Geht es wieder von vorne los ?

  • Hallo Franz,

    ich wollte nicht, das du denkst , das du was falsch gemacht hast. Es ist ja eine berechtigtet frage . Vor allem da du ja nur das über mich wissen kannst, was wir hier schreiben. Wie gesagt ich hoffe das das nicht falsch bei dir angekommen ist.

    Jetzt zu schreiben, scheiß drauf was andere denken oder sagen, wird dir nicht helfen, aber letztlich wirst du nur so damit klar kommen.

    Da hast du recht. Ich habe die Einstellung das das es nicht mein Problem ist und ich werde es auch nicht zu meine Problem machen das Leute damit nicht klarkommen. Wenn sie damit ein Problem haben bitte dann ist das das aber nicht meins. Ich habe wie man vielleicht merkt genug mit mir selber zu kämpfen. Ich habe gar nicht die Zeit mir darüber auch noch extra Gedanken zu machen.

    Zu Meiner Schwester: wir sind 3 Jahre auseinander. Wir haben ein gutes bis sehr gutes Verhältnis. Sie zieht nächsten Monat auch von noch mal 1h mehr von mir weg( insgesamt dann 2h) um ihr Studium anfangen zu können. Klar finde ich das schade aber wir Texten eigentlich sowieso viel und das wird schon irgendwie.

    noch zum Schluss ein kleines Update von mir. Zum einen ist es echt hilfreich sein eignenden Problem von anderen Augen gesehen und auch Feedback zu bekommen. Darüber zu Schreiben tut gut. Andererseits kostet es mich grade alle Kraft nicht voll durchzudrehen. Sonntag zum Beispiel beim Geschirrspüler ausräumen ist mir ein Glas kaputt gegangen. Ich habe meinen Freund gebeten es runter in den Glas Müll zu bringen was er wohl einfach vergessen hatte. Da es Gestern Dorf immer noch stand. konnte ich nicht mal mehr essen machen solange das Glas da stand. ich habe voll die nerven Verloren und bin heulend aus der Küche ausrannt... aber das Glas steht immer noch unangefasst da wo es Sonntag hingestellt wurde aber dieser Trigger hat mich voll aus der Bahn geworfen. Diese ganzen Kleinigkeiten machen es mir grade nicht einfach aber ich Kämpfe weiter.

  • Alles gut, es ist weder was falsch angekommen, noch solltest überhaupt drüber nachdenken was Andere meinen könnten - wer was wissen will, der muss halt nachfragen :winking_face:

    Dein Update beschreibt, dein Druck ist schon extrem grade und das sollte dir zeigen, jetzt muss was passieren.

    Genau darum geht es ja, ob bei Therapie oder generell eben mit Veränderung wegen deinem SVV.

    Bei Therapie ist ja das Ziel, man erlernt mit solchen Triggerpunkten umzugehen - man entwickelt Skills welche unterstützen können usw. ...

    Du musst halt erkennen, auch wenn du dich z.B. nicht gleich schneidest - grade wenn was triggert - welche Kraft dafür (unterbewusst) nötig ist.

    Das hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche!

    Hast du deinem Freund erklärt was da bei dir abgelaufen ist?

  • Hast du deinem Freund erklärt was da bei dir abgelaufen ist?

    nein er hat es gestern nicht mitbekommen. heute früh ist ihm aber aufgefallen das ich (immer noch) voll neben der Spur bin. als ich dann angefangen habe drum herum zudrußen was los ist (weil ich es vor der Arbeit nicht erzählen wollte) will er mit mir heute Abend darüber noch einmal zu reden.

  • Das solltest auch machen, klar nicht einfach, aber notwendig.

    Er soll ja wissen auf was er achten kann (nicht muss!), der hat sich bestimmt keine größeren Gedanken gemacht, weil er das wegräumen vergessen hat.

    Ich hoffe du schaffst das am Abend :smiling_face:

  • das Gespräch lief gestern echt gut. Er war mal wieder viel zu verständnisvoll. Ich habe probiert ihm, so gut es geht, zu erkläre was in mir vorgeht. Er ist danach extra noch mal zum Müll runter gegangen. Heute geht es mir viel besser. der gefühlte innerliche druck ist nicht mehr so strak wie am Anfang der Woche. solche Tage hätte ich gerne öfters...

    Nur fürs Protokoll: Nur weil es mir heute besser geht werde ich mein vorhaben, eine Therapie anzufügen, nicht Vernachlässigen :winking_face:

  • Guten Tag Anni,

    ich freue mich zu lesen, dass du die Situation bei deinem Freund ansprechen konntest.
    Und da zeigt sich wieder, dass vieles 'einfach' nur angesprochen werden muss.
    Manchmal hat man selbst bei Situationen, Dingen ein Problem - weil eben so viel Gedanken und Emotionen damit verbunden sind - welche für den Anderen nicht offensichtlich sind. Der Gegenüber kann es nicht riechen, weil es gar nicht in den Sinn kommt, dass da ein Problem sein könnte.
    Und du siehst - es passiert nicht. Im Gegenteil. Du hast jemanden an deiner Seite, der den Weg mit dir geht und das ist doch was wunderbares!
    Und um es noch am Rande anzusprechen, diese Situation kenne ich sehr gut. In früheren Zeiten konnte ich - gerade bei hoher Anspannung - auch nicht in Berührung kommen mit spitzen oder scharfen Gegenständen, weil die Assoziation zu der Selbstverletzung sofort da war. Somit sei dir gesagt, hier ist jemand, der dich versteht :winking_face:

    Zitat


    ich habe Angst davor mich mit meinen negativen Gefühlen zu beschäftigen.


