Depersonalisation

  • hi,

    vieleicht gibt es hier ja den ein oder anderen der unter ähnlichen problemen leidet. vor einigen jahren als ich das erste mal in der klapse war wurde bei mir eine schwere depressive episode mit psychotischen symptomen festgestellt, später dann eine rezidivierende depressive störung mit Depersonalisation. ich bekomm natürlich "medikamente" dagegen und nehme die auch regelmäßig zwar nicht weil ich an die wirkung glaube sonders um keine entzugsymtome zu bekommen.. aber das ist nebensächlich. mich würde sehr interesieren wie betroffene damit umgehen.. ich kann leider nur berichten das dass einzige was mich wirklich für eine gewisse zeit wieder "normal" werden lässt Alkohol ist. das Haldol hatt es in der tat anfangs kurzfristig besser gemacht, aber nach und nach verliert man, so hab ich das gefühl, mehr und mehr den bezug zum leben. wie soll ich sagen.. das eigentliche problem ist damit behoben aber ein neues nicht gerade milderes problem entsteht.. ich muss ehrlich sagen das ich langsam nur noch verzweifelt bin. es ist so das es nicht immer ist es gibt wochen da ist alles "normal" dann kommen wieder fasen in denen ich wenn ich an den tag zurück denke JEDE verdammte erinnerung so habe als würde ich mich von 5 meter hinter mir betrachen, und an diesen tagen ist es in der tat so das ich nicth das gefühl hab meine handlungen steuern zu können, sondern lediglich ein "zuschauer" bin und alles läuft tatsächlich automatisch ab.... naja wird wohl eh wieder keiner verstehen..

  • hallo bär, deine beschreibungen kann ich ziemlich gut nachvollziehen. ich sehe manchmal alles wie von oben in der luft, so ähnlich wie im traum. hast du das den ärzten denn gesagt? und wie ist es in den normalen phasen, was könnte anders sein, wenn es "komisch" ist?
    dass es auf Alkohol anders ist, verstehe ich. mir kommt es manchmal so vor, als wäre man unterschiedliche personen auf unterschiedlichen drogen,
    lieben gruß

  • Lieber Bär,
    ich kann deine Beschreibung gut nachvollziehen.
    Mir ging es vor vielen Jahren sehr ähnlich, fast genau so.
    Ich wusste nie wer ich selber bin.Das Leben zog an mir vorbei.
    Ich bekam meine Handlungen oft nicht mit.
    In meinem Kopf waren zwar teilweise wunderschöne Träume vom Leben, aber umsetzen konnte ich das nie, denn ich wusste ja nicht wer ich war.
    Ich fühlte mich oft einsam und als Niemand und hatte Probleme mit anderen Menschen.Ich dachte immer alle wären gegen mich.
    Irgentwann machte ich auch eine Therapie und bekam Psychopharmaka.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, das mich dieses Medikament noch mehr verwirrte.
    Mit dem Alkohol ging es mir dann auch noch besser.Irgentwann kam das Kiffen dazu und dann auch andere Drogen.
    Irgendwann hatte ich alles satt. Ich ich wollte nicht mehr so leben und wollte endlich wissen wer ich bin.
    Ich machte 2007 eine Langzeittherapie.(6 Monate)
    Seit dem lebe ich clean.Es ist oft ein Kampf.Doch wenn man zu sich finden möchte ist wichtig, das man bei vollem Bewusstsein ist.Ohne Drogen,ohne Medikamente und ohne Alkohol.
    Man muss das Leben ordnen.Vergangenheit aufarbeiten und vorallem akzeptieren.Auch wenn es harte Zeiten gab, solange wie du das nicht akzeptierst, wirst du keinen Schritt nach vorn gehen können.
    Es ist ein langer Weg, den man ohne professioneller Hilfe wahrscheinlich kaum schaffen kann.
    Wichtig ist das du dir bewusst machst das du ein wertvoller Mensch bist und weißt was du willst und auch daran glaubst.
    Und vorallem das du den Moment der gerade ist bewusst und positiv erleben kannst.
    Es ist ein langer Weg und auch ich hab oft Rückschläge in meiner Gefühlswelt.
    Doch ich möchte weiter kämpfen.
    Ich kann dir nur raten, finde dich selbst und du wirst du selbst sein können.Fang an dich zu lieben und du wirst das Leben lieben.
    Es ist ein langer und schwieriger Weg.Doch vertrau dir, such dir Hilfe und sortiere dein Leben.

    Wer kämpft kann verlieren,
    wer nicht kämpft hat verloren!!!!

    Liebe Grüße Wonni

  • @ wonni: Wollt nur sagen dass ich das unheimlich toll finde, was du alles geschafft hast. Die Spirale mit Alkohol, Psychopharmaka und Drogen kenne ich auch sehr gut.
    Momentan versuche ich mir auch einen substanzmittelfreien Weg zu bahnen und hoffe, dass es mir gelingt, diesen auszuhalten.
    Ich kann nur soviel sagen, dass ich dich um deine Leistung wirklich beneide...

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