12 Jahre Depressionen mit Panikattacken und Angststörun

  • Hallo zusammen,

    seit dem 14. Lebensjahr leide ich unter schweren Depressionen mit Angststörungen (die ich natürlich nach außen hin immer versteckt habe). Mit 14 Jahren habe ich des erste mal versucht, mir das Leben zu nehmen.

    Die Depressionen wurden langsam aber stetig mehr. Meine Mutter (Alkoholikerin und Borderlinerin) hatte mit sich selbst schon genug zu tun ich konnte mit ihr nie darüber reden, dass es mich zerreißt , wenn sie trinkt und mich beschimpft und fertig macht. Sie wurde immer agressiver und hat mich nachts immer wieder aus dem BEtt geholt, wenn ich meine Tür abgeschlossen habe, hat sie davorgehämmert, bis ich vor lauter Panik doch aufgemacht habe. Sie sagte im betrunkenen Kopf immer wieder: "Wenn du nicht aufmachst, dann bring ich dich um du Stück Scheiße". Oder: "ich hätte dich besser ersoffen, als du klein warst" oder: sei froh, dass ich dich nicht in Holland auf die Müllkippe geworfen habe. Du bist so widerlich du bist abartig, dein Vater wollte eh, dass du verreckst" und wenn ich versucht habe, mich zu wehre, ist sie noch mehr ausgerastet und ist auf mich losgegangen. Jeden Abend.... ich habe jede Nacht gezittert und geweint und auch öfter um Hilfe gerufen ganz laut. Kein Nachbar hat jemals reagiert. Die Familie wusste auch, dass meine Mutter trinkt, aber keiner hat irgendetwas unternommen.

    Meine Mutter war alleinerziehend und hat auch jede Menge durchgemacht. Meinen Vater habe ich ja erst mit 19 kennengelernt und er ist mit 44 an einem Gehirntumor gestorben. wir hatten nur 1/12 Jahre zusammen und diese zeit war wundervoll.

    Da unsere ganze Familie auseinandergerissen ist, und ich keinen Halt mehr hatte, habe ich psychisch und körperlich so abgebaut, dass ich nicht mal mehr einkaufen gehen konnte oder telefonieren. Ich habe vor Panik nur noch geheult und mir selbst die Schuld für meine Existenz gegeben.

    Das war nur ein kleiner Auszug aus meinem Leben.

    Auf jeden Fall mache ich seit ca. 3 Monaten eine Therapie, damit meine Mutter keine "macht" mehr über mich hat. ich nehme Paroxetin 40 mg, das hilft mir sehr weiter, damit ich auf die Straße gehen kann ohne dass mir schwindlig wird oder so.

    Ich leide immer noch unter schlimmen Albträumen und ich hoffe, dass diese bald aufhören, denn meine Vergangenheit quält mich jeden Tag, ohne dass ich das möchte.

    Es ist jeden Tag ein Kampf

  • Hallo paindrop,

    ich wollt doch kurz was dazu schreiben.

    das mit deiner kindheit tut mir natürlich leid.
    wenn ich sehe, was bei mir zu einer ähnlichen problemtaik geführt hat, war meine kindheit ja ein bilderbuch dagegen.

    naja aber schön zu hören, dass du dich in therapie begeben hast.

    meine diagnosen klingen recht ähnlich-->chronische depression (was auch immer das chronisch da soll)-->angststörung-->soziale ängste

    mach jetzt sei 1 1/4 jahr therapie davon 7 monate stationäre Langzeittherapie.

    und ja es ist jeden tag ein kampf, nur irgendwann rückt der kampf in den hintergrund.
    zumindest ist das phasenweise so bei mir
    ganz los wird man das wohl nicht mehr.

    wenn du fragen hast schieß los:D

    LG
    Mirko

  • Hallo Mirko!

    Vielen Dank für deine Antwort! Was hat bei dir denn zu den Depressionen geführt?

    Hat dir die stationäre Therapie geholfen? Mein Therapeut wollte mich in eine Klinik für traumatisierte Patienten schicken, aber ich habe große Angst davor. Ja, jeder Tag ist ein Kampf, andere verstehen das nicht, die halten einen für gaga wenn man denen das erzählt.

    Ich glaube auch, dass es immer ein Teil von uns sein wird, aber wir die Aufgabe haben, unsere Sichtweise immer wieder zu prüfen und eventuell "aufzubessern".

  • Guten Tag paindrop,

    Das was du erlebt hast, ist nicht einfach. Im Gegenteil, tut mir Leid, dass du so etwas erleben musstest.
    DOch du packst es gut an, Therapie ist ein guter und wichtiger Schritt, das alles zu verarbeiten und Normalität einkehren zu lassen.

