Tramal Entzug... Wie lange noch?

  • Zitat

    Die Idee von Torschütze das ich mehrere Wochen in eine Klinik gehen sollte halte ich für überzogen, ich kann mein Leben ja ohne die Medikamente bestreiten, ich brauche eher Unterstützung wie Franz meinte, die richtigen Werkzeuge um nicht wieder schwach zu werden...

    Du lügst ja schon wieder in die eigene Tasche. Du kannst dein Leben eben nicht ohne Medikamente, wie der Rückfall ja zeigt!

    Dazu kommt, das du dich immer noch nicht zu einem Gespräch durchringen kannst.

    Dazu kommt, das du nicht mal deinem Hausarzt davon erzählen möchtest.

    Bevor du urteilst/ablehnst schau erstmal nach was überhaupt ein Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik beinhaltet.

    Und eine Hyperaktivität wie du beschrieben hast kann auch Ursache einer...ach ich lass es...Viel ... weiterhin.

    Da "bearbeiten" bei mir nicht funktioniert:

    Es fehlt mein Hinweis: Nichts für ungut!

  • Nun, wenn man entzogen hat, dann muss man nicht entgiften - so viel ist klar :winking_face:

    Ob aber eine Hilfe ambulant oder stationär erfolgen soll, das kann man nur am speziellen Einzelfall festmachen.

    Daher halte ich das keinesfalls übertrieben, wenn man eine Entwöhnungsreha stationär macht.

    Letzteres hat auch einige Vorteile - man ist raus aus der gewohnten Umgebung (welche ja indirekt immer Anteil an einer Sucht hat), man hat eine direkte und intensive Betreuung und man muss sich für eine gewisse Zeit um nichts weiter kümmern oder besser gesagt kann man sich komplett auf die Entwöhnung konzentrieren!

    Eines ist klar, wenn man ambulante Therapie macht, ist das meiner Meinung etwas schwerer und hat mehr Gefahrenquellen.

    Grade wenn man aber schon das ein oder andere mal mit Sucht zu tun hatte, dann würde ich auch eher eine Klinik empfehlen.

    Auf der anderen Seite - viele trauen sich das einfach nicht (warum auch immer, es gibt wirklich tolle Kliniken) und dann ist natürlich eine ambulante Thera besser - nur eben nicht meinen, Gift ist raus aus dem Körper, Problem erledigt.

    Und was Werkzeuge angeht, die erlernt man natürlich in beiden Therapieformen, aber ich meine damit nicht einfach nur Scills welche einen Rückfall verhindern - vielmehr soll es ja soweit kommen, dass Sucht keine Rolle mehr im Leben spielt und man nicht mehr dauern kämpfen muss.

    Hier rede ich aber von Jahren, nicht von Wochen :smiling_face:

  • Torschuetze ...ich glaube wir beide schreiben ein wenig aneinander vorbei. Wir haben zwar ein Problem mit dem selben Stoff aber eben grundsätzlich unterschiedliche Probleme.

    So wie ich das deinem Beitrag entnehmen kann nimmst du das Medikament aus gesundheitlichen Gründen um dein Leben bestreiten zu können.

    Ich hingegen habe konsumiert weil ich den Kick, das Gefühl so schön finde. Sprich ich funktioniere ohne Medikamente/Drogen deutlich besser.

    Du hast anscheinend schon viele Negativerfahrungen gemacht und suchst die Schuld und die Lösung im System. Ich mache nur mich alleine für mein Handeln verantwortlich, vielleicht fällt es mir deshalb leichter die Situation auch alleine mit mir auszumachen.

    Grundsätzlich geb ich euch beiden aber Recht, die langfristige Entwöhnung ist der Schlüssel und ich sollte mir Unterstützung suchen. Mir ist die Situation aber einfach naja peinlich/unangenehm... Ich mach alles einfach gern mit mir selbst aus (ist mit Sicherheit Teil des Problems)

    Ich hab mir vorgenommen wieder regelmäßig hier im Forum zu lesen und zu schreiben um mir die negativen Seiten des Konsums immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

    Grüße Winter

  • Nein, wir schreiben nicht aneinander vorbei.

    Vielleicht verstehe ich jedoch nicht, wie ein Mensch, der angeblich ohne Medikamente/Drogen deutlich besser zurecht kommt und angeblich feste im Leben steht, sich nach einem Kick sehnt, wo er weis, dass dieser ihn wieder in die Abhängigkeit bringen wird.

