Süchtig oder nicht?

  • Hallo Leute,

    meine Schwester musste ein traumatisches Erlebnis verkraften. Sie hat auch psychische Probleme und nimmt immer alles was andere sagen viel zu ernst.

    Nun haben wir Sie schon öfters dabei erwischt, wie Sie total neben sich stand. Sie hat sehr langsam gesprochen, war im Gesicht aufgedunsen und hatte eine total verwaschene Sprache. So als wär Sie bekifft oder hätte viel Alkohol getrunken, was aber nicht der Fall war.
    Sie will jetzt sogar einen Drogentest machen um uns zu beweisen, dass wir mit unseren Verdacht falsch liegen.
    Aber da wir bei Ihr schon einmal eine Flasche mit Schnaps (in der Handtasche als Limo getarnt) erwischt haben, fällt uns das schwer.

    Weiter kommt hinzu, dass sich "Bekannte" ganz herzlich um Sie kümmern.
    Diese Bekannten sind alles Anästhesisten oder in diesem Bereich tätig (also Krankenpfleger, Sie selbst auch Krankenschwester).
    Neulich hatte Sie angeblich einen Hitzschlag und Ihr Bekannter hat Ihr eine Infusion gegeben und uns mehrmals bestätigt, dass es Ihr nicht sooo schlecht gehen würde. Angeblich waren die oben beschriebenen Symptome eine Folge der Austrocknung durch den Hitzschlag.

    Kann es sein, dass Sie Medikamente einnimmt, die in einem Krankenhaus leicht zu beschaffen sind oder diese gar durch einen Drogentest nicht ermittelt werden können?

    Kann mir jemand helfen?
    Ich wäre wirklich um jeden Tipp sehr sehr dankbar, da ich davon ausgehe, dass Sie bald einen totalen Zusammenbruch erleidet wenn sich nichts bessert.
    Wie soll ich mich verhalten.


    Danke schonmal

    Voda

  • Hallo voda,

    sag mal, deine Schwester ist doch schon volljährig, oder?

    Wenn ja, dann muss sie auch die Verantwortung tragen, daher wundere ich mich, das jemand einen Drogentest für die Familie liefern will.
    Aber ganz ehrlich, der würde nichts bringen, weil man kann überall im Netz nachlesen, wie lange das ein oder andere nachweisbar ist und bei Gelegenheitskonsum wäre es sehr kurz.

    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht?
    Warum hatte dein Schwester denn eine "getarnte" Flasche bei sich? Wie kam das auf? Ich meine, da muss ihr ja jemand das "Handwerk" gelegt haben, oder?
    Wer ist WIR, deine Familie?

    Klar sind das Anzeichen die du genannt hast, also kann man sich Sorgen machen, keine Frage. Aber als erstes sollte man Vertrauen, weil wenn man sich nur noch rechtfertigen muss, dann wird man vor solchen Leuten Abstand nehmen und das willst ja sicher nicht!

    Das mit der Infusion kann doch sein. Was denkst du von Krankenpfleger und Co, das sind doch nicht lauter Junkies und können auch nich einfach Infusionen setzen, wenn nix vorliegt.
    Was vermutest du also?

    Wie sollst dich verhalten?
    Als erstes mal zeigen das du für sie da sein wirst, egal was passiert - auch wenn sie süchtig sein sollte.
    Dann würde ich mal mit Vorwürfen vorsichtig sein, weil wenn se unbegründet sind, dann is es blöd. Aber auch wenn dein Verdacht wahr wäre, keiner der süchtig ist, der will es von früh bis spät von anderen gesagt bekommen.
    Biete ihr immer wieder das Reden an, unternimm mit ihr was und "erschleiche" dir noch mehr Vertrauen.

    Ich hoffe du täuscht dich und alles ist nur ne doofe Phase, weil sie überlastet ist oder mit dem Trauma nich klar kommt.
    Wenn das aber öfter vorkommt und sich das nich bessert, dann muss man weiter schauen.

    Alles Gute!

    LG Franz

  • Vielen Dank für die Antwort.

    Ja Sie ist Volljährig und ja die Familie ist mir "Wir" gemeint.

