Pornographische Bilder-Sammelsucht?

  • Hallo :smiling_face:

    Ich weiß nicht so genau, ob ich hier tatsächlich richtig bin.. mein Freund behauptet von sich selbst er ist "süchtig nach dem Sammeln von pornographischen Bildern". Das klingt an sich ja nach Pornosucht..aber was ist es, wenn er die Bilder gar nicht ansieht?

    Aber mal von Anfang an: Ich bin 33 Jahre alt und seit 5 Jahren mit meinem Freund (10 Jahre älter) zusammen. Unsere Beziehung hat in den letzten 2 Jahren diverse "Kratzer" bekommen, davor war es eine absolut harmonische Beziehung. In sexueller Hinsicht waren wir allerdings schon von Beginn an sehr unterschiedlich. Er machte sich nicht viel aus Sex..ich war ein sehr sexueller Mensch und wollte, gerade in der Verliebtheitsphase, 5-6 Mal die Woche. Innerhalb des ersten Jahres pendelte sich unser Sexleben auf 1-2 Mal die Woche ein. Mal mehr, mal weniger, auch mal 2-3 Wochen gar nicht. Ich empfand das aber als Kompromiss mit dem ich klarkommen konnte. Im 2ten Jahr wurde es schon auf vielleicht noch 1 mal die Woche reduziert. Da beschwerte ich mich zwar gelegentlich, aber da ich sonst glücklich war und wir uns auch gut verstanden, gab ich mich auch damit zufrieden. Im folgenden Jahr wurde es dann zunehmend weniger, bis wir mehrere Wochen gar keinen Sex mehr hatten. Dann fand ich Ende 2013 durch Zufall unzählige Sexbildchen auf seinem Handy. Er erzählte mir, er hätte sie nur auf sein Handy geladen, um zu schauen ob ihn das anmacht, oder ob er einfach generell das Interesse am Sex verloren hat. Ich war gekränkt und wir redeten auch lange darüber, wie verletztend ich es finde, wenn er mit mir nicht mehr schlafen will, aber sich dann heimlich im Bad befriedigt während er sich irgendwelche Bilder von anderen Frauen anschaut. Nach der Aussprache besserte sich unser Sexleben wieder etwas.

    Anfang 2014 fand ich heraus, dass er mit seiner Arbeitskollegin flirtete, mich dahingehend seit längerer Zeit belog und noch eine weitere Sache, die hier aber den Rahmen sprengen würde. Mein Vertrauen war hinüber. Da ich ihn aber nach wie vor sehr liebte, gab ich der Beziehung noch eine Chance. Er versprach, das zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen und wir arbeiteten an der Beziehung. Ein halbes Jahr später fand ich, als ich am PC etwas für einen guten Freund raussuchen sollte, einen recht großen Ordner mit verschiedenen Sexbildern. Peinlicherweise stand der gute Freund dabei und meinte "Haha, so einen Ordner hab ich auch seit ich Single bin" Großartig.. mein Freund ist aber logischerweise nicht Single! Ich stellte ihn zur Rede und seine Erklärung war, der Ordner wäre ja alt und eh gar nicht von ihm und das war sicher ein Virus der Bilder runterlädt und er war das nicht etc.. Ich glaubte ihm, blieb aber skeptisch. Unser Sexleben ist in der Zeit komplett eingeschlafen. Das letzte mal Sex ist 4 Monate her und davor weiß ich es gar nicht mehr so genau.

    In der letzten Zeit hatten wir dazu auch noch finanzielle Probleme und durch den nicht vorhandenen Sex war meine Stimmung oft sehr gereizt. Wir hatten häufig Streit deswegen.
    Gestern stolperte ich in einem Spieleordner über einen sehr mysteriösen ausgegrauten Ordner mit über 100GB. Da wir regelmäßig am PC des Anderen sitzen, erwartete ich absolut nichts Schlimmes. Nur ein verirrtes weiteres Spiel, einen Sammelordner o.ä. für unwichtigeren Kram.

