Lehrer werden mit einer dissoziativen Störung?

  • Hallo downunder
    Ganz ehrlich, siehst Du das nicht ein bisschen zu sehr durch die rosa Brille?
    Die Klasse in zwei Gruppen aufteilen? In "gute" und "schlechte" Schüler?
    Und was machst Du mit den Schülern, die einfach keinen Bock haben, Dich und Deinen Unterricht boykotieren?
    Immer wieder den Unterricht stören?
    Oder was ist mit kranken Kindern, die durch ihre Krankheit längere Zeit nicht das normale Tempo mithalten können?
    Ein anderes Beispiel, ein elternteil eines Kindes erkrankt an einer Krankheit wie Krebs. Unter Umständen stirbt Mama oder Papa sogar. Was machst Du mit diesem Kind?
    Ein anderes Kind kann sich nicht konzentrieren, obwohl es ein guter Schüler ist, weil es Hunger hat und der Vater (oder die Mutter) das Geld versäuft.
    Dann strafst Du solche Kinder mit Deinem Schubladendenken ab und gibst ihnen gleich mal schlechtere Karten?
    Es gibt unzählige Beispiele, warum ein Kind momentan keine Leistung erbringen kann oder will.
    Da ist der Lehrer gefragt und sein pädagogisches Feingefühl.
    Natürlich musst Du auf jedes Kind einzeln eingehen, und nicht Gruppen bilden. Und das kann schon ziemlich in Stress ausarten.
    Oder wie fängst Du die Mobbingopfer an der Schule in Deinem Gruppensystem auf? Oder den Schulschläger?

    Der Sohn eines Freundes ist jetzt in Hessen in ein Modellversuch gekommen. Dort sind gleichzeitig zwei Lehrer in einer Klasse von 15 Kindern. So kann man annähernd jedem Kind gerecht werden.
    Aber, meiner Meinung nach, nicht durch Gruppenbildung.

  • Hi dunge,
    du sprichst da sehr viele spezialfälle an die auch sicherlich kompliziert sind. aber muss ich auf alles ne antwort haben? ich bin auf dem weg lehrer zu werden, ich bin noch keiner und pädagogik macht einen großen teil aus im studium. Und warum habe ich wohl gute und schlechte schüler in Anführungszeichen gesetzt? ist wohl klar wie ich das sinngemäß meine....
    deine beispiele, wo meine "gruppenmethodik" nicht wirkt, sind natürlich richtig aber ich habe auch nie gesagt, das ich diese bei solchen fällen anwenden werde. falls solche sachen bei einem kind passieren, wird man das schon als lehrer merken (zb. mobbing). Ist ja nicht so, das der/die jenige schon ab dem ersten tag gemobbt wird (nebenbei gesagt gab es im praktikum auch so einen fall bei einem jungen, der behindert war.ich habe dann versucht das zu unterbinden.die lehrer haben das oft nicht wahrgenommen wie ich, die müssen aber auch sicherlich auf viel mehr achten als ich weil ich eben nur ein praktikant bin...). ähnliche änderungen wird man bei den anderen kindern eben auch sehen und dann muss man sich eben menschlich mit den kindern beschäftigen.
    in meinem praktikum hat man die klasse oft aufgeteilt in 2 gruppen (insbesondere in mathe so gut wie jede klasse!!!) und das hat wunderbar geklappt. als ich früher ein kind war wurde es übrigens genauso gemacht....

    Du sprichst aber spezialfälle an, die nichts mit einer Gruppenbildung zu tun haben. Im Praktikum hatten wir auch ein Kind, was man gar nicht stillhalten konnte und die Lehrerin war praktisch mit dem schon fast die halbe stunde allein beschäftigt. Angebliche Diagnose : ADHS. Ich sollte mich dann immer um ihn kümmern und ihn dazu bringen, das er sich nicht ablenken lässt, sondern seinen aufsatz schreibt. Man konnte ihn dazubringen, dass er lernt jedoch müsste man wirklich sehr oft bei ihm "vorbeischauen", weil er sehr oft gedanklich abgedriftet ist. Das Kind wurde später einfach mit Tabletten ruhig gestellt, was ich richtig schlecht finde weil es heutzutage sehr oft so gehandhabt wird mit unruhigen Kindern.

