Wie kann man bei einem Suchtproblem helfen?

  • Hallo,

    ich habe mich an euch gewendet, weil ich mir sehr große Sorgen um meinen Ex-Freund mache, aber nicht so wirklich weiß und es nicht allzu sehr einschätzen kann, inwiefern diese begründet sind.

    Er kifft, relativ viel, schon eine ganze Zeit lang. Seit dem Sommer dieses Jahres baut er es sogar schon mit seinem Mitbewohner an. Zunächst dachte ich, die beiden würden es nur ausprobieren wollen, mittlerweile wird es immer mehr. Ich würde ihnen nun noch nicht mal unterstellen wollen, dass sie damit dealen wollen, aber nun ist ja immer genug im Haus und davon machen beide mehr als genug Gebrauch. Nicht zuletzt litt auch unsere Beziehung darunter und natürlich auch, dass das Ganze, weil es ja immer mehr wird, nicht mehr wirklich legal ist.

    Mir geht es aber hier insbesondere um die Folgen von zuviel Cannabis Gebrauch. Fast denke ich, an seinem Mitbewohner kann man es schon eher ausmachen, was zuviel Kiffen aus einem macht. Von ihm weiß ich es auch, dass er sich regelmäßig ein paar Köpfchen raucht. Von meinem Ex-Freund kann ich es nur annehmen.

    Was mir an ihm aufgefallen ist, dass er sich verändert hat. Er kommt morgens gar nicht mehr aus dem Bett, mittlerweile ist es mittags, bis er fit ist. Was die Uni angeht, (er ist auch nicht unbedingt der mitteilsamste) kann ich nur annehmen, dass er schon aus einigen Kursen raus ist und da auch nicht mehr wirklich mitkommt. Zudem ist er gereizt geworden, noch nervöser, als er schon vorher war, und überhaupt, ich erkenne ihn nicht wieder. Wir haben noch guten Kontakt zueinander, aber so langsam mache ich mir sehr große Sorgen um ihn.

    Wie kann ich helfen? Gibt es da überhaupt eine Möglichkeit, wenn jemand gar nicht einsieht, dass er ein Problem hat? Ich habe so Angst, dass er sich sein ganzes Leben verbaut. Ich habe schon überlegt, ob ich eventuell seine Mutter einschalten soll oder ob ich ihn anzeigen soll, aber das sind natürlich ziemlich schwere Geschütze, die ich da auffahren würde.

    Es wär super, wenn ich von euch einen Rat bekommen würde!

    Lg Eure Lucy

  • Liebe Lucy,

    ganz ehrlich?
    Du kannst gar nix machen, wenn der so wie du schreibst, in keiner Weise einsichtig ist. Gar nichts machen bedeutet aber, du kannst ihn zu nichts bewegen, wenn er nicht will.
    Auf der anderen Seite kannst du natürlich weiterhin für ihn da sein, klare Kritik üben und dem auch sagen, wie er sich verändert hat.

    Von den anderen beiden Möglichkeiten würde ich mal absehen, unter 'Zwang wird sich dein Ex nicht bewegen.

    Aber ein paar Grenzen haben die lieben Herren längst überschritten, weil die bewegen sich im strafbaren Bereich - letztlich ist alles strafbar, ob nun Anbau oder Besitz!
    Sollte da auch noch das dealen dazukommen, dann musst du auch keinen Anzeigen, das kommt dann irgendwann von ganz alleine.

    Die Symptome die du beschreibst, ich sag mal, die sind typisch für's 'Kiffen und werden sich weiter ausweiten, wenn die nix anderes mehr im Sinn haben, als Köpfe zu vernichten.

    Was mir eigentlich am meisten Sorgen macht, du schreibst, er is noch nervöser, gereizter, also man sollte das 'Kiffen besser lassen, wenn man eh schon etwas angeschlagen ist.

    Mein Rat, sprich mit ihm ohne große Vorwürfe, aber sei ehrlich zu dir und auch ihm. Erläutere die Veränderungen die dir auffallen, sprich das Studium an, einfach alles.

    Ganz ehrlich, ich denk der sollte sich beraten lassen, aber auch da muss er den ersten Schritt machen. Du kannst ihm ja auch mal das SuS zeigen, es gibt einige Themen übers 'Kiffen und deren Auswirkungen.

    Eines ist klar, der soll mal nicht glauben, es geht hier um ne harmlose Droge - 'Kiffen ist gefährlich, gerade wenn man schon irgendwelche Probleme mitzieht.
    Zudem, solch exzessiver Gebracht zeigt schon auch, dass ne gewisse Veranlagung für 'Sucht vorhanden ist und man schon sagen kann, da ist das 'Kiffen eine sehr schlimme Einstiegsdroge!

