• Hallo Zusammen,

    ich wurd schon nett empfangen und hierher verwiesen und nun ja, meine Wunsch klingt immern bisschen unverschämt wenn ich die ganzen Leut hör, die aufhören wollen und so stark sind und so. Ich bin das momentan echt null. Eigentlich bin ich hier, damit bei mir vielleicht im kopf mal wieder was passiert..keine Ahnung. Gerade bin ich in der Substi auf Methadon und mein Doc will mich regelmäßig abdosieren. Und das will ich nicht.

    Ich hab ab und zu Beikonsum, denn ich finde, meine Dosis reicht echt nicht. Und ich suche auch noch ab und zu den Kick, bin da aber in der Regelmäßigkeit stabil. Keine Ahnung, wie ich das erklären soll, ich mag das eigentlich ganz gerne gerade und ich hab andererseitsn schlechtes Gewissen. Und dann reicht auch noch das Metha nicht. Und ich möchte einfach nur meine Ruhe und meine Kick und nicht den jungen motivierten doc, der mich am liebsten sofort auf subuxone umstellen würde und möchte, dass clean werd.

    Kennt ihr das? Was macht ihr? Wie sind Eure Kontrollen und Eure docs? Was sagt ihr?

  • Genau davor hab ich Angst. Ich will in die Substi gehen und ich befürchte, ich bin Dir da ganz ähnlich.

    Deine wievielte ist das? Und was ist das Subuxone, das du bekommen sollst? Wie Subutex?

    Ich hatte nur einmal ein Beratungsgespräch, aber das lief ganz okay, also da hatte ich nicht das Gefühl, dass man mich zu etwas zwingen will. Einen Entzug habe ich schon mal gemacht und bin momentan halbwegs stabil. Wenn man das so sagen kann. Was heißt eigentlich stabil bei dir so?

    Chrissi

  • Kurz - Suboxone ist ein ähnliches Präperat wie 'Subutex, beide Medikamente werden zur Substi eingesetzt und haben als Hauptwirkstoff 'Buprenorphin.
    Im Suboxone ist Nalaoxan enthalten, hebt also eine Wirkung von Opiaten teilweise oder gänzlich auf ... letztlich soll aber i.v. verhindert werden :winking_face:

    Wenn ihr vom Kick nicht absehen lernt, dann sehe ich echt Probleme langfristig clean zu bleiben, wenn am wen in der 'Substitution als "clean" bezeichnen will.
    Wenn die Substi-Dosierung nicht reicht, dann kann man das normal mit dem Arzt klären.
    Ist aber Beikonsum vorhanden, dann wird ein Arzt wenig gesprächsbereit sein :face_with_tongue:

    Ist euer Ziel denn nicht wirklich clean zu sein?
    Dauerhafte Substi ist doch auch nicht die Lösung, oder?

    LG Franz

  • Hi Franz,

    ja, stimmt schon, das mit dem Beikonsum ist Mist, die Sache ist eben, dass mir die Motivation für clean fehlt. Dafür häng ich zu sehr am Kick. Und lese damit natürlich och, dass dieses subuxone dann für mich schwierig wär. Ich brauch das ja nich immer, ich halt mich recht gut und baller's eben ab und an. deswegen schreib ich ja obne, ich hab fastn schlechtes gewissen mit meinem wunsch..aber mir gehts eben echt nicht richtig schlecht..