    Von dem von dir angesprochenen Modellversuch habe ich gehört und der ist natürlich Top. Ich weiss aber nicht inwieweit es in erwägung gezogen wird, das zu verallgemeinern [weisst du da vielleicht was drüber ? :smiling_face: ]. Die letzten Jahre wurde im Bildungssystem nur gespart. Beispielweise wurde in der Nähe von mir einfach eine Schule geschlossen mit dem Ergebnis, das man die Schüler auf alle anderen Schulen der Stadt verteilt hat. Somit hat dann jeder Lehrer wieder einmal 1-2 Schüler mehr in seiner Klasse. Im Prinzip sieht man ja an meinem obigen Beispiel das ein paar solcher unruhigen Kinder schon reichen um den Unterricht zu stören. Und ich denke nicht das du nun sagen kannst, das es unfähige Lehrer sind weil auf der Schule jeder Probleme mit diesem Kind hatte. Das Problem liegt eher an der Sparpolitik des Staates. Mit dem Modellversuch, wo 2 Lehrer tätig wären, würde das auch viel beser aussehen.

  • Hi downunder
    Ich wollte nichts negatives über Lehrer äussern.
    Denn, wie in jeder Berufsgruppe gibt es gute und nicht so gute. Alles nur auf den Lehrer zu projezieren erscheint mir als falsch und zu einseitig. Sicher, es gibt Lehrer, die hassen Kinder. Bei denen frage ich mich dann, warum sie den Beruf ergriffen haben
    Mir kam es eben so vor, als ob Du das ganze sehr glorifiziert betrachtest, und wollte einfach mal ein paar Situationen, die jeder Zeit auftreten können, zur Sprache bringen.

    Über den Modellversuch weiss ich eigentlich sehr wenig, nur daß, was ich von meinem Freund mitbekommen habe. Ich sehe das Modell auch als super an, frage mich nur, ob das Flächendeckend in Deutschland durchsetzbar ist.

  • Zitat

    wird man das schon als lehrer merken (zb. mobbing). Ist ja nicht so, das der/die jenige schon ab dem ersten tag gemobbt wird


    Nun, ich bin in der Realschule damals ab dem ersten Tag heftig gemobbt worden und kein Lehrer hat etwas gemerkt!

    Zitat

    Angebliche Diagnose : ADHS.


    Warum angeblich? Und wenn es ADHS war, sind Tabletten auf alle Fälle unter äerztlicher Aufsicht eine gute Lösung. Diese Kinder werden dann ja nicht, wie du es ausdrückst, "ruhiggestellt", sondern ihnen wird das Lernen und Konzentrieren erleichtert.

    Mein Vater war Lehrer und lange Zeit auch Schulrektor. Heutzutage sitzt er im Kultusministerium und macht Rechtsschutz für Lehrer. Ich würde ihm gern mal deinen Fall schildern und ihn fragen, was er davon hält, weil er in solchen Sachen einfach unheimlich viel Erfahrung hat und rein von dem, was du schreibst, auch ein bisschen beurteilen kann, ob Lehrer für dich in die richtige Richtung geht oder nicht. Aber das mache ich natürlich nur mit deiner AUSDRÜCKLICHEN Genehmigung. Wenn du das nicht willst, dann lass ich das. Ich denke halt nur, dass dir eine Meinung von einem Profi, der mit so etwas wirklich ganz viel praktische Erfahrung hat, auch weiterhelfen könnte. Aber wie gesagt, ist deine Entscheidung! :smiling_face:

  • Zitat

    Das Kind wurde später einfach mit Tabletten ruhig gestellt, was ich richtig schlecht finde weil es heutzutage sehr oft so gehandhabt wird mit unruhigen Kindern.

    Servus,

    mir als ADHS-Betroffenem geht da immer etwas die Hutkrempe nach oben. Für viele ADHS-Kinder sind Medis die einzige gangbare Möglichkeit, um sich so frühzeitig einen Umgang mit ihrer Andersartikeit zu erarbeiten, der u.U. vielleicht einmal dazu führt, dass Medikamente nicht mehr benötigt werden. Dies nicht nur in schulischer Hinsicht, sondern vor allem auch im Sinne eines verträglichen Sozialverhaltens.