    Leider war es eine riesige Ansammlung von Porno-Bildern. In einem versteckten Ordner..in einem Spielverzeichnis. Ich fragte ihn, was das soll und das ein Virus nun wirklich nicht mehr als Ausrede herhalten kann.
    Er beichtete mir, dass er diese Bilder seit Jahren sammelt. Vor unserer Beziehung war er sehr lange allein und da war das eine Art Hobby von ihm diese Bilder zu sortieren/ordnen usw. Als Single hätte er diese Bilder wohl auch teilweise zur Selbstbefriedigung genutzt. Seit unserer Beziehung wäre es aber angeblich nur noch eine Sammelsucht. Er wäre sowas wie ein Porno-Bild-Messie und er könnte damit einfach nicht aufhören. Er löscht die Bilder immer wieder, weil er weiß, dass mich das verletzen würde. Aber dann sammelt er doch wieder Neue. Er würde sie aber nie ansehen und sich auf gar keinen Fall Selbstbefriedigen. Er schämte sich extrem dafür.
    Nachdem er mein Vertrauen aber nun schon mehrfach missbraucht hat und wir quasi gar kein Sexleben mehr haben, glaube ich ihm das nicht so ganz.
    Sammelt man Bilder von nackten Frauen in eindeutigen Posen und schaut sie sich nicht an? Nur um sie zu sortieren und dann zu löschen?

    Warum sammelt ein Mann, der von sich selbst immer wieder behauptet, nicht so sexuell zu sein und generell einfach wenig Interesse an Sex hat, Bilder von Frauen in sehr eindeutigen Posen, Bilder von sexuellen Akten usw.?
    Ich habe Angst, dass er mich was das angeht belügt, weil es ihm peinlich ist. Ich habe viel über Pornosucht gelesen und auch dass das Sexleben in der Beziehung darunter leidet, weil die Männer sich regelmäßig selbstbefriedigen.

    Gibt es Jemanden der damit auch schon mal Erfahrung gemacht hat, oder werde ich hier tatsächlich belogen damit ich bei ihm bleibe? Wie kann ich ihm helfen, wenn er nicht ehrlich zu mir ist?

    Ich würde mich wirklich über eure Antworten freuen!

    Liebe Grüße.

    P.S.: Sorry für den viel zu langen Text :frowning_face:

  • Hey erstmal,

    Ist ja durchaus ein Verhalten was man auch von anderen Süchten kennt, sich schaemen und nichts erzaehlen.
    Was aber natürlich schon hart ist, ist dass er das Spielchen mit dir schon ein paar mal getrieben hat. Er kann echt froh sein, dass er dir so wichtig ist.

    Ich würde dir empfehlen ihn vor die Wahl zu stellen, entweder mal ne Therapie zu machen, scheint ja doch angebracht, oder die Sache mit dir aufzuloesen.
    Das ist nun einfach vor mir gesagt, aber ich denke es braucht mal wirklich einen Schritt um was zu aendern an dieser Mechanik.

    Gruss

  • Ich finde es auch sehr hart, dass er dich damit ständig hintergeht.
    Du musst ihn wirklich sehr lieben, wenn du es schaffst so lange unzufrieden mit ihm zusammen zu sein.

    Aber er will dich ja auch nicht verlieren, sonst würde er die Bildchen nicht verstecken und dich nicht anlügen.
    Er hat Angst, dass wenn du das heraus findest, dass du ihn dann verlässt. Und alleine sein will er anscheinend auch nicht.

    Ansonsten kann ich nur von mir erzählen:
    Meine Frau weiß, dass ich öfter masturbiere und Pronos sammle. Sie schaut mir auch dabei zu.
    Das ist für sie Normalität. Ich denke weil viele ihrer Freundinnen auch masturbierende Freunde haben.
    Obwohl ich das fast täglich mache, bin ich es der mehr Sex in unserer Beziehung will.
    Ich sehe das auch nicht als krankhaft an. Masturbation gehört halt genauso zum Sexleben dazu.
    Und da hat jeder seine eigenen Vorlieben und diese auszuleben sehe manche Psychologen, als das wichtigste an.

    Ich würde aber nicht so ein Doppelleben führen und es vor meiner Frau verheimlichen.
    Vorallem nicht wenn ich wüsste, dass ich sie damit verletze.
    Könnt ihr euch darüber nicht aussprechen?

    Mein Porno Ordner ist momentan 50GB groß, aber er war auch mal viel riesiger..

    Liebe Grüße und Alles Gute :smiling_face:

  • Erfahrung dazu habe ich und mir ist vieles bekannt, was du schilderst. Versteckte Ordner, Lügen, Heimlichkeiten, etc., das sich immer wiederholende Muster. Wobei die Lügen das Vertrauen am meisten schädigen.
    Sollte es sich tatsächlich bei ihm um eine Sucht handeln, dann kann ich dir wirklich sagen, dass es selten sex. Gründe sind, warum er sich das ansieht. Meist entsteht das aus eigenen Unzulänglichkeiten, Einsamkeit, vorhandene Partnerprobleme, falsch entstandenes Frauenbild, .... Es gibt vieles, was unbewusst die Sucht schürt und damit kompensiert wird.

