Partner ist Suchtkrank

  • Guten Abend an alle. :smiling_face:


    Habe erst vor ein paar Tagen erfahren, dass mein Partner Suchtkrank ist. Er konsumiert massig Cannabis und synthetische Drogen, da weiß ich aber nicht was und wie viel.

    Er zeigt das * typische Verhalten" eines Suchtkranken, Lügen, Verheimlichen, Probleme können nicht kommuniziert werden etc.

    Ich möchte mich nicht trennen aber ich muss auf Abstand gehen, allein schon wegen eines Kindes.

    Wie kann ich ihm trotzdem helfen?

    Wie kann ich mich selbst schützen um sein Verhalten nicht mehr auf mich zu beziehen, nicht mehr so krass zu leiden wenn er lügt?

    Wie kann ich ihm bewusst machen, dass ich die Beziehung nicht beenden will aber es sich definitiv etwas ändern muss?


    Fragen über Fragen.


    Ich dank euch jetzt schon für eure Antworten :smiling_face:


    Liebe Grüße

  • Hallo,

    es klingt so, als hättest Du das nicht von ihm selbst erfahren? Ich würde sagen: Offen ansprechen und klar Deine Sorgen formulieren, auch mit Blick auf Dein Kind, wäre der erste Schritt. Wenn er das Ganze vor Dir verheimlicht hat, kannst Du vermutlich erst einmal nicht viel Problemeinsicht erwarten. Der Gedanke, auf Abstand zu gehen, ist sicher richtig. Lässt sich das räumlich umsetzen, also habt Ihr getrennte Wohnungen?

    Hilfe muss Dein Partner annehmen wollen und als Voraussetzung erst einmal erkennen, dass er ein Problem hat. Das kann ein langwieriger Prozess sein, in dem Du zwar offen für Gespräche bleiben, aber sonst wenig tun kannst. Er benötigt vermutlich professionelle Hilfe, aber Du kannst wenig ausrichten, wenn er das selbst nicht so sieht. Als Partner/in verstrickt man sich schnell, weil Emotionen hineinspielen, Du beschreibst ja,, zB, dass Du leidest, wenn er lügt. Um sich davor zu schützen und sich das Verhalten Deines Partners besser erklären zu können, kann es helfen, sich mit Sucht auseinanderzusetzen. Eine Angehörigenberatung oder -gruppe kann dafür gut sein, hast Du schon einmal in diese Richtung Ausschau gehalten?

    Ihm klarmachen, dass sich etwas ändern muss kannst Du im Gespräch. Du solltest Dich aber darauf einstellen, dass er das nicht von heute auf morgen angeht, und Dir auch überlegen, was Du für Dich selbst möchtest und wie weit Du bereit bist, die Situation mitzutragen. Abstand ist in einer Partnerschaft nicht so leicht umzusetzen, irgendwie bleibt man erfahrungsgemäß trotzdem ziemlich involviert...

    Lieber Grüße, RF

  • Hallo,

    nein, habs durch Zufall erfahren. Er hat einen Mischkonsum: Cannabis, MDMA, Opiate und Speed. Laut eigener Aussage Gras regelmäßig und viel, alles andere "selten".

    Angesprochen habe ich es mittlerweile und mich auch distanziert, er schläft nun bei seinen Eltern.

    Heute sprechen wir persönlich, die letzten Tage viel telefoniert mit vielen Tränen seinerseits.

    Er beklaut seine Mutter und auch mich um an Geld zu kommen, konsumiert wenn er mein Kind betreut ( laut seiner Aussage 2 mal ),einmal hat er sogar das Kind nachts alleine gelassen um sich Gras zu besorgen, ich bin auf Hydromorphon angewiesen, auch daran hat er sich bedient. Allerdings wohl an den Retardtabletten, da fehlt mir das Verständnis, die akut hätten sicher mehr gebracht.


    Aktuell sagt er, er möchte alle Hilfe annehmen, die es so gibt, wir werden sehen ob das so bleibt.

    Ja, auch ich werde mir Hilfe suchen, deswegen auch die Anmeldung hier. Mir fehlt auch einfach das Verständnis für einen Suchtkranken, habe da überhaupt keine großen Erfahrungen mit. Durch meine Erkrankung kenne ich den Entzug von BTM, dieses jedoch nur sehr kurz und nie psychisch.


    Ist halt alles ziemlich viel und ich schwanke zwischen Mitleid, Angst, Wut, Enttäuschung und dem Wunsch mich zu trennen- dann fehlt er mir wieder und ich bilde mir ein, wir können das schaffen.

    Dank dir für die Lieben Worte :smiling_face:

  • Hallo Nina92,

    das ist natürlich alles andere als schön, wenn der Partner nicht ehrlich ist. Andererseits ist das sehr oft auch Teil der Suchterkrankung. Ich finde es schön, dass Du mit ihm das Gespräch suchst.

    Gute Tipps für ein solches Gespräch findest Du beispielsweise auch hier:
    Hilfe für Familie und Freunde - drugcom

    Und ich finde es auch super, dass Du Dir selbst Hilfe suchst. Suchtberatungsstellen bieten normalerweise immer auch Beratung für Angehörige an.

    Hier kannst Du eine Beratungsstelle in Deiner Nähe finden:

    Suchthilfeverzeichnis - DHS

    Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, sich online beraten zu lassen, beispielsweise hier:

    DigiSucht - suchtberatung.digital
    Suchtberatung bei allen Fragen zu Drogen, Sucht, Substanzkonsum, Glücksspiel & Medienkonsum. Freundlich und kostenfrei.
    www.suchtberatung.digital


    Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter.

    Viele Grüße

    Peter vom DigiStreet-Team der Drogenhilfe Schwaben

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