• Baden Verboten, steht auf mehreren Schildern am Strandbad. Das steht schon lange da. Erst war die Elbe zu schmutzig, seit einem Jahr rasen die Tanker und Container-Schiffe mit verdoppelter Geschwindigkeit vorbei. Entsprechend hoch ist der Wellengang am Ufer geworden.

    Unser Strandbad ist eine kleine, flache Bucht am Ufer der Elbe bei Hamburg. Sandstand, vielleicht 400 Meter lang und je nach Wind und Gezeiten unterschiedlich breit.

    Heute am Sonntag den 4. September war es wie nur selten voll. Vielleicht 500 Kinder und Erwachsene drängten sich auf ihren Handtüchern, oder spielten am Wasser. Jede Welle an den Strand, läßt ihn um ein bis zwei Meter variieren. Die Kinder springen gerne über sie hinweg und warten auf die nächste.

    Ich habe mich zwischen den Kindern in meiner Anzugshose in den Sand gesetzt.
    Wenn ein Schiff passieret, erreicht das Wasser fast meine Schuhe. Ein paar Spritzer gibts gratis von den spielenden Kindern, manchmal auch etwas Sand.
    Etwa die hälfte der kleinen ist nackt. Eine Anderthalbjährige ist mit Sonnenhut, Hemd und Slip bekleidet, sie plumpst aber häufiger auch mit dem Hintern ins Wasser, so daß ihre Pampers sicher tropfnaß sind. Trotz dem quietscht und und lacht sie. Das Wasser und der weiche matschige Sand bereiten ihr sichtlich vergnügen.

    Ein Knirps hat den Sandkasteneimer von anderen Kindern geklaut und wird mit den Besitzansprüchen eines 5 Jährigen konfrontiert. Aber auch das ist schnell erledigt und vergessen. Das Sonnenlicht auf dem Wasserspiegel und das leichte Rauschen der Wellen stimmt die Gemüter freundlich.

    Ein türkisches Mädchen bekommt einen Spielzeugeimer halbvoll Wasser über den Kopf. Ihre Freundin meint, daß täte ihrem Kopftuch gut und läuft laut lachend davon.
    Einem sehr kleinen Knirps sind die Schwimmflügel zu lästig, und er bringt sie mir.
    Ein kleines Mädchen jagt ihr Zotteltier ins Wasser, und ihr Schäferhund einem Ball hinterher.

    Ein Dreimaster, ohne Segel fährt Ausflügler umher. Ein Ausflugsdampfer mit lauter Musik zieht vorbei, gefolgt von einem 5 Stockwerke-Container-Riesen.
    Das sorgt für neuen Wellenschlag und quietsch vergnügte Kinder.
    Schwarze, Weiße, Deutsche, Russische und türkische Kinder, es ist das selbe Wasser, daß sie erfreut und freundlich aufeinander zu gehen läßt. Zumindest erscheint mir deren Klickenhaft zu bröckeln, und auch mir wird das lächeln einer jungen Türkin zu teil, neben all dem Kinderlachen der Kleineren, die mich längst als einen Teil des Geschehens akzeptiert haben.

    Da gibt es auch mal ein Weinen, weil die Mutter kein neues Eis kaufen will. Aber es ist schnell vergessen und ein Schluck Limonade schmeckt auch.

    Auf meinem Rückweg über den Park, hinterm Strandbad sehe ich sehe ich an einigen Bäumen einen Aushang: Abgebildet ist ein kleiner Junge mit seinem Teddy, der Teddy eher plump und sackartig geschneidert. – Darauf steht, “Hilfe, ich habe meinen allerliebsten Teddy verloren.” Letzte Woche beim Kinderfest am Schulauer Hafen. Wer ihn findet, bitte melden....

    Baden verboten – Leben erlaubt!

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