Die angst vor der Angst// Vererbung?

  • Hm, eigentlich war ich immer relativ unbelastet, was ängste und phobien angeht. Aber seit ein paar Jahren taucht diese problematik immer wieder mal auf.
    Oft in der form von Sozialphobie, wo ich es nicht mehr schaffe, mit den öffentlichen zu fahren und mich zeitweise auch nicht mehr raustraue.

    Seit ein paar Wochen ist eine neue Angst aufgetaucht. wenn ich im TV z.b. etwas "horrormäßiges" wie fratzen, verunstaltet menschen, "monster" o.ä. sehe, macht mir dies direkt keine Angst. Doch wenn ich mich abends ins bett lege, tauchen ständig fratzen und andere szenarien vor meinen Augen auf.
    Inzwischen kann ich es auch nicht mehr ertragen, wenn meine Wohnung dunkel ist. Draußen ist das kein Problem, aber meine Wohnung ist immer hell erleuchtet (auch nachts), da ich sonst Angst habe, dinge zu sehen, die eigentlich nicht da sind oder habe das gefühl, jemand ist hinter mir/in einer dunklen ecke.
    Sehr strange, da ich in meiner pubertät leidenschaftlich horrorfilme gesehen und bücher gelesen habe.

    Zum eigentlichen thema: Aus eben der Angst, beim versuch einzuschlafen, schaue ich bestimmte sachen im tv nicht mehr, da ich gleich befürchte, dass sich diese Bilder "einbrenne" und ich sie eben vorm schlafen wieder vor augen habe. Teilweise trifft das auch zu, aber ich hatte diesbezüglich nie Alpträume o.ä.. Deswegen frage ich mich, wovor ich eigentlich Angst habe :61:

    Was kann man gegen diese Angst vor der Angst tun? Triggernde Sachen versuche ich ja nun schon so gut es geht zu vermeiden, aber alles geht auch nicht.

    Dann habe ich vor kurzem erfahren, dass auch sowohl meine Mutter als auch großmutter diese Angst vor "fratzen" haben/Hatten. Sind solche dinge irgendwie vererbbar?


    Okay, ziemlich lang geworden und etwas verwirrt. Vielleicht wollte ich es mir auch nur mal von der seele reden. Über Antworten jeglicher art würde ich mich jedenfalls freuen. Auch, da dieses thema eben recht neu für mich ist.

    LG, ashia

  • Um Ängste zu überwinden, kenne ich eigentlich nur eine wirklich gute Methode: In die Angst reingehen. Es ist nicht einfach und fordert oft auch viel Kraft, aber es ist die einzige Methode, eine Angst loszuwerden.
    Viele Ängste sind gar nicht wirklich Ängste vor der eigentlichen Sache, sondern sind auf anderem Wege entstanden. Nehmen wir zum Beispiel jemanden, der Angst vor Hunden hat aus welchem Grund auch immer. Wenn dieser Jemand irgendwann mal im Aufzug auf einen Hund trifft, löst das bei ihm Panik aus und beim nächsten Mal Aufzugfahren wird diese Erinnerung unbewusst wieder auftauchen und ihn daran hindern, den Aufzug zu nehmen. Jetzt hätten wir schon zwei Ängste. Vielleicht trifft er ein anderes Mal vor einem Supermarkt auf einen Hund, der ihn zu allem Überfluss auch noch ankläfft. Die Panik kommt wieder und dieser Supermarkt wird ebenfalls zu einer Tabuzone. Das wird immer so weiter gehen und irgendwann traut er sich kaum noch aus dem Haus, weil er überall auf einen Hund treffen könnte.
    Die beste Methode gegen diese Angst anzugehen wäre, genau das zu machen, wovor unser Jemand Angst hat. Das hieße, die Person würde sich ganz bewusst mit Hunden in Kontakt bringen, oder ganz bewusst Aufzug fahren. Am Anfang ist es sehr schwierig, weil die Angst manchmal übermächtig groß sein kann. Aber mit der Zeit wird es schwächer werden und du wirst merken, dass die Dinge, die dir Angst machen, gar nicht so angsteinflößend sind und gar nicht so schlimm. Diese ganze Methode beruht auf dem sogenannten Bokanovsky Prinziep.

    Zu deiner Frage, ob Ängste vererbbar sind, würde ich ganz klar sagen, nein. Eine Angst oder, wie es in der Psychotherapie auch heißt, eine Angststörung sind Störungen in der Psyche, die im Prinziep auf eine Art Fehlprogrammierung zurückzuführen sind. Dass deine Mutter und deine Großmutter die gleiche Angst haben wie du, könnte auf Erzählungen zurück zu führen sein. Eltern sind oft Vorbilder und wenn sie dann vor etwas Angst haben, überträgt sich das oft auf die Kinder. Unbewusst denken wir als Kinder, wenn Mama und Papa Angst davor haben, dann muss es wirklich schlimm und beängstigend sein. Auf diese Weise sind wir schon "vorprogrammiert", bevor die Angst überhaupt wirklich entstehen kann und werde für solche Ängste sensibler.

    Was passiert denn, wenn du Fratzen im Dunkeln siehst? Also, was geschieht dann in dir?
    Siehst du die Gesichter im Dunkeln "nur" vor deinem inneren Auge oder auch wirklich?

