• Guten Abend, ich habe mich gerade frisch angemeldet. Nun, der Titel spricht wohl für sich. Es ist bei mir so, dass ich mein Verhalten bzgl. des Internet kaum noch unter Kontrolle habe. Es ist nicht so, dass ich in chats rumhänge oder 10 verschiedene Identitäten besitze. Eher bin ich halt einfach über sehr lange Zeiträume online, ohne sinnvolle Dinge dabei zu tun. Außerdem müsste ich die Zeit, die ich dort verschwende, eigentlich für mein Studium nutzen. Wenn ich mal nachrechne, dann komme ich so auf 6 bis 8 Stunden täglich.
    Ich habe nun schon mehrfach versucht, mir eigene Verhaltensregeln aufzuerlegen, diese aber immer wieder erfolgreich gebrochen. Das Ganze zieht sich nun mittlerweile fast ein einhalb Jahre so hin und wird nicht besser.
    Es ist ja irgendwie auch dämlich, denn der Rechner steht ja in dem Raum, in dem man auch lebt. Also lässt sich innerhalb von Sekunden darauf zugreifen und warum sollte ich online mehr Widerstandskraft haben als offline? Ich habe schon überlegt, meine PC in das Zimmer meiner Mutter zu stellen, diese Idee aber wieder verworfen, da mir das wie ein Eingeständnis scheint, nicht damit umgehen zu können und ich ihr (meiner Mutter)auch keine vernünftige Begründung für diesen Schritt liefern kann.
    Außerdem bin ich irgendwie noch hoffnungsfroh, dass ich das Problem alleine in den Griff kriege.
    Öfters hatte ich schon den Gedanken, meine PC einfach zu verkaufen oder einer sozialen Einrichtung zu spenden und den DSL-Anschluss zu kündigen, also eine Art Radikalschnitt.
    Oder zumindest den DSL-Anschluss zu kündigen, denn den Rechner brauche ich eigentlich für mein Studium, da dieses teilweise techniklastig ist. Doch diesen Schritt habe ich bisher auch nur gedacht, dann wieder verworfen und bin wieder ins Internet und mich hinterher wieder geärgert, da nichts Sinnvolles dabei passiert ist. Dass mein Sozialverhalten darunter leidet und was weiss ich noch, will ich hier erstmal gar nicht weiter ausbreiten, da ich glaube, dass ich erst mein Computerverhalten ändern muss, bevor ich etwas anderes in Angriff nehmen kann.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen, vielleicht sogar erfolgreiche Verhaltensstrategien entwickeln können, um dem Verlangen zu widerstehen?

    Liebe Grüße pu

  • Hi pu,

    erst mal ein riesiges Hallo, ich hoffe du wirst hier für dein Anliegen auch brauchbare Antworten bekommen.

    Ich kann nur mal ganz allgemein ran gehen, denn auch ich habe Suchtprobleme. Den ersten Schritt hast nun ja getan, du schreibst drüber und gestehst dir ein Problem selbst ein.
    Bei 6 bis 8 Stunden Onlinezeit, da kann man sicher schon von 'Sucht reden, zudem weil du ja nicht beruflich dort bist. Deine Ideen, den Rechner wo anders aufzubauen, dass wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung und auch wenn es radikal wirkt, auch ein Abmelden deines Zugangs kann Abhilfe schaffen.
    Trotzdem, du solltest vielleicht doch erst noch mal versuchen, mit was anderem deinem Tag einen Sinn zu geben. Gerade weil du ja schon von deinem Sozialverhalten geschrieben hast, machst du denn nichts außer Haus, dein Studium mal ausgeklammert?
    Da denke ich an Sport oder ähnliches, einfach Aktionen die dich vom PC wegholen!

    Gibt es denn irgendwelche Interessen, denen du gerne nachgehen würdest?

    Hast du schon mal an eine Therapie gedacht? Ich weiß ja nicht wo du wohnst, aber es gibt auch viele Selbsthilfegruppen, die das Thema „Netz-'Sucht“ behandeln.

    Erzähl doch einfach mal etwas mehr von dir, dann kann man sich ein besseres Bild machen und so werden dann auch andere hier darauf einsteigen.

