Meinung zur ewigen Verabschiedung

  • Moinsen Leute,
    Bin heute auf euer Board gestoßen da ich schon lange nach soetwas suche
    Bis jetzt konnte mir niemand mit meinen Probleme helfen geschweige denn mich verstehen :angry_face:

    Ich finde mein Leben einfach trostlos
    Ich habe keinelei Vertrauenspersonen an die ich mich wenden kann...
    Aufgewachsen bin ich in Russland kurz nach dem Kommunistischen Regime und somit gab es in meiner Erziehung nichts außer Diszeplin und Anstand, mein Zustand hat in dieser Gesellschaft niemanden Interessiert... Jedoch ist das eigentlich nichts schlimmes da ich so erzogen worden bin und es nichts wunderliches für mich ist.

    Das schlimme in meinem Leben ist die Tatsache das meine Eltern dann irgendwann ihr Ansehen und ihren Reichtum in Russland wegen dem Zusammenbruch des Kommunismus zurückgelassen haben und nach Deutschland gezogen sind. Meine Eltern waren sehr angesehene Leute wegen den verdiensten meiner gesamten Familie (Nikolai Gennadijewitsch Bassow – Wikipedia diese person als bsp ist mein Großvater)

    Die Tatsache das meine Eltern dann mit mir und meinem Bruder hierher gezogen sind und alles hintersich lassen mussten was sie aufgebaut und verdient haben hat sie "verweichlichen" lassen und dies hat sie immer mehr streiten und deprimiert sein lassen. In den letzten Tagen herrscht bei uns reiner Psychotherror unter den Eltern und mein Vater zieht demnächst weg...
    Soviel zu meiner Vorgeschichte.

    Mein Problem damit ist jetzt eigentlich das ich immer mehr in meiner Jugend zur Gefühlslosigkeit erzogen worden bin und diese Deprissionen unter meinen Eltern jetzt etwas total neues für mich sind da ich soetwas noch wirklich nie in Wirklichkeit erlebt habe. Zudem ist auch wahres Glück für mich etwas total fremdes.. Dazu zähle ich jetzt nicht Spaß oder Freude sonder zum Beispiel Liebe... Ich hatte schon viele Freundininnen aber ich habe nie Glück verspührt obwohl ich tatsächlich mehr oder minder verliebt war... Jedesmal wenn ich meine Freundin geküsst habe oder sie umarmt hatte ich so ein ungutes Gefühl... etwas fremdes. Somit habe ich jetzt den anschein das ich in meiner Kindheit eine "Lüge" gelebt habe, meine jetzigen tage sind Zeitlos...

    Ich stehe morgens auf und sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben da mir meine Vergangenheit geraubt wurde und somit meine Zukunft zerstört....
    Meiner Ansicht nach ist ein Leben ohne Glück und ständig sich so zu fühlen alsob man fremd währe nicht Lebenswert... Deswegen ist mein einziger ausweg nur noch der Selbstmord

    Mit freundlichen Grüßen... Andychrist!

  • Hi Andychrist,

    deine Geschichte mag vieles bewirken, aber es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Deswegen kann es nicht der einzige Weg sein, aber es könnte sehr wohl sein, dass dies dir im Moment als einziger Weg erscheinen mag.

    Wie alt bist du eigentlich? Das spielt jetzt zwar keine große Rolle, aber für mich persönlich ist es einfach eine offene Frage.

    Wie schaut es mit Therapie aus? Machst du eine oder hast schon mal dran gedacht?

    LG Franz

  • Ich bin jetzt 16 Jahre alt, jedoch sind meine nicht sehr gerade jung und haben deswegen 3/4 ihres Lebens in der Sowjetunion verbracht falls du dadrauf anspielst..

    Natürlich gibt es nicht nur 2 Wege, da magst du recht haben... jedoch bin ich noch bereits an meiner richtigen Kindheit vorbei und allein die Tatsache das ich jetzt erfahren habe wie kalt damals mein Umfeld war lässt mich in tiefste Deprissionen versinken.

    Die Sache mit der Therapie habe ich mir auch schon überlegt nur komme ich dabei jedes mal auf die Frage wie ein Therapeut jemanden helfen soll der jetzt aus einer Kalten Welt ins "Märchenland" gesteckt wurde und sowas wie eine Reizüberflutung jeden tag erlebt.. Selbst wenn ich einen Therapeuten finden würde der mich versteht und mir folgen kann wird er mir wohlkaum Gefühle aufdrücken können, bzw diese abzuschwächen.. Schließlich ist ja mein Problem das ich diese Gefühle niemals richtig wahrgenommen habe und seid ich in der deutschen Gesellschaft wohne so stark damit konfrontiert werde wie ich es noch nie in meinem Leben gewohnt war.

    MfG

  • Mist der ganze Beitrag weg, weil ich die Netzwerkverbindung verloren habe :frowning_face:

    Ok, nochmal!

