Können Betablocker körperlich abhängig machen?

  • Hallo,
    ich weiß nicht, ob sich hier jemand mit Betablockern auskennt, habe aber ein paar Fragen dazu.
    Da sie ja gegen Herzrasen helfen und ich vom Exfreund meiner Schwester weiß, dass sie gegen Zittern helfen (viele Chirurgen nehmen sie daher vor OPs wenn sie nervös sind - beide sind Ärzte und haben dies während ihres Studiums und später auch mitbekommen), haben mein Lebensgefährte und ich sie manchmal genommen, wenn der Diazepamentzug gegen unsere körperlichen Grenzen gestoßen ist. Mir fällt es schwer, dies zu beschreiben, ohne "Werbung" dafür zu machen. Sie lassen das Herz ruhiger schlagen und machen damit müde.
    Eigentlich steht nirgendwo, dass daraus eine körperliche Abhängigkeit entstehen können, bei mir wurden sie auch schon gegen meine massiven Migräneattacken eingesetzt.
    Aber irgendwo habe ich ein mulmiges Gefühl dabei...
    Erstens ist es ja auch eine Art Missbrauch (sie sind von meinem Vater noch, der hat sie wegen seinem unregelmäßigen Herzschlag und seiner Diabetis bekommen) und zweitens ist es ja auch eine "Krücke". Und wir haben das Gefühl, dass sie nicht mehr so wirken wie anfangs....
    Kennt sich jemand damit aus?
    Und wie gefährlich sie sind? Wenn man nichts am Herzen hat?
    Lieben Dank.Val

  • Hi!

    Also, ich hab noch nie welche genommen, daher kann ich dir nur meinen Eindruck schildern.
    Körperlich vielleicht nicht, aber so wie du für mich rüberkommst, entwickelt sich da wenn dann eine psychische Abhängigkeit. Und ja, du hast in meinen augen Recht, irgendwie ist das schon eine Art von Missbrauch. Wieso kann dein HA dir nichts aufschreiben gegen den starken körperlichen Entzug? So kenn ich das, wenn es absolut nicht aushaltbar ist.
    Ich finde es gefährlich mit solchen Medikamenten zu hantieren, wenn man gar keine herzerkrankung hat. Man nimmt es ja eigentlich, wenn man zu hohen Blutdruck hat und das Herz schneller arbeitet als es soll. Wenn man diese Erkranknung aber gar nicht hat und vielleicht sogar bisschen niedrigen Blutdruck und Co hat, dann kann das auch mal üble Folgen haben ( Schwindel, Ohnmacht). Klingt für mich nur logisch. Wenn ich etwas verlangsame, was nicht verlangsamt werden muss, dann kann es auf Dauer zu Folgen kommen, weil man dem Herz ja etwas vorspielt, was es eigentlich nicht braucht. Zu Mal ich mir auch vorstellen kann, dass es gar nicht beruhend wirkt? Zumindest nicht psychisch? Denn das Medi wirkt ja nur auf das Herz und nicht auf das zentrale Nervensystem und kann daher auch schlecht beruhigend wirken?

    viele Chirurgen nehmen sie daher vor OPs wenn sie nervös sind - beide sind Ärzte und haben dies während ihres Studiums und später auch mitbekommen

    Schlimm genug!
    Was meinste, wie das bei uns in der Uni gehandelt wird und was da alles genommen wird zur Prüfungsvorbereitung und gegen den Stress?!... Wenn die Leute ihr Studium nur so schaffen, wie sollen sie es später im Berufsleben dann schaffen ohne irgendwelche Mittel? Ich bin auch mega dagegen bei uns in der Uni und kann es nicht nachvollziehen. Aber im endeffekt ist das eh wieder so nen Gesellschaftsding...

  • Ich denke ja auch, dass eher die Psyche die eigentliche Rolle spielt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es mich auch innerlich ruhiger macht, weil eben alles "runtergefahren" wird. Muss aber auch sagen, dass ich es nicht mehr nehme, eben wegen dem Schwindel und meinen Blutdruck, der eben gegen Keller neigt.
    Mein Lebensgefährte hat da eher übertrieben -jetzt hat er lauter rote Flecken im Gesicht-, ich hab sie jetzt weggeräumt.
    Und das mit dem Studium stimmt, ich fands damals auch wahnsinnig, was genommen wurde und ich denke, wenn man den Berichten glauben kann, dass es noch extremer geworden ist.
    Aber gerade im Medizinstudium muss es total krass gewesen sein, was meine Schwester und ihr Freund berichteten - sie haben ja auch Zugang zu allem... Aber mein Vater hat z.B. nach seinen Notdiensten immer was zum Schlafen genommen, weil er auch nicht abschalten konnte...Und dann wird eben wieder was zum fiten genommen...Seinen Herzfehler bekam er ja auch "nur", weil er als Selbstständiger die Praxis nicht schließen wollte, wenn er krank war und sich mit (teilweise auch frei verkäuflichen Erkältungsmitteln) Medikamenten gepuscht hat. Der Preis dafür ist extrem. Aber es stimmt, hier liegt ein gesellschaftliches Problem, immer mehr und länger arbeiten, enormer Druck....
    Es gibt ja auch Studien, die mehr als alarmierend sind, egal in welchen Branchen...
    Hab nächste Woche aber einen Termin im neurozentrum und werde mein Problem bei den ersten tagen des Reduzierens einfach sagen und fragen, was ich tun kann.
    Danke für die schnelle Antwort.Val

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