Es hätte unser erstes Weihnachten werden sollen so richtig schön mit Tannenbaum Festessen Gästen und Geschenken. Schon seit Tagen war ich damit beschäftig die Wohnung die wir uns zusammen eingerichtet hatten Weihnachtlich zu schmücken.
Am frühen Vormittag des 23. Dez rief er mich auf der Arbeit an ich solle doch bitte auf dem nach hause weg noch etwas für seinen Vater besorgen. Ich war glücklich mit ihm er was sanft und nett er war immer für mich da.
Wir hatten ein geregeltes Leben keine Probleme beide hatten einen guten Job und konnten das Leben genießen. Ja man kann sagen wir waren ein glückliches Paar und es ging uns gut.
Ich war so richtig in Weihnachtstimmung nicht wie zu Hause bei den Eltern wo ich damit rechnen musste das mein Vater am Heiligabend besoffen nach hause kaum und es nur Streit und Stress gab nein wir wollten das alles anders machen.
Nach ihrem Dienst fuhr ich also entspannt und glücklich nach Hause besorgte noch schnell das Geschenk für Schwiegerpapa und war auf dem Heimweg als sich ein komisches Gefühl in mir breit machte und anstatt gleich weiter nach hause zu fahren fuhr ich zu meinen Schwiegereltern. Ich kam an und der Notarzt fuhr vor dem Haus weg. Die Angst überkam mich ich wusste sofort das etwas mit meinem Freund war. Ich kam rein in die Küche auf dem boden war Blut Schwiegermama weinte. Mein Schwiegervater sagte nur fahr heim pack seine Tasche und dann fahren wir ins Krankenhaus. Ich war wie betäubt. So schnell hat ich noch keine Tasche gepackt und so schnell war ich auch nicht die ganze strecke die ich gekommen bin wieder zurück gefahren. Im Krankenhaus angekommen. Man darf mir keine Auskunft geben nach langem hin und her bekam ich gesagt er sei schon auf dem Weg zum CT und man ginge von einem schweren Schlaganfall aus er war 24 Jahre alt. Mein Schwiegervater und ich also weiter in die Neurologie wieder 40 km mittlerweile war es 17 Uhr. Dort angekommen hieß es das CT sei nicht gut man habe ihn auf Station gebracht.
Er konnte nicht sprechen sich nicht bewegen hat nicht gemerkt wenn er Urin lassen musste Gitter am Bett und Infusionen.
Bis alles geklärt unterschrieben und fertig war, war es weit nach Mitternacht.
Auf der Rückfahrt habe ich nur geweint. Die ganze nacht hab ich nur geputzt ich wusste nicht mehr wie es weiter gehen soll. Am 24 Dez bin ich direkt nach dem Dienst zu ihm gefahren er war angebunden hatte getobt war aggressiv hat rumgeschrien. Ich hatte Angst.
Die Station war überfüllt niemand hat nach ihm geschaut es hat sich nix gebessert.
Am 31. Dez hab ich ihn nach Hause geholt die Kommunikation war fast unmöglich laufen und auch sonstiges Bewegen nicht möglich.
Er war böse hat mich immer öfters angeschrieen weil er mir einfach nicht klar machen konnte was er wollte. Krankengymnastik zum laufen üben und für die Koordination
Es wird sehr lange dauern hat der Arzt damals gesagt.
Es folgten Kündigung seiner Arbeitsstelle Geldprobleme wir konnten die Wohnung nicht mehr halten Raten nicht mehr bezahlen. Auto wurde gepfändet und Möbel. Mussten im März aus der damaligen Wohnung raus Umzug alleine nur ich er konnte ja nicht helfen.
Die Sprache kam langsam wieder aber auch heute fehlen oftmals noch die Worte. Er ist grob jede Berührung durch seine Hände tut mir weh. Versuche eine Umschulung zu bekommen sind fehlgeschlagen. Tausende von Bewerbungen haben ihn abgestumpft und haben die Aggressionen steigen lassen. Seine Unzufriedenheit und sein Hass auf alles bekomme ich ab. Wie gehen nicht mehr weg können es uns gar nicht mehr leisten.
