Hey, ich bin gerade arbeitssuchend und mal wieder richtig abgesunken. Ich habe eine
Sucht dass ich ständig in die virtuelle Welt fliehe. Kaum bin ich in meiner Wohnung, oder ich fahre mit dem Auto, ständig muss ich Radio oder Fernsehen laufen haben, oder Singen. Um einen Zwang zu verhindern knackse ich mit den Fingern. Was kann ich dagegen tun? Hat mir jemand einen Tip?
Zwang, virtuelle Welt
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Guten Tag Susanne,
ich kenne ähnliches. Also diese Flucht in eine irreale Welt.
Weißt du weshalb es dich immer wieder da hin zieht?
Ich denke Radio oder Fernseher laufen zu haben ist nicht so schlimm, die Sache ist nur die, weshalb und wie sehr Zwang es ist?!Gruß, Zyna
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Hallo Susanne,
hm kann das nachemfinden...wenn ich zu Hause bin, kommt es sehr selten vor, das kein elektr. Gerät läuft. Meist ist es so, das ich nach hause komme und erstmal den PC anmache. Für mich ist es glaub ich das Gefühl der Einsamkeit und Langeweile, welches mich dies tun lässt. Als ich arbeitslos war und sonst keine Hobbys hatte, war es ganz schlimm. Da hab ich dann auch von morgens bis abends davor gesessen und hab Online-Games gezockt.Hm, da hab ich schon gemerkt,das es mir nicht gut tut nur abgeschottet in der Wohnung zu sitzen. Hab mir dann ne Zeit gesetzt, wie lange ich davor sitzen darf. Hab mir dann andere Dinge gesucht, die ich gern mache. Ja und irgendwie gings dann besser. LG pInK
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Zitat
Für mich ist es glaub ich das Gefühl der Einsamkeit und Langeweile, welches mich dies tun lässt.
Ich nutze den PC hauptsächlich zum Austausch und finde nichts falsches daran. Gut, oftmals zu lange, aber wer definiert lange ?
Mich faziniert einfach wieviele Menschen mit denselben Problemen z.B. in einem Forum zusammenfinden. Zuhause hab' ich oft den Eindruck, ich stehe alleine da, hier finde ich Menschen, deren Geschichte sich ähnelt. Menschen, die ich in der realen Welt nie treffen würde.Es unterhalten sich 20 jährige mit 50 jährigen, die sich sonst womöglich nicht mal ansehen würden.
Früher bin ich jeden Tag in der Kneipe versackt. Jeden Tag dasselbe. Vollaufen lassen und jammern wie schlecht es mir geht.
Und, ich gestehe, ein Leben ohne PC könnte ich mir nicht mehr vorstellen. Ist für mich einfach die bessere Alternative mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, anstatt mich mit irgendwelchen Suchtmitteln vollzupumpen.
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Hi,
ZitatIch nutze den PC hauptsächlich zum Austausch und finde nichts falsches daran. Gut, oftmals zu lange, aber wer definiert lange ?
ja, das sollte jeder für sich selbst definieren.
damals wars bei mir so, dass ich wirklich von morgens bis nachts nur vorm pc gesessen und "gearbeitet" oder gezockt habe. ja un irgendwann hat mich dies Net mehr zufrieden gemacht, da ich noch mehr vom leben wollte bzw. will.
ZitatMich faziniert einfach wieviele Menschen mit denselben Problemen z.B. in einem Forum zusammenfinden. Zuhause hab' ich oft den Eindruck, ich stehe alleine da, hier finde ich Menschen, deren Geschichte sich ähnelt. Menschen, die ich in der realen Welt nie treffen würde.
find ich auch interessant.
Susanne, bist du hier noch zugange? Erzähl doch mal noch en bissel von dir, welche negativen dinge erlebst du denn durch das
Zitatständig in die virtuelle Welt fliehe
?
LG pInK
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Ist es wirklich eine Flucht ?
Ich sehe es u.a. als eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach verstanden werden. Die Sehnsucht nach Gleichgesinnten, nach Anerkennung.Warum zockst du, oder warum chattest du ? Nur aus Langeweile ? Kann ich ir nicht vorstellen.
Ich z.B. mag' keine Chats wo ich den Eindruck habe ich bin einer von 10 Chatfenstern und mein Gegenüber weiß nicht mehr, wem er was geschrieben hat.Die Phase wie du sie beschreibst hatte ich auch schon, nur ohne Zocken, denn das Spielen gibt mir nichts. Allerdings muß ich auch dazu sagen, durch Forentreffen oder private Treffs habe ich viele dieser Menschen auch real kennengelernt. Durch eben das virtuelle Kennenlernen vorher, war das so, als würde ich die schon ewig kennen. Da war nichts Fremdes.
Und ja, ich gebe dir recht. Wenn ich erkenne, daß mich das nicht mehr zufrieden macht, dann sollte ich aufhören damit. Gilt übrigens für alle Bereiche des Lebens.:wink:
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Zitat
Ist es wirklich eine Flucht ?