    Berichte weiter, vielleicht haben andere ja auch gute Tipps für dich :smiling_face:

    LG Franz

  • naja polizei hat da wohl keinen heilenden effekt..

    aber ja Kiffen macht Depressiv und antriebslosm da hab ich dann mit Amphetamin angefangen deshalb un weitergekifft,,,
    das war dann der start einer echtn drogenkarriere.

    es kotzt mich oft an... was ich mit mir gemacht hab und und tu....

    nur als als kiffer damals hätt ich euch ausgelacht...
    muß eben jeder selber entscheiden.

    bringen tuts (mir)zu 100% nix und ich hab viele jahre gejifft.

    liebe gr

  • Es ist aber wirklich schwer, mit ihm zu reden. Es ist ja überhaupt nicht mehr möglich, an ihn heranzukommen.
    Wenn ich ihn darauf anspreche, und ihm meine Befürchtungen mitteile, vor allem, dass er sich strafbar macht (und ich studiere Jura, er weiß, was ihm passieren kann, das habe ich ihm alles gesagt) oder was seinen Konsum angeht, dann spielt er es herunter, meint es wäre nicht so viel (Anbau und Konsum) und ihm könne rein gar nichts passieren.
    Ich weiß auch, dass ich ihn zu nichts zwingen kann, aber was kann man machen, damit er mal die Augen aufmacht.? Vor allem, wenn das mal irgendwann auffliegt,dann ist er vorbestraft! Und wie ist das noch zu vereinbaren, mit den Plänen, die er für sich selber hat? Aber selbst das schreckt ihn nicht ab!!! Und für mich ist es so schwer, daneben zu stehen, während er sein Leben buchstäblich wegwirft. Und irgendetwas muss man doch tun können??!!

  • Liebe Lucy,

    früher hat in so nem Fall jeder Drogenberater gesagt, dem kann man nicht helfen, der muss erst auf die Schnauze fallen.

    Ich hasse diese Aussage, wenn die leider auch wirklich wahr ist. Nur dadurch habe ich Freunde verloren, weil man nicht auf die zugegangen ist.

    Mich wundert es immer wieder, aber ganz ehrlich, ich war mal genauso doof und dachte es erwischt mich doch eh keiner.
    Nach einigen Jahren Knast, jahrelanger Schwerstabhängigkeit, da kann ich aber sagen, alles Mist - jeder kommt dran.
    Gerade Anbau und dealen is das Prob, da kann man meist nicht mehr auf Eigenbedarf plädieren und auf Minderstrafen hoffen.

    Wie gesagt, alles was du nun machen kannst, das steht schon da - du kannst nur für ihn da sein, wenn er dich braucht.
    Noch was, informier dich mal nach 'Co-Abhängigkeit, weil das solltest du für dich vermeiden.

    Ich weiß, nur zusehen wie jemand abschmiert, es ist nicht schön und belastet, nur leider kannst nur wenig machen. Wenn du zu sehr "nervst", dann wird der dich ganz ignorieren.

    LG Franz

  • Hallo Lucy,

    ich denk mal, Du kannst "nur" einfach da sein, etwas konkretes zu tun wird schwierig werden. Klar, Du magst ihn, und willst ihm helfen.
    Trotzdem, er sieht ja das Problem nicht, anscheinend ist der Leidensdruck halt auch noch nicht groß genug bzw. sieht ihn nicht.

    Sicher würde es ihm helfen, über seine Probleme zu reden, aber wie reden, wenn er seiner Meinung nach keine hat? Da kann man sich den Mund fusselig reden, am Ende fühlt sich der andere auch noch bevormundet etc, egal ob mans gut meint oder nicht.

    Über kurz oder lang wird er sich seinen Problemen stellen müssen, weil sowas geht nie lange gut. Ihm ist das wohl überhaupt nicht bewußt, das wird es auch anscheinend erst, wenn konkret was passiert.

    Ich finde es auf jeden Fall super, dass Du für ihn weiterhin da bist. Versuchst mit ihm zu reden bzw. dass er einfach weiß, er kann mit Dir reden. Die Augen aufmachen kann er nur selber, und ich weiß leider, dass man denjenigen auch mit noch so tollen Argumenten zu nichts bewegen kann.
    Du bist nah dran an ihm, weißt vielleicht welche Probleme er hat, bzw. was in dazu bringt, Drogen zu nehmen? Lösen kann er seine Probleme nur allein und anscheinend grad eher mit Drogen als ohne.

    Ich kann nur sagen, sei weiterhin für ihn da, aber pass auf, dass Du nicht zu sehr der Helferrolle verfällst.