Er kann sich bis heute nicht alleine anziehen
Es sind jetzt 8 Jahre vergangen. Immer noch ist nicht daran zu denken die Krankengymnastik zu beenden ein paar Tage keine Übungen und er kann keinen schritt mehr alleine laufen.
Ich hatte mir mein Leben irgendwie anders vorgestellt und wenn alle immer sagen trenn dich. von dem Typ das ist nicht so einfach das würde meine Probleme nur noch größer machen. Es hat mit Liebe nicht mehr viel zu tun das weiß ich aber ich bin mit der Hochzeit eine Verpflichtung ihm gegenüber eingegangen.
Warum ich das alles schreibe damit ihr wisst wie es in meinem leben aussieht. Arbeiten schulden abzahlen Krankengymnastik und sonstige Therapien mit meinem Mann ständige Übergriffe durch ihn weil er sich einfach nicht unter Kontrolle hat. Permanentes planen und strukturieren von Tagen das alles passt.
Das ist nicht nur anstrengend sondern auch einengend ich weiß nicht ob das jemand verstehen kann aber es macht das Leben nicht wirklich lebenswert Und vor allem zeigt es mir nicht wie schön das Leben ist denn mein Leben ist alles andere als schön
Apoplex - Schlaganfall
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Guten Abend Arkadia,
ich kenne es von meiner Arbeit her, wie es ist Menschen mit schwerer Erkankung zu pflegen. Gerade dann, wenn Kommunikation nicht mehr einwandfrei Möglich ist.
Bei dir ist auch noch die "Liebe", bzw der Grundstein der Beziehung ein Punkt, welches das ganze - so kann ich es mir zumindest vorstellen - nicht gerade einfacher macht.Das was dein Leben ausmacht, so wie du es beschreibst mit Schulden abbezahlen, Krankengym. und was weiß ich ist nicht einfach. Und auch wenn du für deinen Freund/Mann da sein willst, wo bleibst du bei der ganzen Sache?
Klar, das Verprechen zu Ehe.. ich weiß nich wie ich handeln würde. Aber wenn du dich da komplett aufarbeitest, wäre das Sinn dieses Versprechens.
Ich weiß nicht direkt was ich mit dem Beitrag ausdrücken wolte, aber eben eine Reaktion geben.
Ich denk es ist wichtig zu Handeln, zu Entscheiden und zu Verändern, wenn man sich in seiner derzeitigen Lebenssituation nicht wohl fühlt.
Denk an Dich, auch wenns nicht leicht ist.Viel Kraft für deine Alltagsaufgaben und für die kommende Zeit, du hast schon viel gutes getan, in den letzten 8 Jahren. Vielleicht kannst du erkennen, dass das nicht selbstverständlich ist und ein wenig stolz auf dich sein!
Lieben Gruß, Zyna
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hallo, ich würde Dir dazu raten soviel Hilfe wie möglich zu organisieren, mobile Pflegekräfte, er ist ja mit sicherheit eingestuft, ehrenamtliche hilfe, nehm ein, zwei mal die woche eine Tagesklinik in anspruch, du brauchst Zeit für DICH, du machst dich kaputt. Das die Liebe da auf der Strecke bleibt ist sehr gut nachvollziehbar, schließlich hat er sich ja auch sehr verändert nach dem Schlaganfall. Pflichtbewustsein ist es wohl was Dich hauptsächlich hält und ich kann das sehr gut nachvollziehn. Und ich muss Dir ganz ehrlich sagen...wenn mein Partner plötzlich schwer krank werden würde bin ich mir sicher ich würde mit körperlichen Schäden klarkommen, aber nicht damit wenn sich der charakter so grundlegend verändert, ich glaube da wär ich egoistisch genug, auch wenn ich mich schäme das hier so zu sagen, mich zu trennen. Du machst einen super Job, Du verdienst den allergrößten Respekt aber Du musst auch an Dich denken, dein leben!!!!!!!!! alles, alles liebe Dir, Carry
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