    Zitat

    Ich bin irgendwie nicht "kompatibel" mit so einer Langzeitbeschäftigung da ich durch meine Krankheit sehr grob gesagt das empfinden von 2 personen besitze, die komplett gegensätzliche Interessen habe und ich öfters zwischen diesen Personen hin und her "switche". Die eine Person ist sehr introvertiert und die andere ist extrovertiert.


    Klingt jetzt vielleicht etwas brutal, aber wenn du so empfindest, und dir keine Prognose bzgl. evtl. Verbesserung vor liegt: Lehrer fällt da für mich schon einmal flach, und vor allem im Grundschulalter, da Kinder ein halbwegs stabiles Gegenüber brauchen. Psychologie ist schon machbar, jedoch nicht als Psychotherapeut, da hier das Gleiche gilt. Stell dir vor, dein Therapeut wäre jedes Mal "anders", wenn du zur Tür reinkommst, und du wüsstest vorher nicht, was dich erwartet.

    Tipps kann ich dir natürlich keine geben, jedoch finde ich Bereiche, in denen mit leicht aus der Bahn zu werfenden Menschen umgegangen werden muss, nicht sonderlich empfehlenswert.

    LG
    WbD

  • @ gelberose

    Hi, klar kannst du ihn mal fragen was er davon hält. Aber da müsste er schon persönlich mit mir sprechen um sich da ein richtiges urteil bilden zu könne.
    Wobei ich mir denke, das es eh egal ist was ich hier schreibe, weil man mir sowieso von dem beruf abraten würde^^
    Die Medikamente sind trotzdem unnötig, denke nicht das die so helfen, das man sie später nicht mehr braucht. Das ganze ist doch nur ein geschrei der pharmakonzerne. Seit es diese medikamente gibt, werden direkt schüler verdächtigt ADHS zu haben, nur wenn sie mal etwas ausgeflippt sind. Früher gab es diese Medikamente nicht und es hat sich auch niemand so stark über diese Kinder beschwert. Sehe auch keine bleibenden schäden von solchen Kindern. Seit es aber dieses Medikament gibt, scheint in jeder ecke ein ADHS kind zu stehen. Das Problem ist eher die fehlende erziehung und zu wenig aufmerksamkeit von den eltern.

    @ WrongByDesign

    Wie gesagt, niemand hat mir bisher angemerkt das ich mich schnell verändern kann außer meine besten 2 Freunde. Und die haben das einfach als Stimmungsschwankungen wahr genohmen. Ich weiss zwar nicht, wozu eine dissoziative störung führen kann im schlimmsten fall aber bei mir scheint sie nur sehr leicht zu sein. ich kann diesen wandel auch sehr gut verstecken, über mehrere tage. Jedoch kommen dann immer die Depressionen mit der zeit wenn ich mich nicht zurückziehen kann. im lehrerberuf bin ich aber fast jeden tag länger zu hause als mit nem normale bürojob. die Grundschule geht bis vllt 14 uhr... mir haben immer eher Depressionen zu schaffen gemacht weil die auf dauer auch meine dissoziative störung hervorrufen. ich sollte also mehr darauf acht geben.


    Im Prinzip kann man meine "störung" auf jeden beruf implizieren und es wird herauskommen, das er nicht geeignet für mich ist, oder täusche ich mich da? ich mein welcher beruf ist schon stressfrei und gleichzeitig verdient man da in teilzeit genug um glücklich zu sein. so einen würde jeder wollen. also was kann ich schon machen? Ich nehme gerne neue angebote an^^ ich denke schon mehr als 2 jahre über dieses problem nach und mir kommt diese wahl immer noch am besten rüber. Die Arbeit mit Kindern macht mir spaß. Könnte mir auch vorstellen, in einem Gymnasium zu unterrichten. Habe im Abi oft Nachhilfe gegeben und alle waren sehr zufrieden...

  • Zitat

    Im Prinzip kann man meine "störung" auf jeden beruf implizieren und es wird herauskommen, das er nicht geeignet für mich ist, oder täusche ich mich da? ich mein welcher beruf ist schon stressfrei und gleichzeitig verdient man da in teilzeit genug um glücklich zu sein.


