Entzug nach 20 Jahren Tilidin, wie?

  • Hallo und moin moin,
    Eine FeF ist seit gut 15 Jahren T. abhängig und überlegt, wo es sie hinführt, soll Sie weitermachen oder aufhören, was sind evtl. Langzeitschäden?

    Ihre T. 'Karriere':
    1995 Hausarzt gab ihr bei akutem Hexenschuss 10 Tabletten a'50mg (non retard). Wirkung sehr gut, wenngleich auch starke Übelkeit.
    Daher gab ihr Arzt 10ml Tropfen, die sie 1x morgens 10Tr. nahm. Sehr gute Wirkung, die Frau fühlte sich nach Jahren gut, da chronische Rückenschmerzen weg waren.
    Sie anfangs machte etliche Pausen, holte sich gelegentlich wieder die Tr. und dosierte so bis 2001 immer regelmäßiger morgens 6-10Tr. dann mittags nochmals 5-6Tr. (T. wirkt auch schon in kleinen Mengen unglaublich gut)
    2002 begann sie, auch abends moderat 10-15tr. zu nehmen, Tagesdosis ca. 25-40Tropfen. Beschaffung illegal durch med. Personal.
    2004 größerer Umzug und dadurch bedingt erst mal kein Zugriff mehr auf T. Leichte entzugssyptome, vor Allem Gedankenkreise, daher Gang zum Arzt und der verschrieb dann regelmäßig 50ml/Monat.
    2007 meinte Arzt, es entziehen zu müssen und experimentierte mit Nolvalin (führte zu Schock mit Intensivstation) oder IBU, die aber aufgrund einer Blutdruckproblematik nicht vertagen wurden.
    Danach div. Psychopharmka, die aber entweder nicht wirkten (Rückenweh) oder krasse NW hatten, so dass sie nicht hätte arbeiten können.
    Anfang 2008 gab er dann wieder T., jedoch war danach die benötigte Dosis für schmerzerträglichen Zustand dramatisch höher, sie nahm dann 100ml/Monat bis heute.
    Sie ist weiterhin abhängig von Betablockern (5mg Biso) ohne die sich heftige Tachies einstellen und einem Aldeseronantagonisten (Conn Syndrom).

    So, sie möchte gerne das Tili absetzen, da sie große Angst hat, dass sie es nicht mehr bekommt wenn ihr jetziger Arzt demnächst in Rente geht, da sie keinen Bock auf Psychopharmaka in einer Schmerzklinik hat. Sie ist selbständig, erfolgreich und kein Mensch würde auf die Idee einer Sucht kommen.
    Sie weiss aber auch, dass speziell T. ausserordentlich stark psychisch Druck macht, die Substanz weiterzukonsumieren.

    Meine Fragen; Runterdosieren, besser je Dosis weniger oder erstmal feste Dosis (z.B. 25Tr.) und langsam Abstand vergößern?
    Wenn das stabil, dasselbe Spiel mit kleinerer Dosis?
    Oder masochistisch sein und bis zum 'gerade geht nicht mehr Punkt' zu warten und sich dann eine feste Dosis, die gerade noch das Verlangen dämpft, zu applizieren?
    Oder erhöht die Mindermenge die Toleranz?
    Oder sollte sie einfach so weitermachen? Was wären für Spät/Altersfolgen zu befürchten?

    P.S.: Das Leben mit t. ist fast völlig normal (habt immer Fläschchen dabei), ansonsten interlektuell, reaktionsmässig und kognitiv über Durchschnitt.

    lg Bettina (und Danke für die Aufmerksamkeit)

    Einmal editiert, zuletzt von bettina55 (8. April 2015 um 15:54)

  • Hallo bettina!

    Erstmal muss ich klar sagen, dass hier keiner eine Empfehlung geben sollte und hoffentlich auch nicht wird. Meiner Meinung nach sollte Tilidin immer unter ärtzlicher Aufsicht entgiftet werden. 15 Jahre sind ne lange Zeit und ich denke nicht, dass es alleine so einfach wird.

    Auf lange Sicht können die Organe Schaden nehmen.

    Ich würde ihr empfehlen zu einem Arzt zu gehen, der sich mit solchen Entzügen auskennt und dann unter Aufsicht abzudosieren, damit es zu keinen Komplikationen kommt.

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