    Das typsiche Jäger -und Sammlerverhalten.
    Mein Mann hatte auch zig Pornos und Bilder, wie er selbst sagte, aber nur einmal angesehen. Trotzdem gut zu wissen, dass sie da waren.

    Der fehlende Sex ist wohl euer Hauptproblem zur Zeit. Dadurch fallen ja erst die anderen Dinge umso mehr auf :winking_face:
    Mein Mann hat Sex zu seiner Suchtzeit komplett durch Sb ersetzt, schon davor als Single. Sowas geht nun mal in einer Partnerschaft gar nicht und fiel sofort auf, nachdem wir zusammen gezogen sind. Plus einige andere Suchtmerkmale.

    Dein Freund muss offen und ehrlich reden. Das er nur sammelt und ordnet, denke ich aus meiner Erfahrung heraus nicht. Wer sich so viel Material ansieht, ordnet ( das nimmt ja einiges an Zeit in Anspruch) ist irgendwann so überreizt, dass man auch Druck ablassen muss.

    War denn seine Lust auch vor den zwei Jahren schon so wenig? Wie war es allgemein davor?

    lg

  • Hallo ihr Drei und vielen Dank für eure Antworten. :smiling_face:

    Quzen: Ich weiß nicht, ob er bereit wäre eine Therapie zu machen, da ihm das ganze Thema unfassbar peinlich und unangenehm ist. Ich bin ziemlich offen und habe kein Problem damit über Sex zu reden. Für ihn ist es ein sehr, sehr unangenehmes Thema über das es nur ungern spricht. Ich habe ihm angeboten ihm zu helfen, aber dafür möchte ich natürlich erst einmal dass er ehrlich zu mir ist und quasi "die Karten auf den Tisch legt".

    @paulkiffte: Ja, ich liebe ihn sehr, auch wenn er mir immer wieder so weh tut..da kommen dann wohl meine eigenen Trauma-Dämonen zum Vorschein. :winking_face: Er hat wahnsinnige Angst, dass ich ihn verlasse. Das Schlimme für mich an der ganzen Heimlichkeitsgeschichte ist ja, dass ich gar nicht so ein großes Problem damit hätte, wenn er solche Bilder sammelt, mir aber auch das Gefühl gibt mich zu begehren und die Bilder nur ne Art Sammeltrieb sind. So hat das ganze für mich einfach einen sehr unangenehmen Beigeschmack von "betrügen".

    Chinua: Er hat mir heute Abend erklärt, dass er damals angefangen hat diese Bilder ( und wohl auch kleinere Pornos ) zu sammeln als er schon länger Single war. Er war einsam und hatte Langeweile. SB hat er angeblich selten und auch nur ganz zu Anfang. Irgendwann wurden es so viele, dass er stundenlang nur noch sortiert hat und sexuelle Erregung war kaum noch vorhanden. Als er mit mir zusammenkam, behielt er aus Gründen, die er selber nicht benennen kann diese Sammelsucht, aber eine "moralische Barriere" hielt ihn immer davon ab, die Bilder auch anzusehen und irgendetwas sexuelles damit in Verbindung zu bringen. Die Ordner die ich gesehen habe, waren alle nicht geordnet. Das könnte also wirklich stimmen. Seine Lust auf Sex war von Anfang an eher mäßig. Er hat kaum erogene Zonen (abgesehen von der offensichtlichen) und wirklich Lust auf Sex bekommt er eigentlich nur, wenn wir uns küssen. Er sagte heute, meine Tochter (inzwischen 11 Jahre alt) in Kombination mit der nicht vorhandenen Schlafzimmertür ( wir hatten eine Wendeltreppe ins Schlafzimmer ) in unserer Wohung damals hätten ihm die Lust auf Sex nach und nach genommen. Wir wohnen aber nun seit fast 3 Jahren in einem Haus und jeder hat seine eigene Tür und wir können abschliessen. Das ist ja in meinen Augen auch das Absurde: Er ist eigentlich fast schon prüde. Beim Sex selbst lässt er sich nicht fallen da er die Kontrolle nicht verlieren will. Er machte, gerade die letzten Male vor der endgültigen Flaute den Eindruck, er würde einen Job erledigen und sah mich immer wieder dabei und lächelte. Laut seiner Aussage, um zu sehen ob es mir gefällt. Normalerweise würde sich so einen Mann wohl jede Frau wünschen. Meine Befriedigung geht immer vor und wenn ich keinen Orgasmus hatte, war er ernsthaft traurig. Das erste Jahr fand ich das auch noch echt toll, aber mit der Zeit hätte ich mir gewünscht, dass auch er mal geniesst und sich fallen lässt, mal stöhnt oder irgendeine Art von Erregung kundtut. Hat er aber nie. Er ist immer sehr kontrolliert und es fühlte sich die letzten Male eher so an, als hätte ich einen Toyboy der einfach nur versucht einen Job zu erledigen.