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
    Lg vom Würmchen

  • Hallo wattwurm,

    hab vielen dank für deine Antwort :smiling_face:
    Ja, das mit dem ängsten konfrontieren ist mir bekannt. Aber ich habe irgendwie das gefühl, dass es trotzdem nicht besser wird. Zum beispiel bin ich teilweise ja drauf angewiesen, mit den öffentlichen zu fahren. aber es ist jedesmal ein horror. Oder seit ein paar wochen habe ich den hund meiner eltern in Pflege, um zwangsweise mindestens zweimal am tag raus zu kommen. Es gibt zwar tage, da geht es einigermaßen, aber i.d.r. muss ich mich doch zwingen, raus zu gehen. Da ist einfach ne riesen blockade, das haus zu verlassen, die auch bei täglicher "übung" nicht besser wird :thinking_face:
    Aber die Konfrontationsmethode hat schon hohe erfolgszahlen soweit ich weiß.

    Ich habe ja noch das glück, dass es kein permanenter zustand bei mir ist, sondern immer phasenweise für ein paar wochen/Monate aufkommt. Vielleicht habe ich deswegen noch nicht richtig daran gearbeitet.

    Zitat

    Was passiert denn, wenn du Fratzen im Dunkeln siehst? Also, was geschieht dann in dir?
    Siehst du die Gesichter im Dunkeln "nur" vor deinem inneren Auge oder auch wirklich?


    Hm, was passiert dann... ich bekomme Angst und muss die augen öffnen, um Licht zu sehen und um das zu unterbrechen (es ist oft eine ständige abfolge von fratzen, wenn ich die augen zu lasse). Dann versuche ich bewußt von etwas anderem zu träumen, um das so zu übertünchen. Aber oft ist das nicht möglich, da gesichter immer wieder strange formen annehmen. Die augen zuzulassen und es auszuhalten schaffe ich leider nicht.
    Sehen tu ich das alles zum glück nur mit geschlossenen augen, nicht wirklich. Wenn ich die augen offen habe, ist halt immer nur die Angst oder ein unbehagliches gefühl vorhanden (bspw. wenn ich von toilette komme, hab ich Angst, dass jemand hinter mir her geht, aber rational weiß ich, dass es nicht so ist. Dreh mich dann immer um oder schau in alle ecken, um mich zu überzeugen, dass auch niemand da ist).

    Nun, das diese Angst nicht wirklich vererbbar ist, ist mir schon irgendwie klar. Nur war ich ziemlich verblüfft, als mir meine mutter das erzählt hatte. Und ich wußte vorher nichts davon, hab das zum ersten mal gehört, als ich meiner mutter von den Ängsten erzählt hatte. Halt weil es genau dieselben ängste sind.

    Komme ja bald für lange zeit in eine klinik und hoffe, dass ich da endlich alles, wirklich alles, angehen kann.

    LG, ashia

  • Konfrontation ist immer nicht einfacher und geht am besten, wenn man sich über mehrere Stunden am Stück und das mehrere Tage lang mit der Angst konfrontiert. Das hieße, du müsstest jeden Tag für mehrere Stunden raus gehen. Hast du es schon mit kleinen Schritten versucht? Wenn du zum Beispiel einen Vorgarten hast, könntest du dich mit einem Buch in den Vorgarten setzen und versuchen dort mehrere Stunden zu verbringen. Das ist noch in einem geschützten Rahmen, aber immerhin schon draußen. Oder eine bestimmte Strecke, die dir gefällt, immer wieder laufen. Das gäbe dir die Sicherheit von gewohnter Umgebung, aber du wärst trotzdem draußen.

    Was hilft, wenn Gedanken einfach nicht verschwinden wollen, ist Gedankenstop. So etwas ähnliches hast du im Prinziep schon gemacht, indem du bewusst an etwas anderes denkst. Allerdings ist es oft schwer schöne Gedanken zu haben, wenn man gerade mitten in einer Angst steckt. Da hilft es dann den logischen Teil des Gehirns anzusprechen und zu nutzen. Mein Therapeut hat mir dann immer geraten, ein Gedicht auswendig zu lernen, oder Matheaufgaben zu rechnen oder ähnliches. Dann ist das Gehirn abgelenkt. Ich mach's immer so lange, bis die Gedanken weg sind und ich ruhig genug bin, um mit meiner anderen Tätigkeit fortzufahren. Bei mir hilft es, dass ich meine Selbstmordgedanken unter Kontrolle halten kann und nicht in einer Kurzschlussreaktion etwas unüberlegtes mache.

    Was wichtig bei Ängsten ist, ist, dass man sie nie das Leben kontrollieren lässt. Ich kenn auch Tage an denen ich mich nur verkriechen möchte. Bei mir hat es dann meistens mehr damit zu tun, dass ich die Anwesenheit von anderen Menschen nicht ertragen kann, als dass ich nicht raus gehen kann. Gerade dann ist es wichtig raus zu gehen und den Kontakt bewusst zu suchen. Es hilft einem meistens, aus der Schleife wieder heraus zu kommen.