    Das stimmt natürlich, daß man die Bedenken auf jeden Beruf anwenden könnte.
    Mir geht es aber eher um die Arbeit mit Kindern. Kinder sind unberechenbar und erfordern ein hohes Mass an Aufmerksamkeit und Flexibilität.
    Aber es gibt schon "stressarme" Jobs. Als Bibliothekar, zum Beispiel. Oder Archäologen, die sind auch nicht unbedingt dem Stress ausgesetzt. Oder wie wäre es mit dem Studium der Philosophie? Das sind die Dinge, die mir gerade so einfallen. Ich denke aber, daß es da noch sehr viel mehr geben wird. Das Problem ist eben der Halbtagsjob

  • Zitat

    Wobei ich mir denke, das es eh egal ist was ich hier schreibe, weil man mir sowieso von dem beruf abraten würde^^


    Hm, was erwartest du, downunder? Du hast uns nach unserer Meinung gefragt und die haben wir dir gesagt... :21: Und man könnte es auch umdrehen: Egal wie viele rationale Argumente wir GEGEN einen Lehrerberuf bei dir finden, du scheinst so oder so überzeugt zu sein, dass du ihn machen und dir nicht davon abraten lassen wirst. So kommt es gerade bei mir an, sage nicht, dass es so ist, ist nur mein Empfinden... :winking_face:

  • @ gelberose

    Hi,
    ja da muss ich natürlich zugeben, das meine Meinung zum Lehrerberug auch schon etwas "eingefahren" ist :winking_face:
    wie würdest du bzw. ihr denn die situation sehen, wenn ich keine dissoziative störung hätte sondern "nur" unter Depressionen leiden würde. Mal angenommen, ich lerne mit stress anders umzugehen wodurch ich auch ziemlich stabil gegen Depressionen gewappnet wäre (die ja der auslöser ist für meine dissoziationen). Wenn ich dann über Jahre hinweg stabil bin und nicht Depressiv bin, könnte ich doch theoretisch jeden Beruf ausüben, wie jeder andere Mensch eben auch. Habe in letzter Zeit viel gelesen, auch ein Buch was eigentlich gut zum Thema passt. Dazu meditiere ich auch ab und zu und versuche Selbsthypnose und noch diverse andere Sachen....Ich denke mit der Kraft der Gedanken allein und mit seinem willen kann man schon vieles ändern....Die Sachen haben mir auf jeden Fall geholfen und bin auch schon selbstbewusster geworden, etc. Die letzten Monate ging es mir super, habe hier ja eher reingeschrieben wie es bei mir ist wenn ich "Depressiv" bin. Ich kann wohl nur abwarten und schauen, wie das Studium auf mich wirkt. Mal sehen, ob der Stress mir genauso zusetzt wie früher oder ob irgendwas von meinen Aktivitäten mir schon geholfen hat, anders negative Situationen / Stress zu verarbeiten...

  • Hi,

    zum Meditieren:
    Irgendwo in einem weisen Büchlein stand einmal, dass aus einem meditierenden Verrückten im besten Fall ein erleuchteter Verrückter würde. Verzeihung, ich konnte nicht widerstehen. :smiling_face: Übe mich ja selbst im Sitzen.

    Zu Depressionen:
    Auch dann würde ich dir vom Lehrerberuf abraten. Ich habe bei der Arbeit an zwei Schulen depressive Lehrer erleben können, und dabei auch sehen müssen, zu welcher Belastung der tägliche Schuldienst avancieren konnte. Nicht nur für den Lehrer selbst, sondern auch für das restliche Kollegium. Bei Depris ist ohnehin immer die Tendenz gegeben, sich im Sinne des Funktionierenkönnens zu verstellen, und ich finde, dass gerade die Arbeit mit Kindern so etwas zusätzlich noch begünstigt.

    Ich persönlich finde nicht, dass man das unbedingt auf jede Profession übertragen kann. Klar, Stress gibt es überall einmal, aber in vielen Bereichen ist es weit leichter damit umzugehen, da der Zwang zum Funktionierenmüssen nicht so präsent ist, wie im Schulbetrieb.
    Studiengänge gibt es viele Schöne und Spannende.
    Nehmen wir die angesprochene Philosophie... in dem Bereich ist es manchmal sogar von Vorteil wenn man einen gewissen Hang zur Andersartigkeit, zur Schwermut hat, weil sich dadurch oft interessante Blickwinkel ergeben. Entgegen den üblichen Vorurteilen haben es Philosophen auf dem Arbeitsmarkt nun auch nicht schwerer als Lehrer. Bei Letzteren sind die Stellen ja neuerdings auch ziemlich hart umkämpft.