    Im Moment habe ich Angst davor, wieder über Dinge zu stolpern, die vielleicht sogar noch schlimmer sind als diese Bilder.. Alles was ich bis jetzt herausgefunden habe, war purer Zufall. Ich war absolut nicht darauf gefasst solche Dinge zu finden, vor allem da er sich selbst immer als jemand dargestellt hat, der so etwas abstoßend findet. Wir haben den ganzen Abend geredet und beide viel geweint. Er schämt sich wirklich extrem für diese Bilder und hat den ganzen Ordner komplett gelöscht als er wusste dass ich sie gesehen habe. Er sagt, er begehrt mich, aber auf seine Art.. Er liebt mich mehr als jemals irgendeine andere Frau vor mir und er möchte eine weitere Chance, will mir beweisen, dass er einfach damit aufhören kann diese Bilder zu sammeln. Aus meiner derzeitigen Sicht wäre damit zwar das Symptom weg, aber das was es ausgelöst hat nicht. Leider weiß er wohl selbst nicht, was genau ihn dazu treibt. Es gibt große Zeiträume in seiner Kindheit an die er sich nicht erinnern kann die er auch nicht abrufen kann und noch nie konnte. Er wurde adoptiert und seine Mutter wirft ihm heute noch vor, er sei nicht dass was sie sich damals vorgestellt hatten. Seine Ex-Freundin hat damals immer geweint wenn sie keinen Orgasmus hatte und hat ihm damit schon einen großen Teil seiner Lust auf Sex genommen. Bei ihm ist also so einiges was er psychisch aufarbeiten müsste. Nach der Trennung von seiner Ex ( sie hatte ihn über einen längeren Zeitraum betrogen )
    war er für ein Jahr in Therapie, weil er durch den Betrug depressiv wurde und allein nicht mehr da raus kam. Über Sex hat er dort nicht gesprochen, auch nicht über den mit seiner Ex. Wirklich offen redet er ja nicht einmal mit mir über dieses Thema. Ich liebe ihn wirklich sehr, aber ich habe auch Angst dass seine Dämonen, die er seit Jahrzenten mit sich rumschleppt, nun auch langsam mich einholen.
    Ich bin total verwirrt und weiß gar nicht recht, wie ich jetzt handeln soll. Wie will er mir denn beweisen dass er die Bilder nicht mehr sammelt? Ich habe sie ja so schon nur durch Zufall entdeckt und er scheint gut darin zu sein, Dinge auf seinem Rechner zu verstecken. Ich wäre gern weniger hilflos :frowning_face:

    Tut mir leid, wenn das jetzt alles etwas wirr rüberkommt und das es schon wieder so ein Roman geworden ist. Ich durchlaufe seit 2 Tagen ein Gefühlschaos und bin wahnsinnig froh hier so nette und hilfsbereite Menschen zu treffen :smiling_face: Danke für eure Hilfe und fürs "Zuhören" und die lieben Worte. Das hilft mir momentan wirklich sehr!

    Liebe Grüße

  • Es gibt da draußen auch leidenschaftliche Männer die sich für dich interessieren.
    Welche die weniger Probleme haben. Es ist dein Leben.
    Denk dran es ist deine Entscheidung, ob du stark genug für so einen Mann bist.

  • @Quzen: Wir machen nicht einfach weiter. Das kann ich gar nicht. Im Moment weiß ich nicht so wirklich wie es weitergeht. Das Wort Trennung steht im Raum und ich versuche für mich abzuwägen womit ich eher leben kann. Den Mann aufzugeben den ich sehr liebe und für ihn hoffen dass er eine psychisch nicht so labile Frau kennenlernt wie mich, die stark genug ist sich damit auseinanderzusetzen, oder bei ihm bleiben und ihm helfen eine Therapie anzufangen und das alles zu verarbeiten. Dabei aber wissentlich das Risiko eingehen wieder belogen/verletzt zu werden.

