Wir können nicht länger zusehen

  • Hallo an alle,

    unser Sohn (19) hat ein grosses Problem mit seinem Selbstwert und daher auch grosse Probleme mit sozialen Kontakten. Der Computer ist sein bester Freund.

    Er hat bis März letzten Jahres in einer Einrichtung für Jugendliche mit Problemen gelebt, doch da er sich nichts mehr vorschreiben lassen wollte (vor allem nicht seinen Computerspiel-Konsum) ist er von dort abgehauen, hat seine Lehre geschmissen und zu einem Bekannten in eine WG gezogen. Dieser hat selbst ein Problem mit Spielsucht und jeder von den beiden schiebt alles, was nicht funktioniert, auf den anderen.

    Zur Zeit lebt er von Hartz IV, die Suche nach einer Lehrstelle ist bisher erfolglos verlaufen.

    Da er seit einiger Zeit stark an Gewicht verloren hat (Gewicht bei 1,80 m unter 50 kg) haben wir ihn momentan bei uns zuhause. Ausser am Computer spielen und schlafen tut er fast nichts. Ab und zu hilft er ein wenig, doch dann verschwindet er wieder in seiner Höhle. Er ist permanent müde und gähnt. Die Nächte über spielt er am PC.

    Wir haben für die Zeit, in der er bei uns ist, eine einzige Regel aufgestellt: Er muss zu den Mahlzeiten erscheinen.
    Es kam schon vor, daß er bis auf ein kleines Frühstück, erst abends um 19 Uhr zu uns hoch kam, um etwas zu essen. Als ich danach mit ihm geredet hatte, lief es eine Zeit lang wieder besser.
    Heute war er auch nur für ein kleines Frühstück oben und hatte bis um 21 Uhr jetzt nichts mehr gegessen.

    Wir hatten ihm den Vorschlag gemacht, daß er sich hier in der Nähe bei uns eine Wohnung suchen soll. Er fand und findet die Idee immer noch gut, doch er tut rein gar nichts dafür. Er sieht in keine Zeitung (das machen wir) und er macht auch keine Anstrengungen, sich um eine Lehrstelle zu kümmern. Fragt man ihn danach, kommen nur Ausreden.

    Er hatte schon mal ne ambulante Psychotherapie, doch die ging beim Umzug drauf. Er hat sich dort auch nicht abgemeldet, obwohl er die Therapeutin sehr mochte.
    Eine neue Therapie will er nicht beginnen, da er dies nicht brauche.

    Wir sind mit unserem Latein am Ende und haben ihm schon gesagt, daß wir ihm zwar helfen wollen, aber kein Versteck für alles sind, was er nicht tun will.
    Aber wir sind auch echt verzweifelt und halten es nicht mehr aus, zu zu sehen, wie er sich immer weiter
    zurück zieht, nur Kinderportionen isst (selbst die essen mehr) und sich
    selbst zugrunde richtet.

    Sollte sich morgen nicht wirklich etwas ändern, dann wollen wir ihn wieder zurück in seine Wohnung bringen.

  • Hallo Superwoman,

    ich denke das Ihr genau das richtige macht. Ihr muesst in erster Linie auf Euch dabei achten.

    Ihm koennt Ihr Eure Hife nur anbieten. Das Problem wird aber sein das er mit gutgemeinter Hilfe gar nichts anfangen kann solange sein Lebensmittelpunkt die Spielerei am PC ist. Alles andere leidet darunter und auch Ihr werdet leiden solange Ihr Euch das anseht. Er hat offensichtlich ein Suchtproblem und ist nicht bereit etwas dagegen zu tun. Solange wie das so bleibt koennt Ihr ihm nicht helfen weil er gar keine Hilfe will oder diese als absolut unsinnig ansieht. Er muss schlicht und einfach selbst aus seiner Sucht heraus wollen, dann wird er auch Eure Hilfe und Unterstuetzung annehmen.

    Was Ihr nicht tun solltet ist es ihm die Moeglichkeit zu geben seiner Sucht nachkommen zu koennen. Der Entschluss ihn in seine Wohnung zurueck zu bringen ist meiner Meinung nach vollkommen richtig.Ich wuerde es bei meinem Sohn nicht anders machen wenn da eine Sucht im Spiel ist.

    LG Siegfried

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