Automaten-Spielsucht

  • Hallo lieber Leser meines Problems/Beitrags,

    ich bin seit 6 Jahren mit meinem Freund in einer On/Off-Beziehung. Er ist spielsüchtig.

    Seit Ende 2011 ist er depressiv und hat schon des Öfteren über Selbstmordgedanken geredet. Er ist ständig traurig. Ich habe ihm Geld geliehen und tue es immer noch, damit er seine Schulden bei seinen Kumpels abbezahlen kann. Mittlerweile werden es ca. 15.000 €, die er mir schuldet. er hat einen guten Job - ich ebenfalls. Er hatte sich schoneinmal von mir getrennt mit der Begründung, dass er mir nicht guttut. Wir kamen aber wieder zusammen. Als ich ihm Therapiehilfen vorschlug hat er abgelehnt er sei nicht süchtig und zocke schon seit langem nicht mehr. Als ich begann ihn zu kontrollieren - gab es häufiger Streiterein. Danach konnte und wollte ich nicht mehr mit ihm zusammen sein, da ich ständig misstrauisch war wenn er sagte, dass er mit Freunden einen Trinken geht. Ich hatte absolut kein Vertrauen mehr. Deswegen quetschte ich ihn immer aus, wo er war, was er gemacht hat... Er wurde immer trauriger. Wir stritten uns immer häufiger. Ich trennte mich von ihm. Er wollte mich zurück und sagte mir, dass er alles verloren hat und wenn er mich auch verliert, dann würde er sich das Leben nehmen. Wir kamen wieder zusammen - ich liebe ihn. Dies war vor ca. 13 Monaten.

    Seit einer Woche war er wieder extrem traurig und wollte nichts reden. Freunde hat er keine. Er liebt mich aber er hatte sich distanziert. Immer wieder sagte er mir, dass ihm das Leben keinen Spass macht und dass er nur wegen seiner Familie und mir am Leben ist (das hat er die letzten monate immer und immer wieder gesagt).

    Heute wollte er sich von mir trennen. Er sei kein guter Mensch und er mache mich nur traurig. Ich solle meinen Weg gehen und ihn in Ruhe lassen. Das Leben mache ihm keinen Spass. ich hätte etwas besseres verdient.

    Ich weiss, dass er das nur macht, weil er mich nicht traurig sehen will. er schämt sich vor mir, weil er gezockt hat. Immer wieder beteuert er, dass er nicht mehr speilsüchtig ist. Immer wieder sagt er das. Aber ich glaube ihm kein Wort. Immer wieder sagt er, dass er das Leben und vor allen sich selber hasst. Er wollte mich eigentlich nicht mehr treffen heute aber wir haben trotzdem geredet. Er hatte im Sommer Schulden bei seinen Freunden gemacht und ihnen versprochen, dass er es Ende Januar bezahlt. Kann er aber nicht, weil er kein Geld hat. Ich habe ihm versprochen das Geld an seine Freunde zu überweisen.

    ich weiss nicht mehr was ich tun soll. Ich will ihm helfen. Und will nicht, dass er traurig ist. Ich habe große Angst um ihn und mache mir große Sorgen.

    ich sitze nun seit 3 Stunden vor dem PC um das hier zu verfassen. 3mal habe ich meien Beiträge bereits gelöscht udn immer wieder verfasst. Ich weiss nicht mehr weiter. Keinen kann ich drauf ansprechen, weil von allen das selbe kommt "trenn dich von ihm". Aber er ist krank. Und in einer Partnerschaft ist man doch deswegen für einander da. Ich spüre, dass meine Liebe schon lange vergangen ist, da zu viel vorgefallen ist aber er bedeutet mir als Mensch sehr viel und deswegen will und muss ich ihn doch unterstützen, oder? Was soll er sonst machen? Ich fühle mich für ihn verantwortlich.

    Bitte sagt mir, was soll ich denn nur tun? Ich bin so traurig und fühle mich für all das was mit meinem Freund ist so schuldig, da ich immer sehr viel wert auf "mehr Geld" legte.

  • Hallo Mädchen,

    er bedeutet mir als Mensch sehr viel und deswegen will und muss ich ihn doch unterstützen, oder?

    Gut, Du willst ihn unterstuetzen, aber die Unterstuetzung mit Geld ist absolut das Duemmste was Du machen kannst. Wenn Du fuer einen Spielsuechtigen dessen Spielschulden ausgleichst dann wird er damit nicht aufhoeren. Das ist vergleichbar wie bei einem Alkoholiker dem Du sagst:" Hoer auf zu trinken, hier hast Du ein Bier "! Dein Geld was er nutzt um seine Spielschulden zu zahlen, dieses Geld ermoeglicht es ihm doch sein eigenes Geld weiter froehlich zur Befriedigung seiner Spielsucht zu nutzen. Vor allem gibst Du ihm damit das Gefuehl das Du seine Spielsucht akzeptierst. Da ist ja jemand der seinen Mist ausgleicht, damit legitimierst Du nur seine Spielsucht. Das ist vollkommen kontraproduktiv.

