• Angst raubt mir die letzte Kraft.
    Jeden Abend von Neuem traue ich mich kaum, ins Bett zu gehen, da ich genau weiß, dass die Panik wieder zuschlägt, mir sagt, ich werde nicht mehr wach. Daraufhin folgen allgemeine Todes- und Verlustängste. Es ist wie ein Rattenschwanz...und liege ohnmächtig im Bett und fühle mich dem ausgeliefert.
    Habe jetzt auch noch Angst, mich wieder zu verletzen, da ich weiß, dass es wenigstens für eine kurze Dauer alles erleichtert. Will das aber nicht machen, habe auch schon gut 4Monate durchgehalten.

    Ich erwarte nicht, dass mir jemand Patentrezepte gibt, aber vielleicht meldet sich ja jemand, der das kennt oder der irgendeinen klitzekleinen Rat weiß...

    bin echt mitlerweile ziemlich verzweifelt..

    es grüßt Hermine :12:

  • hey Hermine, ich kenns gar nicht. solche todesängste. von daher kann es sein,das meine worte nicht das treffen, was dich beschäftigt.

    hast du denn irgendwie eine art beschützer in deinem bett? der auf dich aufpassen könnte, während du schläfst. etwas , auf das du dich verlassen könntest.


    du sagst ja selber schon, patentrezept ist wohl in dem fall schwierig. was dem einen hilft, muss noch nicht unbedingt dir helfen.
    hast du denn schonmal etwas ausprobiert dagegen? etwas, was wenigstens ein wenig geholfen hat.

    mhm, mehr fällt mir zur zeit nicht ein. sorry.

    lg marvin

  • Hallo Hermine,

    zu diesem Thema habe ich keine persönlichen Erfahrungen...aber schau' mal hier .

    Kannst Dir die Seite ja mal in Ruhe durchlesen, ich finde schon, dass da einige brauchbare Info's und vor allem Behandlungsmöglichkeiten aufgeführt sind :winking_face:

    LG

    schell

  • Oh, danke...das ist schon ´ne ganze Menge.Eine gute Erfahrung, Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne dass ich extreme Taten (z.B. SSV) begehen muß =)

    Es gibt da so einige Dinge, die in der Situation helfen können. Leider funktionieren diese Strategien nicht jeden Abend. Das lässt mich dann noch mehr verzweifeln. An anderen Tagen/Nächten geht´s dann wieder besser.

    Einen Beschützer in meinem Bett ? Klingt gut ... werd ich mir mal Gedanken drüber machen! :50:

    Ein bzw. mehrere Stofftierchen helfen mir bisher, überhaupt ins Bett zu gehen. Und bestimmte Rituale, die sich immer wiederholen (sind mir aber ziemlich peinlich,weil sehr kindisch...) helfen mir auch zum Teil.

    Also soviel erstmal dazu...

  • Hallo Hermine,

    na da hast ja schon einige hilfreiche Tips bekommen.
    Denk,das könnte recht gut helfen, sich nen Beschützer vorzustellen.

    Darf ich Dich mal fragen, wie Du das meinst:

    Zitat

    Oh, danke...das ist schon ´ne ganze Menge.Eine gute Erfahrung, Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne dass ich extreme Taten (z.B. SSV) begehen muß

    lg

    eternal

  • Ich meine es so wie es da steht. Ganz ehrlich !!
    Ich möchte lérnen, Schwierigkeiten mitzuteilen, und mit Hilfe von anderen und mir selbst andere Wege finden , um damit umzugehen. Bisher gab es immer nur selbstschädigende Strategien, wie Schneiden, saufen (das ist ja schon was länger her!) Fressen und :kotz: usw...
    Hoffe der Sinn meines Satzes ist was klarer geworden.
    Aber danke für die NAchfrage, besser als Mißverständnisse.

    LG Hermi

  • Hallo schelliiee...
    danke, war mal auf der Seite. Stehen ein paar ganz brauchbare Infos... aber ich denke, dass sich das Problem echt nur mit Hilfe der Therapie (die ja jetzt in ihren Anfängen steht) bessern wird. Es ist echt kaum auszuhalten, diese Zustände.

    Für mich ist es halt irgendwie wichtig, mit anderen zu kommunizieren, so wie das hier im Forum ja möglich ist.
    Also nochmal...ich bin froh, dass ich hier gelandet bin! :4:

  • Ein paar Gedanken zum Gefühl der Angst.

    Angst ist ein Gefühl und als solches gut, vorrausgesetzt daß wir sie annehmen können. Aber dieses annehmen können von Gefühlen findet nicht im Kopf statt, sondern wie in der Trauerarbeit aus dem Zulassen können von Gefühlen und den vielfältigen Facetten, meist widersprüchlicher Gefühle.
    Das kann kaum von heut auf morgen geschehen, sondern braucht Zeit, braucht Raum für unser Gefühlsleben.