    Wovor hast du denn genau Angst, was sind deine Befürchtungen vor der Klinik?
    Kannst du es nicht ein wenig als Chance sehen, mit dem ganzen ein wenig besser umgehen zu können?

    Gruß Zyna

  • Hi paindrop,

    der letzte satz von dir trifft den nagel auf den kopf.

    das ist das was ich erst lernen musste.

    Die langzeittherapie hat mir sehr geholfen. gerade bei dir (wenn man zudem mal davon ausgeht dass das oben ja nur ein kleiner auszug deiner kindheit war) hat dein arzt denke ich schon recht.

    traumatisierend ist sowas bestimmt, aber es sollten auch die anderen dinge in der klinik behandelt werden.

    Deswegen hab ich mich damals gegen eine spezialisierte klinik entschieden.

    Ich sollte langzeitthera in bad fredeburg machen, jedoch wäre es da dann entweder nach Angststörung oder nach Depressionen gegangen. vom rest mal zu schweigen.

    Da ich aber so gut mit meiner therapeutin in der allgemeinen klinik klarkam, hab ich bei ihr die langzeit gemacht.

    und der kampf ist noch lang nicht vorbei.

    Bin im moment noch in der tagesklinik. zudem einmal in der Woche Therapie und besuch vom psychiatrischen Begleitdienst. aber ein ende ist in sicht.

    Darf ich fragen wie dein Leben momentan denn so aussieht?

    also ich würde den rat deines arztes überdenken.

    Kannst mir auch gerne ne pn schreiben

    LG
    Mirko

  • Hallo ihr Lieben, danke für die Antworten,

    ich habe Angst vor der Klinik, weil ich irgendwie noch nicht ganz einsehen will, dass ich diese Art von Hilfe "brauche". Ich meine das keineswegs abwertend oder so, sondern einfach Angst davor mir einzugestehen, dass es mir gut tun würde

  • Tag'chen paindrop,

    das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich seh es heute noch oft nicht ein, dass ich manche Hilfe - welche ich im Moment bekomme - wirklich brauche.
    Doch ich mache mir jederzeit bewusst, dass es eben derzeit noch (!) nicht anders geht.
    Ebenso war es bei mir - wie bei dir - mit der Klinik. Habe mich lange Zeit gewehrt, hab jeden erdenklich kleinen Grund gefunden, wieso es nicht geht.

    Doch Fakt ist, dir geht es damit nicht gut und da muss was geschehen.
    Danach kannst du immernoch entscheiden, ob es dir was gebracht hat oder nicht.

    Wie gesagt, ich kenne die Ängste sehr gut und kann dich somit auch sehr gut verstehen.
    Doch schlussendlich merkst du ja selbst irgendwie, wenn alles super klappen würde, hättest du in dieser Hinsicht keinen solchen Leidensdruck.

    Schlussendlich, was hast du zu verlieren?
    Ich denke den ersten Schritt, welchen du nun anstreben musst, ist die Akzeptanz.
    Die Akzeptanz, für deine momentane Situation.
    Du musst dich nicht verstecken, für nichts. Gib dir mehr Selbstachtung und akzeptiere und verändere danach.
    Unterhalte dich mit Leuten, welche die gleichen Probleme haben. Werde dir selbst mehr bewusst.
    Das geht sicherlich nicht von heute auf morgen, aber es geht!

    Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem weiteren Weg!

    Zyna

  • Hi Zyna!

    danke für deinen Beitrag! ja du hast recht, zu verlieren habe ich nichts. Ich habe nur Angst davor, hier das auf der Arbeit kund zu tun, weißst du was ich meine? ich schäme mich dann irgendwie so sehr, dass mich das glaub ich am meisten hindert. Ich will nicht als Psycho abgestempelt werden

  • Nun, paindrop.
    Wieso sollte es denn jemand mitbekommen, auf der Arbeit.
    Klar, das Risiko gibt es immer, irgendwie. Aber du wirst es sicherlich nicht an eine große Glocke hängen.
    Du musst niemanden auf der Arbeit, deine Lebensgeschichte, erzählen. Das geht niemanden etwas an.

    Außerdem, auf die MEinung anderer kannst du gut verzichten, wenn du selbst dahinterstehst und, zu DIR stehst.

    Bei mir, wissen fast alle aus meinem Umfeld, was bei mir los ist.
    Klar, ich hatte ebenso die gleichen Ägnste wie du. Auch dasich nicht mehr ernst genommen werd.
    Aber im Gegenteil, ich werde Respektiert, aber nur weil ich selbst dazu steh.
    Du kannst ja nichts dafür, dass du dieses Problem hast!
    DU hast es dir nicht ausgesucht!

    Also schäm dich nicht für etwas, wofür du nichts kannst.