    @paulkiffte: Mit anfang 30 einen Mann zu finden der keine Leichen im Keller hat ist nicht so einfach. Ich habe leider was das angeht noch nie wirklich viel Glück gehabt. Mein letzter Freund war manisch-depressiv und der leibliche Vater meiner Tochter hat nach ihrer Geburt eine extreme Computerspielsucht enwickelt und ist bis heute nicht in der Lage Verantwortung für sein Kind zu übernehmen, geschweige denn Interesse an ihr zu zeigen. Bei meinem jetzigen Freund hatte ich die Hoffnung endlich jemanden gefunden zu haben, der mich liebt und nicht mit mir spielt oder mich gezielt manipuliert. Ja, es ist mein Leben, aber trotz der ganzen Dinge die passiert sind liebe ich diesen Mann über alles und darum trifft es mich um so mehr dass er so etwas vor mir verheimlicht hat.

    Er hat mir heute morgen "gebeichtet" dass er am Anfang unserer Beziehung eine Rolle gespielt hat, weil er mir gefallen wollte und davon ausging dass ich sein wahres Ich nicht lieben könnte. Er wollte aber unbedingt das ich ihn liebe und so hat er sich verstellt und diese Sache mit der Sucht verheimlicht. Er ist davon ausgegangen dass ich mich vor ihm ekeln würde und dehalb immer wieder erzählt wie abstoßend er solche pornographischen Dinge findet und das er Pornos an sich als erniedrigend sieht usw. Mit ein Grund, warum mich diese Sache nach 5 Jahren ziemlich aus der Bahn wirft.

    Als ich ihm sagte, dass ich nicht so ganz glauben kann dass er sich diese Bilder nicht ansieht und trotzdem 5 Jahre lang sammelt, ist er aggressiv und laut geworden. Ich würde ihm so wahnsinnig gern glauben.. Ich würde ihm gerne glauben dass es nichts mit dem abflauenden Sexleben zu tun hat und wenn er sich von Zeit zu Zeit solche Bilder angucken mag, könnte er das ja auch tun. Aber nicht wenn er dadurch nicht mehr mit mir schlafen will. Ich möchte mich nicht den Rest unseres gemeinsamen Lebens mit 2-3 mal Sex im Jahr zufrieden geben müssen während er weiter seiner Sucht nachgeht und ich die Einzige dabei bin die zurückstecken muss und sexuell frustriert ist. Ihn stört es ja nach seinen eigenen Worten nicht so sehr wenn wir keinen Sex haben.
    Ich hätte gern eine Möglichkeit wie wir Beide diese Beziehung weiterführen können ohne das einer dabei unglücklich wird. Aber die scheint es einfach nicht zu geben :frowning_face:

  • Whoa.. ich reg mich grad ein bisschen auf.
    DU musst die ganze Zeit Kompromisse machen, DU hast ihm schon einmal mindestens verziehen, DU willst wie jeder andere auch eine erste Beziehung mit ihm führen und wie jeder andere natürlich auch vögeln. ER stellt sich die ganze Zeit in die Opferrolle.
    Wenn du ihn liebst, dann sag ihm er kriegt noch eine Chance aber er muss liefern. Und vor allem mal sehen das er ein Pornosuchtproblem zeigt. Meine Fresse.

    Stell dich nicht so hinten an, das hat nichts mit psychisch labil oder so zu tun. Du bist ehrlich, jetzt ist er dran. Sag ihm das er sich wohl fühlen soll, gib ihm das Gefühl, und dass du ihn unterstützt und sich keine Sorgen machen braucht wegen irgendnem Rollenscheiss. Und wenn er dann in ein paar Wochen immer noch nichts getan hat, dann mach dir Gedanken über Schluss machen.

    Das ganze wird dauern und Energie brauchen, beidseitig. So ein Sexualverhalten polt man ja nicht von heute auf morgen um.

    Letztes Wort von mir :winking_face:

    Viel Glück


  • Er sagt, er begehrt mich, aber auf seine Art..


    Welche wäre das? Das gilt zu hinterfragen. Mitunter eine Entscheidungshilfe, ob du das weiter durchstehen magst oder nicht.
    Und was ich dir noch sagen kann - auch wenn er damit aufhören möchte, wird es viele Rückfälle geben, die dann vertuscht werden, wieder Lügen, verheimlicht, etc. So ein Suchtverhalten lässt sich nicht einfach abstellen. Das wäre das nächste, wo du dich fragen solltest, ob du das weiter hinnehmen kannst.
    Mein Mann brauchte mehr als 2 Jahre bis er endlich mal konkret damit durchgestartet ist. Dazwischen waren viele Rückfälle und eher motivationslose Versuche. Und selbst dann nach einem Jahr gab es noch Rückfälle, die wieder verheimlicht wurden. Das ist alles andere als lustig, sehr nervenaufreibend und du wirst dir vorkommen, als ob du komplett für blöd gehalten wirst.