    Die Flasche wurde entdeckt, als wir Sie total dicht in der Arbeit abholen mußten.

    Auch weiß ich jetzt definitiv, dass es bei Ihr Tabletten sind. Weiß jetzt den Namen nicht aber sind ziemliche Hämmer.
    Versorgt wir Sie vom "Krankenpfleger", dass weiß ich inzwischen auch.

    Was meiner Meinung das großte Problem ist, dass Sie nichts zugibt. Ich weiß nicht ob Sie so süchtig ist, dass Sie es selbst nicht mehr merkt oder Sie uns einfach anlügt wie schon seit über einem Jahr.
    Keiner meiner Familie macht Ihr einen Vorwurf. Jeder hält zu Ihr, da wir Sie sehr lieben. Aber meiner Ansicht nach ist Sie von der Psyche her so weit, dass nur die Familie Ihr helfen kann. Das heißt Wohnung kündigen und zurück zur Familie ziehen.


    Hat jemand eine Idee wie man sowas therapiert?

  • Lieber Voda,

    so jedenfalls nicht, "Wohnung kündigen..."!

    Bitte schildere doch mal genauer und mehr, wel irgenwe kann ich dam nicht folgen.
    Mir gehts darum, du beschuldigst andere und deine Schwester schwerwiegender Sachen.
    Woher nimmst du dieses Wissen? Richtige Hämmer sind was?

    Was erwartest du von einem Süchtigen?
    Wenn sie nich ohne kann, dann weiß sie es auch und keiner gibt eine 'Sucht gerne zu.

    Eine Familie kann wirklich wichtig sein, nur helfen, dass kann sich deine Schwester nur selber und dazu braucht sie auch Profis an der Seite.

    Unter 'Zwang und über ihren Kopf hinweg wird man nichts erreichen, das wird euch jeder so bestätigen, egal ob Therapeut oder Suchtberatung!

    Verweise sie doch mal an das Forum, vielleicht findet sie unter Betroffenen eher einen Weg.

    LG Franz

  • Das ohne profissionelle Hilfe nichts geht ist schon klar.

    Mit richtige Hämmer sind sehr starke Tabletten gemeint. Meine andere Schwester ist auch Krankenschwester von daher weiß ich das diese Tabletten nicht harmlos sind.
    Edith: Sind Benzodiacipine

    Von einem Süchtigen erwarte nicht weniger als nichts, da dieser um seine Sucht zu befriedigen alles, wirklich "ALLES" tun würde.
    Von daher wird unser Bestreben auch ht.
    sein, die Wohnung zu kündigen, da Sie alleine aus dem Sumpf nicht rauskommt und viel zu leicht an das Zeug kommt.

    Mit der "Wir-haben-Dich-alle-lieb,-das-wird-schon-wieder,-du-hast-dein
    -eigenes-Leben-Methode haben wir es versucht, das klappt nicht.

  • Und wie kommt ihr dazu über sie hinweg zu entscheiden?

    Sei mir nich böse, aber so funktioniert das nicht.

    Deine Schwester ist für sich selber verantwortlich und versteh es nich falsch, es ist löblich wenn die Familie zu ihr hält. Aber hier lese ich nur, wir wollen das jetzt so und dann machen wir das.

    Aber an eurer Stelle würde ich mal Kontakt zur Suchtberatung aufnehmen, weil ich verstehe was anderes von Hilfe - sicher nich Entmündigung!

    Wie gesagt, unter 'Zwang werdet ihr nichts erreichen, wenn sie dann dicht macht und genau das erwarte ich.


    Und im übrigen, wen die da 'Benzos verschwinden lassen, dann ist das eine Straftat! Woher willst du wissen das es so ist? Hat deine Schwester das so gesagt? Hat es der Krankenpfleger so gesagt?
    Wenn die das so betreiben, dann wird es irgendwann auffallen!
    Vielleicht bekommt sie da ja auch verschrieben?


    LG Franz

  • Mal schauen, heute waren Sie bei der Suchtberatung. Die sagen, dass ohne Kur nichts geht, was Sie natürlich nicht will.


    Das das eine Straftat ist wissen wir.
    Verschrieben bekommt Sie die Teile bestimmt nicht, die hat der "Bekannte" besorgt.

