Grüsse erstmal an alle.
Ist mein erster Beitrag hier. Ich hoffe das mein Problem nicht zu unbedeutend ist. Ich hab die Suche schon ein wenig benutzt und zum Thema Tramadol und Co. schon so einiges gefunden. In vielen Themen wird zwischen Sucht und Abhängigkeit differenziert.
Also ich bin ich wohl Tramadol-Abhängig. Ich hab mir vieles durchgelesen was hier schon getippt wurde. Und irgendwie waren immer irgendwelche Tramadol-Tropfen im Spiel. Ich hatte auch mal einen Arzt (so nebenbei) gefragt ob Tramadol abhängig machen würde. Er meinte zu mir das würde nur für eben jene Tropfen gelten.
Hmm.. Nach 5 Jahren Retard-Tabletten-einnahme muss ich aber sagen das er da irgendwie falsch liegt.
Also verschrieben hab ich die Dinger nie bekommen. Ich bin halt anderweitig (nein keine Dealer oder Internetkäufe) da ran gekommen und hab die eigentlich nur aus völliger Naivität gegen meine Schlaflosigkeit genommen. Ich konnte dann zwar nicht wirklich schlafen, aber war dennoch ausgeruht und konzentriert am nächsten Tag. Das Gefühl hat mir sehr gefallen. Und so fing das eben an.
Naja das ging eben so Monat für Monat und ich hatte mir damals noch überhaupt keinen Kopf darum gemacht was passiert wenn ich aufhör. Bin dann ohne Tabletten für n paar Tage weggefahren und hab halt plötzlich gemerkt was da passiert.. Ich denke jeder der das hier liest wird es kennen.... Oder isses nur bei mir so? Keinen Schimmer.
Fängt eher harmlos an mit.. ich nenns mal akkustische Halluzination. Ein stochastisches Fiepsen im Schädel. Man versucht zu schlafen aber der Körper scheint die Temperatur nich mehr regeln zu können. Meine Waden schienen explodieren zu wollen. Mein Herz rappelte sich kaputt so schien es. Rumliegen und den Schlaf erzwingen zu wollen machte es nur noch schlimmer. Rumlaufen wie n Bär im Käfig und sich ablenken war angesagt. Und wenn man doch schläft träumt man höchst intensiv.. Grauslig das... Viele hier haben von Erbrechen und Durchfall erzählt.. So weit hab ichs gar nich erst kommen lassen....
Nunja.. das ging dann Jahr für Jahr weiter. Aber ich hab eben immer nur Retard-Tabletten oder Retard-Kapseln genommen. Eigentlich nur(?) 400-600 mg am Tag.
Ich hätte eigentlich schon längst mal versuchen sollen damit aufzuhören. Ich hab auch schon versucht die Dosis zu verkleinern indem ich Tabletten eben halbiert habe und dann immer nur zu festen Zeiten versucht habe die Entzugserscheinungen abzumildern. Aber mein Körper ist so unzuverlässig und die Symptome treten auf wann sie wollen.
Ein plötzliches Absetzen trau ich mir ehrlich gesagt nich zu. Mit einem Ruhepuls von 130 hab ich irgendwie n bissl Angst davor das mein Herz das nich mitmacht. Oder ich mir allein durch den Schlafentzug einen Kreislaufkollaps verpasse.
Mag sein das es viel krassere Fälle gibt mit viel viel höheren Dosen wohin mein Gejammer hier null und nichtig wirkt Aber mir reicht das was ich grad durchmache schon völlig zu. Ich wollte nie Abhängig sein, hab nie Drogen anderer Art genommen oder gekifft, noch nichtmal Alkohol trink ich (ausser Silvester ^^) und rauchen tu ich auch nicht. Wenn ich dieses blöde Tramadol irgendwie jetzt noch aus meinem Leben rauskrieg wärs echt super.
Also wenn jemand Tipps hat wie man einen langsamen Entzug allein durchstehen kann. (Meine Freundin / Familie möchte ich damit nicht belasten und es wär schön wenn das ohne Doc gehen würd.) Vielleicht wie man das cleverer dosiert oder welche Mittel die Beschwerden eines Entzugs lindern. (Ich hab was von Betablockern gelesen, aber die scheinen irgendwie auch süchtig zu machen so wie ich das kapiert habe.)
Ich geh einfach mal davon aus das ich durch die Lange Zeit die ich die Dinger schon nehme keine einfache Aufgabe vor mir habe. Wäre für jeden Tipp dankbar.
Liebe Grüße
Argon