Mein bester Freund nimmt Heroin. Ich will ihm helfen!

  • Hallo,
    mein bester Freund ist nun seit ca. einem halben Jahr Heroin-Abhängig. Er raucht es. Er war immer der Meinung er könnte alle Drogen nehmen und er würde nie abhängig werden. Ein fataler Fehler.

    Er hat mittlerweile schon 2 stationäre Entgiftungen hinter sich und mindestens 5 kalte Entzüge zu Hause.
    Er will (!) aufhören, aber jedesmal wenn er clean ist, passiert etwas in seinem Umfeld (z.b. ein Streit mit den Eltern) und er wird wieder rückfällig. Ich weiß, dass er es eigentlich nicht will und dass er sich wie ein "Stück Dreck" fühlt und ab und zu sagt er, dass es besser wäre für alle, wenn er nicht mehr da wäre.

    Ich habe jetzt vor, für einige Tage zu ihm zu fahren (ich wohne leider über 100 km weit weg von ihm) und ihm dann bei einem erneuten kalten Entzug zu helfen und Strategien zu entwickeln, wie er weiterhin clean bleiben kann und auch wie er seine Schulden die er gemacht hat, zurückzahlen kann.

    Ich weiß, dass er eigentlich wieder eine stationäre Entgiftung mit anschließender Therapie machen müsste. Doch er hat mir gesagt, dass das nicht mehr ginge. Wobei mich das sehr wundert. Auch dass es zwischen Entgiftung und Therapie angeblich so eine lange "Wartezeit" geben soll.. Ich glaube er sagte damals 3-4 Wochen.

    Ich weiß nicht genau was mich erwartet, deshalb wollte ich fragen, ob ihr mir Tipps geben könnt, worauf ich achten sollte, wie ich ihm helfen kann, wenn ich ihm bei seiner Entgiftung beistehe und was er dann machen soll.

    Vielen Dank schon mal im Voraus.

    Cris

  • Hi,

    naja - von nem kalten Entzug ist natürlich erstmal abzuraten!
    Sollte normalerweise in Verbindung mit nem Arzt und ner Klinik ablaufen...

    Wenn er wirklich Hilfe will, dann empfehle ihm doch, sich hier anzumelden & sich mit der Materie gründlich auseinanderzusetzen.
    Es gibt viele Erfahrungsberichte von anderen, die ihm was bringen können!

    Der Punkt ist halt der: Wenn ER sich nicht um Hilfe bemüht, dann kann man von außen kaum was machen, weil Wille & Motivation fehlt.
    Da solltest du übrigens auch sehr auf DICH achten; eine Co-Abhängigkeit ist schnell aufgebaut!

    Mal ein paar Links:
    Heroin
    Co-Abhängigkeit

    Paar allgemeine Tipps:
    Viel Wasser trinken...
    Alkohol ist keine gute Idee...
    Desgleichen sieht es mit dem anderen Drogenkrempel aus...
    Auch von Tabletten ist abzuraten (oder ab in die Klinik)...
    Gegen Krämpfe (Beine/Waden) hilft aufgelöstes Magnesium ganz gut...

    Aber ansonsten: Ein Entzug ist halt mal kein Zuckerschlecken, tut weh & ist wirklich was Grausames -
    ABER: Man ist daran selbst Schuld & das sollte man sich auch bewußt halten!

    Wie gesagt: Normalerweise gehört sowas unter Aufsicht bzw im Krankenhaus gemacht.

    LG & viel Glück. Ganesha

  • Hallo Ganesha,
    danke für deine Antwort.
    Ich weiß, dass es eigentlich das Beste wäre, wenn er in eine Klinik geht, aber ich kann ihn nicht zwingen.
    Er kennt sich eig relativ gut mit der Materie aus; er will immer wissen, was er nimmt. Ich weiß, dass er sich schon viele Beiträge in diversen Foren durchgelesen hat.
    Er will ja auch die Hilfe und hat die Motivation, ich fungiere im Prinzip nur als Aufpasser und Gesellschaft.
    Danke für die Verweisung auf den Link der Co-Äbhängigkeit. Ich habe diesen Begriff hier schon öfter gelesen, doch war mir nicht so ganz bewusst, was damit gemeint war. Ich werde definitv aufpassen, dass ich da nicht hineinrutsche.

    Auch vielen Dank für deine Allgemeinen Tipps. Ich weiß, dass er leiden wird bei dem Entzug. Daran führt leider kein Weg vorbei, wenn er einen kalten Entzug machen möchte. Aber wenigstens seine Schmerzen etwas lindern ist mein Ziel.

    LG & Danke
    Cris

  • Zitat von xXCrisXx;253515

    Er hat mittlerweile schon 2 stationäre Entgiftungen hinter sich und mindestens 5 kalte Entzüge zu Hause.
    Er will (!) aufhören, aber jedesmal wenn er clean ist, passiert etwas in seinem Umfeld (z.b. ein Streit mit den Eltern) und er wird wieder rückfällig.

    Hier setzt Du doch einen ganz wichtigen Punkt an mit dem man etwas anfangen kann. Er wird also immer dann rückfällig wenn irgendetwas in seinem Umfeld passiert. Genau hier sollte er sich mal Gedanken über sein Verhalten machen und auch mal über eine psychotherapeutische Behandlung in Sachen Verhaltensänderung nachdenken. Das erlernte "Suchtverhalten" (mir geht es gut nach Drogenkonsum wenn ich mich eigentlich beschissen fühle) muß da aufgebrochen werden. Da sollte er andere Wege finden. Die Entgiftung ist ja immer nur ein kleiner Teil um clean zu werden. Die anschliessende Entwöhnung ist da viel wichtiger. Nur mit dem körperlichen Entzug ist es ja nicht getan, der psychische Entzug bzw. das erlernen von neuen Verhaltensformen in Drucksituationen ist da viel wichtiger.

    Wenn es nicht so einfach geht mit einer Therapie, dann sollte er sich ruhig an eine Selbsthilfegruppe wenden und auch eine ambulante Therapie ins Auge fassen bei der er psychotherapeutische Behandlung erfährt.

    Wenn seine Schulden ein Grund sind das er so nahe an der Sucht hängenbleibt dann versucht es doch mal mit einer Schuldnerberatung, die können da sicher weiterhelfen. Es macht zwar etwas Arbeit aber es ist durchaus lohnenswert.

    Viele Grüße:

    Siegfried

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