Hallo an Alle,
ich hoffe, dass ich hier bei Euch richtig bin und vielleicht von Betroffenen eine Hilfe erhalte.
Der 23-jährige Sohn meines Lebebensgefährten kifft seit ca. 8 Jahren. Leider ist es so, dass er seit Jahren nichts mehr in seinem Leben auf die Reihe bekommt.
Er hat mit ca. 15 Jahren angefangen zu kiffen - erst heimlich. Als wir merkten, dass etwas nicht mehr stimmt (250 € Weihnachtsgeld an vier Tagen ausgegegeben usw.) wurde das Thema Drogen irgendwann aktuell. Das Kiffen zog sich dann zwei Jahre weiter durch sein Leben immer wieder mit Diskussionen und seiner Einschätzung, dass kiffen doch unbedingt legalisiert werden solle usw.
Mit 17 sind wir umgezogen und er hat eine Ausbildung begonnen. Leider klappte es nicht so, denn er kam täglich zu spät, hat sich krank gemeldet (uns erzählt er hätte schlecht Wetter usw). Innerhalb kürzester Zeit hat er es geschafft, dass die Gesellen und vor allen Dingen der Chef verärgert waren. Und immer wieder war bei uns das Thema kiffen und die Verherrlichung seinerseits an der Tagesordnung. Es war ihm auch sehr wichtig, sich in seinem Umfeld als "Super"kiffer darzustellen.
Natürlich gab es dann oft Krach bei uns. Zum einen, weil er nicht mehr regelmäßig zur Arbeit ging, zum anderen, dass er versucht hat, Drogen an Minderjährige im Ort zu verkaufen (also nicht dealen, aber diese davon zu überzeigen, wie geil Drogen doch sind).
Ich bin dann mehrfach zur Drogenberatung. Alleine - Vater und Sohn fanden es doch sehr übertrieben. Also konnte von der Seite auch nicht geholfen werden.
Es ging dann weiter, dass wir Drogen und vor allen Dingen Drogenkonsum im Haus verboten haben. Leider klappte es mit dem Verbot nicht so. Sämtliche Utensilien lagen offen und frei herum.
Er hat in dieser Zeit nichts mehr auf die Reihe bekommen: nicht mehr regelmäßig zur Arbeit gegangen, Führerschein zu machen scheiterte am Aufstehen für Sehtest und und und)
Nachdem er seine Ausbildung dann nicht geschafft hat und die familiäre Situation nur noch eskalierte (sicherlich war ich auch überfordert mit dieser ganzen Thematik und mit allem, was mit exzessiven Konsum zusammenhängt) haben wir beschlossen, dass der Sohn meiner Lebensgefährten (mittlerweile war er 19) eine eigene Wohnung bezieht.
Das ist nun vier Jahre her. Seit dieser Zeit macht er nichts mehr. Mittlerweile ist er 23 Jahre alt und er macht nichts ... rein gar nichts. Er ist arbeitlos gemeldet .... schafft es aber nicht, neue Anträge abzugeben oder Termine beim Arbeitsamt einzuhalten. Zweimal wurde er einer Zeitarbeitsfirma vermittelt. Es lief jeweils zwei Wochen, dann wurde er sofort wegen Unpünktlichkeit gefeuert. Tja und wenn dann kein Geld kommt, springt der Vater ein und läßt sich alles erzählen. Ausreden und Geschichten die so simpel sind, dass sie weh tun. Er hat es tatsächlich geschafft, seinem Vater zwei Jahre lang weiß zu machen, dass der Antrag auf Arbeitslosengeld laufen würden. Der Vater hat fleißig 20.0000 € für alles bezahlt Miete, Lebenshaltung usw. Solange, bis die Ersparnisse zu Ende waren.
Dass ein Vater seinen Sohn liebt, ist ganz normal. Aber er hielt ihm doch nicht. Dieser junge Mann kann auch gar nicht auf die Beine kommen, weil alles was er verzapft vom Vater wieder glatt gebügelt wird.
Er hat zwar ein Konto, aber es wird vom Vater verwaltet. Weil er nicht mit Geld umgehen kann, überweist der Vater Montag 15 Euro, Mittwoch 15 Euro und am Freitag noch einmal 30 Euro.
Diesen Monat hat er schon wieder kein Geld bekommen. Der Grund, er sollten seinen Personalausweis bei der Arge vorlegen. Der Vater hatte ihm 35 Euro für die Beantragung eines Ausweises überwiesen. Er hat das Geld verballert. Es fehlen also wieder ca. 700 Euro in der Kasse. Das Ende vom Lied, der Vater macht einen Tag sein Büro zu, fährt 120 km (2 Std. Landstraße und zurück) und geht mit dem 23-jährigen Sohn los, um den Perso zu besorgen.
Und das ist jetzt nur ein kleiner Auszug gewesen.
Und nun zu meinem Problem.
Dieser junge Mann benutzt mich, um sein Kiffen und sein Verhalten zu rechtfertigen. Er ist der Meinung, dass (seit unserem Umzug als der 17 war) ich mit seinem Vater gleichberechtigt war und ich ihm seinen Vater weggenommen habe. Wir wohnten damals in einem sehr hellhörigen Haus und es gab deswegen häufig Ärger wegen Lärm zwischen uns beiden. Noch größeren Ärger gab es, weil er nicht zur Arbeit gegegangen ist und ich dumme immer ans Telefon gegangen bin, wenn sein Arbeitgeber anrife frühmorgens.
Aus diesen ganzen Streiterein heraus, hat er dann vor vier Jahren bei seinem Auszug gesagt, dass er keinen Kontakt mehr wünsche. Das ging dann zwei Jahre und auch der Vater hat mir untersagt, noch irgendetwas für den Sohn (Drogenberatung usw.) zu machen.
Wir haben vor ca. 1 1/2 Jahren telefoniert und uns dann getroffen zur Aussprache. Es kamen Argumente, warum er nicht arbeitet: Griechenlandkrise usw. - es lohne sich doch nicht). Er wollte von mir die Aussage, dass es nicht mein Wille gewesen ist, dass er auszieht. Hierzu kann ich nur sagen, dass die Zeit zwischen 17 und 19 nicht einfach war und ich nicht traurig darüber war, dass er dann ausgezogen ist (ich glaube, jeder der als Betroffener mit Drogenkonsumeten zu tun hat, versteht das.) Im Laufe des Gesprächs habe ich ihm erzählt, dass wir schon viel über Trennung gesprochen haben. Seine Antwort lautet: Dann habe ich ja erreicht was ich wollte!
Nun ist es so, dass er mich für alle Unzulänglichkeiten verantwortlich macht, weil ich ihm ja den Vater genommen habe.
Es macht ihn so fertig, dass er nicht zum Arbeitsamt geht, dass er sich um nichts kümmert usw. Er setzt jetzt seinen Vater unter Druck und fordert von ihm die Trennung von mir. Nicht falsch verstehen, es geht nicht um mich. Dem Dauerstreit bin ich nicht mehr gewachsen.
Mich enttäuscht nur, dass es tatsächlich möglich ist, sich soweit zum Opfer zu machen, dass der Vater sich in den finaziellen Ruin stürzt, sich Ausreden erzählen läßt, die so unfassbar sind, dass es schon weh tut.
Nun habe ich einfach mal geschrieben.
Danke für das Lesen.
P.S.
Vor einigen Jahren hatte ich zu dem Thema hier schon einmal geschrieben - uns es ist alles nicht schlimmer geworden ..... so unglaublich aussichtslos.