    Du solltest erst einmal auf Dich dabei achten und mal durchrechnen welchen finanziellen Schaden Du genommen hast bisher. Dann solltest Du mit ihm auch mal eine Rueckzahlung vereinbaren damit Du das Geld nicht verloren hast.

    Solange wie er selbst nicht erkennt das er in einer Suchtspirale drinhaengt, solange wirst Du ihm nicht helfen koennen. Du kannst ihm etwas zu Essen oder zu Trinken geben wenn er Hunger oder Durst hat und sich das nicht leisten kann weil er mal wieder alles verzockt hat. Aber jeden Cent den Du ihm gibst, den kannst Du auch gleich in den Spielautomaten werfen. Da wird er letztendlich landen. Keine finanzielle Unterstuetzung mehr gewaehren, das wird der einzige Weg sein ihn zum nachdenken zu bringen.

    Immer wieder sagte er mir, dass ihm das Leben keinen Spass macht und dass er nur wegen seiner Familie und mir am Leben ist (das hat er die letzten monate immer und immer wieder gesagt).

    Sorry, das ist so die uebliche Masche eines Suechtigen (einschliesslich meiner Person) die genutzt wird um Mitleid zu erwecken. Funktioniert immer, bringt Geld von anderen fuer die Suchtbefriedigung. Das solltest Du echt nicht ueberbewerten, das ist normale Hausmannskost der schauspielerischen Leistungen eines Abhaengigen. Mit solchen Aeusserungen wird versucht von der Sucht abzulenken und sich selbst so hinzustellen das man genau das bekommt was man so gerade braucht (zur Suchtbefriedigung).

    Er selbst muss dieses Suchtproblem beenden wollen sonst bringt jede Hilfe nichts. Da er aber noch nicht einmal die Einsicht hat das er ein Problem hat kann ich Dir echt nur raten den Geldhahn zuzudrehen. Ihr verdient beide gutes Geld, dann lass ihn doch mal mit seinem guten Geld klarkommen. Halte Dein Geld fest und verlange Du Dein Dir zustehendes Geld zurueck. Das wird die einzige Moeglichkeit sein ihn ueberhaupt zu einem bischen nachdenken anzuregen.

    An Dir hast Du natuerlich auch etwas zu ueberdenken. Dein streben nach "Immer mehr Geld" ist sicher fuer beide belastend. Aber das alleine wird kaum der Grund fuer seine Spielsucht sein. Meinst Du nicht das ein zufriedenes Leben angenehmer zu leben ist wie dauernd dem Geld hinterher zu rennen ? Geld alleine macht nicht gluecklich...

    LG Siegfried

  • Hallo Mädchen,
    das sehe ich so ähnlich wie Siegfried. Achte darauf, dass du seine Zockerei nicht weiter finanzierst und dass du dein Geld wiederbekommst! Du solltest das mal ernst mit ihm besprechen, dass das so nicht weitergeht und dass jetzt Schluss ist. Da darfst du nicht klein beigeben, auch wenn er dir vllt das Gefühl geben wird, dass du unsozial bist usw. Erst wenn er merkt, dass du es ernst meinst, dann wird er drüber nachdenken. Er sagt, das Leben mache ihm keinen Spaß mehr. Dann muss er sich bewusst machen, dass alles zu einem besseren Leben in SEINER eigenen Hand liegt, was ja prinzipiell eine gute Nachricht ist!
    Ich glaube, ich kann ein bisschen nachvollziehen, wie sich dein Freund fühlt, wenn er depressiv ist. Wenn man mal wieder alles verzockt hat, dann aus der Zockertrance erwacht und plötzlich mit der bitteren Realität konfrontiert wird, dann überkommt einen ganz tiefe Verzweiflung. Da kann man schonmal daran denken, dass alles einfacher wäre, wenn man tot ist. Aber ich persönlich glaube nicht, dass er sich ernsthaft umbringen möchte, so wie Siegfried schon sagte.
    Achja du trägst mMn keine große Schuld an seiner Erkrankung und bist nicht dafür verantwortlich. Belaste dich nicht unnötig mit solchen Gedanken. Dein Streben nach mehr Geld mag ein kleines Puzzleteil bei der Suchtentstehung sein, aber meist stecken viel tiefere Gründe hinter der Sucht wie Unzufriedenheit, Einsamkeit, Langeweile usw.
    Ich wünsche dir alles Gute!
    Lg Thomas

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