    Hmm, recht hilfreich ist mein Beitrag nicht, aber vielleicht kann ich ja bald noch etwas mehr von dir lesen :smiling_face:

  • Hallo Franz, vielen Dank für deine liebe Begrüßung erstmal. Ich weiss jetzt nicht genau, wo ich genau anfangen soll. Am besten chronologisch. Also, ich bin jetzt 22, hab so mit 15 angefangen zu Kiffen, eine kurze Zeit extrem, dann aber ist das alles eingeschlafen und beschränkte sich auf seltene Gelegenheiten. So weit , so gut. So mit 19 rum hab' ich mir den PC gekauft und anfangs gab es auch keine Probleme, auch als ich dann einen Internetzugang hatte. Am Anfang des Studiums ungefähr passierte es dann halt, dass ich fast alle Kontakte zu Freunden aus der Schule verlor (wohl durch eigene Schuld ) und aber keine neuen in der Uni aufbaute. Irgendwie entdeckte ich dann Cannabis wieder und verbrachte damit die Semesterferien, bis auf seltene Gelegenheiten mit Kommilitonen. In der Uni selber bin ich ziemlich erfolgreich und auf dem Durchmarsch zum Diplom. Jetzt in den letzen Semesterferien kulminierte das Ganze. Am Anfang hab' ich ne Prüfung gemacht und mir fest vorgenommen, die Ferien durchzulernen ( ja, auch solche Studenten gibt's). Als "Belohnung" für die Prüfung wollte ich mir mal wieder einen Kiffen. Wobei noch zu betonen ist, dass ich nur noch alleine gekifft habe ( und das wohl auch mit niemandem teilen wollte ). Erstmal habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und eine Woche vor der Prüfung gekifft. Natürlich hatte ich hinterher Schuldgefühle, doch schaffte ich die Prüfung trotzdem mit sehr gut.Dann habe ich wieder gekifft, gesoffen und dabei Filme geguckt und gesurft. So, zwei Tage durch. Aber dann habe ich es nicht mehr geschafft, aufzuhören. Ich habe die ganzen Ferien durchgekifft, Filme geguckt und im Internet gesurft. Mindestens jeden dritten Tag gekifft. Jedesmal bin ich aufgewacht und habe mich dafür verflucht und geschworen, jetzt damit aufzuhören. Es hat nicht geklappt, bis zum Ende der Semesterferien. Da habe ich dann halt aufgehört zu Kiffen, so vor einer Woche. Ich habe Tagebuch geführt ( über die ganzen Ferien), versucht irgendwelche Gründe für mein Verhalten zu finden, ergebnislos. Das komische ist, dass ich weiss, dass ich das ganze Semester nicht Kiffen werde, bis Ende Februar. Diesbezüglich habe ich also momentan noch einen zeitlichen Puffer. Das liegt auch daran, dass ich wirklich gerne studiere und lernen will, auch wenn es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Nur in den Semesterferien, da bin ich halt in so ein Loch gefallen.
    Ich merk irgendwie gerade, das ich ein bisschen durcheinanderschreibe. Aber noch zwei Punkte: Es ist nicht so, dass ich völlig alleine in der Uni bin, nur privat unternehme ich nichts mit den Menschen, mit denen ich dort zusammenarbeite, was ich eigentlich ziemlich schade finde. Trotzdem habe ich noch nichts daran geändert.
    Das klang wohl schon heraus, ich kiffte immer zuhause. Was ich mich immer gefragt habe, warum meine Mutter mich nicht auf mein destruktives Verhalten anspricht. Hätte sie das getan, wäre ich in ziemliche Erklärungsnot geraten, weil ich keine Ahnung habe. Vielleicht hätte ich ja dann damit aufgehört. Wer weiss.
    Ach übrigens, ich treibe regelmäßig Kraftsport, lese sehr viel und abwechslungsreich. Aber da bleibt dieser Rest mit dem Computer. Das Kiffen will ich wirklich endgültig beenden, habe auch die Nummer von meinem Dealer weggeschmissen, komme also gar nicht mehr an irgendwas ran. Und das ist auch gut so.
    Das ganze ist also doch ein bisschen diffiziler , als ich es in meinem ersten post dargestellt habe.

