Wie ungefährlich ist es zu seinen Narben zu stehen?

  • Hallo,

    ich habe eine wichtige Frage und ich hoffe, dass mir diejenigen die immer predigen, man solle doch zu seinen Narben stehen, Auskunft geben können.

    In wie weit wirken sich SVV Narben auf meine beruflichen Chancen aus? Habe ich einen Nachteil gegenüber Anderen, die eben das nicht haben? Stellt mich jemand an, wenn er sieht wie psychisch instabil ich war/bin?
    Sprich: Wie ungefährlich ist es zu seinen Narben zu stehen?

    Alpha

  • was heisst predigen, alpha?? das is doch nur sinnvoll...immerhin bleiben die dir und gehören zu einem deiner lebensabschnitte..auch wenn der vielleicht anstrengend und schwer ist/war!;)
    was deine frage angeht, hab ich da noch keine aktien drin..ich bin ja fürs erste krank geschrieben wg klinikaufenthalt!:) ich würde aber meinen das, wenn im gespräch klar ist, das diese instabile zeit für dich abgeschlossen ist und du einen guten eindruck machst, diese sache durch sein sollte ...es sollte ja um deine stärken gehen! aber evt kann da noch wer genauere erfahrungen zu erzählen?

  • Hallo Alpha,

    ja, geradeim berugflichen ist es sehr schwer, das ist klar. Hatte das Problem nun auch schon mehrfach. Während meiner Umschulung hatte ich eine super tolle Chefin, mit der ich mich auch auf persönlicher Ebene sehr sehr gut verstand. Sie wusste, weshalb ich die Narben habe.

    Allgemein würd cih sagen, beim Vorstellungsgespräch und so, würd ich die Narben nicht zeigen, am Anfang auch nicht und dann mit der Zeit, wenn man schon bisserl in der Arbeit ist, von der Zeit her, dann schauen und nach Gefühl handeln. Aber es kommt immer auf die einzelne Person und die einzelen Arbeitsstelle an, ich denke, man kann es nicht pauschalisieren.

    Liebe Grüße
    rose

    Jetzt auf meiner neuen Arbeit hab ich am Anfang die Narben komplett versteckt. Aber als es dann so warm wurde... Naja, die schlimmsten sind ziemlich weit am Oberarm oben, da ging es mit kurzärmeligen Sachen, aber die anderen waren schon gut sichtbar. Aber wenn sie bemerkt worden sind, hat keiner was gesagt oder gefragt oder drauf gestarrt...

  • hi

    genau diese frage hab ich mir heut auch gestellt. da ich ja grad auf jobsuche bin. vor einem jahr in der gastronomie hatte ich oft einen verband und hab gesagt ich hab mir den arm verstaucht. da ich doch mit gästen zu tun hatte hatte ich Angst ich würde rausgeworfen werden deswegen. danach hatte ich nen job in nem gothik-metal szenen lokal. da wars egal. es kommt echt drauf an wo wie wann was. ich denk bei snobläden (höhere modegeschäften, hilton hotel :winking_face: ) wirds da n bisschen schwierig werden. meine schwester hatte bis jetzt keine probleme damit, gut, bei ihr sehen die narben auch nicht so absichtlich aus.

    jetzt bei den bewerbungsgesprächen versteck ich sie auch, is aber echt blöd weils so heiß ist. hab schon versucht sie zu überschminken. sieht aber bei licht auch blöd aus wenn man so nen farbigen fleck am arm hat. ich denk wenn ich nen job hab werd ich wieder auf den verband zurück greifen und von meiner sehnenscheidenentzündung erzählen. weiß nicht ob das so gut ist wenn man die leute anlügt.

    kommt echt drauf an wie die chefs so sind. ich denk mir immer, wenn ich nichts mit kunden zu tun habe kanns ihnen eigentlich egal sein. wollte lange mal nebenbei als model jobben weil mir das spass macht. aber mit den narben ist da glaub ich kaum was zu machen. da kostet ihnen das zuviel wenn sie die narben wegretuschieren müssen am pc. bei so sachen kotzen mich die narben wieder voll an. :neutral_face:

    würdet ihr ihre arbeitsgeber anlügen? von wegen man hatte einen unfall und ist in eine glasscheibe reingefallen oder so.