    cheers, ROb

  • Grundsätzlich möchte ich mal anmerken, das die Substitution kein Wundermittel ist. Sie ist auch nicht ein Mittel, auch nicht bei guter Dosisanpassung was den Suchtdruck oder die Suche nach dem Kick gänzlich nimmt! Sie stabilisiert längerfristig, weil ja durch die verschiedenen opiathältigen Präparate an den körpereigenen Opioid Rezeptoren angedockt wird. Allerdings bedeutet süchtig sein auch, gewisse Verhaltensweisen eingelernt zu haben, die sich nur mittels Ersatzmedikation nicht verändern werden. Das man Anfangs Beikonsum hat, ist meinen langjährigen Erfahrungen nach, als normal anzusehen. Es ist ein Charakteristikum der Sucht, Substanzen zu missbrauchen und das wird sich nur durch ein Substitut nicht verändern, wenn man nicht selber bereit ist, daran zu arbeiten. Damit meine ich, einerseits das finden des richtigen Substitut, als auch die richtige Dosierung, das dauert manchmal einfach länger. Aber auch und hier ist der Punkt, psychosoziale Begleitung. Wer nur bereit ist was zu schlucken aber nicht bereit ist, an den eingefahren Verhaltensmuster zu arbeiten, der wird dauerhaft NICHT clean werden. Die Substitution ist lediglich ein HILFSmittel zur Stabilisierung, die einen auch aus der Kriminalität wegholt, weil der Körper nicht ständig leiden und schreien muss, wenn man kein Zeug aufstellen kann. Letztendlich wird aber nur ein Zusammenspiel von medikamentöser Ersatztherapie und Psychosoziale Begleitung helfen. Auch darin die Sucht nach dem Kick oder nach der Nadel oder was auch immer zu mindern. Dafür braucht es aber auch Geduld. Eine Sucht kommt nicht von heute auf morgen und geht auch nicht von heute auf morgen - schön wärs.

  • Hey Rob

    als ich dein Geschriebenes gelesen habe musste ich erstmal schlucken, da ich, wenn ich an meine damalige H-zeit zurückerinnere, mich wieder selbst erkenne. Ich war 3 mal in ner Substi,2xPola,1xSubutex,immer mit Beikonsum,3 x mal auf Entgiftung im KH und letztendlich,was mich aus dem Elend rausbrachte in ner Langzeittherapie. Also ich weiss ganz genau, wovon du sprichst, wo du gerade stehst und dein Wunsch

    Zitat

    Und ich möchte einfach nur meine Ruhe und meine Kick

    kenn ich nur zu gut. Ich glaub aber diesem Wunsch kann man innerhalb einer Substitution nicht nachkommen. Wie gelberose schon sagte, die Substitution sollte nur eine Hilfestellung sein.Klar wär das der einfachste Weg, aber willst du das wirklich?Ich mein,willst du wirklich weiterhin einfach konsumieren für die "tollen" Kicks, die mit Krankheiten und evtl soagr auch dem Tod einhergehen? Allein das wär doch schon ne sehr gute Motivation,oder?
    Hach mensch, das willst du wahrscheinlich jetzt gar nicht hören...aber es ist so, und wenn ich Menschen wie dir begegne, die würd ich einfach nur gern rütteln und schütteln.
    Bedenke auch das man nicht ewig mit Beikonsum in ner Substi bleibt,iwann kommt es raus und was dann?
    Ich wünsche dir dass du iwann genügend Motivation findest :smiling_face: LG

  • Hey Leute,
    ja, ich weiß schon, dass die Substitution eigentlich nicht das Richtige ist für mich. Ich habe damit halbwegs mein Leben im Griff..weil ich einigermaßen ab und zu Jobs nachgehen kann und nicht sofort wieder pleite bin, schreibt ja Future auch - ich klau nicht, ich komm ganz okay klar, ich bin recht stabil..ich habe mich irgendwie mit den Risiken arrangiert bzw. für mich irgendwie festgestellt, dass ich lieber dieses Leben hier lebe. Ist irgendwie schwierig, einen anderen Weg zu sehen. Ich kenne ja das cleane Gefühl und ich wills eigentlich nicht..und ich weiß momentan auch einfach keinen Grund mehr noch irgendwas zu machen. Die Sache ist eben, dass ich das Gefühl hab, dass ne Therapie eben sinnlos ist, weil ich ja nichts Anderes will als das hier..ich hätte gerne ein bisschen mehr festigkeit damit ich besser ab und zu arbeiten kann und so..klar, ich will mir keinen dreckigen Scheiß spritzen undn Ei im Arm - nee danke..aber nüchtern war mein Leben jetzt auch nicht der hammer und momentan ist ja nichts schlimmes dabei..ich bin in diesem Hamsterrad, erscheint eben alles wahnsinnig sinnlos..