Ich sehe es u.a. als eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach verstanden werden. Die Sehnsucht nach Gleichgesinnten, nach Anerkennung.für mich war es beides, Flucht und Sehnsucht. Das war die Zeit direkt nach Therapie. Hab komplett neu angefangen. In einer fremden Stadt. Es war Flucht vor den Aufgaben des cleanen Lebens, Flucht vor realen sozialen Kontakten, weil ich starke Ängste hatte und und und. Aber gleichzeitig konnte ich meine Sehnsucht und Einsamkeit dadurch etwas eindämmen. Ich sga ja Net das es falsch war. Auf der einen Seite hatte ich wenigstens ein bisschen Kontakt zu anderen, aber auf der anderen Seite hat es mich aufgehalten auch raus zu gehen, verstehste?
ZitatWarum zockst du, oder warum chattest du ? Nur aus Langeweile ? Kann ich ir nicht vorstellen.
OK, Langeweile ist der falsche Ausdruck. Haste recht. Eher weil ich noch nicht wusste was ich sonst noch machen könnte. Und ich Ängste hatte raus zu gehen.
Chatten hab ich noch nie gern gemacht, ist mir auch zu schnell und unübersichtlich in diesen Chaträumen.
Gezockt hab ich, weil ich da eine Aufgabe drin gesehen habe, die ich ohne Konfrontation mit meiner Angst erfüllen konnte. Aber wie gesagt, hat irgendwann überhand genommen und es hat mich gebremst, da ich mich meinen Ängsten stellen musste um diese abzubauen.LG
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für mich hört sich das so an, als würdest du es nicht aushalten, mit dir selbst allein zu sein, du versuchst dich abzulenken, um nicht gedanken nachzuhängen die vielleicht weh tun, zu spüren dass du einsam/traurig oder sonstwie gefühle hast die du als unangenehm empfindest und dass du gewisse Dinge einfach nicht wahrnehmen möchtest. kann das sein?
hast du denn mal probiert, ohne deine "Suchtmittel" auszukommen? mal bewusst 5min das radio ausschalten und einfach zulassen dass du anfängst nachzudenken. 5min reichen ja erstmal, wenn du es nicht mehr aushälst lenk dich wieder ab, aber vergiss diese 5min nicht und wiederhol sie bei gelegenheit...
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Sucht und Suche, für mich zwei Begriffe, die eng miteinander verbunden sind.
Suche hat etwas rastloses, unruhiges.
Grade mit einer Sucht behaftet beobachte ich mich sehr genau, ob ich irgendein Verhalten an den Tag lege, das abnormal ist.
Deshalb bezeichne ich viele Dinge die ich betreibe als exzessiv. Heißt, eine Zeitlang in einem übertriebenen Rahmen, und genauso schnell wird es dann auch wieder uninteressant.
Stunden an denen ich früher besoffen rumgehangen bin sind plötzlich übrig. Ich habe Zeit gewonnen. Zeit über die ich mir vorher keine Gedanken gemacht habe, weil sie entweder damit ausgefüllt war meinem Beschaffungsdrang nachzugehen, oder eben bewußtlos unterm Tisch gelegen bin.
Ja, es kommen zuanfang viele tolle Vorschläge. Geh' Fahrradfahren, treib Sport, nimm dir ein Buch usw.
Nur, es sollte was sein, was mich wirklich interessiert.
Für mich war es eben der PC. Zuerst die Leidenschaft, selber Kisten zusammenzubasteln, heute nur noch als reiner Anwender, Schwerpunkt Internet. Und ich denke, es geht vielen so.
Mir fehlt nichts, wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, und ich fange auch nicht an zu zittern, wenn ich keine Maus zwischen den Fingern habe.
Ich sehe das einfach in Relation zu meinem vorigen Leben, und somit ist es okay.
Es muß nicht immer alles Sinn machen. Und Tage an denen ich mit mir nichts anfangen kann, gibt es immer mal wieder, und bezeichne das einfach als normal.
Abschalten und nicht wahrnehmen müssen, auch das ist normal. Niemand kann sich den ganzen Tag selber durchanalysieren. -
Hi Max,
habe Deine Beiträge durchgelesen und bin bedingt Deiner Meinung. Sicherlich ist es um einiges besser vor dem Pc zu sitzen anstatt in der Kneipe mit nem Vollrausch. Dennoch sehe ich das Internet ziemlich kritisch, zu groß die Anzahl der Leute die sich hier als was darstellen was Sie nicht sind. Klar lernt man viele Menschen "kennen" aber eben nur unter dem Vorbehalt das es genauso gut sein kann einem/ner Lügner/rin gegenüberzusitzen, und dazu ist mir meine Zeit dann doch zu Schade. Es gab auch bei mir schon phasen in denen ich stundenlang mit wildfremenden gechattet habe aber im enddefekt bringt es mir persönlich dann doch mehr den realen Kontakt zu suchen. Zum Abschalten allerdings ist das I-net unschlagbar *g. Gruß, Carry -
In 10 Jahren Internet, Foren, Chat und was weiß sonst noch, habe ich eine Menge Menschen kennengelernt. Viele davon auch real. Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.