    Hoffentlich wacht er auf und merkt, was er für ne gute Freundschaft mit Dir hat. Und sieht, dadurch, dass Du da bist, dass es jemand wichtig ist, wie es ihm geht.

    lg

    eternal

  • da kannst du reden bist du schwarz wirst: er wird nix ändern bis er selber merkt das er ein problem hat. so einfach ist das.

  • Guten Morgen, ich hab leider dasselbe Problem.Allerdings mit meinem Bruder. Hinzu kommt das ich selbst mal drauf war und ich echt aufpassen muss, wie weit ich mich da rein lehne. Ich hab mir schon den Mund fusselig geredet, aber es kommt nix an. Letztendlich macht er eh sein Ding. So hart wies ist. An Heilig Abend wars nochmal ganz krass. Das Thema kommt bei uns, wenn alle zusammen sitzen immer wieder zur Sprache...Manchmal kann ich es auch Net mehr hören. Würd dann am liebsten schreiend rausrennen!!! Nun ja, es wurd dann so krass das mein Bruder mich als militante drecksau beschimpft hat. Das hat sooooo weh getan...ich glaub auch das er mich gar Net ernst nimmt, da ich selbst drauf war. er fing dann an von wegen, ich soll doch still sein, er hat ja noch nie Heroin gespritzt, so wie ich. kam mir dann so rüber wie, er ist was besseres wenn er sich alles andere reinpfeift. Klar H ist kacke, aber dadurch bin ich kein schlechterer Mensch! Boah, ne, was eine unnötige Diskussion...besser, schlechter...ist doch alles Net wichtig! Nun ja, ich glaub ich werd den Kontakt zu meinem Bruder jetzt erstmal reduzieren, hab keine Kraft mehr... ich wollte ich hätt von Sucht gar keine Ahnung und könnt das ganze nicht nachempfinden, dann wär das für mich einfach. ich würd einfach engstirnig denken und einfach, wie so viele andere ein CUT machen....
    OK ne so will ich auch nicht sein, wär halt die einfachste Lösung...

    So muss auf Arbeit. Ich kann letztendlich als Rat mich den Vorredenern nur anschliessen!

    LG

  • Erstmal vielen Dank für die ganzen Zuschriften...

    Also Co-Abhängigkeit oder ausgeprägtes Helfersyndrom...nein, dass ist bei mir wirklich nicht der Fall. Ab und zu kiffe ich zwar auch, aber das ist eher selten und meistens eh nie im Semester. Ich schaffe so kaum das ganze Pensum, wenn ich dann noch Kiffen würde, könnte ich gleich alles hinschmeißen.

    Er ist mir nur wirklich sehr wichtig. Ich denke, wenn seine ganze Kifferei nicht so überhand genommen hätte, dann hätten wir uns nicht getrennt. Wir haben uns zwei Jahre so gut verstanden und lieb habe ich ihn nach wie vor.

    Seit der Trennung sehen wir uns auch nicht mehr allzu oft. Aber wenn wir uns sehen, kommt er mir jedesmal schlimmer vor. Mittlerweile befürchte ich auch schon, dass er nicht nur kifft. Ich weiß von ihm, dass er auch früher, hin und wieder, schon andere Dinge auf Parties genommen hat. Vor einiger Zeit hatte er sich auch Ectasy mit seinen Kumpels (angeblich nur) geteilt.

