was ist falsch am Selbstmord?

  • ich mache mir gerade viele Gedanken über den Selbstmord. weniger als Verzweiflungstat sondern als freiverantwortliche Entscheidung, aus dem Leben zu scheiden wenn man es will.
    Wieso soll ich den Zeitpunkt meines Todes nicht selbst bestimmen? Ich sehe momentan keinen Grund weiterzuleben. Und wenn ich nicht weiterleben will ist die logische Konsequenz daraus der Freitod. Was spricht dagegen? Genau wie man die Freiheit und das Recht hat sein Leben selbst zu gestalten hat man doch auch das Recht dessen Ende zu bestimmen.
    Man hört ja oft "aber das Leben ist sooo toll, es gibt doch so viele Sachen wofür es sich lohnt zu leben" - aber ich finde das leben nicht toll und mir fallen auch keine Gründe ein wieso ich unbedingt weiterleben sollte.
    Was wäre so falsch/verwerflich daran wenn ich mein Leben nach reiflicher Überlegung mit 22 selbst beenden würde?

  • Was daran falsch wäre kannst nur Du selbst Dir beantworten.Es ist ja schliesslich Dein Leben.Ich denke allerdings das Du mit 22 Jahren auch noch einige schöne Momente vor Dir hast. Das Leben ist halt eine Berg und Tal fahrt. An dem Spruch jeder ist seines Glückes Schmied ist schon etwas dran. Kann Dich aber gut verstehen da ich auch schon viel zu lange im Keller rumhänge.Aber ich arbeite dran aus dem Loch das ich mir ja letztendlich selbst geschaufelt habe wieder raus zukommen um wieder den Himmel zu sehen.

    Nahe den Bergen klingt der Felsboden hohl unter den Schritten.
    Er sagt die Erde ist wie eine Trommel.
    Wir müssen sorgsam auf unsere Schritte achten,
    um im Rytmus zu bleiben.

    J.Bruchac

  • Wenn das Leben nicht toll ist, dann ändere es doch, jeder hat es selber in der Hand.

    Aber dieses Recht was du da für dich beanspruchen willst, das kann dir ja so oder so keiner nehmen.
    Du sagst es aber selber, momentan schaut es bei dir blöd aus, aber was is wenn dieses momentan vorbei ist?

    Der leichtere Weg ist es aber, keine Frage, nur was is wenn es nicht klappt?
    Dann bist vielleicht ein Krüppel, ob geistig oder körperlich is mal egal.
    Was is mit deinem Umfeld, Freunden, Eltern usw?

    Was is so schlimm das du sterben willst?

    Ganz ehrlich, wenn ich immer nur nach dem Sinn des Lebens suchen würde, dann hätte ich gar keine Zeit hier zu schreiben.
    Das Leben ist nicht toll, also nich von selbst. Aber das Leben kann toll sein, wenn man den schweren Kampf annimmt und sich drum kümmert :smiling_face:

    LG Franz

  • ich kann nichts falsches daran entdecken... aber ich fürchte da sind wir einer meinung slania...

    aber interessant wäre für mich was deine kleinen freuden des lebens sind... die dinge aus denen du kraft ziehst eben doch noch nicht aufzugeben... die dinge die dein herz erfreuen...

    kannst du mir die verraten?

    mit grüßen voller liebe die nora

  • Ich finde, deine Erklärung zum Thema "'Freitod" hinkt ein wenig, slanie. :winking_face:
    *frei* ist man in dem Moment, wo man sich für den *Freitod* entscheidet, ganz sicher nicht. Es quälen einen viele Dinge, die einen erst auf die Idee bringen diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, und wenn man frei von jeglichen Druck etc. wäre, dann würde man sich meiner Meinung nach wahrscheinlich nicht für den Tod entscheiden. :winking_face:

    *my 2 Cent*

  • ich denk auch häufig drüber nach dem leben ein ende zu setzen, aber im endeffekt hab ich doch zu viel Angst davor. wenn ich mir vorstelle, dass ich keine kontrolle mehr über mich habe und wildfremde menschen mich obduzieren...ich habe eigentlich wie franz schon indirekt gesagt hat keine Angst vor dem tod an sich, sondern davor als krüppel wieder auf der intensivstation aufzuwachen...
    gibts andere von euch, die ähnlich denken?

    lg

    urban_ego

  • Ich habe es vor 9 Jahren wirklich gewollt, dass dieses Leben ein Ende hat; es ging nicht: Ich konnte es nicht tun !!!
    Ich saß tagelang da & wollte mir die Venen öffnen; war voll überzeugt davon, dass es das Beste sowohl für mich, wie auch für mein Umfeld wäre.
    Ich entzog die harten Drogen & war am Ende; ganz tief im schwarzen Loch.

    Heute lebe ich, ich liebe & entwickle mich weiter.
    Es ist oft nicht gerade ein Zuckerschlecken - aber es lohnt sich, den banalen Kampf gegen den Alltag anzunehmen & immer wieder Momente des Erkennens zu erleben:
    Es ergibt einen Sinn !!!

    Und deshalb ist der Selbstmord, zumindest aus solch pseudoromatischen Vorstellungen heraus, einfach falsch & feige.