    Ich entdecke viele Parallelen...prüde, Doppelmoral in dieser Hinsicht,...alles bekannt :smiling_face: Eigentlich denkt man sich, solche Menschen sind sexuell sehr aufgeschlossen, dabei ist das ganz und gar nicht der Fall. Reale Fantasien sind nicht vorhanden - schon komisch.

    Ich kann dir nur raten dich zu entscheiden. Weil irgendwann wird es sowieso fällig. Auf Dauer kann man das nicht mitmachen.
    Entscheidest du dich für ihn und die Beziehung, entscheidest du dich auch für die Rückfälle, weitere Lügen, etc. bis er einen Ausstieg schafft, was mitunter Jahre dauern kann. Du musst das dann so nehmen und nicht drüber meckern - zu dieser Entscheidung stehen.
    Das du dabei auf dich selber mehr achten musst, sag ich noch dazu. Du musst versuchen zu lernen, dass dich sein Verhalten nur wenig beeinflusst. Besonders emotional.

    Ich habe meinem Mann damals gesagt, dass ich so nicht weitermachen kann. Ich war irgendwo ganz hinten angestellt in seiner kleinen Suchtwelt. Außerdem weitete sich sein Verhalten auch so aus, dass mitunter irgendwann mal der Arbeitsplatz weg sein hätte können. Es wurde mehr und mehr sein real-Leben betroffen.
    Telefonnummern von Kontakten aus Zeitungen (Sextreffen), ging über in Chats, Nacktausschnitte in der Geldbörse,( da habe ich mir echt meinen Teil gedacht damals hmm)..bei uns waren so viele andere Online-Frauen im Spiel, dass ich dachte, er würde eigentlich eine andere suchen. Immerhin wie gesagt, es gab keinen Sex weil die Sb Oberhand nahm.

    Bei euch kann das Problem auch sein, dass ihr zu unterschiedlich in eurer Lust seid. Er eher mäßig von Anfang an und du eher mehr. Selbst ohne seine Sammelsucht frustriert das irgendwann. Nicht kompatibel.

    Mit stark/schwach hat deine jetzige Situation nichts zu tun. Du wägst ab, was du dir zumuten kannst und was nicht. Das ist sehr vernünftig und gesund.

  • Ich stimme Quzen zu..
    Als er aggressiv und laut geworden ist - wie hast du da reagiert?

  • Er ist davon überzeugt dass er jetzt damit durch ist. Die Ordner sind gelöscht und damit hat sichs. Mein Einwand dass es ja so leicht nicht sein kann da er ja dann schon vor Jahren damit hätte aufhören können, versucht er damit zu abzuschmettern, dass er ja keinen Grund dafür hatte und ihm nicht bewusst war das es unsere Beziehung gefährdet.

    Leider widerspricht er sich sofort wieder indem er als Grund für die Sammelsucht Adrenalin anspricht. Die Angst davor dass ich ihn erwischen könnte. Das wäre sein Antrieb aber er ist sich auch nicht ganz sicher.. Wenn ihm die Gefahr nicht bewusst war, wie kommt er dann bitte zu der Idee mit dem Adrenalin? Ist ja nicht so als würde er beim Bilder laden Achterbahn fahren... Er besteht auch weiterhin darauf nichts sexuelles mehr mit den Bildern zu verbinden. Das wäre alles nur auf das Sammeln beschränkt. Kein SB und er guckt sich angeblich nicht einmal an. Mein Bauchgefühl schreit mich die ganze Zeit laut an, ihm das nicht zu glauben. Dieses Gefühl dass er mich belügt und da noch mehr hintersteckt lässt mich einfach nicht los.

    Das wir zu unterschiedlich sind was das Thema Sex und dessen Häufigkeit angeht ist ihm und auch mir bewusst. Er hatte mir immer versprochen dass es nur am Stress liegt, oder an der Arbeit, oder am WEtter (zu warm im Sommer) oder, oder, oder. Er hat immer versichert dass es wieder mehr wird und ich war bereit mich daran zu orientieren. Das dass nun auf 3 Mal in 2 Jahren rationalisiert wurde ist aber zu krass. Damit kann ich einfach nicht leben. Auch heute flehte er mich wieder an ich solle ihm eine Chance geben. Die Sucht wäre nicht Schuld, es wären die Umstände und er würde sich mehr bemühen. Ich fühle mich hingehalten. Er ist nicht in der Lage etwas zu ändern aber er will mich auch nicht gehen lassen.