    Dass du in eine Klinik gehst, find ich gut. Dort werden sie dir auf jeden Fall am besten helfen können und es ist auch ein guter, geschützter Rahmen, um Ängste anzugehen. Ich wünsch dir viel Glück und Erfolg dafür.
    Lg vom Würmsche

  • vielen dank für die tips, wattwurm!
    Einen vorgarten habe ich zwar nicht, aber einen balkon. Ich werde heute versuchen, mich mal zu überwinden und zumindest für eine zigarettenlänge mich raus zu setzen. Mußte da vor kurzen was wegen dem sturm rein holen und das allein war schon schwer. Aber wenn man (ich) das von mal zu mal steigert, wirds vielleicht besser :smiling_face:
    Man, vorletzten Sommer habe ich tatsächlich noch oft draußen gesessen und auch einfach die leute beobachtet...
    Jetzt fühl ich mich dort selbst von allen beobachtet :thinking_face:

    wußte nicht, dass die konfrontation so lange sein muss. Dann werd ich mal versuchen, mich langsam zu steigern und auch längere runden mit meinem hund gehen.
    Wenn ich erstmal in der situation bin, ist es ja oft nicht so schlimm, wie befürchtet (eben Angst vor der angst). Also muss ich wohl dran arbeiten, mir mehr arschtritte zu verpassen :winking_face:


    Hast du denn ebenfalls ängste oder phobien? -konntest du diese überwinden oder kontrollieren?

    Gestern bin ich dank übermüdung endlich mal ohne große probleme eingeschlafen,sogar das licht konnte ich irgendwann ausmachen. Nur der TV läuft immer, damit zumindest etwas licht da ist. Aber immerhin.

    Hoffe mal, ich kann das etwas umsetzen, dank dir nochmal!

    LG, ashia

  • Moin Ashia,
    hat's geklappt, ein wenig auf dem Balkon zu sitzen? Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Vielleicht kannst du dich selber dazu bringen, jeden Tag für eine viertel Stunde oder eine halbe Stunde auf dem Balkon zu sitzen. Mit der Zeit wird die Angst und das Unwohlsein dann geringer werden. Du könntest es auch in vielen kleinen Schritten versuchen, also zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen für zwei drei Minuten auf den Balkon und ein bisschen frische Luft tanken. Dann über den gesamten Tag verteilt immer wieder mal ein paar Minuten raus auf den Balkon und dann wieder zurück in die Wohnung. So gewöhnt man sich langsam dran, dass es nicht schlimm ist, draußen zu sein. Eine Angst braucht Zeit, bis sie überwunden ist.
    Ich hab selber Prüfungsangst und früher ziemlich damit zu kämpfen gehabt. Hätte beinahe auch dazu geführt, dass ich mit 16 die Schule geschmissen hätte, weil Klausuren so der Horror für mich waren. Ich bin heute zwar immer noch nicht wirklich "geheilt" von meiner Prüfungsangst und habe Tage, an denen ich nur mit Mühe und Not irgendwie durch eine Prüfungssituation durchkomme, aber es wird immer besser. Vor den letzten Klausuren bin ich zum Beispiel nicht mehr durchgedreht, hab die letzten Laborkurse überstanden, ohne vorher schon total in Panik zu geraten. Bei mir hat's damals auch nur geholfen, dass ich mich einer bestimmten Prüfungssitation immer und immer wieder aussetzen musste. Irgendwann wurde die Angst dann weniger und ich ruhiger. Ich hab da immer noch ein hartes Stückchen Arbeit vor mir, aber es wird besser. Vor einem Jahr zum Beispiel konnte ich nicht mals mehr Klavier oder Bratsche spielen, wenn ich wusste, es irgendwo jemand in einem anderen Zimmer, der mich hören kann. Tja, dann bin ich umgezogen und hatte die Wahl zwischen Nicht-mehr-spielen oder Jemand-kann-mich-hören und mittlerweile kann ich zumindest das ertragen. Irgendwann werd ich dann vielleicht auch wieder vor Leuten spielen können, ohne vorher zwei Tage lang fast nichts zu essen vor lauter Panik und nichts auf die Reihe zu bekommen.
    Bei mir kommt noch eine Pferdeangst dazu. Aber in der Stadt trifft man zum Glück ziemlich selten auf Pferde und deshalb ist das nicht so ein Problem. Na ja, mein Therapeut ist da zwar immer anderer Meinung und bearbeitet mich seit über einem Jahr, dass ich endlich meine Pferdeangst angehe. Mittlerweile hat er mich auch schon fast soweit, dass ich es ernsthaft in Erwägung ziehe. Es ist auch ein unglaublich tolles Gefühl, wenn man merkt, dass eine Angst geringer wird. Ich belohne mich dann auch immer dafür, wenn ich etwas geschafft habe, was mir unglaublich Angst macht. Die größte Belohnung ist dann allerdings das Gefühl, dass ich meine Angst für diesen Moment überwunden habe und stolz auf mich sein kann.

    Setz dich selber nicht allzu sehr unter Druck, dass du die Angst möglichst schnell los werden musst. So etwas braucht seine Zeit und irgendwann merkt man meistens, dass die Angst wesentlich besser geworden ist. Jeder braucht unterschiedlich viel Zeit. Ich hab zum Beispiel fast vier Jahre gebraucht, bis ich meine Prüfungsangst jetzt soweit im Griff habe, dass ich damit leben kann und sie kontrollieren kann und sie nicht mehr mein Leben kontrolliert. Bist du eigentlich in Behandlung?