    Naja, bevor ich jetzt hier noch nen ganzen Roman schreibe, gehe ich erstmal in die Koje.
    Gruß pu
    und Gute Nacht an alle, die noch wach sind

    PS: Zum Thema Selbsthilfegruppen habe ich auch schon überlegt, ob ich zu einem Psychologen oder eben in eine Gruppe gehen soll. Aber das ist im Moment mehr ein Gedanke, als eine Umsetzung in die Realität.

  • Hi Pu(h),
    ich habe neulich mal gelesen, das 90% aller Deutschen internetsüchtig sind. Du bist also kein Einzelfall. Ich kenne das Problem, wobei ich mir immer einrede, es hängt mit meinem ADS zusammen.
    Was machst du im Netz? Du bist online und siehst keinen Sinn in dem was du machst. Das kenne ich sehr gut. Ich habe erst seit kurzem (wieder) Internet und in der Zeit wo ich keins hatte, war ich wesentlich aktiver was meine sozialen Kontakte betrifft. Ich muss dazu sagen, dass ich nie jemand war, der viele Freunde hatte. Zu meinem Freundeskreis zähle ich ganze vier Leute. Das sind Personen, die ich wirklich als Freunde bezeichnen würde. Der Rest ist mehr so ein "Kumpel".
    Was kann man dagegen machen? Ich muss gestehen ich bin machtlos gegen dieses "Internet". Ich bin nur zu oft 24h am Stück online, weil ich hier surfe, da mit Freunden chatte und mit meiner Freundin "telefoniere" (sie wohnt in Braunschweig, deshalb sehen wir uns nur selten) und nebenbei noch, wenn ich schlafe, Sachen runterlade die ich ja auch so wichtig finde - Spieledemos und Promo-Trailer etc.. Ich denke nicht, dass dein Problem besser wird, wenn du deinen Rechner woanders hinstellst. Viel mehr denke ich, dass du deine Flatrate (?) auf eine normale Leitunge downgraden solltest. ich kann mir vorstellen, dass du das Internet auch für dein Studium gebrauchen kannst und das es nicht sinnvoll wäre es ganz abzuschaffen. Suche dir lieber einen Tarif wo du zahlst für die zeit die du online bist. So hast du besser die Kontrolle über deine Onlinezeit. Wenn du zu lange online warst, dann schlägt sich das auch auf deiner Rechnung nieder und so wirst du es fast "automatisch" reduzieren.
    Auch würde ich dir empfehlen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, die sich mit dem Thema beschäftigt, wie Franz schon angeschnitten hat. Und wenn das auch nicht klappt würde ich über eine weitere Radikalisierung nachdenken und vielleicht doch das Internet wieder abschaffen. Aber probiere doch erst mal die beiden oberen Schritte.

    Lieben gruß
    Mandrake

  • Zwei Dinge!

    Einmal sind "Romane" durchaus erlaubt und sogar erwünscht :smiling_face:
    Vielleicht stellst du dich ja auch noch im entsprechenden Board vor, in diesem Tgread hast es ja eh schon getan.

    Dann noch dein Kraftsport!
    Finde ich cool, dann hast doch auch andere Interessen und die lassen sich doich vielleicht weiter ausbauen.

    Bis denn

  • Hallo zusammen, heute habe ich den ganzen Tag ohne Internet ohne geschafft. Bin dann erst um 22 Uhr rein bis jetzt. Aber immer dieses Gefühl, ach du könntest doch jetzt schon, das zermürbt schon.
    Nach mehrstündigem Abwägen tendiere ich dazu, mein Internet oder den Rechner völlig zu entfernen. Dann ist die Gefahr gar nicht mehr gegeben. Ich vergleiche das mit anderen stofflichen Drogen. Bei Alkohol oder Dope ist es doch genau so. Warum soll ich es denn nicht konsumieren, wenn es doch in Reichweite steht? Dafür habe ich nicht die nötige emotionale Widerstandskraft.
    @ Mandrake Den Computer habe ich schon mal innerhalb meines Zimmer aus meinem Blickfeld bugsiert und es wurde wahrlich nicht besser. Leider sind die Tarife mittlerweise so billig, dass es dafür keiner Flatrate bedarf, ich hab also einen normalen Anschluss.
    @ Franz Danke für das Kompliment und eine Frage: Meinst du Einmal sind Romane erlaubt, also einmal pro Tread ? Nicht dass ich jetzt geplant hätte, eine Fortsetzung zu schreiben.


