Hallo an Alle,
ich habe im letzten Jahr erfolgreich vom Codein und Morphin entzogen. Diese Medis mußte ich einnehmen, da ich seit einer Gehirntumor OP und anschließenden OPs an fürchterlichen Kopfschmerzen leide.
Codeinentzug war letztes Jahr im Februar. Seitdem clean. MOrphinentzug war letztes Jahr im Juli. Seit August clean. Dann habe ich meine Kopfschmerzen mit bis zu 4x40 Tropfen Novalgin im Griff gehabt. Seit 6 Wochen reicht das aber nicht mehr. Nun nehme ich eben bis zu 4xtäglich Ibu 600mg. Nun sagte mir mein Arzt gestern, dass ich sehr schlechte Nierenwerte hätte und nur noch wenn es unbedingt nötig sei, Ibus zu nehmen. Ja, ich nehme ja eh nur Medis wenn es nicht anders geht. Nun ist es eh so, dass ich in der Neurochirurgie einen Termin bekomme zur nochmaligen Vereisung eines Nerv im Kopf. Dann kann sein, dass der Schmerz betäubt ist und es dann besser ist. Aber Angst habe ich, dass wenn die erneute OP nicht hilft, was mache ich dann? Muß ich wieder auf Opiate zurück? Ich freue mich über alle Nachrichten die Ihr mir zukommen läßt. Danke, danke, danke, danke, Eure Angsthäsin
Codein-Morphinentzug ok, Novalg u Ibus reichen nicht
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Hi,
na, da ist es wahrscheinlich das Beste (klar, ist nicht einfach) auf die OP zu warten und zu hoffen, dass es danach besser ist!
LG.Gane
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Guten Abend Gane,
ja das mache ich. Hoffe die Ärztin ist nächste Woche wieder gesund und ich bekomme gleich nen Termin bei ihr um dann den OP Termin auszumachen. Ach ja, ich mache mir halt viele Gedanken. Gerade jetzt wo ich das mit den Entzügen hinter mir habe und der Druck nicht mehr ganz so stark ist, müßte ich womöglich wieder anfangen. Nein, da muß es etwas anderes geben. Ich wünsche Dir nun ein schönes Wochendende und danke für Deine Antowrt, liebe Grüße Angsthase -
Hi angsthase,
wenn es denn so sein sollte, ist es dann halt leider wieder so.
Ungeachtet des Abhängigkeitspotenzials ist es aber eben auch so, dass bei langfristiger Therapie starker organischer Schmerzen Opiate die Mittel erster Wahl sind, und hinsichtlich der physischen Schädigung leichter handlebar sind, als die nicht-opioiden Analgetika. Das erkauft man sich halt wiederum mit Abhängigkeit. *seufz* Wenn sich aber herauskristallisiert, dass die Schmerzen zum behandlungsbedürftigen Dauerzustand werden, ist die Abhängigkeit halt eben das kleinste Problem.
Ich sehe es bei meiner Großmutter. Die ist 86 Jahre alt, bekommt seit fast 30 Jahren Opiate wegen starker Schmerzen, benötigt täglich eine "halbe Faustan" (O-Ton), ohne Eines davon zu steigern. Sie ist gut eingestellt mit den Medis, und fühlt sich dadurch nicht beeinträchtigt.
Ist bei dir schon einmal etwas hinsichtlich Schmerzklinik gelaufen? Sollte sich das nach der Vereisung nicht bessern, wäre es vielleicht anzuraten, in dieser Hinsicht etwas anzuleiern. Viele langwierige Schmerzpatienten profitieren davon ja enorm.
LG
WbD -
Hallo WrongByDesign,
danke für Deine Antwort. Ja, Du hast schon recht. Wenn es denn wieder so sein soll dann kann man es auch nicht ändern. Es ist nur so, es war eine sooooooooooo harte, miese Zeit, diese Entzüge. ALs die Entzüge dann körperlich einigermaßen vorbei waren kamen die psychischen Probleme und zwar mit voller Wucht. Da dachte ich auch, ich bin mit meinen Deprimedis gut eingestellt, bis ich letzte Woche Dienstagabend eine Panikattacke hatte, die so heftig war wie am Anfang vor 8 Jahren. Na ja, aber ich habe es auch überlebt ohne Tavor. Das habe ich seit letztes Jahr August auch verbannt. In einer Schmerzklinik war ich nur für die beiden Entzüge. Dort wurde ich dann halt auf Novalgin eingestellt bzw. umgestellt. Ich will auf alle Fälle alles tun um nicht wieder diese starken Medis einnehmen zu müssen. Man, warum kommt das jetzt wieder?
Schönen Abend und liebe GRÜße Angsthase -
Eine leider schon verstorbene Freundin von mir hatte auch starke chronische Schmerzen, und war irgendwann einmal mehrere Monate in einer Schmerzklinik, weil's mit den Medis und den "Experimenten" des Hausarztes immer irgendwelche Probleme gab. Muss wohl vor allem mit ihrer bipolaren Störung interagiert haben.
Ich erinnere mich daran noch so gut, weil wir uns ausgiebig über Meditation unterhielten, die sie im Rahmen der dortigen Maßnahmen erlernt hatte. Sie wurde dort sorgfältig auf eine passende Medikation eingestellt, und konnte wohl dauerhaft damit ganz gut auskommen, fühlte sich durch die Medis nun auch nicht eingeschränkt oder Dergleichen.
Ob das in jedem Fall so dauerhaft gleichbleibend möglich ist, weiß ich nicht recht.Das Angebot der Klinik ging aber eben auch weit über die bloße Medikation hinaus, und das Augenmerk lag wohl eher auf der Vermittlung von Strategien zur Schmerzbewältigung.