    LG.Ganesha.

  • im endeffekt hast du damit vollkommen recht, ganesha.... wurde ja schon mehrmals hier im thread erwähnt, dass das leben hochs und tiefs beinhaltet und es im endeffekt tatsächlich feige (ist vielleicht der falsche ausdruck) ist, sich selber das leben zu nehmen.

    ich habe vor noch einem jahr auch noch anders drüber gedacht, hab aber in der therapie in diesem jahr gelernt, dass sich das leben nicht nur um mich dreht und alles was ich tue auch konsequenzen für andere menschen hat. habe es natürlich am anfang für quatsch gehalten, aber im endeffekt ist es ja wirklich so, dass man durch seinen selbstherbeigeführten tod viele andere menschen in mitleidenschaft zieht.
    ob es jetzt der zugführer ist, vor dessen zug man sich wirft, ob es nahe bekannte oder freunde oder sogar familienangehörige sind....auch wenn man dann vielleicht nicht mehr auf dieser welt haust, haben trotzdem viele andere menschen daran zu leiden. und ich denke mal, dass fast jeder mensch bekannte/angehörige hat, die sehr bestürzt über den Selbstmord sein werden...aber das ist wieder glaube ich so eine sache worüber man doktorarbeiten schreiben könnte was das pro und contra am Selbstmord wäre...

    lg

    urban_ego

  • hi

    ich finde persönlich dass jeder mensch das recht hat über sich selbst zu bestimmen ob er/sie leben will oder nicht.

    finde die erklärung von fibra aber toll.

    das wichtigste glaub ich ist dass man sein leben so gestaltet wie es einem gefällt, und es ist alles möglich!!! wenn man sein leben so lebt wie man es möchte dann glaub ich kaum dass man einen gedanken an sm hat.

    in liebe nao

  • Ich bin zwar kein Anthroposoph, und ich hoffe das ist Dir nicht zu esoterisch ist, aber zu diesem Thema habe ich etwas von Rudolf Steiner gefunden.

    Zitat: "Aber bei einer so gewaltsamen plötzlichen Trennung vom Körper wie bei einem Selbstmörder, wo noch alles gesund ist und noch fest zusammenhält, da tritt unmittelbar nach dem Tode eine starke Entbehrung des physischen Körpers aus, die furchtbare Leiden verursacht. Es ist ein furchtbares Schicksal. Der Selbstmörder fühlt sich wie ausgehöhlt und beginnt nun ein grausiges Suchen nach dem so plötzlich entzogenen physischen Körper. Nichts läßt sich damit vergleichen" (Rudolf Steiner, GA 95, Vor dem Tore der Theosophie, S. 32.)

    Bitte Slania, überlege es Dir nochmal. Ich kenne zwar deine Geschichte nicht, aber es kommen bestimmt noch bessere Zeiten in deinem Leben.

    Gruss Dan

  • Ich habe zwei Menschen im Laufe meines Lebens kennen gelernt die sich versucht haben umzubringen, eine ist von nem mehrstöckigen Haus gesprungen, lag dann mehr als ein Jahr im Krankenhaus mit meheren komplizierten Knochenbrüchen konnte sich lange Zeit nicht bewegen.
    Eine andere hat irgendeinen Reiniger zu sich genommen und hat es überlebt. Wichtige Organe sind verätzt worden und das heilt niemals mehr aus.
    Zum seelischen Leid ist jetzt noch physisches Leid

  • Ich weis nicht ob jemand ein Recht dazu hat zu beurteilen ob es Richtig oder falsch ist denn letztendlich fühlen wir nunmal nicht wie dieser Mensch den es zum Selbstmord drängt. Wir können nichtmal ansatzweise nachvollziehn was tatsächlich in Ihm vorgeht. Ich finde es schlimm das Menschen Ihrem leben ein Ende setzen wollen, zeigt es doch wie wenig sie an dem Leben hängen, und eigentlich ist das Leben eine wunderbare Sache. Wir selbst machen es uns meist schwer und kompliziert. Ich denke es liegt in der Natur des Menschen leben zu wollen und finde es furchtbar wenn sich jemand gegen das Leben entscheidet. Aber verurteilen würde ich diesen Menschen dafür nie, er hat wohl seine Gründe...die wohl auch nur er nachvollziehn kann. Ich hänge sehr an meinem Leben, aber was, wenn meinen Kindern etwas passieren würde, würde ich dann noch einen Lebenssinn erkennen? Jeder entscheidet selbst was er aus seinem Leben macht und ich lebe wahnsinnig gern, mit allen höhen und tiefen.

  • *kurz einmisch*
    @Carryon: Hättest Du diese Sichtweise über Suizid (

    Zitat

    Ich weis nicht ob jemand ein Recht dazu hat zu beurteilen ob es Richtig oder falsch ist denn letztendlich fühlen wir nunmal nicht wie dieser Mensch den es zum Selbstmord drängt....Aber verurteilen würde ich diesen Menschen dafür nie, er hat wohl seine Gründe...die wohl auch nur er nachvollziehn kann.