Du hast schon recht, es gibt genügend Spinner, aber wenn ich genau hinsehe, erkenne ich die auch.
Wenn es jemand nötig hat, mir eine Geschichte aufzutischen, und er damit glücklich ist, dann soll er seine Freude daran haben.
Wieviele Menschen geben sich real als etwas aus, das sie nicht sind ?
Mit Krediten und Leasing ist doch heutzutage alles möglich.
Ich persönlich fahre immer noch am Besten mit Ehrlichkeit, das mache ich im wahren Leben auch nicht anders. Jedes Lügengebäude bricht irgenwann zusammen und dann muß der Einzelne erkennen was wirklich von ihm bleibt.Wir Süchtigen müßten doch wissen wie das ist. Ich konnte jahrelang gut schauspielern, am Ende ist nichts davon geblieben.
Und ja ... mir ist die reale Welt auch lieber. Es heißt halt einfach, die richtige Mischung zu finden.
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Zitat
Klar lernt man viele Menschen "kennen" aber eben nur unter dem Vorbehalt das es genauso gut sein kann einem/ner Lügner/rin gegenüberzusitzen, und dazu ist mir meine Zeit dann doch zu Schade.
Natürlich kann es sein, dass dein Gegenüber nicht ehrlich ist, aber das kann dir auch im RL passieren. Wenn man, nur aus Angst allem aus dem Weg geht, kann es gut sein, dass man an seinem Glück vorbei rennt. Ich habe übrigens vor 2 Jahren hier im SUS meinen Mann kennengelernt.
LG, alive
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Zitat
Ich habe übrigens vor 2 Jahren hier im SUS meinen Mann kennengelernt.
Ich meine Frau vor 10 Jahren in einem Internet Chat. Zufällig wohnten wir nur 5km voneinander entfernt, wären uns aber mit Sicherheit auf "normalem" Weg nie begegnet.
Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, Menschen die ich zuerst übers I-Net Kontakt hatte, intensiver kennenlerne. Ich schreibe viel offener, als ich z.B. beim ersten Treffen rede.
Und trifft man den Menschen dann das erstemal, ist da irgendwie nichts fremdes. -
ich hab meinen freund auch in einem forum/chat kennengelernt.
inzwischen sind wir seit über zwei jahren zusammen und wohnen seit über einem jahr zusammen.
wenn man sich übers i-net kennenlernt, lernt man viel eher den menschen kennen, die person die hinter der fassade steckt, den charakter, weil man nicht durch äußerlichkeiten abgelenkt wird.
und wenn man sich persönlich trifft ist schon so viel vertrautheit da, dass, sollten objektive negativ-faktoren vorhanden sein, diese viel unwesentlicher und unwichtiger sind, als sie es wären, wenn man sich von vorne herein persönlich kennen gelernt hätte.meine meinung.
maggie -
hm da ich nicht editieren kann eben ein neues posting:
eine meiner besten freundinnen habe ich übrigens auch im i-net kennengelernt...
ich persönlich finde es auch wesentlich leichter übers i-net freunde zu finden (also damit meine ich jetzt nicht virtuelle freunde, sondern reale > im Net kennenlernen und dann persönlich treffen und persönliche freundschaft aufrecht erhalten) ... wahrscheinlich liegt es bei mir aber auch daran, dass es mir extrem schwer fällt im realen leben auf menschen zuzugehen. wer damit kein problem hat, dem fällt es bestimmt auch nicht schwer real freunde zu finden. aber für menschen wie mich ist das Net wirklich ein guter weg reale kontakte zu knüpfen, die man anders nie bekommen hätte, entweder weil man den menschen nie begegnet wäre und auch weil man es nie gewagt hätte jemanden anzusprechen.
das klingt wahrscheinlich etwas verrückt oder bemitleidenswert, aber ohne internet wäre ich ein sehr einsamer mensch und hätte real niemanden...
von einer internt-sucht bin ich inzwischen aber zum glück weit entfernt. früher war ich ein i-net-"junkie", habe mein gesamte zeit vorm rechner verbracht, sogar dafür schule geschwänzt, kaum geschlafen, kaum gegessen. doch seit über einem jahr kann ich guten gewissens sagen, dass dies vergangenheit ist. insgesamt verbringe ich privat nur noch eine std pro tag im i-net, manchmal auch weniger, an manchen tagen auch gar nicht. fürs studium bin ich zwangsläufig noch oft im Net unterwegs, aber in der zeit ist dies rein zum lernen, ganz ohne private aktivitäten nebenher.
und ich muss sagen, dass ich sehr froh bin dass ich diese Sucht hinter mir gelassen habe. das reale leben hat sehr stark darunter gelitten. in gewisser weise hat man überhaupt keine chance sich ein leben aufzubauen wenn man nur hinterm rechner sitzt..
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