    Liebe Grüße und Gute Nacht
    pu

  • Hey Pu(h),
    versuche es doch mal mit dem Smart Surfer von Web.de. Da kannst du dir die günstigsten Tarife raussuchen - viel mehr macht das die Software. Du musst dich ja nicht auf einen bestimmten Tarif dann festlegen.

    Lieben Gruß
    Mandrake

  • hallo pu,
    ich hatte jetzt mal einen bericht gesehen, da hat eine frau, die selbst auch süchtig war, das für sich so geregelt, dass sie die onlinezeiten klar geplant hat. also sie hat überlegt wie oft und wie lange sie will und dann hat sie sich dazu einen wecker gestellt. wenn die zeit um war, dann ist sie off gegangen. klar braucht es dazu kraft und man wird vielleicht auch mal rückfällig, aber ein anfang. einen tagesablauf zu machen und sich daran zu halten wäre auch hilfreich.

    bei mir läuft mein internet meistens, da ich eine flatrate habe und doch mache ich viel anderes oder halt viel für die schule. teilweise läuft es parallel, doch letztlich hat für mich mein leben außerhalb mehr den vorrang.

    unbekannt_1

  • Hi pu,

    ein Beitrag ist auf 30'000 Zeichen begrenzt, aber du kannst ja auch 2 Beiträge schreiben :grinning_squinting_face:

    Das I-'Net abmelden ist sicher auch eine Variante, doch ich glaube, dass man sich dem Problem stellen soll. In meinem Fall bin ich auch vor den Drogen davon gelaufen, hab den Wohnort gewechselt. Jetzt weiß ich, ich muss den Umgang mit meiner 'Sucht lernen, nein sagen können.
    Ganz ohne PC und Netz ist doch fast nicht mehr möglich, von dem her wäre es sicher besser, wenn du klare Grenzen ziehen würdest und das auch einzuhalten lernst.

    So oder so, du bist auf nem guten Weg, weil du setzt dich mit der Sache auseinander und weißt, dass sich was ändern muss.

  • Guten Abend, vielen lieben Dank für alle eure Antworten. Allein das tut schon gut :). Die Idee von unbekannt_1 erscheint mir irgendwie doch vernünftig, also einen Wecker zu benutzen und Buch darüber zu führen, wann und auch wofür man ins Netz geht. Das wofür ist wohl noch viel wichtiger. Und auch dein Argument, Franz, finde ich sofort einleuchtend. Was bringt es mir, davor wegzurennen? Spätestens in einem Jahr muss ich wieder ans Netz, zwecks Diplomarbeit und so weiter. Da lerne ich lieber jetzt schon damit umzugehen.
    Das sind Dinge, an die ich selbst nie gedacht habe.
    Es ist halt wichtig, dass man die Dinge beherrscht, und nicht andersherum.
    Und das geht nur durch stetige Übung und Auseinandersetzung damit.
    Ich bedanke mich nochmals für eure Inspiration und werde versuchen, dies alles in die Tat umzusetzen und freue mich auf zukünftige Treffen mit euch hier und dass auch ich euch helfen kann.

    Liebe Grüße pu

    PS: @ unbekannt_1, weisst du noch die Quelle, aus der du die Info mit der Frau hast? Würde mir das gerne mal durchlesen.

  • das war am dienstag im fernsehen. da kam (glaube die sendung hieße "future trends") eine reportage zu netz-abhängigkeit.

    find ich gut, dass du dich dem stellen willst. ich wünsche dir dafür alles gute.

  • Hallo, unbekannt_1, na da kann man wohl nichts machen. Ich habe nämlich keinen Fernseher, aber das Netz ist ja eine reiche Fundgrube ;), da findet sich sicher was. Für irgendwas muss das Internet ja gut sein und wenn um wieder davon loszukommen.

    Gruß pu

    PS: Vielen lieben Dank für deine unterstützenden Worte.