    … und genau das ist der Trugschluss an der ganzen Sache.
    Wir glauben, durch das Nicht-Wahrnehmen und das Nicht -Akzeptieren der negativen Gefühle, könnten wir dafür sorgen, dass sie auch nicht vorhanden sind.
    Damit machen wir uns selbst etwas vor und im Endeffekt halten wir ein Feuer klein, welches aber unbeirrt weiter lodert. Die Energie, welche wir aufbringen um solche Gedanken nicht wahrzunehmen, könnten wir auch viel besser für andere Dinge benutzen. Das heißt an erster Stelle steht immer die Akzeptanz für die aktuelle Situation. Sich selbst einzugestehen, dass man diese Gedanken eben hat und das sie da sein können - aber die Aufmerksamkeit geht auf etwas anderes. Im praktischen heißt das: Versuche die Gedanken anzunehmen und dir nicht zu denken: "Warum ist das denn jetzt so", "Die sollen weggehen" "Wann wird das nur endlich anders" - damit gibst du dem ganzen nur mehr macht. Wohingegen, wenn du dir sagst: "In Ordnung, die Gedanken sind da, aber ich schau was ich mir heute gutes tun kann" - nimmst du die Gedanken mit und dadurch, dass du ihnen wenig Aufmerksamkeit gibst (wobei es einen Unterschied macht, ob du sie "mitnimmst" oder "wegdrängst") verlieren sie an Energie.
    Ich hoffe das klang nun nicht all zu kompliziert :winking_face:

    Noch ein paar Sätze zum Notfallkoffer, welcher dir in der bevorstehenden Therapie bestimmt begegnen wird. Aber du sicherlich schon vorab mal rumtesten kannst.
    Grundlage dieses Systems ist, dass du in Stress- und Anspannungssituationen Mittel zur Verfügung hast, welche dir auch körperliche Reize geben - was dir im schlechtesten Fall die Selbstverletzung geben würde.
    Darunter kann alles mögliche fallen und kein Notfallkoffer sieht gleich aus.
    Bei manchen hilft ein Gummiband um's Handgelenk, ein Igelball, Finalgon-Creme, Chili (-Bonbon,- Gummibärchen), Ingwer kauen, …
    Wenn man noch einen Schritt weiter geht kommt wieder die Achtsamkeit ins Spiel. Das heißt der Schneidedruck ist nicht gleich sofort da. Auch wenn man das oft glauben mag. Der baut sich auf, still und heimlich und dann passiert eine Kleinigkeit und das ist dann die Spitze vom Eisberg.
    Deine Methode - welche du bisher noch anwendest - das wegschieben und verdrängen sorgt dafür, dass du die Anspannung erst dann zulässt, wenn du sie nicht mehr wegschieben kannst. Wenn du aber versuchst, nach und nach auf dich hören, ab und zu in dich hinein hörst, wirst du feststellen, dass du schon viel eher ein Unwohlsein wahrnehmen kannst. Deine Anspannugn ist mittel, aber nicht so, dass du nun das Verlangen nach SVV hättest. In diesem Unwohlsein kannst du schon was tun! Und wenn du da schon eingreifst, kannst du verhindern, dass die Anspannung weiter steigt.
    Bei mir zeigte sich, dass in dieser Phase gerade kognitive Skills wunderbar greiften. Das heißt ein Kreuzworträtsel, Musik, Zeichnen, Schreiben, Telefonieren, Spazierengehen,...
    Der Zugang zu diesen "einfachen" Mitteln ist da noch gegeben, während in einem höheren Anspannungsfeld eben nur noch die körperlichen Reize aushelfen.

    Probiere durch, schau was dir helfen könnte und das was in der engeren Auswahl ist, pack in eine Kiste - welche nur für diese Skills vorgesehen ist.
    Bei der nächsten Anspannung, geht der Gang zur Kiste und da liegt deine persönliche Auswahl drin.

    Das war nun viel Text, aber ich wollte dir noch was mit auf den Weg geben. :face_with_tongue:
    Und ich werde dich auch bzgl der Therapie weiter fragen - denn ja - auch wenn es dir heute besser geht, liegt es in deiner Verantwortung, dass es so bleibt und auch in schwierigen Situationen Möglichkeiten gibt.
    Sich genau das klar zu machen und den Schritt zu gehen, welchen du nun vorhast, bedeutet Stärke.

    Viel Erfolg morgen beim Hausarzt und vielleicht klappt es ja schon, genau das Thema anzusprechen! Nur Mut!
    Grüße, Zyna

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