    Probleme hat er bestimmt einige. Er ist ein sehr sensibler Typ, aber halt auch sehr verschlossen. Eigentlich macht er fast alles mit sich selber aus und erzählt nur selten etwas von sich oder worunter er leidet. Als er von einiger Zeit von seiner Mutter wiederkam, bei der er einige Tage verbracht hatte, da erzählte er mir von seiner Oma, die in einem Altenheim lebt, und nicht mehr leben will, dabei nichts mehr isst, sich weigert aufzustehen, etc. Da hatte er auch mal einen klaren Moment, bei seiner Mutter konnte er ja längst nicht so viel Kiffen, wie er es hier tut. Da ist er so ein anderer Mensch, wenn er nüchtern ist.
    Ich denke, er leidet auch immer noch sehr unter der Trennung seiner Eltern. Das muss etwas mehr als zwei Jahre her sein. Er ist so alt wie ich, 27. Weihnachten, z.B., da hat er sich gar nicht drauf gefreut, weil er dadurch so zerrissen ist und zwischen der Familie seiner Mutter und seinem Vater hin-und herpendeln muss, auch wenn sie nicht sehr weit auseinander wohnen. (Ich kenn das, ich bin selber Scheidungskind, allerdings ist mein Vater schon weg, seitdem ich 3 bin und kenne es nicht anders).Seine Mutter hat die Familie verlassen. Ich denke, vor allem, damit sie beruflich noch etwas machen kann. Dazu kommt, dass sie seit diesem Sommer im Auswärtigen Amt in Madrid arbeitet und nur selten da ist. Ich denke und weiß, dass ihn so einiges belastet, aber dann einfach alle Probleme quasi "wegkiffen" und sich nie mit sich selbst auseinandersetzen...
    Wie gesagt, mit ihm reden ist schwer. Am liebsten würde ich ihm den ganzen Scheiß um die Ohren prügeln, denn mir ist klar, dass das auch irgendwann auffliegt. Schließlich riecht es schon im Haus, mit den Nachbarn haben sie auch nicht den besten Kontakt und die Tochter des Hausbesitzers wohnt ebenfalls mit im Haus und es wissen viel zu viele Leute. Und bei der Menge, die sie zuhause haben, ist auf eigenbedarf in keinem Fall mehr zu plädieren. Ganz im Gegentei, die werden ihm noch Dealerei unterstellen...Ich darf gar nicht daran denken, was dann mit ihm passiert. Aber das will er nicht verstehen.
    Wäre es wirklich so schlimm, wenn ich es seiner Mutter sagen würde? Vielleicht macht er das ja, um Aufmerksamkeit zu erlangen? UNd vielleicht ist sie die Person, die ihm da raushelfen kann?

  • kann man schlecht sagen, wie es ausgeht wenn du seine mutti darüber informierst. keine ahnung.
    mein damaliger ex hat meinen eltern es auch gesagt das ich H nehme und fixe...ich kann nur sagen das mir das im ertsen moment nicht unbedingt geholfen hat. es gab dadurch soviele probleme, so dass ich mich erstmal total abgekapselt habe vom elternhaus. war dann gar Net mehr zuhause,und nur noch in der scene...tja dadurch bin ich immer tiefre abgrutscht...letztendlich war es einfach meine entscheidung die mich dazu gebracht hat eine therapie zu machen, und ab diesem moment war ich froh das meine eltern es wussten und mich gleich unterstützt haben.
    gut für mich kann ich sagen, das alles wie es gelaufen ist vllt so laufen musste...bin ja heute clean...aber sonst kann ich dazu nichts sagen, musst du wissen

  • Hallo Lucy,

    ich hab es mir schon gedacht, es ist nicht nur ein Ex für dich, du empfindest noch sehr viel für ihn, richtig?

    Geh mal anders an die Sache ran, was würdest du sagen, wenn einer deiner Freunde deine Mutter über dein 'Kiffen einweiht?
    Ich meine, gut, wenn der 12 oder 13 wäre, dann könnte man diesen Schritt abwägen, aber dein Freund ist 27, da wird diese Aktion fehlschlagen.
    Sicher hat er Probleme, aber in dem Alter macht man doch nicht mehr so auf was Aufmerksam, zumindest nicht bewusst und deswegen wird er es so nicht sehen können/wollen.
    Was soll auch seine Mutter machen, die is kaum da, hat im Grunde auch keine Handhabe mehr - er is nun mal für sich selber verantwortlich.

    Was sagt eigentlich sein Freund dazu, hast mit dem gesprochen?
    Eines sollte doch klar sein, hier bei mir in Bayern würde der erstmal in U-Haft wandern, wenn da mehr gefunden würde, wenn das auch in anderen Bundesländern bisserl anders geahndet wird - größere Mengen werden sicher Strafe nach sich ziehen!
    Nur mach das mal einem Süchtigen klar :winking_face:

    Es ist eine Geduldsarbeit die auch noch extremes Fingerspitzengefühl verlangt. Man kann nur warten, immer wieder Hilfe anbieten, Kritik üben, aber alles in einem Maße, dass du dem nicht auf die Nerven gehst - ansonsten wendet er sich immer mehr ab.

    Tut mir leid, ich weiß dazu nichts anderes zu sagen.

    Eines noch

    Zitat

    Also 'Co-Abhängigkeit oder ausgeprägtes Helfersyndrom...nein, dass ist bei mir wirklich nicht der Fall.


    Ich meinte da eher, du machst dir vielleicht zu viel Sorgen und vergisst dich dabei, man sieht ja wie du dich hier reinhängst. Pass als auch auf dich auf :smiling_face:

    Kleines Argument noch für dich, man fragt sich dann schon, warum es immer mehr Therapieangebote für süchtige Kiffer gibt, wenn es denn so ungefährlich ist, oder? Zig Kliniken haben sich auf diesen Bereich spezialisiert!

    LG Franz

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