    Lg vom Würmchen und viel Kraft für die Balkonzeit

  • Hi,
    ui, du hast aber ein ganz schönes päckchen zu tragen :thinking_face: Freut mich aber, dass du es langsam in den griff bekommst :smiling_face:
    Ist wirklich mist, wenn die lebenspläne drohen , an so etwas zu scheitern. Meine Schule (abi nachholen) mußte ich auch erstmal wegen den ängsten schmeißen. Aber zum glück hab ich einen netten direx, so dass ich dort jederzeit weitermachen kann.

    Gestern hab ich es leider nicht mehr geschafft auf den Balkon. Dafür hab ich heute ein kleines erfolgserlebnis gehabt, da ich mal mit meinem hund in eine belebtere Straße gegangen bin und dann mit ner Freundin einen cafe getrunken habe. Den hund habe ich mit rein genommen. Das hätt ich unter anderen umständen nicht geschafft, wäre hypernervös geworden, hätte mich beobachtet gefühlt, usw. Aber die gedanken konnte ich heute ganz gut verdrängen. Der Hund ist da schon ein gutes "Trainig" :smiling_face:

    Aber gerade scheint die sonne - die nächste kippe wird auf dem balkon geraucht. Unter druck setz ich mich nicht übermäßig, da ich weiß, dass auch wieder phasen kommen, wo es besser wird. Aber ich will mich auch in schlechten phasen nicht mehr so einschränken lassen.

    Heute abend kommt eine neue Belastungsprobe - bin zum essen in ein neues restaurant eingeladen. Normalerweise kann ich das gar nicht ab, irgendwo rein zu müssen, wo ich noch nie war und mich nicht auskenne. Aber anscheinend habe ich heute einen guten tag, wo ich mir auch das zu traue. Und raus muss ich deswegen auch nochmal. nicht weit, aber immerhin.

    Wie du vielleicht merkst, sind meine ängste ziemlich zerstreut. Es gibt gute und schlechte tage und ich will dran arbeiten, auch alles an schlechten tagen zu schaffen. Und wie du schreibst - die Angst sollte nicht das leben kontrollieren, dann wirds unschön.

    In Behandlung direkt bin ich atm nicht. Bin nur alle paar Wochen bei meiner psychiaterin. Aber in ein paar Wochen gehe ich für ein paar Monate langzeit stationär und hoffe, ich kann da an allem arbeiten.
    Da gibt es auch pferde und man kann reiten, kannst ja mal vorbei schauen :2:

    vor allem, da ich danach wieder mein Abi aufnehmen will. Das ist u.a. datran gescheitert, dass ich den weg nicht mehr geschafft habe :thinking_face:

    So, jetzt ab auf den balkon :smiling_face:

    LG und alls gute für deinen weiteren weg!
    ashia

  • Und, hat's geklappt mim Balkon gestern? :smiling_face:

    Ich find's sehr gut, dass du an deiner Angst arbeiten willst. Das ist immer erst einmal der erste Schritt, um damit fertig zu werden. Bei mir war's mehr ein "Ich muss dran arbeiten, damit ich mein Abi schaffe" als ein "Ich möchte daran arbeiten, um mir ein besseres Leben zu ermöglichen". Heute heißt's bei mir auch "Ich möchte es für mich tun" und nicht mehr "Ich muss es tun". Dann fängt man auch wirklich an daran zu arbeiten und ist bereit, in die Angst reinzugehen. So etwas braucht wie gesagt viel Zeit.

    Übrigens herzlichen Glückwunsch zum Cafebesuch gestern. Das ist doch schon ein großer Erfolg. Du hast etwas geschafft, dass du dir normalerweise nicht zugetraut hättest und ich finde, das ist verdammt viel. Hast du's denn auch ein bisschen gefeiert?
    Ich feiere mittlerweile jeden kleinen Erfolg. Manchmal feier ich auch die Misserfolge, damit sie ihren Schrecken verlieren. :winking_face: Rückfälle gibt's leider immer wieder und nicht allzu selten. Aber gerade die bringen uns in der Regel weiter.

    In was für eine Klinik gehst du denn? Eine psychosomatische? Ich drück mich immer geschickt um Kliniken mit Tieren und ähnlichem drumherum. In denen, in denen ich war, gab's immer nur Menschen und auch keine Reittherapie. Woran das wohl liegt... :16:Na vielleicht irgendwann mal, wenn ich mein Leben sonst soweit im Griff habe.

    Viel Erfolg beim nächsten Balkonangriff und lg vom Wurm

  • Ja, hat geklappt mit dem balkon :smiling_face: Zumindest eine kippenlänge. Heute schüttet es leider wie aus eimern, mal schauen, ob ich mich mal ne trockene phase erwische.

    Finde es auch wichtig, diese sachen für sich selber zu tun und nicht, weil "man muss" oder weil es andere wollen. Habe auch jahrelang immer nur für andere an mir gearbeitet, da ist aber leider nicht viel raus gekommen und ich steh noch genau da, wo ich schon vor 10 Jahren stand.
    Ich bin ziemlich froh, dass es endlich klick gemacht hat und ich jetzt wirklich für mich dran arbeite.

