Ach man, ich habs mir jetzt echt lange überlegt, ob ich dazu was sagen/schreiben soll, aber jetzt muss es doch irgendwie raus.
Ich ahbe angefangen mit ritzen, da war ich etwa 14. Das ging dann immer so sporadisch auf und ab,bis ich dann schließlich 2 Jahre nicht geritzt hab. Vor etwa 4-5 Monaten hab ich dann wieder angefangen (fragt mich nicht warum), aber seit den 2 Jahren hat sich eben viel geändert. Ich bin jetzt Lehrerin. Ich liebe meinen Beruf. Ich genieße es jeden Tag auf Neue. Ich habe mich bei meinen Schülern noch nie unwohl gefühlt oder gestresst oder genervt. Trotzdem...
Ich bin eine Lehrerin die ritzt...
Was soll ich nur tun????
Eine Lehrerin die ritzt...
-
-
Und warum darf eine Lehrerin nicht ritzen?
Dumme Frage, ich weiß sicher auf was du hinaus willst, aber es geht um dich und nicht deinen Job. Als Lehrer hat man Verantwortung, keine Frage, aber deine Schüler wissen doch nichts davon, oder?
Das soll jetzt nicht bedeuten, ich finde das gut. Aber du darfst dich jetzt da nicht noch mehr unter Druck setzen, weil irgendwo ist ja schon ein derzeit nicht lösbarer Druck in dir.
Machst du noch Therapie?Wie lange bist du denn fertig? Kommt es etwa mit dem beenden des Studiums zusammen, wo du wieder angefangen hast, mit SVV?
LG Franz
-
Am besten aufhören damit
*klugscheiß*Nee, mal ganz im Ernst, vom Prinzip her hat Franz Recht, du bist auch nur ein Mensch und darum geht's in erster Linie und nicht um deinen Job.
In der Position als Lehrer und in diesem Zusammenhang ist es natürlich bissl komisch: ich hätte von meinen Lehrern damals auch nicht erwartet, dass sie sich selbstverletzen. Aber ehrlich gesagt, für mich als Schüler hätte das keinen Unterschied gemacht - oder anders: es hätte die Lehrer für mich menschlicher gemacht, und hätte somit einen eher positiven Eindruck auf mich gemacht. Ich als betroffener Schüler hätte mich dann wahrscheinlich eher verstanden gefühlt etc. - Aber wahrscheinlich ist die Mehrheit der Schüler da anders?!Ich glaube, es ist auch die Frage, wie du vor deinen Schülern damit umgehst oder umgehen würdest? Und zum Großteil natürlich auch auf die Toleranz deiner Kollegen und der Schulleitung - denn wenn die das nicht verurteilen, dann solltest da auch keine Probleme bekommen, wenn es öffentlich wird oder würde.
Weiß denn irgendjemand aus dem Kollegium oder der Schulleitung Bescheid? -
Erstmal danke für die Antworten.
zu den Fragen:
Von meinem Ritzen weiß niemand, kein Kollege, vor allem natürlich nicht mein Schulleiter und meine Schüler auch nicht. Ich bin auch eher auf die Beine umgestiegen, um es zu verbergen, an den Armen sieht man bei mir kaum was, das auffällig wäre.
Ich mache derzeit keine Therapie, da ich 1. kein Geld habe, das selbst zu finanzieren und wenn ich das 2. über die Privatkrankenkasse und die Beihilfe machen würde, würde das wohl in meine Akte wandern und das kann ich ja gar nicht gebrauchen, in einem derart frühen Stadium meines Jobs.
Ich habe wieder angefangen... hmmm... irgendwann ziemlich schnell nachdem ich mit dem Job angefangen hab, das Studium hab ich allerdings schon fast ein dreiviertel Jahr fertig gehabt. Es liegt auch nicht am Job, ich liebe meinen Beruf, ich liebe meine Schule und meine Schüler. Ich kann mir nichts auf der Welt vorstellen, was mir mehr Spaß machen würde. Klar ist es stressig, aber es ist einfach so. Ich weiß selbst nicht, wie es wieder dazu kommen konnte geschweige denn, wie ich wieder damit aufhören könnte...
Na ja... Irgendwie gehen mir da langsam auch die Ideen aus... -
Selbsthilfegruppe wäre da vielleicht was!?
