Depressionen zurückzuführen auf Kindheit

  • Hallo,

    so, jetzt bin ich endlich mal dazugekommen, euch ein paar Eindrücke aus dem Buch zu schreiben, das ich gelesen habe. Vielleicht kann sich der ein oder andere ja noch erinnern, dass ich das tun wollte...naja, lange Rede kurzer Sinn...hier ist es (komplett umgeschrieben;))

    ...Gefühle mußten früher unterdrückt werden, um es der Mutter "Recht zu machen". Tut man dies nicht, läuft man Gefahr die Mutterliebe zu verlieren.
    Ein Kind tut demnach alles um der Mutter zu gefallen. Depressionen begannen schon früh, aus Angst vor Liebesverlust.

    Als Erwachsene suchen wir häufig nach der bedingungslosen Liebe. Diese Erfüllung ist allerdings ein kindliches Denken und kann im Erwachsenenalter nicht erfüllt werden. Betrauert man diesen Verlust in der Kindheit nicht, lebt man in Illusionen....

    Ein Mensch, der stark verletzt wurde, dann kann sich später selber kein längeres Wohlfühlen zugestehen. Wenn ihm z.B. eine Party gefällt, dann tut er danach irgendwas völlig destruktives, damit es ihm nur ja nicht längere Zeit gut geht. Er führt Situationen herbei, bei denen er sich dann wieder schlecht fühlt. Tage später spürt man die Leere, die man sich selber erschaffen hat.

    Dies tut man, da man in der Kindheit solche ähnlichen Situationen ständig erlebt hat. Im Spiel ging es einem gut, doch plötzlich wird es von den Eltern zur Ruhe gezwungen, nicht mehr so laut zu sein, etc.
    Es kann auch sein, dass man früher schon mit Depressionen drauf reagiert hat, denn Wut durfte man ja nicht haben, ansonsten würde man keine Liebe mehr von den Eltern spüren.

    Der Erwachsene soll sich am besten Zeit nehmen, verdrängte Gefühle zuzulassen und demnach die eigenen Bedürfnisse besser erkennen. Und demnach nicht einfach nur auf Parties zur reinen Ablenkung gehen, sondern sich Zeit für sich nehmen.

    Nimmt man sich den Raum, über die eigene Kindheit zu trauern, und lässt man die Illusion der glücklichen Kindheit los, dann wird man sich wieder befreiter fühlen. Nocheinmal stürzt man in eine tiefe Trauer über die eigene Kindheit. Man führt sich vor Augen, dass man nur wegen bestimmter Leistungen, Reaktionen etc. geliebt wurde und nicht einfach seiner Selbstwillen. Eines Tages wird man spüren, dass man damit die eigenen Bedürfnisse wieder entdeckt hat und sich wieder besser wahrnehmen kann. Man muß sich nicht immer nur ständig anstrengen um geliebt zu werden.

    Oft wird auch bei denjenigen solche Anstrengungen unternommen, die uns am wenigsten verstehen. Vorallem bei denen strengen wir uns ständig an, dass sie uns doch unbedingt verstehen sollen. Dabei fallen wir immer wieder in unsere alte kindliche Rolle zurück. Dies gilt es zu erkennen und umzukehren. Man ist nicht mehr das Kind, das um Liebe kämpfen muß, sondern man wird um unserer Selbstwillen geliebt.
    Doch oft Sucht man sich Partner/Freunde im Leben bei denen man sich ständig Erklären muß. Dies ist ein Verhaltensmuster, das es zu durchbrechen gilt, denn es führt immer wieder in Chaos.
    Bleibt die Aufarbeitung aus, wird man sich immer wieder besonders diejenigen Leute aussuchen, die einen am wenigsten verstehen....Und gerade dort wird man sich enorm anstrengen um endlich verstanden zu werden. ...
    ...unbewußt fällt man in die Rolle seiner Kindheit zurück.....

    lg

    eternal

  • Hm, das klingt alles plausibel, aber die Theorie ist das eine...
    wie trauert man um seine Kindheit???
    Ich versuche es, aber ich kann es nicht!?

  • Unsere Kindheit, ob gut oder nicht, ist der Mist auf dem wir gewachsen sind.
    Es gilt sie anzunehmen, damit wir uns annehmen können. Aber das braucht auch seine Zeit.

    Trauerarbeit heißt sich mit den positiven und negativen Seiten (von Menschen) nacheinander, oder auch abwechselnd zu identifizieren, um dann irgend wann mal loslassen zu können.

    Jedes Kind erlebt eine psychotisch-depressive Phase, das gehört zu unserer menschlichen psychischen Konstitution.

    Natürlich liegt in unserer Selbstwahrnehmung Heilung, vor allem im zulassen können von Gefühlen. -- was man nicht erstürmen kann, muß man sich erhinken, dazu gehohrt auch Wut!

    Aber mit dem nachfolgenden habe ich meine Probleme:
    "Ein Mensch, der stark verletzt wurde, kann sich dann später selber kein längeres Wohlfühlen zugestehen." :winking_face_with_tongue: WARUM? 
    Das kann nur geschehen, wenn er sich mit dem sadistischen Täter derart indentifizierte, daß er dessen Sadismus verinnerlicht hat. Eine andere Erklärung habe ich nie gefunden.
    "Er führt Situationen herbei, bei denen er sich dann wieder schlecht fühlt. Tage später spürt man die Leere, die man sich selber erschaffen hat"

    Woher diese massoschistische Position? Welche seelische Struktur und Dynamik bewirkt diesen Seitenwechsel? Angstlust und Regression in die massoschistische Position? Damit ist zwar unser Gewissen, unser Antreiber befriedigt, aber wir doch nicht.