    Wir nennen Gefühle, wie Angst nicht nur negativ, weil wir sie unangenehm empfinden. Sondern auch rational, weil sie uns in unserem leistungsorientierten Alltag belasten. Wenn ich nicht einschlafen kann, bin ich morgen unausgeschlafen, oder verschlafe gar. Ich will meinen Gefühlen keinen Raum geben, weil ich nach meinem Kopf, oder auch anderen Köpfen funktionieren will.

    Dieses verdrängen Können ist es, was uns Menschen ausmacht. Es ist ein Kredit unserer Seele an den Verstand. Und es erlaubt uns häufig auch in Kriesensituatuionen einen klarren Kopf zu bewahren.

    Aber ein Soldat, der in die Schlacht getrieben wird, hat nur selten einen klaren Kopf, stattdessen die Hosen vollgeschissen und das tatsächlich, weil sich seine Angst entgegen seinem Willen körperlich entläd.

    Unverständlich erscheint mir dagegen, warum wir aus unserem Alltag ein Kriegsspiel machen müssen. Obwohl ich mich meist kaum anders verhallte, habe ich im laufe meiner Trockenheit gelernt, immer wieder umzudenken, wenn ich derart an meine Grenzen stosse.

    Gefühle warnehmen, annehmen und ausdrücken können; nicht müssen. Das ist mir zur Orientierung geworden, wenn ich nicht weiter weis.
    Es erscheint mir notwendig zu erkennen, daß unsere emotionale Ausdruckkraft, auch Ausdruck unserer Bejahung eines Gefühls ist. Mit anderen Worten, was ich nicht irgendwie auch ausdrücke, verneine ich mehr oder weniger. Dennoch trette ich nicht in jeden Arsch, der mir begegnet. Es wäre nicht nur unangemessen, sondern auch viel zu aufwendig und nicht selten gar gefährlich.

    Verdrängte Gefühle und Gefühlskonflikte sind aber nicht deshalb aus der Welt, weil wir sie nicht mehr bewußt warnehmen. Verdrängung entlastet lediglich unser Bewußtsein und oft auch unser aktuelles Handeln, nicht aber uns selbst. Entgegen unserer Einbildung ist dieser Verdrängungsprozeß keine reine Bewußtseins- und Willensleistung, viellmehr ist unser innerer Richter, das Über-Ich daran sehr viel stärker beteiligt. Ja, nötigt uns nicht selten ein massochistisches Verhalten auf. Was bei dem Soldaten vielleicht noch, als nach innen gerichtet erkennbar ist, bei dem Borderliner und Selbstmörder dagegen kaum noch. Auch ist die seelische Struktur und Dynamik letzterer sehr viel komplexer, als daß sie allein mit Verdrängung erklärbar wäre.
    Dennoch handelt es sich hier um eine seelische Konstitution, so daß der Begriff Verhaltensstruktur zu kurz greift, weil er nur von einem allgemeinen Lernprozess ausgeht.

    Gefühlskonflikte, die keinen bewußten Ausdruck finden, finden ihn unbewußt.
    Das können einfache Mißgeschicke sein, Witze, Träume, oder auch Krankheiten.
    Ob nun die Krankheit selbst, nach Art der graphologischen Ausdruckpsychologie zum Ausdruck kommt, oder anderweitig, wie z. B. nach Art der jungschen Archetypen, mit dieser Frage habe ich mich vor 30 Jahren intensiv befaßt, aber seit dem ich mich zur Physik entschlos nicht mehr. Sie war damals Gegenstand der psychosomatischen Forschung und ich kenne die Ergebnisse nicht. Bemerken möchte ich nur, daß an jedem Krankheitsverlauf ausnahmslos unser Immunsystem, wie auch psychisches Identitäts-system beteiligt sind.

    Wie schlimm es sein kann, seine Gefühle nicht ausdrücken zu können, oder gar keine mehr zu haben, weil man in einer Lethargie erstarrt ist, das weis jeder Depressive und zum teil auch Borderliner.

    Wozu ich ermuntern möchte ist, unseren Gefühlen ansich mehr Bedeutung und auch Raum zu geben, ohne sie hemmungslos ausleben zu müssen.
    Klugscheißer höre ich manchen sagen, wenn er das so könnte, hätte er es längst getan. Das bezweifle ich auch nur teilweise. Aber es liegt an uns, die sozialen Zwänge in die wir hinein gewachsen sind, neu zu bewerten und uns damit vielleicht auch neue Freiräume zu schaffen. Das kann schon die Teilnahme an einer Gesprächsgruppe sein, in der wir vielleicht den Mut finden über unsere, Gefühle und Ängste zu sprechen, anstatt an ihnen zu zweifeln. Dieses den eigenen Gefühlen nicht trauen können, ebensowenig wie dem Verständnis Anderer mündet in Selbstverneinung. Natürlich kann ich auch in einer Selbsthilfegruppe nicht erwarten, daß jeder mich versteht. Aber im grunde reicht auch schon einer. Ja selbst mein Mut mich aufzuraffen und mich mit all meiner Verletzlichkeit zu präsentieren, ist ein Schritt zur Selbstbehauptung und dabei noch zu meinen wackligen Gefühlen stehen können, hat mich gelehrt, auch wieder zu mir zu stehen.