  • Hier gibts irgendwo einen Thread von mir: Ich kann einfach nicht leben in dieser Welt. Mir ging es damals genauso wie dir. Ich wollte auch gar nicht clean werden, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe. Vermutlich ein Mitgrund warum ich dann in Substitution eingestellt worden bin. Auch wenn das natürlich nicht alles wett macht. Ich sehe übrigens das Ziel einer Substitution nicht vorrangig im clean sein! Schön wäre, es wenn du vielleicht, so gut eingestellt werden kannst und mit ein bisschen daran arbeiten von deiner Seite (Strategien entwickeln) halbwegs stabil bist, wie du beschreibst. Denkst du das könnte sich irgendwie machen lassen? Wie war dein Leben vor der Substi und wie ist es im Vergleich dazu jetzt? Gibt es Verbesserung oder Verschlechterung, oder ist alles gleich geblieben??

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    Zitat von red_robert;236696

    Hey Leute,
    ja, ich weiß schon, dass die Substitution eigentlich nicht das Richtige ist für mich. Ich habe damit halbwegs mein Leben im Griff...

    Das würde mein Arzt einmal als vorrangiges Ziel bezeichnen bei der Substitution! Überhaupt fliegen bei uns ganz selten welche. Wenn sie es wirklich zu bunt treiben oder sonst irgendwie auffällig werden. Aber Beikonsum haben einfach über 70%, da muss man halt das Ziel erstmal anders setzen oder die Prioritäten. Zuerst gilt es Schäden zu minimieren, physisch als auch psychisch und bei vielen überhaupt einmal erst das (über)-leben zu sichern.

  • Hey Future, danke für Deine Antwort..spannender Werdegang. Ich habe eine Seite gefunden, die es noch nicht so lang zu geben scheint, die ziemlich meine Gedanken widerspiegelt. Da geht's auch um Substitution und Metha und Beikonsum und so, vielleicht weiß ja einer von Euch, wem der Link weiterhelfen könnte:
    [ta=Franz]Link entfernt, wir werben nicht für diese Seite[/ta]
    ich hab mich da irgendwie sehr verstanden gefühlt. Es ist ja nämlich so, dass ich das Leben jetzt durchaus mag und nicht schlechter dran bin als vor der Drogenzeit. Anders schlecht, manchmal - klar. Aber dazwischen auch immer wieder so, dass ichs nicht sein lassen will..was sagt ihr Euren Patienten, wenn die so ticken?

  • Hey red robert

    Ich kann dich gut verstehen kommt mir bekannt vor.

    Ich bin seit 4 1/2 Jahren im Methadon Programm. Mittlerweile bin ich bei 34mg, gestartet bei 120mg. Ich ging damals freiwillig in die Abgabe, da ich damals obdachlos war und es mir sehr schlecht ging. Hatte dann Monate lang noch Beikonsum (Benzos).
    Das eigenartige ist, dass ich relativ leicht vom H die Finger lassen konnte.
    Aber das Schrägste am ganzen ist, dass ich im Schnitt immer all halbes Jahr nen Rückfall habe. Obwohl ich weiss, dass es nichts bringt. Denn das H wirkt bei mir gar nicht mit dem Methadon zusammen. Nach jedem Rückfall geht es mir beschissen und ich kanns wieder für ein paar Monate lassen. Doch das Verlangen ist häufig immernoch da. Ich sage mir immer: Habe täglich das Methi, also nehm ich ja auch was. Zusätzlich hab ich meine verschriebenen Schlafmedis, also werf ich ja was ein.
    Aber ohne Methadon zu leben kommt für mich auch nicht in Frage. Es gibt mir Sicherheit.

    Versuch es mit der Therapie, gib ihr eine Chance. Auch wenn du im Moment nicht mit dem H aufhören möchtest.

    Liebe Grüsse

    Lavitha

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