    Was vielleicht helfen kann ist, sich diesen Fragen zu stellen und mit der eigenen Lebenserfahrung nach und nach abzugleichen. Aber wenn das nicht so schwehr wäre, hätten wir es schon längst getan.
    Was not tut, sind Menschen mit denen man sich in dieser Frage identifiezieren kann und dann auch orientieren kann.

    Sinnvoll erscheint mir ein guter Psychoanalyter, Selbsthilfe Gruppen, aber auch Eckhards Tolles Ansatz: Jetzt, die Kraft im Heute, scheint mir ein sinnvoller Schritt zu sein.
    Denn unser Überich lebt aus unserer Vergangenheit und unserer Angst um unsere Zukunft.
    Wer beides lassen kann, ist frei. -- Kleine Schritte machen und im Heute leben, verändert manchmal mehr, als wir zu hoffen wagten.

    Gruß, Stehaufmänne

  • Ich glaube, man führt "diese Situation" herbei, weil sie einem Sicherheit gibt. So paradox wie es ist, man kennt das Gefühl "sich schlecht zu fühlen" von früher, es ist bekannt, Bekanntes gibt Sicherheit, Neues macht Angst.
    In der VT heisst es dann, diese Erlebnisse mit neuen, positiven Erfahrungen aus zu tauschen, bis diese einem dann auch das Gefühl von Sicherheit geben.

    Doch mein Problem ist, dass ich all`diese tollen Theorien und Ansätze kenne, mich damit aus ein ander gesetzt habe und es in meinem Leben dennoch nicht gebacken bekomme :smiling_face_with_horns:

    Klaro, je tiefer der Schmerz und bekannte Muster aus der Kindheit in uns sitzen, je schwieriger ist es zu verändern, Gefühle zu zu lassen.
    Hm, dann muss es bei mir ganz schön tief sitzen?!

    Aber ich sage mir immer was sich 30 Jahre lang eingeschlichen hat, braucht auch Zeit, um verarbeitet zu werden...und versuche mich somit zur Geduld zu zwingen.

  • Ich kenne viele Situationen aus meinem Leben, die ich auch häufiger
    erlebte, die mir Angst machten und alles andere, als Sicherheit gaben.
    So werde ich mir warscheinlich keine Vollnarkose mehr geben lassen,
    obwohl ich schon 12 überlebte. Ähnliches erlebte ich mit
    Prüffungsängsten. Obwohl bekannt, empfand ich nur Unsicherheit.

    Auch steht Dein Argument, "Bekanntes gibt Sicherheit, Neues macht
    Angst", vermutlich in keinem Verhältnis zu deinem Schaden.
    So daß die Frage lautet, woraus wächst trotzdem dein Sicherheitsgefühl.
    Denn offensichtlich empfindest Du ja unbestreitbar eines. Und das
    solltest Du erst nehmen, auch wenn es anderen absurd erscheint.

    Dieses die eigenen Empfindungen auch gegen alle Widerstände annehmen,
    ist der erste Schritt zu uns Selbst. vielleicht wirst Du das nächste
    Mal etwas mehr erkennen können, von deinem zwiespältigen Gefühl der
    Sicherheit und welchen Ansprüchen Du dabei genügst.

  • Lieber Stehaufmänne,
    ich spreche nicht von Ängsten...da fehlt einem jede Sicherheit.
    Ich rede von "bekannten" Verhaltensmustern, wie zum Beispiel bei mir, nicht Gefühle zu zu lassen - kaum bei mir, anderen gegenüber so gut wie garnicht oder meine Schwester zum Beispiel, die sich meinem Schwager unterwirft und sich sicher fühlt, aber nich zufrieden ist.
    Wie das "nicht im Verhältnis zu meinem Schaden steht" habe ich leider nicht wirklich verstanden.

    Allgemein gibt es ja auch immer wieder das Paradox, warum sich zum Beispiel Frauen, die als Kind geschlagen wurden sich einen schlagenden Ehemann suchen oder wo die eltern eine Alkoholproblematik haben, die Kinder sich auch von Menschen mit dessen Problematik angezogen fühlen.

    Du hast vollkommen recht, wenn du schreibst, "die eigenen Empfindungen an zu nehmen", lange genug habe ich mich dagegen gewehrt und sich so zu nehmen mit all seinen Gefühlen fällt mir ganz schön schwer.

    Saluti Bella

  • Hallo!

    Das Buch heißt: Das Drama des begabten Kindes Buchvorstellung


    Zitat

    Aber mit dem nachfolgenden habe ich meine Probleme:
    "Ein Mensch, der stark verletzt wurde, kann sich dann später selber kein längeres Wohlfühlen zugestehen." geschockt WARUM?
    Das kann nur geschehen, wenn er sich mit dem sadistischen Täter derart indentifizierte, daß er dessen Sadismus verinnerlicht hat. Eine andere Erklärung habe ich nie gefunden.

    Weil man nie gelernt hat, dass einem gute Gefühe auch zustehen. Erlebt man nur schlechtes, kennt man ja gutes überhaupt nicht. Und was passiert, wenn man etwas nicht kennt? Man bekommt Angst davor. Und lieber bleibt man bei dem was man kennt, als beim angstmachenden Guten.
    Gute Dinge fallen einem auch schwer anzunehmen. Man hat ja ständig erlebt, dass es sich eh wieder zum Negativen wendet. Also bleibt man lieber im Negativen, da fühlt man sich sicherer als im unbekannten Positivem.


    lg

    eternal

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