    Frage ist jetzt, wie wir es schaffen Sie dazu zu überreden eine Kur oder Terapie zu machen.

  • Voda, deine Schwester muss es aus eigenen Stücken machen, anders geht das nicht, reines überreden hilft da nix. So steht man das nicht durch und wenn sie die Therapie abbricht, dann is keinem geholfen.

    Wer war bei der Beratung?
    Deine Schwester auch? Freiwillig oder durch 'Zwang der Familie?
    Wenn sie dort war, hat sie denn alleine mit dem Berater gesprochen?

    Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es ja toll wenn ihr hinter ihr steht, aber ich befürchte dass man im Moment etwas viel Druck auf sie ausübt!?

    Wenn du willst, dann können wir gerne versuchen auf sie einzuwirken, aber dazu muss sie mindestens eine Mail schicken ==> Kontakt
    Also sie kann sich natürlich auch gerne anmelden und sie müsste auch nicht unbedingt erfahren, was du hier geschrieben hast oder wer du bist!

    LG Franz

  • Wir üben Druck aus, aber sehr sehr sanften.
    Wir lassen Ihr alle Zeit der Welt.

    Sie hat uns jetzt seit über einem Jahr belogen. Wenn wir nicht so entschlossen in letzter Zeit gehandelt hätten, würde Sie ja jetzt noch zu Hause hocken und Pillen werfen.

    Das "MUSS" ein Ende haben.

    Aber ich werde Deinen Rat beherzigen. Vielleicht birnge ich Sie dazu Dir zu schreiben, der Tread sollte dann allerdings gelöscht werden.


    Vielen Dank für Deine Zeit und den selbstlosen Einsatz

  • Sag Bescheid wenn das entfernen des Threads notwendig werden sollte!

    Bitte aber bedenken, euch hat sie belogen, aber für sie war es sicher noch böswillig sondern in ihren Augen nicht anders möglich - sozusagen lebensnotwendig!

    Viel Erfolg für euch alle :smiling_face:

    LG Franz

  • Das wissen wir und keiner macht Ihr einen Vorwurf.
    Verziehen haben wir Ihr ja alle schon ohne ein Wort zu sagen, is doch klar.


    Danke nochmal!

  • Ohne ein Wort zu sagen?
    Muss ich jetzt nich wörtlich nehmen, oder? :winking_face:

    Es werden viele Wort notwendig sein, liebevolle. verständnisvolle Worte.
    'Sucht verstehen kann ein "normaler" Mensch nicht, aber wenn man sich gut informiert, dann hilft es allen Beteiligten.

    Ohne ihr was zu unterstellen, aber ich wünsch euch allen das es so bleibt, auch wenn die ersten Rückfälle passieren.
    Solange aber alle immer klar sehen, unsere Schwester/Tochter ist suchtkrank und kann wirklich nix dafür, dann sollte sich da nix ändern.

    So und jetzt geb ich Ruhe :]

    Es ist einfach so, tendenziell bin ich immer ein kleines Stück mehr Vertreter des menschen der betroffen ist :winking_face:

    LG Franz

    -ENDE- :winking_face:

  • Hmm... ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen das die Einmischung meiner Familie, auch wenn es nur aus Sorge ist, mir bisher noch nicht mit meiner Medikamentesucht geholfen hat.... Ich empfinde es eher als störend... Ich will meine Familie nicht anlügen, sondern nicht darüber reden, und weil sie das nie akzeptiert haben musste ich sie anlügen. Die Einsicht das man süchtig ist und Hilfe braucht muss man selbst finden, da können andere sagen was sie wollen... War zumindest bei mir immer so, keine ahnung wie das bei anderen ist..

  • Hi Voda

    Ich häng in ner anderen Sucht, aber ich denke das macht keinen Unterschied...

    Also bei mir hat es unendlich lange gedauert "ehrlich" mit der Familie zu reden. Und solang ich nicht will, geht gar nichts...

    Deine Schwester muß ihr Problem erkennen, sonst geht es nicht...und selbst dann geht es manchmal nicht. Man möchte es beenden, die Sucht,und findet den Weg nicht hinaus. Man lügt und usw. und möchte es gar nicht. Man möchte der Familie nicht weh tun und tut es doch , weil man nicht anders kann. Das tut dann noch mehr weh, noch ein Grund sich zu zuballern...