    Di Angst wird sicherlich bleiben. Und es ist gut, dass sie da ist. Denn es ist normal!
    Jedoch sollte die Angst nicht so groß werden, dass sie dich beim gehen hindert.
    Also pack sie unter den Arm, nimm sie mit und geh.
    Geh DEINEN Weg.
    Denn du tust es für DICH und für keinen anderen!

    Zyna

  • Du bist wirklich sehr stark, wie ich das so aus deinen Beiträgen lese. Ja du hast recht, schämen muss ich mich nicht, nur weil die meisten das halt nicht nachvollziehen können. MEine Chefs wissen jedoch, dass ich eine Therapie mache, aber so richtig Verständnis kommt da nicht auf. Na ja, egal was solls.

    Meistens regen mich die Sprüche von anderen so dermaßen auf wie z. B. "Das wird schon wieder" oder "Dinge ändern sich halt". Das braucht mir nun wirklich keiner zu sagen, kennst du auch solche Sprüche, die dich zum kochen bringen?

    Ich merke selber, wie ich jeden Tag ein bisschen mehr zu mir stehe, das tut auch unheimlich gut. Und dann kommt wieder der Punkt, an dem ich wieder alles hinschmeißen könnte. Aber ich bleibe auf jeden Fall weiterhin in Therapie und laufe nicht davor weg.

  • Nun, so stark bin ich auch nicht. Ich denke, alle die hier sind. Alle die kämpfen, die etwas verändern wollen.
    Wir alle sind gleich stark, denn wir geben nicht auf.
    Auch du bist ein Kämpfer. Du denkst darüber nach, was mit dir passiert. Du willst, dass es anders ist, nur die Umsetzung braucht eben seine Zeit, fordert Geduld.
    Aber wir alle werden darauß lernen, du wirst drauß lernen und dich so kennen lernen, wie kein anderer.
    Auf deinem Weg.
    Dein Weg wird wahrscheinlich noch viele scharfe Kurven haben, Abgründe. Doch wenn du dir bewusst machst, dass du das alles nicht alleine schaffen musst. Das es eben Hilfe gibt, die du annehmen kannst und den Mut hast, diese auszuprobieren, dann wirst du diesen Weg meistern. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen.
    Hauptsache, es geht dir gut dabei!

    Das ist es worums geht. Mach dir immer klar, es geht hier nicht um die Worte anderer, um die Blicke anderer, um das Verständniss anderer, es geht allein um dich.
    Und die einzige die Verständniss für dich haben musst, bist du selbst.
    Kein anderer.

    Und ja, ich kenne diese Sprüche nur zu gut. Worte die einen mehr verletzen können, als derjenige der sie ausspricht meint.
    Denn insgeheim fragt man sich "Was hast du denn schon für ne Ahnung. Du hast keine Ahnung wies mir geht, also komm nicht mit sowas daher"
    Und genau so ist das, was man zwischen diesen Worten hören kann, ist eine Art hilflosigkeit. Sie wissen nichts, denken aber es zu wissen.
    Auf diese Leute wirst du immer treffen. Doch sollte es dich nicht verletzen.
    Nimm es hin, und geh weiter deinen Weg.

    Ich hoffe, dass du dich auf deine Therapie einlassen kannst, dass du viel darauß mitnehmen kannst und das die Angst, in Bezug auf die Klinik, ein wenig abschwächt, so dass du es dir nochmal durch den Kopf gehen lassen kannst.
    ICh hätte damals nicht gedacht, dass es mir so viel bringt. Aber schon allein der Umgang, mit Gleichgesinnten, die einen verstehen ohne viel Worte, schon allein das hat mir geholfen.
    Doch die Erfahrung musst du machen, musst du zulassen.

    Und genau das ist es was ich mit meinem ganzen Gelaber vermitteln will.
    Du allein, bist du für verantwortlich.
    Du kannst entscheiden wo's langgeht, und wer dich dabei unterstützt.
    Nutze diese Chance, dir selbst ein Leben zu gestalten, in dem du dich wohl fühlst!

    Gruß, Zyna

  • momentan habe ich wieder Selbstmordgedanken, weil ich so versagt habe. Habe Schulden ohne Ende. Der Anwalt, den ich beauftragt hatte, hat das Mandat niedergelegt. War auch schon bei der Schuldnerberatung, da werde ich wohl noch mal hinmüssen. Ich habe Ärger mit meinem Vermieter und bekomme irgendwie nicht die Kurve. ich bin so froh, dass ich einen so tollen Freund habe, der mich auf andere Gedanken bringt, sonst würd ich es alles nicht mehr aushalten.

  • Huhu Pain!