    ) auch dann noch, wenn sich eines Deiner Kinder das Leben nehmen würde?

    *nur zum nachdenken anregen will*

  • Hi Kitsune,
    das weis ich nicht, woher auch. Ich schätze mal in dieser Situation würde ich mich vor allem fragen was ICH falsch gemacht habe, aber so würde es wohl allen Eltern gehn. Natürlich sieht man so etwas gleich aus einem völlig anderem Licht wenn es einen selbst betrifft. Aber auch in meinem Freundeskreis gab es schon Selbstmord. Klar, auch das kann ich nicht vergleichen mit den Gefühlen die ich zu meinen Kindern habe.

  • LOL "selbsttötung"

    Kann man machen, kann man aber auch machen.

    Das gute daran ist, man kann seinem Elend ein Ende setzen.

    Das schlechte, man kann es nur einmal tun und vielleicht war es doch nicht so elend wie man dachte. Aber eigentlich kann es einem dann auch egal sein.

    Achja, was falsch daran ist?
    Gott macht dann, das man in die Hölle kommt, weil verboten und so !:bet:

  • Grmpf, jetzt musste ich obwohl ernstes Thema mir doch das Lachen verkneifen, der Vorredner ist Schuld! Mit Finger zeig, lach. Stimmt, im allgemeinen tut man es nur einmal und wäre schon doof dann zu merken das es evtl etwas überstürzt war, smile. Dazu ein netter Zeitungsartikel den ich zufällig mal fand: Der Ertrunkene schleppte sich ins Gebüsch, zog sich aus und erfror :grinning_face_with_smiling_eyes:

  • Zitat von Bastard;89952

    LOL "selbsttötung"

    Kann man machen, kann man aber auch machen.

    Das gute daran ist, man kann seinem Elend ein Ende setzen.

    Das schlechte, man kann es nur einmal tun und vielleicht war es doch nicht so elend wie man dachte. Aber eigentlich kann es einem dann auch egal sein.

    Achja, was falsch daran ist?
    Gott macht dann, das man in die Hölle kommt, weil verboten und so !:bet:

    Und was sagt uns das?
    Also mir gar nix, sorry, hilft mir in der Frage nun wirklich nicht weiter.

    Nur Bastard, warum hakst du immer auf Gott rum, der will doch nix von dir, wenn nich daran glaubst.
    Wenn ich auch nich unbedingt alles von den Christen einfach so hinnehm, es is mir dann doch noch lieber, als wenn sich andere hinter dem Glauben verstecken und mit dem eigenen 'Selbstmord noch zig andere Manchen in den Tod mitreißen.

    Salina hat aber ernste Fragen in den Raum gestellt und es wäre wünschenswert, wenn man da drauf eingeht, für Glaubensfragenb kann man ja nen eigenen Thread aufmachen!

    LG Franz

  • Tschuldigung, mir war langweilig und das is mir spontan zum Thema eingefallen.


    WAs nun so schlimm daran wäre, sein Leben so frueh zu beenden?
    Weil das im gegensatz zu der menschlichen Lebenserwartung nun doch nicht besonders allzu lange Zeit ist, ide man leben dverbracht hat. Es gibt so viele Sachen, die man nicht getan, nicht gesehen hat. SElbst wennn es vielleihct zum Zeitpunkt, wo man mit den Gedanken spielt, wirklich alles mies aussieht und man keine Ausweg sieht. Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Nein, das ist nicht nur so daher gesagt. Vielleicht aendert sich die Lage auch gar nicht, man gewoehnt sihc nur dran, findet es irgendwann normal und freut sich ueber jede noch so kleine Steigerung.
    Ausserdem ist kein Mensch immer sein ganzes Leben durch gluecklich, so etwas gibt es nicht.
    Allerdings andersrum ebenso nicht...

    Verbieten kannn es einem natuerlich kleiner.
    Wenn man erstmal tot ist, intressiert es einem ja auch herzlich wenig. Nur finde ich allerdings, dass man solch eine entscheidung sich wirklich gut ueberlegen sollte, denn es ist etwas entgueltiges, unwiederrufliches.
    Und wer weiss was danach kommt? Vielleicht etwas viel schlimmeres.


    Franz
    Schau dir unsere Welt an, dann weisst du warum ich GOtt nicht mag, falls es in doch irgendwo geben sollte


    ps:
    nein, ich mach mich nicht ueber den TE lustig, fan den Ausdruck selbsttoetung nur amuesant, sry


    pps: rechtschreibfehler und buchstabendreher sind beabsichtigt zur allgemeinen belustigung

  • Hallo Bastard,
    tut mir leid aber ich finde dass man allen Dingen gegenüber etwas nachdenklicher sein sollte. Bin auch Net gläubig, aber finde es völlig ok, für Menschen die sich dafür entscheiden. Egal was man im Leben tut, trägt man immer Eigenverantwortung zur Sache egal in welche Richtung das gehen mag.
    Amüsant ist es vielleicht auf dem Jahrmarkt, aber nicht bei einem Thema wie Selbstmord.
    Will dich nur zum Nachdenken anregen, nicht bös gemeint
    Gruß Meli

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