    Ich weiß nicht was in eurem Fall das richtige ist...da sein...Hilfe anbieten, aber nicht überfahren...Informationen einholen etc...Nicht in Co Abhängigkeit rutschen...( Was bei euch eher unwahrscheinlich ist) aber deine Schwester ist ein Erwachsener Mensch...und ihr solltet sie ein Stück weit respektieren...Sie ist Süchtig (wahrscheinlich) Bis es ihr klar wird ist bestimmt n langer Weg, aber er ist gangbar, nur Geduld müßt ihr haben....

    Ich hoffe das deine Schwester es bald sieht, das sie Hilfe braucht...

    lg
    desty

  • Nun wir Sie nun soweit gebracht, dass Sie eine Therapie macht.
    Und wie schon geschrieben mit sanften Nachdruck. Ich bin stark der Meinung, dass eine Sucht nicht anders zu bewältigen ist, als mit Hilfe der Familie.
    Klar hat Sie uns angelogen und Verwirrung gestiftet aber man darf jemanden das einfach nicht übel nehmen.
    Seit Sie wieder bei uns ist, ist Sie auch wieder total aufgeblüht und fühlt sich bei uns wohl.

    Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen aber mir ist klar, dass das nicht jede Familie schafft.
    Bei uns ist der Zusammenhalt einfach sehr sehr groß.

  • Hallo Voda,

    muss ich mich doch mal einmischen.

    Im Prinzip klar, Rückhalt, Familie Leuts die einen mögen sind wichtige Faktorn um seine Sucht zu besiegen.

    Aber die Einsicht darüber, der Wille was zu ändern muss aus der betroffenen Person kommen ... tut mir leid, wenns bei mir nur falsch ankommt, aber ich höre aus deinen Worten immer nur WIR haben das und das...

    Wenn ich sie wäre, könnte es sein, das ich mich bevormundet fühlen könnte und auf Trotz umschalte :confused_face:

    LG Julchen

  • Ja der Wille kommt Gott sei Dank von Ihr.
    Aber wie gesagt, ohne Rat und Tat der Familie hätte Sie keine Chance.

  • Zitat von Voda08;86390


    Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen aber mir ist klar, dass das nicht jede Familie schafft.
    Bei uns ist der Zusammenhalt einfach sehr sehr groß.


    Nun, geschafft is ja noch nix, weil so als Daumenregel, man sagt, wenn ein Süchtiger 10 Jahre clean war, dann könnte man behaupten - es ist geschafft.
    Aber nich mal das ist ne Garantie, ich war 11,5 Jahre clean :winking_face:

    Zudem, es gibt auch Leute die clean geworden sind, ohne Familie, so ist das wieder nicht.

    Und auch ich hoffe, dass hier der Entschluss der Betroffenen steht, nicht der einer Familie!

    LG Franz

  • Was ich nicht ganz verstehe, dass mein oder unser Einsatz als schlecht hingestellt wird.
    Denkt Ihr es wäre besser Sie hätte gemacht was Sie wollte und würde noch Tabletten fressen?

  • Zitat von Voda08;86397

    Was ich nicht ganz verstehe, dass mein oder unser Einsatz als schlecht hingestellt wird.
    Denkt Ihr es wäre besser Sie hätte gemacht was Sie wollte und würde noch Tabletten fressen?

    Wer sagt das voda?

    Da verstehst was falsch, der Einsatz is löblich, doch für einige kommt es doch bisserl so rüber, als wenn da massiv Druck ausgeübt wurde.

    Die Erfahrung zeigt dann aber, wenn man selber nich mit 100% hinter der Sache steht, dann kann es nicht klappen.

    Für den Moment ist es mal egal welcher Weg dazu führt, aber der Weg clean zu sein, also zu entziehen, das is ja grad mal 1 % der ganzen Aktion!

    Und bitte, das Forum ist natürlich dafür da, dass man seine Meinung sagt und sollte nich als persönliche Kritik aufgefasst werden. Ich denke (ehemals) Betroffene können da nun mal am besten beurteilen.

    LG Franz

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