    Hm, nein gefeiert habe ich das nicht. Wie feierst du solche momente? Ich hab eh arge probleme, mir etwas gutes zu tun, bzw raus zu finden, was dies überhaupt sein könnte :61:

    Die klinik ist ne "Fachklinik" für doppeldiagnosen, also Drogen und eben psychische erkrankungen. Psychosomatische kliniken und psychiatrien hab ich einige hinter mir, leider ohne erfolg. Ich setze echt alle hoffnungen in den aufenthalt dort, denn alles andere wurde irgendwie schon probiert.
    Vielleicht kannst du auch in eine klinik gehen, gerade um dein leben in den griff zu bekommen? Wenn du es sonst soweit im griff hast - was kann dir die klinik dann noch geben?
    Also keine Angst, ich will niemanden zu klinikaufenthalten überreden, mir ist nur deine argumentation nicht ganz schlüssig :21:
    In welchen warst du denn bisher und haben sie etwas gebracht?

    lg ashia

    edit: Ich habe gerade in einem anderen thread gelesen, dass du nicht in D wohnst? Darf man fragen, wo du dich gerade aufhälst? Sorry, wenns zu OT wird.

  • Ist ja super, dass es zumindest schon für eine Kippenlänge geklappt hat. In kleinen Schritten kommt man auch ans Ziel und meistens viel sicherer.
    Ich versuch mich für so etwas immer mit etwas zu belohnen, worauf ich gerade lust habe. Das kann ein gutes Essen sein, oder eine extra halbe Stunde Musizieren oder vielleicht auch ein Buch, dass ich schon seit Wochen haben wollte, aber immer gedacht habe, da habe ich das Geld nicht für. Einfach irgend etwas, dass mir Freude macht oder mir zeigt, dass ich etwas geschafft und geleistet habe. Sich selber zu belohnen ist bei Ängsten meiner Meinung nach ziemlich wichtig. Es hilft, der Psyche zu zeigen, dass es sich trotz des ganzen Stresses und der Unangenehmheiten wirklich gelohnt hat. Dann bleibt meistens auch nicht das Gefühl der Angst, das man dabei ausgestanden hat, im Gedächtnis sondern vielmehr das Gefühl von Freude, das mein bei der Belohnung gefühlt hat. Es ist so eine Art Rückkoppelung und hinterlässt einen angenehmen Eindruck, der beim nächsten Mal helfen kann, den Mut zu finden wieder in die Angst hineinzugehen.
    Ich habe zum Beispiel noch ein unangenehmes Gespräch vor mir, was mir ziemlich viel Angst macht. Aber ich überlege schon im Voraus, womit ich mich dann hinterher belohnen könnte. Dann will ich das unbedingt machen, weil ich so scharf auf meine eigene Belohnung bin. :winking_face: Ist für mich also auch eine Möglichkeit mich selber anzutreiben.

    Klinikaufenthalt steht bei mir im Moment auch wieder zur Debatte. Ich überlege schon seit längerem, ob es nicht vielleicht noch mal sinnvoll wäre. Ist nur etwas schwierig, weil ich keine durchgängige Therapie mehr mache und die Krankenkasse es dann unter Umständen nicht bewilligt. Zudem lebe ich auch noch in Schottland und das erschwert das Ganze noch mal ein bisschen, weil ich dann alles auf die Entfernung regeln muss. Ich will natürlich auch noch nach Scheidegg in eine Privatklinik und da ist die Krankenkasse dann noch ein wenig eigenwilliger. Aber mal schauen, ob ich den Gutachter nicht irgendwie überzeugen kann. :winking_face: Mein Therapeut wäre wahrscheinlich auch sehr angetan davon, wenn ich mich endlich bereit erkläre, wirklich an mir zu arbeiten.

    Lg vom Würmchen und einen schönen Tag :smiling_face:

  • Hm, das mit der belohnung ist irgendwie schwer bei mir. Wenn ich mich belohne/belohnen würde, dann geschieht dies leider durch drogen (noch). Daraus resultierend habe ich auch tatsächlich kein geld für irgendwelche extras. Aber das ist wieder ein anderes thema.

    Irgendwie habe ich das gefühl, dass meine ängste seit 1,2 tagen wieder besser werden... Konnte heute ohne große probleme einen termin beim aa wahrnehmen - der weg ging erstaunlich gut, ich habe mich kaum beobachtet gefühlt, usw. Auch das einschlafen ging gestern zumindest besser. Habe zwar nicht viel geschlafen und war alle 1-2 stunden wieder wach, aber es tauchten kaum noch fratzen o.ä. auf nei geschlossenen augen =)

    Ich versteh es echt nicht. Die Ängste scheinen zu kommen und zu gehen, wie sie wollen. Irgendwie alles total verqueer :confused_face:
    Gibt es als pendant zu rezidivierenden Depressionen etwas wie rezidivierende Ängste? Nun, ich trau dem frieden noch nicht so ganz, bin aber natürlich erstmal froh, etwas luft zum atmen zu haben.
    Warst du schonmal in scheidegg oder warum zieht es dich da hin? eine klinik in GB kommt nicht in frage?
    Ich war auch mal ein halbes jahr in einer privaten psychosomatischen klinik und muss sagen, dass es eigentlich kaum unterschiede zu anderen kliniken gab. War aber auch imo per se keine sehr gute klinik. Ich drück dir auf jeden fall fest die daumen, dass du das durchziehen kannst und alles klappt :smiling_face:
    Gehst du wegen Ängsten oder hast du noch andere Probleme?