  • Hallo nochmal ganz kurz, habe da gerade einen Text gelesen, in dem einer seinen Rechner sozusagen zur Probe drei Monate erstmal komplett entfernt hat, um ein wenig runterzukommen, klingt auch ganz nett. Irgendwie habe ich mich noch nicht ganz entschieden, wie ich mich in der näheren Zukunft verhalten soll. Momentan bahne ich einige Möglichkeiten an, den Rechner zuverkaufen, alles noch nicht hundert pro. Um mich nicht so unter Druck zu setzen, will ich innerhalb dieses Monats eine Entscheidung treffen und nicht unbedingt morgen oder übermorgen.
    Wollte ich nur kurz niederschreiben, bevor ich das alles wieder vergesse.

    Gute Nacht

  • Guten Abend, ich fange an mich im Kreis zu drehen. Ich habe mir jetzt überlegt, meinen Computer zu verkaufen und durch einen Laptop zu ersetzen. Da ich diesen noch weiter aus meinem Sichtfeld entfernen könnte. Andererseits bleibt ein Computer ein Computer. Und nur weil ich ihn nicht sehe, heißt das ja nicht, dass ich auch nicht an ihn denke.
    Verarsch ich mich da einfach selber, nur um irgendwas zu tun?
    ich bin halt selber nicht so ganz überzeugt, ob das Wirkung zeigt.
    Andererseits erziele ich langsam Fortschritte, was die ganze Geschichte angeht.
    Und nicht zuguterletzt würds ja auch ein bißchen was kosten, auch wenn das nicht das entscheidene Kriterium wäre.
    Wie seht ihr das? Selbstverarschung oder irgendwo sinnvoll?

    Liebe Grüße pu

  • Naja mir fällt dazu "Suchtverlagerung" ein ...-.- irgendwie versuchst Du Dir zu helfen, wenns auch selbstbetrug ist ...-

    Aber das geht jedem so der mit Süchten zu kämpfen hat.

    Ich finds toll das Du dir überhaupt gedanken machst...

    manchmal gehts nur in kleinen schritten ...-


    LG von nick

  • Hallo FloralDust53, danke dass du überhaupt antwortest. ich hatte erst Bedenken, dass zu schreiben, weil's so dämlich klingt (also den Beitrag vorher).
    Suchtverlagerung hatte ich schon, vom Kiffen aufs Internet. Also erst Kiffen und Internet, dann nicht mehr Kiffen, aber dafür um so heftigerer Internetgebrauch, halt als Ausgleich zum Nichtkiffen. Das habe ich schon herausgefunden und auch anerkannt. Vermutlich hast du trotzdem Recht. Es ist nichts anderes als Selbstbetrug, wenn ich denke, dass durch einen Wechsel des Computers irgendetwas besser wird. Das Problem bleibt.
    Danke für den Denkanstoss.
    Liebe Grüße pu

  • Was ich hier schreibe, klingt in meinen eigenen Ohren völlig bekloppt. Doch leider leider beschreibt dies meine allabendliche Realität.

    Ich bin mir selbst nicht mehr sicher, ob ich in dem Sinne internetsüchtig bin, wie man sich das vorstellt.
    Ich versuche aufzuschreiben, was ich im Internet tue. Im Wesentlichen befinde ich mich auf drei bis fünf Seiten. Diese hier ist eine davon. Und dann fange ich an zu lesen. Bis ich restlos alles gelesen habe. Wobei von Lesen oftmals nicht mehr die Rede sein kann. Ein normaler User schreibt nun ein paar Beiträge oder auch nicht und geht dann anderen Beschäftigungen nach. Was tue ich?
    Ich fange an, alles nochmal von vorne zu lesen. Alles, auch was ich schon mehrfach gelesen habe, völlig unabhängig davon was. Bestimmte Vorgänge widerhole ich an einem Abend vielleicht 30 mal und öfter. Hab noch nie ernsthaft mitgezählt. Es passiert mir, dass ich mich in einer Stunde mehrfach ins Internet ein und wieder ausklinke. Aber wirklich im Sekundentakt. Und mich nach dem gleichen Schema auch widerholt in Foren an und wieder abmelde, auch hier. Und das ganze über mehrere Stunden. Und dazu noch ein paar andere Dinge, die sich widerholen.
    Es hat für mich alles den Charakter einer Zwangshandlung.
    Ich habe im Internet nie nach Menschen, nach Kommunikation gesucht. Immer nur diese Handlungen, tagein, tagaus. Ich kann mich nicht davon losreißen wenn ich einmal anfange.
    Gerade eben habe ich wieder vier Stunden von diesem Scheiß (Entschuldigung) getan.
    Und morgen? Selbst wenn ich mir den festen Vorsatz stelle, nur die Dinge im Internet zu erledigen, die wichtig sind, rutsche ich ab. Und plötzlich sind Stunden vergangen. Es ist, als ob ich aus einem Rausch erwache.
    Und so kommt es mir wirklich vor. Wie ein Rausch. Nur ohne Stoff.