    Du bist noch sehr jung, wenn das Alter auch nur wenig aussagt. Einige die ich kennen lernen durfte, die hatten mit 16 mehr durch als andere in meinem Alter.
    Man kann also bei jüngeren Menschen nicht alles am Alter festmachen :winking_face:

    Trotzdem, du hast grad mal die Pubertät so durch, also solltest du dir noch etwas Zeit geben. Dein junges Leben wird noch viel erleben dürfen, wirf es also jetzt nicht weg.
    Deine Situation kenne ich selber und auch sehr viele hier im Forum. Gedanken über 'Selbsttötung haben viele mal und leider manhcmal auch sehr lange sowie intensiv.

    Aber du solltest wirklich mal so paar Möglichkeiten durchprobieren.

    Hast du einen Hausarzt und kommst mit dem einigermaßen klar? Wenn ja, dann solltest mit dem mal reden, wirklich offen. Der wird dich dann sicher an einen Therapeuten überweisen.

    Du kannst aber auch eine Beratungsstelle aufsuchen, anonym und unverbindlich. Wenn da nicht recht weiß wo, dann kannst dich auch an uns wenden, wir helfen da gerne weiter.

    Als dritte Möglichkeit hast hier im Forum die Möglichkeit dich an einen Therapeuten zu wenden, über die Expertenfragen.
    Das aber ersetzt keine Therapie, es ist einfach der erste Schritt und du hörst mal eine Meinung von einem Therapeuten.
    Dazu kannst dich öffentlich draf einlassen, wenn du einen Beitrag in dem Bereich schreibst. Das kannst aber auch via Mail/PN ans Team senden, dann erfährst nur du davon.

    Therapie bedeutet aber sicher nicht, da gehst hin und der regelt alles für dein Glück oder gibt dir wo möglich "Glückspillen". Das ist harte Arbeit und der Therapeut kann dir den Weg aufzeigen, dir helfen den zu finden, aber gehen musst immer du selber.

    Soviel mal dazu :smiling_face:

    LG Franz

  • hey!:)
    wie franz schon meinte..ich glaub, ne therapie könnte dir echt neue chancen aufzeigen! ich bin da auch noch ganz am anfang, aber echt gespannt und auch etwas nervös, weil das viel arbeit wird! ABER es TUT sich was...und das wird es dann auch bei dir!:)
    selbstmordgedanken kenn ich gut - vor allem in deinem alter hab ich damit ganze bücher vollgeschrieben..war zeitweise echt fies, wenn ich das heute mit abstand so lese!(= und auch heute kommts vor, das sich der gedanke bei mir einschleicht - aber ich WILL weiter..sonst verpass ich einfach zuviel! ums kurz zu halten: versuch dich einfach mal dran; vielleicht bringts dir mehr, als du jetzt meinst!;)

  • Wenn ich dich wenigstens zum Teil richtig verstanden habe, Andychrist, und es für dich unter anderem darum geht, dass du nie gelernt hast, wie man Gefühle wahrnimmt und dann damit umgeht und dir das jetzt zum großen Problem wird - dann kann ich da wohl einfach nur die Hand heben und "hier, ich auch" rufen.
    Ich bin da zwar nicht mehr ganz so am Anfang, hab' durch eine Therapie da schon viel dazugelernt und auch umgesetzt in der Zeit danach und weiter den ein oder anderen Fortschritt gemacht - Aber am Ende des Weges bin ich da wohl auch noch lange nicht.
    Was meine Familie angeht, da habe ich die 'Depressionen, einfach weil ich anders bin als meine Eltern und irgendwann mit der Pubertät klar geworden ist, dass ich so, wie die mich erzogen haben, nicht weitermachen kann und will. Bis ich das mal verstanden hab, wo das eigentliche Problem liegt, sind leider schon Jahre vergangen, denn in der Zeit hab' ich auch einfach nur zu tief in Selbsttötungsgedanken und 'SVV etc. gesteckt, ich war in diesen Tagen einfach noch nicht so weit, dass ich was ändern konnte. Irgendwann hat sich das dann verändert und ich bin verdammt froh drüber, dass es so gekommen ist und ich heute tatsächlich sowas wie ein Leben hab! :smiling_face:

    Ich will damit nur sagen, dass du damit ganz sicher nicht allein dastehst, auch wenn deine persönliche Situation und Geschichte eine andere ist als meine oder die von jemand anderem hier im Forum oder an sich auf der Welt. :winking_face: Jeder hat seine individuellen Erfahrungen und Erlebnisse, wurde anders erzogen und lernt auf anderen Wegen dazu.
    Ich finde, das sollte dich nicht abschrecken! Zu verlieren hast du nichts, du kannst im Grunde fast nur dazulernen, und es gibt auch Therapeuten, die die unlogischsten und seltsamsten Dinge verstehen. ,) Versuch's einfach mal, oder - wenn dir das erstmal ein zu großer Schritt ist - dann schau, ob du eine Beratungsstelle oder einen Allgemeinarzt findest, zu dem du Vertrauen aufbauen kannst.

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