    Und NEIN, bis dato hatte ich noch nach keinem Schuldigen gesucht, bin mir jedoch bewusst, dass unser System im Bezug der Schmerzmedizin wirklich noch sehr viel Nachholbedarf hat. Vlt. besuchst mal nen Schmerzkongress! :2:

  • Hallo,

    heute ist Tag 24 ohne Opiate, soweit gehts mir wirklich gut, allerdings ist es wie beim letzten Entzug... die Euphorie über den erfolgreichen Entzug legt sich langsam und ich werde mit den Langzeitfolgen konfrontiert...

    Gestern Abend habe ich nur sehr schwer einschlafen können obwohl ich den ganzen Tag aktiv war und auch eigentlich wirklich müde war... die körperlichen Entzugssymptome melden sich an solchen Abenden ab und an wieder.

    Unruhe, dieses seltsame Körpergefühl, Suchtdruck, echt zum Verrückt werden. Ich bin dann gegen 02:00 Uhr heute eingeschlafen und der Wecker klingelte um 07:00. Leider bin ich heute trotzdem nicht so richtig müde trotz sportlicher Aktivität über den ganzen Tag.

    Hab mir jetzt mal ein bisschen Baldrian organisiert und hoffe entweder auf einen Placeboeffekt oder dass das Zeug tatsächliche eine beruhigende Wirkung hat. Ohne Schlaf bin ich bei weitem nicht so leistungsfähig wie ich gerne wäre.

    Außerdem habe ich mich in den 24 Tagen schon zwei mal bei dem Gedanken erwischt:"Hey du hast es doch unter Kontrolle, dann kannst du ja auch wieder etwas nehmen"... ich erschrecke mich vor mir selbst, spätestens nach dieser zweiten Entzugserfahrung sollte

    ich doch einen Gewissen Abstand zu den Opiaten finden... dem ganzen muss ich aber wohl noch etwas Zeit geben.

    Ich wünsche mir und euch für heute ein paar schöne Träume und ein sauberes Einschlafen.

    Grüße Winter

  • Servus,

    wenn man erneut entzieht, kann das mal helfen oder sogar als schwieriger empfunden werden. Das meine ich aber in Bezug zu körperlichen Symptomen, aber du erwartest psychische Fortschritte. Die bekommt man aber eher nicht von der Erfahrung, vielmehr sollte hier Hilfe in Form von therapeutischer Unterstützung eingesetzt werden!

    Nochmal, einen Suchtstoff absetzen ist ein Teil der Sache, der oft viel schwerere ist nun mal die Entwöhnung, welche natürlich dauerhaft abhalten sollte.

    Baldrian kann unterstützen, aber ich würde nicht zu viel erwarten, du ist der Stoff einfach nicht potent genug :13:

  • Hallo,

    heute ist es ein Monat ohne Opioide, ich muss sagen ich mag mich so deutlich lieber. Ich bekomme viel mehr auf die Reihe, verpasse keine Termine und bin deutlich organisierter.

    Ich habe die Tage mal ein bisschen Alkohol getrunken (einen Cocktail), das war keine so tolle Idee, da ich sonst nie Alkohol trinke stellte sich relativ schnell ein ganz milder Alkoholrausch ein, mein Suchtgedächtniss sprang an und mir ging es ein paar Stunden schlechter (innere Unruhe). Naja soweit kein Problem ich kann sehr gut ohne Alk.

    Der Schlaf ist wie bei allen Entwöhnungen von Tramal das größte Problem, ich vermisse diesen angenehmen äußerst tiefen Tramal-Schlaf. Allerdings kann ich nun wieder gut sieben Stunden schlafen, das reicht um mich zu erholen. Ich denke so wie es im Rausch war wird es nüchtern niemals werden, daran muss ich mich gewöhnen.

    Zu einem Gespräch mit einem Psychiater/Therapeuten konnte ich mich nicht durchringen, meine Scham ist zu Groß, außerdem möchte ich dem Thema auch keinen weiteren Raum in meinem Leben einräumen.

    Das mit dem Baldrian funktioniert, sei es nun Placebo oder tatsächlich, das werde ich noch ein paar Wochen weiter führen.

    Grüße Winter

  • 1000 Dank für Deine Offenheit. Ich habe auch eine Tramadol-Vergangenheit. Während des Lesens habe ich totales Herzrasen bekommen. Die Vorstellung, wieder vor der Flasche zu stehen, und wieder was zu nehmen, ist der pure Horror.

    Ich bin jetzt in mein Bad und habe alle Tramadol zusammengesucht, die ich finden konnte. Da waren insgesamt 5 Flaschen, 3 mit noch ein bisschen drin, eine halbvolle, eine große noch nicht angebrochene. Und eine komplette Packung Tramadol 50. Und dann noch einige Tilidin.