    Gruß pu

  • Ich bin mir völlig bewusst, was ich tun muss.
    Es steht mir völlig klar vor Augen.
    Dann fällt mir immer dieses Zitat ein:
    "Ich sehe das Gute und ich spende ihm Beifall,
    aber ich folge dem Bösen"
    Oh mann, wie gut passt das. Wie die Faust auf's Auge.
    Stunde um Stunde rede ich mir ein, dass ich einen Schlußstrich ziehen muss.
    Jede Stunde auf 's Neue.
    So erbärmlich
    So dumm

  • Hallo Pu,
    so wie Du Dich und die Sache beschreibst, würde ich auch sagen, dass es bei Dir sogenannte Suchtverlagerung ist...
    ...im tiefsten Innern weisst Du auch ganz genau, was zu tun ist, aber Du machst einfach den Anfang nicht, die Sache endlich anzupacken und verweilst Dich in Gedanken...
    Wach' endlich auf und schreite zu Taten...von nichts kommt nichts...und Besserung schon gar nicht....
    Wenn Du sowieso nichts wirklich produktives im Net vollbringst, dann schalte es einfach mal erst gar nicht an, sondern mache dafür etwas anderes...z.B. lesen oder so...bißchen Fernsehen...
    Oder fange an, Dir mal eine Plan für Deinen Tag zu erstellen, wann Du was machst....das funktioniert bei mir auch....mein Rechner wird erst nach der Arbeit angeschaltet, wenn ich alle anderen wichtigen Sachen vorher erledigt habe (einkaufen, putzen, kochen, Haushalt...) und bleibt manchmal sogar ganz aus, weil gar keine Zeit mehr ist...
    ...das war zeitweise bei mir auch schon anders, vor allem als mein Dsl Anschluss noch neu war...da habe ich sogar schon angefangen meinen Haushalt und andere Dinge schleifen zu lassen......habe es aber selbst gemerkt und dann zu Taten gegriffen....nur so kommst Du weiter... :winking_face:

  • Tja, was soll ich diesen Zeilen noch hinzufügen? Vom Wesen her drückst du ziemlich genau das aus, was ich mir auch an Möglichkeiten überlegt habe, dem Computer auszuweichen, einige fehlen noch.Nun ja, bisher habe ich
    alle erfolgreich ignoriert und mich damit selbst betrogen. Niemanden sonst. Im Prinzip, also wenn ich es recht betrachte, dürfte ich eigentlich keinen einzigen Tag an den Rechner gekommen sein, so viel hab' ich eigentlich zu
    tun. Naja, das eine schließt leider das andere nicht aus.
    Ich habe versucht, auch hier nach dem Prinzip Einsicht zu handeln, nur einsichtig bin ich schon, aber daraus resultierte keine Veränderung.
    Sollte ich doch einfach meinen Willen draufloslassen? Nur, ist es nicht so, je mehr man etwas will, um so weniger erreicht man es?
    Ach ich weiss auch nicht, wenn gar nix hilft, dann trete ich den Computer einfach aus meinem Zimmer. Damit hätte sich das Problem wohl auch erledigt. Aber das ist doch auch nur eine Flucht? Und das wurde irgendwo oben auch schon mal angesprochen. Mittlerweile habe ich vermutlich jeden Gedanken gedacht, den man dazu denken kann.
    Es muss eine Handlung, eine Entscheidung folgen....

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!