Chef ist Opiatabhängig

  • Hallo! Ich arbeite in einer Apotheke und meine Kolleginnen und ich haben feststellen müssen, dass unser Chef opiatabhängig ist. Das geht schon mindestens 3 Jahre, aber es wird immer offensichtlicher (die vielen bestellten Packungen, ab und zu sichtbare leere Tablettenblister, seine zeitweise starke Müdigkeit, Stimmungsschwankungen...). Zur Zeit nimmt er schätzungsweise 30 bis 40 Tbl am Tag(zB Codi-opt, Codeinum phosphoricum, auch Talvosilen)
    Wie sollen wir uns nun am besten verhalten? Bis jetzt haben wir ihn noch nicht direkt darauf angesprochen, nur zB gefragt, was eigentlich mit den vielen bestellten Codi-opt passiert; oder was mit ihm ist-er sieht heute so müde und fertig aus...
    Wir trauen uns nicht, weil wir vermuten, dass er es abstreiten würde und weil wir Verschlechterungen im Arbeitsklima fürchten, wenn er sich von uns durchschaut fühlen würde. Außerdem: wenn er einen Entzug und eine Therapie machen würde, könnte er vermutlich nie mehr als Apotheker arbeiten. Und da unsere Apotheke nicht sehr attraktiv ist und es viele neuere Apotheken ganz in der Nähe gibt, wird es auch keinen neuen Chef geben...
    Was würden Sie uns raten?

  • Ich werde das umgehend weiterleiten, aber bedenke, diese Fragen werden extern beantwortet und das kann etwas dauern.

    In der Zwischenzeit kannst du aber vielleicht noch etwas mehr über das Verhältnis zu eurem Chef sagen. Wie kommt ihr mit dem klar, wie reagiert er auf Kritik, gibt es bereits Anzeichen nach außen (für Kunden oder so). Welche Vertrauenspersonen gibt es da noch, also Frau, Kinder oder Freunde?

    Derzeit würde ich mal die Augen offen halten, genau schauen was da alles so passiert. Eines ist aber klar, das zur Sprache bringen wird nicht einfach werden - jeder versucht seine 'Sucht geheim zu halten. Zudem hängt in gewisser Weise wirklich all eure Existenz davon ab, auch seine eigene.

    Trotzdem, irgendwann sollte es angesprochen werden, nur von wem und in welcher Form muss bedacht gewählt werden.
    Natürlich kann der auch entziehen, eine Therapie machen ohne dass es gleich die ganze Welt erfährt. Aber zu der Einsicht ist oft ein weiter Weg, aber mir scheint als wenn ihr nicht nur an eurem Job hängt und das ist schon mal eine große Hilfe für den Mann.

    Ich hoffe wir haben bald ne Antwort für dich :smiling_face:

    LG Franz

  • Hallo, Franz!
    Ich wollte mal nachfragen, ob du schon eine Antwort bekommen hast...
    Und ich hab noch eine kleine Frage: Wie ist das eigentlich, wenn unser Chef mal einen Unfall hat oder sonst ins KH muß - könnte bei Blutuntersuchungen da was festgestellt werden und sind die Ärzte dann an die Schweigepflicht gebunden?
    LG cherie

  • Für die Woche ist es mir zugesichert, bitte noch kurz um Geduld :smiling_face:

    Zu deiner Frage wegen Unfall!
    Wenn er stationär kommen würd, dann kämen eventuelle Entzugserscheinungen ans Licht, keine Frage. Explizit danach gesucht wird normal nicht, aber es ist ein Punkt der wirklich wichtig ist, weil eine 'Sucht hängt ja auch direkt mit zu verabreichenden weiteren Medis zusammen - es würde ihm also gar nichts anderes bleiben, als das kundzutun.

    Schweigepflicht besteht, kein Zweifel, aber wenn da ein Arzt "übermotiviert" handeln würd, dann möchte ich da nich 100% die Hand ins Feuer legen :winking_face:

    Franz

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