    Wahnsinn. Wie viel von meinem Leben durch dieses Medikament zerstört wurde. Wie viel ich verpasst habe.

    Werde ich wirklich alles entsorgen? Also entweder meiner Psychotherapeutin oder der Psychiaterin in der Drogenambulanz mitbringen? Oder doch gleich in den Garten kippen (der Igel wird sich wundern, warum die Regenwürmer so entspannt sind).

    Ja, ich werde alles entsorgen.

    Ich habe EIN gottverdammtes Leben. Und irgendwann ist es vorbei. Und der Rausch ist schön, aber ein paar Stunden Rausch vernichten einen Tag voller Möglichkeiten (Kater bei Alkohol), oder mehrere Wochen und Monate, die man mit dem Entzug verbringt. Man wirft sein Leben weg. Wie schön ist es, raus zu gehen, in die Natur, auf Berge, schwimmen zu gehen, oder was zu malen oder w a s a u c h immer. Und dann schafft man es nicht, weil man im Entzug ist. Ich möchte wieder selbstbestimmt leben und nicht mehr abhängig sein.

  • Hallo, und guten Abend und ein Gruss von neuen “Mitarbeiter“.

    Folgendes: ich war ca. 4,5 Jahre von Tramal, naja, abhängig würde ich behaupten.

    Vor gut einem Jahr reichte mir der Sch..ß. Und dachte über einen Entzug nach. Ich war bei zehn Stk am Tag (100mg). Nicht täglich zehn, sondern der Peak, insgesamt ca. 4-5x bei zehn gewesen, das war also nicht die Regelmässigkeit, das nur am Rande. In der Regel hing ich so um die sechs bis sieben - täglich. Zehn war mein selbst festgelegtes Oberlimit das ich allerdings nie überschritten hatte....

    Um genau das zu vermeiden minderte ich jeweils die Dosis, auf drei, vier am Tag um sie wieder zu erhöhen damit es “kracht“.

    Aber wie gesagt mir reichte es, ich hatte mich zwar nicht davon dominieren lassen (von dem Zeug also). Da mein Arzt nur 1x die Woche in der Praxis war, hatte mir manchmal kein Rezept geholt, wohl als gehobener Mittelfinger zu dem Zeug. Der Entzug war dann jedesmal heftig, und Emotional sowas von reingehauen. Aber man lernt bekanntlich dazu. Und die ganzen Erfahrungen die ich nun gesammelt hatte nutzte ich für den endgültigen Entzug.

    Kalter Entzug ohne ärztl. Beratung, wollte ich alles nicht. Ich hatte mich ganz unspektakulär runterdosiert Dauerte ne Weile, bis ich dann bei 50mg/Tag war nach ca. vier Monate. Ich lies immer öfter Tage aus um dann ganz aufzuhören. Und so wurden die Entzugserscheinung auf ein erträgliches Maß reduziert. Die Schmerzen in den Beinen waren so gering dass die nicht störten. Emotional war allerdings noch so einiges drin. Das waren vor allem die die Nachtträume die emotional sowas von reingehauen hatten.

    Phantastische Träume, wie nicht von dieser Welt. Wenn ich früh wach wurde, gab es Tage an denen ich emotional völlig aufgekratzt war.

    Eine seltsame, aber interessante Erfahrung gewesen. Als hätte sich ein Kanal geöffnet....

    Letztlich bin ich weg von dem Zeug, hab keine Gebrechen, nix.

    Was mir aber mal aufgefallen war, dass wenn man ziemlich krank ist (physisch), gibt es gar keinen Entzug, der Körper ist dann mit anderen Dingen beschäftigt. So wie bei einer Grippe wo die Tabaksucht unterbunden ist, und man kein Bock aufs rauchen hat. Vor zwei Jahren mir passiert, dass ich ins Krankenhaus kam. Ich hatte keinen Entzug gehabt, und hätte es mal dabei belassen sollen.

    Herzlichen Dank für Eure Aufmerksamkeit....

  • Hallo, ich hoffe du bist hier noch online tätig, ich wollte dich nur einmal fragen wie es dir geht ?!

    Denn in allem was du hier schreibst erkenne ich mich selbst seehr gut....und ich würde wirklich gerne wissen ob du es diesmal durchgezogen bzw durchziehen kannst ?!

    Oder ob die Verführung zum „Rausch“ immer noch sehr groß ist ?!

    Glg

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