LG
WbD -
Du solltest mal Richtung "Termin Neuro" gehen und dann schauen, jetzt hilft es nichts, wenn dir da so viele Gedanken machst.
Ich bin selbst Schmerzpatient und bin gut eingestellt, aber dazu dann, wenn deine OP mal durch ist. Wobei, ich hoffe das Thema erledigt sich dann von selbst, weil die Vereisung ja den Schmerz ausschaltetLG Franz
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Hallo Franz,
heute hat die Klinik angerufen. Am 20.03. muß ich einchecken und am 21.03.2012 wird operiert. Bist dahin versuche ich, so wenig wie möglich an Ibus zu nehmen. Ich bin total froh und hoffe, dass es nach der OP besser wird.Liebe Grüße, Angsthase
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Na dann mal alles Gute für die OP, ist für den Moment das wichtigste - danach muss man eben dann weiter schauen
LG Franz
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Hallo an Alle,
habe schon ne Zeit hier nicht mehr geschrieben. Es ging und geht mir nicht so gut. Die OP hat nicht geholfen. Schmerzen im Kopf sind sehr heftig, deshalb habe ich nun den Rat der Ärzte befolgt und nehme Paracetamol comp.. Tramal war auch ein Thema, welches sie mir gegen die Schmerzen verschreiben wollten, aber das kann ich gar nicht haben. Ich werde da drauf total schwindlig und mir ist furchtbar übel. Alles andere sei wieder stärker. Ich bin halt soweit, dass ich am Tag max. 2 Pracetamol comp. nehmen muß. Es gibt Tage da brauche ich gar nix und dann eben anders. Außerdem bekomme ich nun wieder Osteopathiebehandlungen verschrieben und auch meine Psychotherapie wird wieder engmaschiger genehmigt. Das hängt bei mir halt alles zusammen. Habe ich starke Kopfschmerzen, bekomme ich auch leichter Angstzustände und Panikattaken. Genauso ist es umgekehrt. Habe ich Depris und Panikattaken und arbeite ich mehr als zwei Stunden Hausarbeit am Tag, so kommen die Kopfschmerzen. Genauso wie jetzt, wo ich den Beitrag schreibe. Sehne mich jetzt dann nur noch in mein Bett mit Eis auf dem Kopf, Trimipramin meine Abendmedikation und dann nichts mehr hören und sehen. Meine Krankenkasse hat mir aber auch gesagt, wenn die Schmerzen noch heftiger werden dann soll ich nochmal in eine Schmerzklinik gehen. Es soll halt alles getan werden um stärkere Mittel zu vermeiden.
DENN, eine gute Nachricht gibt es heute doch. ICH BIN GENAU 1 JAHR MORPHINFREI!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Liebe Grüße an Alle, Euer Angsthase
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Zitat
ICH BIN GENAU 1 JAHR MORPHINFREI
Ein ganzes Jahr! Wow, das ist doch toll.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jahr. Auf daß es noch viele weitere werden.
Dann hoffe ich mal, daß Deine jetzige Medikation ausreicht.
Aber vielleicht ist eine Schmerzklinik nicht wirklich die schlechteste Idee. Natürlich weiß ich, daß man irgendwann genug von Kliniken hat, auf der anderen Seite weiß ich aber auch, daß wir Schmerzpatienten nach jedem noch so kleinen Strohhalm greifen sollten, um einigermassen komfortabel leben zu können.
Viel Erfolg -
Lieber dunge,
vielen DAnk für Deine Glückwünsche. Immer wenn solche Termine sind, dann denke ich an die Zeit zurück, in der ich Morphin entzogen habe. Eigentlich war der Entzug in der Klinik nicht sooooo schwer im Verlgeich an die ersten 5 Monate nach dem Entzug. Ich meine damit die Zeit, die dann kam, als ich wieder zu Hause war. Das war wirklich heftig. Also wenn ich das richtig sehe, dann war dieser psychische Entzug bzw. Entwöhnung das Schlimmste. Arg war es dann auch, als so nach 3 Monaten plötzlich meine Antidepressiva von einem auf den anderen Tag nicht mehr gewirkt hatten. Also wurde diese umgestellt. Als furchtbar kann ich mich auch noch an die langen WOchen erinnern, als ich immer dachte, dass ich Zement in meinen Beinen hätte so schwer waren die. Es war alles zuviel, jeder Meter den ich gehen mußte war total anstrengend. Aber nun genug gejammert, ich bin sehr froh das diese Zeit hinter mir liegt und ich hoffe so sehr, dass ich nicht mehr bei Morphin lande. Natürlich will ich dieses Medi nicht verteufeln, denn wenn man unerträgliche Schmerzen hat, dann ist man dafür dankbar. Nur wenn es irgendeinen anderen Weg gibt, dann nehme ich diesen. Danke, dass ich das alles nochmal sagen durfte, einen schönen Abend für Dich und bis bald, Angsthase -
Liebe Angsthase
Wenn es Dir hilft, kannst Du das auch noch ein paar Mal wiederholen.
Wir alle wissen, wie wichtig es ist, bestimmte Dinge aussprechen zu können oder niederzuschreiben.
Das kann sehr viel Anspannung lösen. Und genau dafür ist ja dieses Forum gedacht, daß man über seine Probleme schreiben kann.
Wenn man einmal längere Zeit Morphin hatte, möchte man das Zeug möglichst nie wieder haben. Wenn aber kein Weg daran vorbei führt, muss man es eben nehmen. Aber ich finde sehr gut, wie Du damit umgehst.
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