    Aber, wenn es sich bei dir schon so festgesetzt hat mit dem Lehrerwerden, dann mach das halt... ist ja letztlich auch keine Einbahnstraße.

  • Hallo downunder,

    hm, ist schwierig... Ich mein, du solltest auch eines bedenken (weiß aber nicht, ob das für dich wichtig ist bei deiner Entscheidung): Depressionen sind auch eine chronische Erkrankung und es kann sein (muss nicht, aber kann :winking_face: ), dass du deswegen nicht in den Schuldienst übernommen wirst nach deinem Studium. Verbeamtung auf Lebenszeit kannst du aber ziemlich sicher knicken. Ich meine, Stress wirst du als Lehrer auf alle Fälle haben, das ist echt sicher! Ich sitz da an der sicheren Quelle! :winking_face: Meine Stiefmutter unterrichtet an einem Gymnasium und selbst da werden die Leistungen immer schwächer (wobei sie bei uns in Ba-Wü im Bundesvergleich relativ hoch ist) und die Schüler immer schwieriger. Wie es auf Real- oder gar Haupt- oder Gesamtschulen aussieht, will ich gar nicht wissen, auf alle Fälle noch schlimmer als auf dem Gymnasium! D.h. wenn Stress bei dir Depressionen und Dissoziationen auslöst, kann ich dir einfach nicht zu einem Lehrerberuf raten, denn der ist wirklich stressig.

  • Hallo downunder!

    Auch wenn schon fast alles zu dem Thema gesagt wurde und ich nicht weiß, ob du das jetzt überhaupt noch hören willst angesichts dieser vielen Kritik aber einen Punkt hätte ich noch: Bei mir wurde eine Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und bin Mutter einer Vierjährigen. Ich falle auch immer wieder in sogenannte "Löcher" und bin dann froh wenn mal jemand da ist der mir die Kleine abnimmt. Wenn Kiga ist, hab ich da weniger Probleme, da ich so ja Zeit für mich zur Verfügung habe und mich mit mir und meiner Psyche auseinander setzen bzw. beschäftigen kann.. Aber wehe es sind mal Ferien. Bitte nicht falsch verstehen, hört sich jetzt vielleicht übel an wenn ich als Mama so etwas schreibe.. Ich genieße die Zeit in der ich allein bin mit der Maus und das Miteinander gibt mir sehr viel aber nach spätestens 2 Wochen bin ich dermaßen ausgepowert und fertig, dass ich dem Tag entgegenfiebere an dem der Kindergarten wieder anfängt. :r:
    Klar sind es dann nicht deine "Eigenen" und du kannst die Verantwortung spätestens am Nachmittag wieder abgeben. Aber bitte mach dir klar, dass das seeeeehr anstrengend und kräftezehrend sein kann auch wenn du dir vorstellen kannst, dass dir dieser Beruf sehr viel Freude bereiten kann/wird.

    Man ist mit Kindern einfach fremdbestimmt und muss immer greifbar sein.. Da gibt es kein "ich kann nicht", "ich möchte gerade nicht", da muss man einfach präsent sein.
    Bitte nicht falsch verstehen. Wollte nur deutlich machen, wie es mir manchmal mit nur einem Kind geht. :gi:

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat von gelberose;257583

    Hallo downunder,

    hm, ist schwierig... Ich mein, du solltest auch eines bedenken (weiß aber nicht, ob das für dich wichtig ist bei deiner Entscheidung): Depressionen sind auch eine chronische Erkrankung und es kann sein (muss nicht, aber kann :winking_face: ), dass du deswegen nicht in den Schuldienst übernommen wirst nach deinem Studium. Verbeamtung auf Lebenszeit kannst du aber ziemlich sicher knicken. Ich meine, Stress wirst du als Lehrer auf alle Fälle haben, das ist echt sicher! Ich sitz da an der sicheren Quelle! :winking_face: Meine Stiefmutter unterrichtet an einem Gymnasium und selbst da werden die Leistungen immer schwächer (wobei sie bei uns in Ba-Wü im Bundesvergleich relativ hoch ist) und die Schüler immer schwieriger. Wie es auf Real- oder gar Haupt- oder Gesamtschulen aussieht, will ich gar nicht wissen, auf alle Fälle noch schlimmer als auf dem Gymnasium! D.h. wenn Stress bei dir Depressionen und Dissoziationen auslöst, kann ich dir einfach nicht zu einem Lehrerberuf raten, denn der ist wirklich stressig.