    lg, ashia

  • Hey Ashia,
    das klingt ja gut, dass es im Moment etwas besser läuft. Ich vermute, dass deine Ängste immer auch Tagesform abhängig sind und deshalb mal besser und mal schlechter sind. Bei mir als Depri hängt meine Leistungsfähigkeit zum Beispiel auch sehr stark von meiner psychischen Verfassung ab. An wirklich schlechten Tagen bekomme ich kaum etwas auf die Reihe und frage mich dann auch jedes Mal, ob ich überhaupt wirklich ein Gehirn habe oder das nur Fehlvermutungen der Wissenschaft sind. :winking_face:

    Belohnen kann man sich meistens auch mit wenig - gar keinem finanziellen Aufwand. Gibt es etwas, dass du wirklich gerne machst, dass nichts kostet, zu dem du aber normalerweise nicht genug Zeit hast? Für mich ist es zum Beispiel auch schon eine Belohnung, wenn ich mich mitten unter der Woche einfach mal für ein oder zwei Stunden auf mein Bett verziehe und lese. Dazu habe ich eigentlich unter der Woche keine Zeit und dann ist es eine unglaubliche Belohnung ... und Entspannung. :winking_face:

    Ich hab im Internet übrigens heute eine ganz gut verständliche Seite über Angststörungen gefunden. Hier geht's zwar um eine generalisierte Angststörung, was noch mal etwas anders ist, aber die Grundgedanken sind die gleichen. Vielleicht hilft es dir ja auch ein bisschen in Bezug auf den kommenden Klinikbesuch. Ich weiß immer ganz gerne schon im Voraus, was mich erwartet.
    Hier ist erst einmal der Link:

    Generalisierte Angststörung

    Ich fand's auch sehr interessant, weil's das Ganze etwas verständlicher macht. Mir hilft es immer sehr, wenn ich verstehe, was in mir selber vorgeht, damit ich dann geziehlt dagegen angehen kann.

    In Scheidegg war ich übrigens vor ein paar Jahren schon mal. Es war der einzige Klinikaufenthalt, der mir wirklich etwas gebracht hat. Die Klinik ist insgesamt etwas anders aufgebaut als die klassischen psychosomatischen Kliniken und erlaubt zum Beispiel auch einen Therapeutenwechsel während der Therapie. Für mich ist's das einzige, was in Frage käme. Psychatrie ist definitiv nicht drinnen, weil ich da nur schlechte Erfahrungen gemacht habe und in der Regel in einer schlechteren Verfassung raus gekommen bin, als ich rein gegangen bin (Sofern das noch ging).
    Für mich wär's eigentlich schon wichtig, weil ich vor allem an mir arbeiten muss. Die Prüfungsangst ist da im Moment nicht ganz so wichtig. Ich muss vor allem erst einmal mein Leben auf die Reihe bekommen und meine Vergangenheit aufarbeiten. Sonst entwickel ich nur immer wieder neue Symptome und kämpfe ständig gegen neue Schwierigkeiten an, anstatt das Leben mal zu leben. Tja, ein großes Ziel und ein ziemlich weiter Weg. Aber mal schauen. Ich hab ja noch über drei Wochen bis zu meinem Therapiegespräch und kann's bis dahin noch zig Mal in zig verschiedenen Varianten aufschreiben und vielleicht rede ich dann ja zur Abwechselung auch mal mit meinem Therapeuten über das, was wirklich wichtig ist. :o
    Wann geht's denn bei dir in die Klinik los?

    (Kommen wir hier gerade etwas off-topic? Dann tut's mir leid. :confused_face: )

    Lg vom Würmchen

  • Da wir beide die einzig aktiven in diesem thread sind, ist es imo nicht schlimm, wenns ot wird :winking_face: Oder haben die mods was dagegen?

    Wahrscheinlich hast du recht, dass es bei mir mit der jeweiligen Tagesform zusammenhängt, wie stark die ängste nun ausgrprägt sind. Vielen dank für den Link, ich werd ihn mir mal zu gemüte ziehen. Aber ich denke, in der Klinik werden sie weniger auf die Ängste speziell eingehen, da einige andere Sachen akuter und "fester" verankert sind bei mir. Also, da muss auch dran gearbeitet werden, aber der rattenschwanz ist halt ziemlich lang :thinking_face:

    Das ganze ist auch relativ neu bei mir. Ich hab so ziemlich alle möglichen psychischen Macken und Krankheiten durch und war immer froh, dass ich um Phobien und ängste drum herum gekommen war. Deswegen hab ich mich damit auch nie groß auseinander gesetzt und hab da jetzt wohl "nachholbedarf". Über alles andere wurde halt schon zig mal groß und breit geredet.

    Zitat

    Gibt es etwas, dass du wirklich gerne machst, dass nichts kostet, zu dem du aber normalerweise nicht genug Zeit hast?

    Tja, hm, gute frage... Wieder ein "schwachpunkt". Wahrscheinlich muss ich erst wieder lernen, an sachen spaß zu haben und raus finden, was mir gut tut, ect. Habe dazu irgendwie so gar keinen bezug :confused:

    einen termin für die klinik habe ich noch nicht. Die kostenübernahme müsste aber bald durch sein. Morgen habe ich einen termin bei meinem Drogenberater, vielleicht weiß er schon weiteres.
    Ich hab mir die hp von scheidegg mal angeschaut. Dauert der aufenthalt dort generell nur 4-6 wochen? Klingt irgendwie ziemlich kurz ::21:
    Die erfahrung, in schlechterer verfassung aus einer klinik rauszukommen, als man rein ging,musste ich auch schon machen (mit Depressionen rein, magersüchtig wieder raus ist einer meiner "Lieblinge" :/). Und psychiatrien sind ja weniger für Therapien gedacht, als mehr für kriseninterventionen, Diagnostik und co. Ich fand die aufenthalte dort immer ganz okay, da es ein kurzer break war. Aber weiter gebracht hat mich ein Psychiatrieaufenthalt nie.


