Hey liebes Forum,
ich wollte mich höflicherweise mal eben vorstellen.
Ich bin 21, habe mein Fachabi gemacht, bin beliebt im Freundeskreis und eig recht attraktiv.
Man könnte als außenstehender meinen, ich hätte mein Leben voll im Griff. But thats completely wrong.
Habe einen langen Suchtverlauf hinter mir in Sachen Drogenkonsum. Jetzt eine generalisierte Angststörung
Mit 16 habe ich das Gras entdeckt, und fragte mich warum die Leute überhaupt Alkohol trinken, wenn es doch sowas wunderbares wie Cannabis gibt, so geil fanden wir es.
Im Endeffekt wäre es besser gewesen, wäre ich abgeschmiert und hätte es daraufhin nicht mehr angerührt. Tja aber so war's halt nicht...
Ab dem Punkt habe ich mit Freunden eigentlich täglich konsumiert, jeder 5€ in die Runde und ab gings. Man, war das ein Spaß, die schönste Zeit,wirklich.
Nur leider hatten wir nicht bedacht, dass unser Gehirn noch voll in der Entwicklung ist und die ganze Kifferei auch Schattenseiten mit sich bringt.
Ein Freund ist dann nach einem Jahr Dauerkonsum mit uns abgeschmiert undhat sich n' psychose eingefangen.
So richtig für ihn da waren wir eig rückblickend nicht, naja darum solls nicht gehen. Er hat sich nacheiner schwierigen Phase wieder gefangen und kommt klar.
Am Wochenende haben wir uns währenddessen auch mal Ecstasy und Amphetamine reingezogen, Stichwort: jung, dynamisch, naiv
Nachdem ich irgendwann im ALter von 19 auch mit leichten psysischen Problem zu kämpfen hatte, stellte ich daqs Kiffen ein.
Und dann, ihr kennt das ja vielleicht, merkt man, dass man nach einigen Wochen oder Monaten sich wieder richtig gut fühlt, wahrscheinlich zu gut, und fängt dann wieder an.
Hin und her zwischen gut fühlen und beschissen.
Das hielt sich aber noch irgendwie im Rahmen, ich kam noch klar.
Bis mir dann mal ein "Kollege" Benzos angeboten hat. Bäm, so eine sorgenlose, beruhigende Wirkung hatte ich noch nie erlebt. Das war genau meins dachte ich mir.
Ich war genau so, wie ich sein wollte. Selbstbewusst, gesprächig, nett, und vorallem angstfrei.
Da war ich so fast 20.
Von da an gings dann nach einem 6monatigen Höhenflug, abwärts...
Irgendwann konnte ich am Wochenende nicht mehr ohne den Dreck funktionieren, meist traute ich mich nichtmals es ohne zu versuchen, so groß war die Angst meine Freunde könnten mir meine Angst ansehen.
Ohne Benzos bin ich unter der Woche auch ziemlich unsicher, nervös und einfach nicht mehr ich. Unter Menschen fing ich an mich sehr unwohl zu fühlen.
Doch ich will auf keinen Fall jetzt auch noch unter der Woche konsumieren, das wäre denke ich mal wirklich das Ende.
Mache seit ca. 4monaten eine Gesprächstherapie bei einem guten Heilpraktiker für Angst und Depressionen.
Der hat mir geraten: >Jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen um 7:30Uhr 30min joggen.
> Danach 10min meditieren auch vor dem zu Bett gehen
> Jedes mal wenn Freunde sich mit mir täglich verabreden wollen, immer zusagen (ohne Benzos) sprich sich der Angst stellen
>Er hat mir klargemacht, dass es so etwas wie eine Wunderpille gegen Angst nicht gibt, worauf wir alle warten
> Und dass man die anstatt immer loswerden zu wollen als Teil von sich sehen soll und sie akzeptieren muss(Sehr wichtiger Punkt)
> Es gibt nur einen Weg die Angst zu überwinden und nachhaltig loszuwerden: Nämlich dadurch.
Ich könnte jetzt schreiben, dass ich seit dem auf nem guten Weg bin und mich an den Rat gehalten habe aber das wäre gelogen...
Im Endeffekt weiß ich was zu tun ist doch habe zu sehr Schiss/Angst mich nüchtern immer und immer wieder in die mir angstbereitenden Situation zu begeben, bis ich mich darauf konditioniert habe, dass diese zuvor angstbereitenden Situationen mitlerweile völlig normal sind. Das ist der Punkt wo mann dann nach ca einem halben Jahr (in meinem Fall) harte aktive Arbeit raus aus der Nummer ist.
Doch ich hab's ja nichtmal richtig versucht. Ich packs einfach nicht. Jeden Freitag möchte ich mir für einen Tag bei Freunden meine alte Lebensqualität zurückholen, und genieße es einen Tag Urlaub für die Seele zu betreiben.
Doch die Nachfolgen in der Woche werden mal zu mal schlimmer. Ich hab ständig Augenschmerzen und meine Gedanken kreisen sich 24/6 nur um die Angst.
Das ist so eklig. Ich kann kaum produktiv sein oder einfach mal sorglos und den Tag genießen weil meine negativen Gedanken immer und immer wieder in fast jeder Situation die Oberhand erlangen. Mein Gedächtnis ist mitlerweile ziemlich bescheiden geworden, ich kann mir kaum noch etwas merken, schon unschön in meinem Alter.
Lyrika habe ich letzen Monat bereits probiert, die ersten 3 Wochen war es ein Segen, nicht komplett angstfrei aber schon deutlich reduziert und die Gedanken waren wieder freier.
Aber nach 3 Wochen ging es mir wieder wie vorher, ich müsste entweder Lyrika höher dosieren (mind.500mg am Tag) und wer weiß ob ich dann nicht nochmal höher müsste nach 2 Monaten und zack wäre ich in einer Lyrika Abhängigkeit, die mir mehr Sorgen in der hohen Dosierung bereitet als dass sie mich von der Angst befreit.
Jetzt zur Zeit nehme ich 300mg am Tag die ich wöchentlich um 50mg runterdosiere bis der Dreck dann endgültig aus mir raus ist.
Ja, ab morgen gehe ich dann bei meinem Therapeuten in eine Angstgruppe, mit Menschen ü35 die ähnliche Probleme haben wie ich.
Auch vor der Gruppe mit Menschen die genauso leiden wie ich habe ich angst, schon komisch. Aber ich gehe da nüchtern rein und vielleicht tut so eine Gruppe auch ganz gut.
Soviel zu mir, hat jemand Tipps oder Ideen wie ich mich in nächster Zeit wieder fangen kann?
Was habt ihr so für Strategien entwickelt?
Gibts vielleicht ein empfehlenswertes Medikament als Stütze?
Gerne können wir uns in Sachen Ideen, Vorschläge und Anregungen asutauschen, dafürist das Forum ja auch gedacht.
Erstmal bis dahin adieu und sorry dass ich euch so zugetextet habe ( Vielen, vielen Dank an die, die sich den kompletten Text durchgelesen haben, ehrlich.)
``ヽ、``ヽ```ヽ、``ヽ```ヽ、``ヽ`
ヽ、、ヽ `ヽ 、ヽ`?`ヽヽ``ヽ、``ヽ`
``ヽ、``ヽ```ヽ、``ヽ```ヽ、``ヽ`
、ヽヽ、``、 、 `ヽ 、?ヽ``ヽ、``ヽ`