    Als er aggressiv und laut wurde habe ich angefangen zu weinen. Ich bin die letzten Tage emotional so angeschlagen, dass ich mit dieser Reaktion komplett überfordert war. Er schrieb mir heute Nacht einen 7-seitigen Brief in dem er immer wieder versucht zu rechtfertigen warum er all das tut/getan hat. Er schrieb mir dass er nicht gut für mich ist und ich ihn besser verlassen sollte. Er würde zwar noch eine Chance wollen und ihm täte alles sehr leid. Aber grundsätzlich würde er es nachvollziehen können wenn ich ihn rausschmeisse, da er weiß dass er ein schlechter Mensch ist und ich etwas Besseres als ihn verdient habe.

    Nach dem Brief habe ich mich nocheinmal mit ihm zusammengesetzt und wir haben ganz ruhig geredet. Er hat sogar Vorschläge gemacht wie wir an unserem Sexleben arbeiten könnten. Als dann das Thema wieder zu der Sammelsucht wechselte und er versuchte mir zu erklären dass er damit ja eigentlich niemandem schade, sagte ich ihm sachlich und ganz ruhig wie diese Sucht sich in meinen Augen auswirkt. Nämlich dass er diesen Adrenalinkick nur bekommt wenn mir potentiell seelischer Schaden droht. Wenn er nicht in diesem Moment Angst davor hätte, dass ich ihn erwische, gäbe es keinen Kick. Daraufhin ist er wieder aggressiv und laut geworden, hat gesagt dass es ja doch nicht zwingend das Adrenalin sein muss und das diese Sucht auf keinen Fall damit zusammenhängt das er mir damit Schaden könnte und sowieso wäre es nicht fair dass ich ihm nicht glaube.
    Daraufhin habe ich ihn für heute Nacht zu seinem Kumpel geschickt... vielleicht tut es uns ganz gut mal ein wenig durchzuatmen und nachzudenken. Ich bin traurig und habe Angst ihn zu verlieren, gleichzeitig aber auch Angst dass er mich wieder belügt und wie Chinua auch schreibt, Rückfälle hat die ich nicht verkrafte.

    Ich will ihm helfen, ich sagte ihm dass wir das zusammen bewältigen können. Aber dafür muss ich ihm vertrauen können und sehen dass er sich auch wirklich Mühe gibt. Aber er will ja noch nicht mal zu der Sucht an sich stehen, oder vielmehr zu der Art der Sucht und ihren Auswirkungen. Die Tatsache das er vorhin schon wieder versucht hat das ganze Thema runterzuspielen und zu verharmlosen ( ich schade damit doch eigentlich niemandem ) zeigt ja dass er es selber nicht ernst nimmt. Das würde ja dann wieder in seinen Augen bedeuten dass es keinen Grund gibt damit aufzuhören. :frowning_face:

    Wir drehen uns nur im Kreis und kommen immer wieder an dem Punkt an wo er nichts mehr sagt und ich nicht mehr weiß wohin mit mir und meinen Gefühlen.. Er will morgen Nachmittag vorbei kommen und wir führen ein letztes Gespräch. Eskaliert das wieder müssen wir wohl einsehen dass unsere Wege sich ab dann trennen. Ich mache das nun schon seit 3 Tagen mit und bin seelisch wie körperlich am Ende. Schlafen kann ich erst wenn mein Kopf vor Erschöpfung das Licht ausmacht und auch nur so lange bis meine Tochter ihre Mutter einfordert. Dann muss ich für sie da sein und stark bleiben damit sie nichts von dem ganzen Drama mitbekommt. Heile Welt spielen bis sie rausgeht zum spielen oder Abends ins Bett, während mir einfach nur zum schreien und weinen ist. Alles Scheiße im Moment.. Entschuldigung.. :frowning_face:

    Danke für eure Antworten und Ratschläge. Es hilft mir diese Situation besser einschätzen und durchstehen zu können.

  • hm..jetzt bin ich verwirrt.

