll er sie sich selbst suchen. Wenn du Hilfe willst, musst auch du selbst dich darum kümmern, wie du es ja grad machst.

    LG, alive

  • Hallo Esel,
    sehe es ebenso wie Alive. Du steckst mittendrin in der Co und Du wirst da auch nicht einfach so wieder rauskommen. Dein Mann muss aus eigener Kraft den Willen haben aufzuhören, Du kannst Ihm dabei nicht wirklich helfen. Allenfalls ermutigen. Du sagst ja selber das Du nicht mehr kannst, höchste Eisenbahn was zu verändern. DU musst Dich verändern. Raus aus der Co, schau nach Dir. Es hört sich vielleicht herzlos an, aber willst Du Dein Leben einfach so *wegwerfen* Er hatte schon soviele Chancen und wenn es bei Ihm von ganz alleine nicht klick macht wird er es nie packen und Du gehst mit Ihm unter. Schau jetzt nach DIR, er ist kein kleines Kind mehr das Frau an die Hand nehmen muss. Alles gute, Carry

  • Naja, ich hätte doch mehr als 5 Sätze schreiben sollen... hatte auch gar nicht an die Sache mit der co-Abhänigkeit gedacht... sonst hätte ich vielleicht erwähnt, das mein Mann und ich seit März 2008 getrennt leben und er jetzt auch nächsten Monat in eine Therapie geht.
    Das Thema Co-Abhängigkeit also gar nich so ne große Rolle spielt.

    Mir geht es um die Zukunft, süchtig bleibt er sein Leben lang, eine Garantie, das er nie wieder Rückfällig wird gibt es nicht. Wie geht man damit um? Wie verarbeitet man die Enttäuschungen, wie lernt man wieder neu zu vertrauen... etc pp...

    Ich möchte mich eigentlich wirklich mit Leuten austauschen, die das was ich jetzt durchmache, hinter sich haben und es erfolgreich gemeistert haben.

    Für mich gibt es einen Unterschied zwischen loslassen und fallenlassen.
    Und ich stehe gerade an dem Punkt wo ich fallenlassen möchte, weil ich denke, dass zu viel kaputt ist, als das man das wieder heile machen könnte und mir der Weg einfach zu schwer ist.

  • hallo esel,ich kann echt nachempfinden,wie du dich in deiner jetzigen siuation fühlst.mir ging es vor einem jahr so ähnlich.ich habe einen freund,der ebenfalls süchtig ist,er ist schwerer alkoholiker.wir sind zusammengekommen,als er kurzzeitig trocken war,aber während unserer beziehung fing er wieder an exzessiv zu trinken.ich wusste,dass ich ihn nicht dazu zwingen konnte,aufzuhören,aber ich habe alles menschenmögliche getan um ihn auf seinem weg zur abstinenz zu unterstützten.mit meiner hilfe und seiner willenskraft hat er es letztendlich geschafft,trocken zu werden.ich hoffe mein beitrag,hat dich etwas dazu ermuntert,die hoffnung nicht aufzugeben.

  • Hallo Esel,

    ich weiß nicht ob man nicht auch co-abhängig sein kann, wenn man getrennt ist. Du beschäftigst dich nach wie vor mit der Sucht deines Partners, überlegst ihn fallen zu lassen, merkst aber gleichzeitig, dass das weh tut.

    Wo ist da die Achtsamkeit dir gegenüber, was DIR gut tut.

    Gut wenn er Thera machen will, schön wenn du es schaffen kannst ihn als Freund zu behalten, aber dazu gehört, dass du dich frei machst von seiner Sucht.

    Klar Enttäuschungen hat es gegeben, die Gedanken daran solltest du fallen lassen. Einen neuen Anfang starten, mit dem Wissen, dass er sein Leben lang süchtig bleiben wird, aber die Möglichkeit hat, zu lernen damit umzugehen, d.h. abstinent zu leben. Aber das kann er nur für sich alleine.
    Süchtige tun einem nicht weh, weil sie so boshaft sind, sondern weil sie aufgrund ihrer Krankheit eben gar nimmer anders können.
    Die Droge macht kalt, unsozial, es wird nur noch auf die eigenen Bedürfnisse geachtet....der nächste Kick ist das was zählt.

    Mach dich frei, lass ihn los, seine Thera machen, schau, dass du dir Hilfe holst, und für dich mit den Enttäuschungen umgehen lernst.

    Sicher können dir hier Ratschläge helfen, aber ich denke wichtig ist auch, für dich zu erkennen, wie das überhaupt soweit hat kommen können, wie du hast zulassen können, dass dir über lange Zeit so weh getan wurde :smiling_face:

    Ich wünsche dir weiteres Feedback, pass auf dich auf

    LG Julchen

  • Ich glaube, dass das was ich nicht mag, diese Pauschalisierung ist....

    Hat man mit einem Drogenabhängigen zu tun, ist man direkt Co-Abhängig!

    Keiner fragt wirklich nach, wie man sich verhalten hat, oder in was derjenige seine Identität findet, es wird einfach abgestempelt, Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

    Ich habe mich mit dem Thema Co-Abhängigkeit beschäftigt, vor allem mit einer Definition von Co-Abhängigkeit. Was meinen die Menschen, wenn sie von Co-Abhänigkeit reden? Was sind die Erkennungsmerkmale?
    Wenn ich eine Liste zum Abhacken hätte... (trifft zu / trifft nicht zu)...

    Sicherlich habe ich fehler gemacht, in den paar Jahren habe ich ihn natürlich schon vor der ein oder anderen schädlichen Konsequenz bewahrt und auch mein Kontrollwahn nahm bedrohliche Ausmaße an.... aber deswegen bin ich nicht direkt co-abhängig.

    Ich leide weder unter einem schlechten Selbstwertgefühl, noch der Sucht gebraucht zu werden, geschweige denn irgendwelchen Retter- oder Helfer-Syndromen und von Schuldgefühlen bin ich auch völllig frei.

    Aber die Frage, warum ich den Scheiß so lange mitmache..?
    Weil mein Mann nach dem Fallen auch immer wieder aufsteht.
    Weil er wirklich frei werden möchte und dafür kämpft.
    Ich habe noch keinen Drogensüchtigen kennengelernt, der so kämpft wie mein Mann! Viele geben sich auf, nach ein paar Versuchen und Enttäuschungen, aber er fasst immer wieder Mut.

    Früher habe ich eine "Beziehnung" nicht länger als 3 Monate ausgehalten, dann wurde mir der Mensch langweilig, habe ich mich an seinen Fehlern gestört etc pp..
    aber für meinen Mann habe ich mich entschieden.
    Wenn man so eine Entscheidung getroffen hat, das Ziel fest vor Augen hat und die Hoffnung immer irgendwie aufblüht,... dann gibt das einem eine Fähigkeit diese Scheiße zu ertragen...

    Naja blah blah blah... genug geschafelt.

    Bis auf eine Selbsthilfegruppe wüßte ich eh nich, wie profissionelle Hilfe für Co-Abhängige ausschaut.

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