Zudem, du könntest mal nen Therapeuten aufsuchen und mit dem drüber reden, normal sollte da eine Lösung zu finden sein, die sich auch mit der Beihilfe verträgt. Grundsätzlich will ich mal fragen, meinst echt die können das an deinen Dienstherrn weitergeben?
LG franz
-
Also soweit ich weiß, darf so etwas nicht in deiner beruflichen Akte auftauchen. Mein Vater ist auch Beamter und sogar in einer Klinik gewesen, aber das dürfte nicht in seinen beruflichen Akten stehen (dann wäre er nämlich garantiert nicht in eine Klinik gegangen). Beihilfe und Krankenkasse sind von deinem Job getrennt und haben eigentlich nichts mit der Schule zu tun. Es wäre ja noch schöner, wenn das gesamte Kollegium von jedem Zahnarztbesuch erfahren könnte.
Ich kann dir nur empfehlen, mal bei der Krankenkasse und der Beihilfe anzurufen und nachzufragen. So etwas sind streng vertrauliche Informationen und die dürfen eigentlich nicht einmal ohne Einwilligung oder richterlichen Bescheid weiter gegeben werden. Probier's einfach, wenn du eine Therapie machen möchtest. -
Hi Sternenfängerin,
Du bist noch nicht verbeamtet oder? Falls Du verbeamtet bist, dürfte das keine Probs geben mit Therapie. Hab aber leider auch schon häufiger gehört, dass die bei der Prüfung der Verbeamtung fragen nach Therapien und da kann es Probleme geben. Soweit ich gehört habe, gibts aber Möglichkeiten diese Schwierigkeiten zu umgehen, weil für die Thera bist Du ja nicht die erste und einzige in dieser Situation. Genau diese Befürchtungen könntest Du in den ersten Sitzungen mit ihr klären. Ich bin mir sicher sie hätte dazu Ideen. *Mut zu sprechen will*
LG Minun
-
Die Krankenkasse, egal ob gesetzlich oder privat hat absolute Schweigepflicht, insofern werden es Deine Kollegen bzw der Schulleiter von dieser Seite aus nicht erfahren. Selbst wenn ein anderer Arzt Auskunft möchte bräuchte er Deine Unterschrift um die Krankenkasse von der Schweigepflicht zu entbinden. Im Grundgesetz steht das einem Arbeitnehmer kein Nachteil aus Krankheit gemacht werden darf. Natürlich steht auch Dir Hilfe zu. Ganz lieben Gruß, Carmen
-
Ja Carryon, aber die Beihilfe ist bei den Beamten ja eine Hauseigene Sache, also ein Zuschuss vom Dienstherrn. Ich hab gestern noch gesucht, aber nichts gefunden, was da die Schweigepflicht klar bestätigt.
Aber wie Minun schon schrieb, ich gehe davon aus, dass es kein Problem wäre, wenn man mit dem Therapeuten spricht und der dann irgendwie entgegenkommt und eine "Hauptdiagnose" stellt, die nicht unbedingt mit 'SVV zu tun hat
LG Franz
-
Hmmm... erstmal danke für die ganzen Tipps.
Ich bin derzeit noch im Referendariat, noch bis August 2009, und damit bisher nur Beamte aus Widerruf. Also quasi unterste Stufe. Ich muss dann im Anschluss ans Ref nochmal zum Amtsarzt wegen der Eignung fürs Beamtentum auf Probe (das geht dann nochmal rund 2 Jahre und erst dann kann die eigentliche Verbeamtung folgen). Und beim Amtsarzt ist es eben durchaus möglich, dass da noch so Fragen kommen wegen Therapie und Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen etc. Wenn ich da lüge und es auffliegt habe ich echte Probleme am Hals, wenn ich da zugeben würde, in therapeutischer Behandlung zu sein kann mir die Beamtenzeit auf Probe direkt verlängert werden... Also wie ich es mache, läuft es verkehrt. Und ich kann mir auch keine "Diagnose" vorstellen, die derzeit eine therapeutische Behandlung notwendig machen würde, ohne das sich das nachher auf die Verbeamtung auswirkt.
Von daher denke ich, dass eine Theapie derzeit keine Möglichkeit ist, denn selbst finanzieren kann ich es definitiv nicht, nichtmal die 50% der Beihilfe...
Ich brauch also eine Alternative, dass irgendwie selbst in den Griff zu bekommen...
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!