    Kenne ich nur zu gut, geht mir auch ähnlich gerade......
    War gestern trotzdem in Therapie, irgendwie ergibt sich dann doch immer was. Bei mir wars gestern, dass ich meine momentane Depression einfach annehme und akzeptiere und nicht mit Gewalt wieder rauswill, was eh nicht funktioniert, das ganze Extremgestrampel>>>am besten von jetzt auf gleich, klappt nicht, zieht einen nur weiter runter.

    Versuche einfach, mich da nicht völlig drin zu verlieren, irgendwie zu beschäftigen, ablenken>>>nicht grübeln etc.
    Naja, unter anderem ziehe ich mich auch stückweit hier aus dem Forum zurück, bekommt mir momentan nicht so gut.

    Also, du packst das schon heute, gell?:1:

    Drück Dich mal,
    lieben Gruß,
    Kassi

    Außerdem, hast Du nicht versagt, hast doch schon einiges erreicht, machst Therapie, willst ernsthaft zu trinken aufhören, hast immer noch Deinen Job, ziehst das durch, egal wie's Dir geht......
    Das is schon Einiges, was viele nicht von sich behaupten können:22:, also mal nicht verzweifeln, gell:57:

  • ich hab einfach momentan das Gefühl, dass mir die Therapie nicht mehr hilft... vielleicht bin ich wieder zu durcheinander aber ich mag einfach momentan nicht reden... das ist total ätzend. Muss ja hingehen... was bleibt mir übrig? ich will ja auch nicht mit Gewalt aus der Depression, geht ja eh nicht nach so vielen Jahren, die ich da schon festhänge. Habe Angst, dass ich diese Scheiß Depression, die Panikattacken und die Vorwürfe, die ich mir selber mache, nicht loswerde. Ich fange schon wieder an, vor Dingen Angst zu haben, die eher unwahrscheinlich sind. Ach Mensch

    Liebe Kassi danke ich drück dich zurück ganz doll :smiling_face:

  • Es ist einfach ein wahrer Teufelskreis... Ich bin in einem Moment so stark und freue mich auf alles, das ich positiv verändern kann! dann zack einen Moment später reißt das alles wieder ein z. B. weil mein chef mich´mal wieder blöd anmacht, dann fühl ich mich wieder ängstlich und klein und werde sofort agressiv, Depressiv und antriebslos. Das steigert sich dann immer weiter bis ich ich wieder in meiner Vergangenheit rumwühle und Panik bekomme, dass sich irgendetwas wiederholt.

    ich bekomme einen wahrhaften Verfolgungswahn und bekomme richtige Wut und fange an, Stimmen zu hören, die mich zerstören wollen. Ich könnte so ausrasten, weil ich das in dem Moment nicht mehr kontrollieren kann. Ich komme mir vor, als käme ich von einem anderen Planten :winking_face_with_tongue:

    ich stelle mir vor, dass jeder mich kontrolliert, um etwas zu finden, womit er mich fertig machen kann. Ich hab se einfach nicht alle

  • muss noch mal in dem Thema schreiben...

    Habe seit einigen Tagen das Problem, der extremen Schreckhaftigkeit. Ich erschrecke mich jedesmal, wenn ich Schritte höre oder das Telefon bimmelt. Auch wenn ich z. B. im Büro weiß, wer das ist, ich erschrecke mich so sehr, dass ich son richtigen Stich ins Herz bekomme, na fühlt sich eher an wie ein Stromschlag. Ich hab keine Ahnung, was das jetzt wieder soll, Depressiv bin ich nicht, aber es ist wirklich sehr hinderlich. Ich erschrecke mich wirklich wegen jedem kleinen GEräusch.

    Wollte vorhin jemandem einen Kaffee bringen, ich musste die Untertasse mit beiden Händen festhalten, weil ich so zittern musste, das ist total unangenehm.

    Kennt das jemand so in der Art?

  • Fühle mich schon besser, merke kaum noch Depressionen. Dast tut sehr gut. Die Schreckhaftigkeit ist auch weniger geworden, nur das Zittern beim Essen, wenn mich jemand "beobachtet" oder ich meinem Chef einen Kaffee bringen will, ist noch da

  • Ich hab echt die Schnauze gestrichen voll. Ernüchternde Bilanz: Ich habe immer Panik und vor ALLEM Angst.

    Wenn ich mich mit anderen unterhalte, stelle ich mich immer noch von Anfang an in die Opferrolle und ich denke, ich kann hellsehen, was der oder diejenige von mir hält. Ich denke, dass mich jeder dämlich anguckt und denkt, dass ich komisch aussehe, zu dick oder zu hässlich.

    Ich habe vor jedem scheiß Panik und ich hab wegen jedem Driss Schuldgefühle. Ich bin so angepisst. Ehrlich. Das wird mir jetzt nach und nach immer bewusster mit jedem Tag der Abstinenz.

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