    Ich wünsch dir alles gute für den weg und die nötige kraft :smiling_face:
    Lg, ashia

  • Hey Ashia,
    ja ja, die Kostenübernahme lässt immer auf sich warten. War bei mir damals auch ein totales Theater. Beim nächsten Mal bin ich schlauer und werd jetzt schon Ostern versuchen die Krankenkasse zu überzeugen, damit ich vielleicht im Sommer noch mal nach Scheidegg kann. Der Aufenthalt da dauert übrigens generell nicht nur 4 - 6 Wochen. Das ist die Regelzeit. Der längste Aufenthalt von manchen war, glaube ich, 10 Wochen. Es geht auch mehr darum, die Leute wieder in den Alltag zurück zu bekommen und dann nach zwei oder drei Monaten noch mal in die Klinik zu holen, um ihnen den nötigen Abstand zu ermöglichen und konsequent zu arbeiten. Die Fälle dort sind auch alle nicht hochgradig gefährdet, weil's eine offene Klinik ist.
    Psychatrien sind mir genau aus dem Grund ein totaler Graus. Ich hab ein Problem damit, wenn die Türen zu sind und ich nicht raus kann. Dann setzt bei mir der Fluchtinstinkt ein und das führt letztendlich nur noch in die Abwärtsspirale. Na, und wie sie da Leuten helfen wollen, die akut selbstmordgefährdet sind, werd ich wohl nie verstehen. Bei mir wurde es erst richtig schlimm, als ich da war. :14:

    Was die Dinge angeht, die Spaß machen, kann ich nur eine Liste mit angenehmen Tätigkeiten empfehlen. Mein Therapeut hat sie mir mal gegeben, als wir nicht mehr so ganz weiter gekommen sind und ich permanent nicht wusste, was ich gerne mache. Bei vielen Dingen hätte ich nie dran gedacht, dass ich so etwas vielleicht interessant finden könnte. Zum Beispiel so Dinge wie Holzhacken. Würde mich mal unglaublich reizen und ich muss es unbedingt irgendwann mal ausprobieren. Ich könnt mir auch gut vorstellen, dass es mir gut tut und ich's gerne mache. Immer wenn ich gar nicht mehr weiß, womit ich mir etwas gutes tun könnte, nehm ich mir meine Liste vor und schau mal nach, was ich mal machen könnte, was mir aber nicht einfällt. Dann probier ich's einfach aus und meistens hilft auch die gute Stimmung, die das dann erzeugt, um mir einen weiteren Auftrieb zu geben. Das hilft mir immer ganz gut, weil ich mich sonst auch immer nur mit den gleichen Sachen belohne und dann irgendwann der Belohnungseffekt nach lässt.

    Warum gehst du denn dieses Mal hauptsächlich in eine Klinik, wenn ich fragen darf? Unter anderem wegen der Angststörung oder hauptsächlich wegen Drogenproblemen?

    Ich kriech jetzt gleich mal in mein schönes Bett, in der Hoffnung, dass ich zur Abwechslung mal keinen Mist träume und gemütlich schlafe. :winking_face:
    Lg vom Wurm

  • Hi wattwurm,

    na, gut geschlafen?
    Ich habe die nacht nur alpträume gehabt, ich hoffe, du hattest eine bessere nacht :smiling_face:

    Wie es scheint, zieht sich das ganze doch noch etwas in die länge. Die kostenübernahme wurde jetzt erstmal vom Rentenversicherungsträger zur krankenkasse geleitet. Nächste woche, meinte mein Drogenberater, ist mit einer Meldung von deren seite zu rechnen. Hattest du viel stress mit der übernahme? Man, ich hoffe, das dauert jetzt nicht ewig...

    Warst du bisher nur auf geschlossenen Stationen/Psychiatrien? Es gibt ja auch offene. Da war ich normalerweise, also man hatte auch ausgang, konnte am we nachhause, ect.. In der geschlossenen war ich erst einmal zum entzug. Da war ich aber auch im Delirium, da hätte ich eh nicht raus gekonnt ohne scheiße anzustellen.
    Es wird da halt generell wenig therapie angeboten und man verbringt den tag mehr oder weniger mit däumchendrehen. Bei Suizidgefährdung geht es darum, erstmal einen geschützten Rahmen zu schaffen, um es nicht soweit kommen zu lassen. Die eigentliche Hilfe und therapie kommt i.d.r erst im anschluss, wenn man dann noch bereit dazu ist.

    Hat dir dein aufenthalt in scheidegg denn damals geholfen/was gebracht? Ich wünsch dir echt, dass das gut klappt und (wieder?) erfolge kommen :smiling_face:
    Gibt es spezielle gründe für einen neuen aufenthalt?