    Was kann mir in einer Selbsthilegruppe schon groß passieren, schlimstenfalls erkenne ich, daß sie Scheiße ist und suche mir eine Andere.
    Als ich noch Student war, fragte mich mein Hausarzt, warum ich nicht mit dem Saufen aufhöre. Und ich sagte ihm, ich würde dann sicher einen Nervenzusammenbruch kriegen. Worauf er mir antwortette, na dann kriegen Sie doch endlich Einen. Ich bekam keinen, sondern wechselte den Arzt.
    Nicht funktionieren zu können und nicht wissen wohin das führt, war mir ein Greul. Aber rückblickend sehe ich, daß er recht hatte. Denn dann hätte ich schon damals mein Leben in Ordnung bringen müssen und hätte nicht noch weitere 15 Jahre an der Flasche gehangen. Ja vermutlich sehr viel mehr für mich erreichen können, als mir bisher gelungen ist. Selbstmitleid? -- Ja, kommt mir schon mal auf. Aber es hindert mich letztlich nicht, auf meinem weg zur Selbstbejahung, mich und meinen Lebensweg anzunehmen und auch dazu zu stehen.

    Alpträume, Existenzängste, Migräneanfälle und alle paar Wochen voll wie ein Loch. Dann Gewissensbisse wegen des Saufens und wieder neu in die Scheiße, aus der anscheinend nur Kühnheit retten kann.
    Gesünder und einfacher ist es, den worse case, den schlimsten Fall anzunehmen und wieder festen Boden unter den Füssen zu gewinnen.

    Ich hoffe, vielleicht einigen etwas Orientierung für den eigenen Weg aus der Kriese geben zu können. Vielleicht hätte ich mir auch einige Randbemerkungen sparen sollen. Aber ich möchte schon auch Anregung zu einem beseren Gesammtverständnis geben.

    Was ich hier sagte, geschah nach besten Wissen und Gewissen. Alles andere ist nicht mein Maßstab.

  • An dem Text ist ´ne Menge Wahres dran; hab mich in einigen Beschreibungen wiedergefunden. Doch leider hilft mir das im Moment auch nicht wirklich :loudly_crying_face:

    Vorgestern hab ich unter der Dusche diese *P* bekommen und sämtliche Schampoo-Flaschen zerdeppert. Bin erstaunt , dass ich das Schneiden nicht eingesetzt habe . Hoffe, dass das weiterhin anhält.

    Heute war ich 2 Stunden bei meinen Eltern, um dort einen Mittagsschlaf zu machen (wenn ich schon bei mir zu hause nicht ins bett gehen kann !). Ganz schön traurig, wenn man mit 27 noch so abhängig ist. Aber wenigstens hab ich mal ´ne Stunde mehr geschlafen.

    Wer ist noch so schlaflos wie ich und was habt ihr für Gründe dafür?

  • Ich hab so gottverdammte Angst und Panik.
    Die Mutter meiner Patentante ist gestorben und das verfolgt mich .
    Und ich habe nun noch mehr Angst, ins bett zu gehen, weil ich ja nicht mehr aufwachen könnte. Eigentlich eine Kinderangst, aber sie übermannt mich so dermassen...
    Hat vielleicht noch jemand lust auf kommunikation, hätte ich jetzt echt schwer nötig...
    Danke für´s lesen...Gruß von Hermine

  • Hallo Hermine!

    Du bist wirklich nicht um Deine Ängste zu beneiden. Kann mir gut vorstellen, daß auch inzwischen die Angst vor der Angst Dich nicht schlafen lässt.

    Hast Du schon einmal überlegt deßwegen eine Therapie zu machen?
    Leider hab ich keine persönliche Erfahrung damit, nur was mir eine Freundin darüber erzählt hat, denn es hat ihr gut geholfen. Sie hat bei uns in der Klinik eine ambulante Gruppentherapie gemacht und konnte damit gute Erfolge erzielen. Jedenfalls hat sie ihr Suchtmittel (Benzos gegen die Angst...) hinter sich lassen können und kommt um einiges besser mit ihren Angstzuständen zurecht.

    Vielleicht solltest Du Dir professionelle Hilfe holen???

    Jedenfalls wünsch ich Dir ganz viel Kraft solche Tage zu überstehen, ohne Dich dabei zu verletzten und ganz viel Mut, dagegen anzugehen bzw. einen Weg zu finden aus dem ganzen rauszukommen.

  • Also ich kenn das gut ..
    die Angst vor der Angst ...

    Ich denke das is sehr schwer, damit richtig umzugehen.
    Ab und zu wenn ich ins Bett geh, hab ich Angst, dass ich Angst bekomm und mach mcih schon vorher verrückt.

    Was hast du denn dagegen schon unternoemmen?
    Ich hoffe ich hab das jetz nich überlesen, hab nämlich die Antworten nur überflogen *smile*

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