    Wie wahr.. Wollte es lange Zeit nicht wahrhaben aber so ist es nun mal.. *beipflicht*

  • Zitat

    Ich falle auch immer wieder in sogenannte "Löcher" und bin dann froh wenn mal jemand da ist der mir die Kleine abnimmt.


    Da sist einer der Hauptgründe, warum ich keine Kinder haben will und habe. Meine Mutter hat zwar keine Diagnose, aber nach allem was ich inzwischen über dieses Krankheitsbild, auch durch meine eigene Erkrankung, weiß, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass meine Mutter auch eine EIPS hat. Und ich hab als Kind sehr unter ihr gelitten. Ich hab einfach Angst, dass ich meinen Kindern ähnliches antun könnte. Aber das ist ein anderes Thema, wollte das nur mal so am Rande erwähnen! :winking_face:

  • Kann ich super gut nachvollziehen!! Ich hab auch richtig Angst davor als Mutter zu versagen und auch dass meine Kleine das mitmachen muss mit mir was ich mit meiner Mutter mitgemacht hab. Bekam aber meine Diagnose ja erst vor wenigen Monaten.. Also ist´s nun sowieso schon zu spät. :gi:
    Außerdem bin ich wahnsinnig froh, dass ich sie habe!
    Kann nur versuchen es besser zu machen. Mache ja Therapie und arbeite an mir, das ist schon mal ein Anfang, denke ich. Meine Mutter (das ist mir jetzt auch erst vor kurzem schmerzlich bewusst geworden) muss auch eine EIPS haben. Ich bedauere es auch immer wieder, dass sie keine Therapie gemacht hat oder wenigstens Medis vom Hausarzt bekommen hat.. (Auch heute sträubt sie sich noch irgend etwas in diese Richtung anzunehmen, mit dem Vorwurf man wolle sie als "verrückt" abstempeln *augenroll*)
    Und so sind wir Kinder im Chaos groß geworden mit viel Geschrei und Geheule.. :cu:

    Aber das gehört ja hier eigentlich nicht hin. Rose, wir können uns auch gern mal per PN unterhalten wenn du möchtest. :gj:

  • @ gelberose
    Hi! ja ich weiss, das Depressionen chronisch sein können und wenn ich auf mein leben zurückbliebe, hat es auch so einen verlauf......Jedoch wurden die symptome eigentlich mit den Jahren immer schwächer und mein selbstbewusstsein ist auch immer weiter gewachsen. Ich denke aber nicht, das in zukunft richtig Depressiv sein werde. Der Auslöser war meistens, dass ich von mir selber nicht überzeugt war bei irgendwelchen Problemen und schon vorzeitig resigniert habe weil ich keine Motivation hatte, etc. Habe mittlerweile gelernt schlechte situationen anders aufzunehmen (ausgenommen sind natürlich irgendwelche schicksalsschläge, aber bei sowas braucht wohl jeder mensch mal ne länger pause...)

    @ Smea
    Hi Smea, ich denke ich kann deine Situation etwas nachempfinden. Ich habe mich auch schon öfters mit dem Thema befasst, da ich Freundin mit einem klaren Kinderwunsch habe. Problematisch ist dabei aber, das sie eben schon "etwas" älter als ich ist und bei ihr die biologische uhr schon langsam tickt, denke ich. Wenn ich an Kinder denke, habe ich da die selben Bedenken wie du weil ich auf konstante stressbelastungen eben auch Depressiv reagiere und meine Ruhe brauche. Mit Kindern geht das natürlich nicht. Aus diesem Hintergrund entstand auch teilweise mein wunsch, einen beruf nur in teilzeit auszuüben. Mit einem Vollzeitjob könnte ich mir nicht vorstellen, nach der arbeit noch für meine Kinder da zu sein.

    In deiner Situation ist es wirklich am besten, wenn du jemanden hast, der dir mal die Kinder abnehmen kann wenn du etwas zeit für dich brauchst. Ich denke so eine Möglichkeit sollten alle eltern haben (besonders wenn beide arbeiten) weil das arbeitsleben beide elternteile immer mehr fordert in der heutigen zeit...


    Ich danke euch auf jeden fall für eure hilfe hier im forum :winking_face:

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