    Zu der liste mit den Tätigkeiten: War das eine vorgefertigte liste, wo schon möglichkeiten drauf standen? Oder musstest du sie selber schreiben? Könntest du mal ein paar weitere beispiele nennen, wenn es dir nicht zuviel arbeit ist? Leider sind meine möglichkeiten begrenzt, aber vielleicht kann mich ja mal irgend etwas inspirieren..


    Der aufhänger, resp. Hauptgrund für den Klinikaufenthalt sind meine Drogenprobleme. Seit jahren pendle ich von entzug zu entzug und es wird nicht besser. Doch mit einer reinen Drogentherapie wäre mir nicht wirklich geholfen. Die Sucht ist nur ein weiteres symptom, sobald dieses wegfällt, kommt ein altes/neues wieder hoch und ich hab ein neues problem an der backe. Seit ich 11 bin, wechseln sich Depressionen, SVV, Anorexie, usw. immer wieder ab. Dann bin ich für eine zeitlang (bei depris halt ein paar monate, bei Anorexie warens letztens 3 jahre) mit einem Symptom/einer Krankheit "beschäftigt". Fällt dieses weg (zum beispiel weil ich zum zunehmen gezwungen werde), kommt wieder etwas anderes hoch. Und in der klinik kann endlich mal auf alles eingegangen werden. Ich brauch keine Angst haben, dass zwar meine Drogensucht behandelt wird, ich aber danach mit etwas anderem wieder entlassen werde.

    auch reichen die drogen seit einigerzeit nicht mehr, um die anderen sachen zu "deckeln". Sprich trotz drogen hab ich suizidale phasen, verletzte mich ab und zu selbst, die Angst ist wieder gekommen, usw.
    Ich will endlich mein leben in den griff bekommen, das erreichen, was ich mir schon ewig vorgenommen habe (studieren) und solange ich die probleme nicht angehe, wird das leider nichts. Bin da schon zu oft auf die nase gefallen :thinking_face:

    Wünsch dir noch einen schönen Tag :smiling_face:
    lg, ashia

  • Guten Tag ihr zwei, werd mal die rege Unterhaltung kurzunterbrechen :winking_face:

    Zitat

    Da wir beide die einzig aktiven in diesem thread sind, ist es imo nicht schlimm, wenns ot wird :winking_face: Oder haben die mods was dagegen?

    Ganz so ist es nicht :1:
    Wenn ihr zu arg vom Thema abkommt, bze ausschweife habt würd ich euch bitten dass in einem PF, neuem Thema oder per PN weiterzuführen.
    Sonst kommt es dazu, dass man schlussendlich über ein nuese Thema redet, als oben - im Betreff - angegeben und ein User, der sich dafür interessiert, findet sich in diesem Thread nicht wieder.
    So, ich hoffe das war so ein wenig verständlich, was ich eigentlich sagen wollte :winking_face:

    lg Zyna

  • Okay, dann sind wir wohl schon ziemlich ot :o
    Wenn du weiter reden magst, kannst du mir ja gerne eine pm schreiben, wattwurm. Also falls du magst :smiling_face:

  • Sind "normalerweise" Ängste eigentlich eher konstant oder wechseln sie auch mal die intensität (bei gleichbleibenden bedingungen)?

    Ich merke seit ca. einer woche, dass meine ängste wieder wesentlich besser werden. Ich kann wieder ohne große probleme und vor allem ohne schweißausbrüche mit der bahn fahren, die Angst im dunkeln ist zurück gegangen, usw.
    also ich genieße das richtig, wohl nach dem prinzip "schön, wenn der schmerz nachlässt". Aber geht das anderen auch so oder bin ich da irgendwie "anders"?

    Nicht, dass ich mich beschwere - solche atmenpausen sind balsam für mich. Mich interessiert nur, ob es anderen auch so geht.

  • Hallo Ashia...,
    ich bin neu hier und antworte dir mal kurz...ich bin im Moment selber durcheinander,weil bei mir gerade alles am seidenen Faden hängt,dazu später mehr..
    Ich habe Angststörung,Zwangsgedanken und wie jetzt gesagt wurde Depressionen,die laut meiner Verhaltenstherapeutin zum Teil vererbt sind.....auch haben meine Kinder auch schon Anzeichen...meine Thera ist der Meinung,das es in meiner Kindheit liegt,aber durch die momentanen Umstände,kann ich dies nicht verarbeiten und versuche es in eine Schublade zu packen,was nicht leicht ist.
    Ich komme nicht vorran,habe wieder Rückschritte gemacht..ich gehe morgens mit dem Hund,komme nicht weit von zu Hause weg,suche wohl den Schutz......eine Zeit lang bin ich mit einkaufen gefahren,mit hoher Anspannung.....aber nun meide ich wieder mehr......ich habe soviel Druck das mich die Angst lähmt...ich denke immer ich kann nicht schlucken oder sonst was..meine Gedanken.....ich muß umdenken...habe zu viele negative Botenstoffe...stoffwechsel arbeitet nicht richtig,sollte Antidepressiva nehmen aber durch die Angst traue ich mich nicht,habe zu viel Angst vor den Nebenwirkungen..

    Ich denke bei dir ist es wie bei mir,eine Angstverschiebung...und mitlerweile die Angst vor der Angst...ich soll jeden Tag raus gehen,immer weiter steigern...auch sonst alle Wege machen,trotz Angst,sonst wird sie nicht weniger...
    Das wars erstmal,wünsche dir alles Liebe...
    LG Blauer Engel

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