Hallo,
ich habe das Gefühl, dass meine Zwänge von Monat zu Monat, wenn nicht sogar von Woche zu Woche größer werden.
Über eine psychologische Beratung werde ich vielleicht nicht drum herum kommen. Nur sind durchschnittlich 100 Euro pro Stunde für einen Studenten sehr viel Geld.
Nun erhoffe ich mir, über dieses Forum eventuell ein paar Erfahrungsberichte, oder Einstufungen zu bekommen.
Um meine Geschichte zu erzählen muss ich ein bisschen weiter ausholen.
Rückblickend erkenne ich, dass ich früher schon erste Ansätze hatte.
Schon im Grundschulalter habe ich mir für die Wochenenden To-Do listen geschrieben um nichts zu vergessen. Aber auch das Gefühl etwas erledigt zu haben und dies dann durch zu streichen, fand ich schon immer gut.
Diese To-do Listen schreibe ich heute noch. Nur gibt es den Unterschied, dass ich für jeden Tag To-do Listen habe um nichts zu vergessen.
Dort stehen auch alle Sachen drauf die erledigt werden müssen, auch Sachen die ich jeden Tag erledige, stehen jeden Tag aufs neue auf dieser Liste.
Nun ja, jetzt viele Jahre später, mit 25, habe ich viel mehr Zwangsstörungen als Vorher.
Alles muss grade sein. Volume bei der Musik, die Temperatur am Kühlschrank, Der Rote und Blaue Punkt bei den Wasserhähnen an der Dusche müssen auch beim duschen auf 12 Uhr stehen. Auch wenn die Wassertemperatur nicht optimal ist.
An meiner Pinnwand sind die Heftzwecken nach Farbe und Anzahl sortiert. Wenn Pro 7 nicht auf Canal 7 ist, muss ich das ändern.
Das waren so die Störungen die mich seit längerem begleiten.
Nun kommen aber andere Sachen zusammen. Beispielsweise habe ich alles, alles was ich besitze in meinem Zimmer. Und Trotzdem nach dem 1000. mal Aussortieren, sortiere ich immer wieder etwas aus. Ich habe sehr sehr wenig Sachen. Da viele Sachen mein Leben zu unübersichtlich machen.
Unübersichtlich ist ein gutes Wort dafür. Ich bin an diesem Punkt angelangt, an dem ich einen Kleiderschrank, ein Bett, einen Schreibtisch, und eine Kommode besitze.
Mehr nicht. Alles was ich nicht brauche wird weg geworfen.
Es gibt nichts Doppeltes. Heute habe ich von meiner Schere getrennt. Ich hatte zwei scheren. Wofür brauch ich zwei?
Leider wird der Zwang alles unter Kontrolle zu haben, sowie umbedingt wissen zu müssen wo sich genau der und der Gegenstand befindet, immer stärker.
Am liebsten wäre es mir, in einem Hotelzimmer zu Wohnen. Dieser Gedanke kommt mir immer wieder.
Dann habe ich nur meine Bekleidung, und meine Gegenstände die ich für den Alltag brauche.
Weiter muss natürlich auch alles im rechten Winkel zueinander liegen. Ist etwas schief, habe ich wieder Unordnung und alles ist Unübersichtlich.
Es wird immer schwieriger damit umzugehen, da ich beispielsweise auch sehr viele Geschenke weg werfe.
Beispiel: ich habe eine Wanduhr in meinem Zimmer, und bekomme eine zweite Wanduhr geschenkt. Die werfe ich weg. Zwei Uhren sind mir zu viel. Wofür zwei Uhren.
Apropos Uhr, meine Uhren müssen immer auf die Sekunde genau sein. Man kommt pünktlich auf die Minute genau zu Verabredungen. Zeit ist auch ein sehr großer Faktor bei mir. ich könnte nie um 11.29 das Haus verlassen. Entweder um 11.30 oder 11.25 Uhr.
Ich könnte jetzt noch sehr viele andere Dinge aufzählen, aber ich glaube dass die ersten Zeilen genügen, um sich ein erstes Bild machen zu können.
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