    lg nao

  • Vom Gesetz her darfst du deswegen nicht diskriminiert werden, soll heißen, kein Arbeitgeber darf dich "offen" wegen deiner Narben ablehnen. Viele suchen dann halt andere Begründungen, die sie vorschieben. Ich wäre damit also wirklich vorsichtig. Kommt aber auch immer drauf an, wie stark die Narben sind, wieviele es sind, wie offensichtlich usw. Meine sind inzwischen fast alle verheilt und verschwunden, ich habe nur noch wenige einzelne verstreute Narben, hab trotzdem lange überlegt, ob ich sie im Job offen zeige. Ich machs auch nur, weil bekannt ist, dass ich viele Extremsportarten betreibe und da ja allgemein ne große Verletzungsgefahr besteht und dann alle eigentlich automatisch denken, die Narben würden davon kommen.
    Aber ganz allgemein wäre ich vorsichtig bei sowas. Auch später kann das dann noch zu Mobbingfällen in der Firma führen (hab ich schon einige Male im Bekanntenkreis mitbekommen).

  • Zitat von Sternchen;89095

    Vom Gesetz her darfst du deswegen nicht diskriminiert werden, soll heißen, kein Arbeitgeber darf dich "offen" wegen deiner Narben ablehnen. Viele suchen dann halt andere Begründungen, die sie vorschieben.

    Ich war knapp 15 Jahre Arbeitgeber, aber dieses Gesetz ist mir nicht bekannt.
    Aber wie selber erwähnt, wenn man jemand kündigen will, dann findet sich immer ein Grund, wenn es nich grad ein Beamter ist oder derjenige schon 20 Jahre in der Firma ist :winking_face:

    Zum Teil verstehe ich auch was anderes, was gelberose mal damit meinte - man muss zu seinen Narben stehen.

    Es kommt immer drauf an wie krass die Narben sind, wo die sind und und und ....
    Warum soll man sich nich auch welche wegmachen lassen, soweit das geht.
    Vermutlich meint aber rose das grundsätzliche dazu stehen, zur Sache an sich, zu dieser Krankheit. Das da Narben dazugehören, das is klar, nur man muss nich unbedingt jeden damit konfrontieren (grad Fremde, was der Arbeitgeber nun mal ist, bevor er einen einstellt) :winking_face:

    Ob es nun mit dem Model klappt, das kann ich nich beurteilen, aber es müssen ja auch ned immer Bademoden sein, oder?

    Dazu stehen muss man immer nur für sich selbst und wenn Bekannte oder Freunde wegen Narben oder gesundheitlichen Problemen komisch sind/werden, nun, dann kann man getrost auf diese Leute verzichten.

    LG Franz

  • hallo,

    ich habe mich per email mit einem chef eines grösseren personalberatungsunternehmens ausgetauscht. die toleranz was psychische erkrankungen angeht scheint doch oft sehr viel größer zu sein, als man denkt. :smiling_face:
    im prinzip stimmt er dir vollkommen zu, gelberose. sein vorschlag ist, die narben beim vorstellungsgespräch nicht zu zeigen (etwas anderes wäre mir ehrlich gesagt auch nicht im traum eingefallen). es geht den arbeitgeber nichts an, wie meine arme aussehen und es würde nur zeitraubende fragerei geben. fragt er direkt danach, darf ich ihn aber nicht anlügen.
    wenn man den job erstmal hat und sich eingearbeitet hat, kann man die arme "beiläufig" sehen lassen, obwohl es wahrscheinlich besser ist, das ganze offensiv anzugehen, damit sich keine gerüchte verbreiten. er rät davon ab, die arme krampfhaft zu verstecken, weil es nur stress bringt.

    "grundsätzlich benachteiligen dich deine arme im job überhaupt nicht, weil da deine leistung, dein verhalten zählt, und nicht ob du narben an den armen hast."

    manchmal scheint die welt doch nicht so verbohrt zu sein, wie man denkt.

    alpha

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