    Eigentlich hatten wir abgemacht, dass er nachher am frühen Nachmittag vorbeikommt. Nun schrieb ich ihm, dass ich eh nicht schlafen kann, viel nachgedacht habe und mit dem Ausgang unseres Gesprächs am Abend sehr unglücklich sei. Ob er nicht schon eher wieder heim kommen will damit wir reden können. Alles sehr versöhnlich und nett. Daraufhin rief er an: Nein, das ginge nicht, er würde gerade mit seinem Kumpel ein Bier trinken und danach kann er ja nicht mehr fahren. Er wüsste auch nicht wann er dann aufsteht. Er will gleich schlafen und kommt dann morgen irgendwann. Alles in einem total patzigen Ton und ohne auch nur ein nettes Wort. Ich wünschte ihm dann traurig eine gute Nacht und legte auf.
    Ich fühle mich gerade wie im falschen Film.. sehe ich das richtig das er mich jetzt dafür büßen lässt ihn weggeschickt zu haben? Er ist doch so ausgetickt und nicht ich. Vorhin wollte er noch eine Chance und jetzt passt es ihm gerade nicht in den Zeitplan eher wieder zurückzukommen? Sein Kumpel wohnt nur ein paar Minuten entfernt. An dem Aufwand der Rückfahrt liegt es wohl nicht. Ich wollte auch nicht, dass er alles stehen und liegen lässt und zu mir eilt. Ich dachte einfach nur er könnte eher kommen als erst am Nachmittag.

    Oder sorgen meine Schlaflosigkeit und der Stress für eine verzehrte Selbstwahrnehmung und er hat ein gutes Recht stinkig auf mich zu sein und mich schmoren zu lassen? Langsam weiß ich wirklich nicht mehr was richtiges und was falsches Verhalten in so einer Situation ist. :frowning_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Naliko33 (21. Juni 2015 um 05:53)

  • Lass ihm seinen Abstand, kann ihn verstehen grad, schliesslich hast du ihn weggeschickt, und warscheinlich tut ihm die Zeit bei seinem Kollegen ganz gut.
    Das der Mann nicht einsieht ein Problem zu haben, das agressive Verhalten, das sich-selbst-widersprechen bzw. leugnen, wie du richtig erkannt hast, alles eigentlich starke Anzeichen dass er süchtig ist, meiner Meinung nach. Vertrackte Situation. Find es auch schlimm 5 Jahre in ein paar Tagen abzuwickeln, aber er hat 0 Einsicht und appelliert an dein schlechtes Gewissen. Finds gut dass ihr viel redet, ihr scheint beide auf den ersten Blick sexuell auch sehr verschiedene Menschen. Vielleicht solltet ihr da mal drauf eingehen?
    Kann es tatsächlich dran liegen durch seine letzte Freundin, dass er sich zu einer Leistung beim Sex gezwungen liegt und ihn das blockiert? Oder gibts vielleicht iwie ne Spielart mit der er nicht rausrücken will..?

    Lass ihm seine Zeit bei seinem Freund, und wenn er braucht auch noch mehr. Wenn sich die Wogen mal geglättet haben, kann man anders reden.
    Tu mich da schwer mit so Einschätzungen grade, weil ichs komisch finde so direkt in ein Beziehungsgefüge reinzuspielen hier.


  • Das der Mann nicht einsieht ein Problem zu haben, das agressive Verhalten, das sich-selbst-widersprechen bzw. leugnen, wie du richtig erkannt hast, alles eigentlich starke Anzeichen dass er süchtig ist, meiner Meinung nach.


    Das wollte ich ebenfalls sagen. Ich habe es zwar nicht selbst erlebt, aber von anderen Angehörigen gehört, dass manche regelrecht aggressiv werden bei dem Thema.
    Auch das niemandem geschadet wird, etc.
    Jedenfalls lasse dir keine Schuld einreden. Er hat sich diesen Weg der Sucht ausgesucht, nicht du. Die Gründe spielen dabei keine Rolle.

    Ihr steht da ganz in den Anfängen. Die Sucht sucht Ausflüchte, verteidigt ihn, wenn sie sich angegriffen fühlt und wird mitunter lautstark. Das ist ein ganz normales Szenario.
    Wäre die Beziehung für dich besser, wenn in Zukunft mehr Sex stattfinden würde? Oder was muss passieren, damit es für dich erstrebenswert ist unabhängig von der Sucht?
    Ich frage bewusst unabhängig von der Sucht, denn selbst wenn er sich von Herzen wünscht davon loszukommen, wird diese noch ein Weilchen bleiben.
    Zählen tun die Taten und Veränderungen.

  • Du schaffst das schon !
    Keiner weiß die richtige Antwort und es steht viel auf dem Spiel.
    Hör auf dein Herz und geh deinen Weg. Keiner wird es besser machen als du.
    Es gibt kein Richtig und Falsch, nur deine Gefühle und Stärke.

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