Was kann ich tun um meinem Partner zu helfen?

  • Hallo zusammen,
    ich habe gesehen, dass es hier auch ein Angehörigen Platz gibt, aber ich möchte wirklich von euch wissen, was ihr euch von euren Partnerinnen wünscht.

    Mein Freund kifft schon lange und täglich. Wir sind nun zwei Jahre zusammen und seitdem erlebe ich täglich mit, wie sehr er selber leidet und sich weiter kaputt macht.
    Seine Sucht ist eine Belastung für ihn, ich, seine Tochter und unsere Beziehung. Oft bin ich am Ende meiner meiner Kräfte, aber ich will und kann ihn nicht einfach verlassen. Ich weiß, dass er ohne Gras mein Traumprinz ist.

    Er selber sagt mir seit zwei Jahren immer mal wieder, "jetzt muß ich wirklich aufhören", "das geht auch wirklich nicht" (wenn ich ihm sage, dass bekifft Autofahren oder auf der Arbeit Kiffen wirklich zu weit gehen)...er hat auch tatsächlich ein paar mal versucht aufzuhören, aber irgeneinen Grund gibt es ja immer, doch wieder nach Holland zu fahren: zu viel Stress, er muß sich "belohnen", das ist quasi Medizin gegen die Kopf- oder Rückenschmerzen, nur damit kann er schlafen und zur Ruhe kommen...usw.

    • :bi:

    Ich habe ihn oft gefragt, wie ich ihn unterstützen kann, wenn er versucht aufzuhören...wir haben verschiedenes ausprobiert, zuletzt hat er mir all sein Bargeld und Bankkarten gegeben um nicht die Möglichkeit zu haben "mal eben" zu fahren. Das ging mir zu weit. Es kamen Vorwürfe, ich hätte kein Verständnis, ich sei intolerant und würde nur schlechte Stimmung machen.
    Da ich selbst psychisch auch nicht ganz stabil bin kann ich das einfach nicht leisten. Ich bin ja nicht seine Mutter, die mit erhobenen Finger vor ihm steht! Seitdem bekomme ich keinerlei Antworten mehr von ihm.

    Nun, er ist vor Jahren in eine Depression gerutscht und nimmt seitdem Antidepressiva. Starke Dinger, die natürlich auch seinen Antrieb steigern sollen. Das Kiffen drückt diesen Antrieb wieder zurück ins Sofa.

    Jetzt ist es wieder soweit, dass er sich fest vorgenommen hat aufzuhören. Er hat sich heute nochmal eingedeckt und zum Wochenende will er aufhören, da er dann vier Tage frei hat und sich damit erhofft, dass er es wegen dem Entzug besser schafft.
    (Von den Malen zuvor weiß ich dass er schlecht bis gar nicht schläft, Alpträume hat, sehr viel schwitzt, absolut dünnhäutig und gereizt ist und er hat sehr große Angst wieder in eine Depression zu fallen).
    Da ich den Haushalt mit allem drum und dran fast alleine schmeiße, auch arbeiten gehe, finanziell vieles auffange und es mir wirklich schwer fällt noch zu glauben, dass er überhaupt aufhören kann oder wirklich will, weiß ich nicht was ich noch tun kann.


    Zurück zu meiner Ausgangsfrage: Was wünscht ihr euch an Unterstützung, was würde wirklich helfen?

    Vielen Dank schon mal für viele Antworten

    eure Zuversicht

  • Hallo Zuversicht,

    zunächst einmal herzlich willkommen im Forum. Schön, dass Du hierher gefunden hast.

    Als Co-Abhängige von der Sucht Deines Mannes hast Du es nicht leicht. Was würde ich mir an Deiner Stelle wünschen?

    Dass Dein Mann sich für das Wochenende noch einmal eingedeckt hat, um drogentechnisch noch einmal richtig abzustürzen, ist kein gutes Zeichen. Warum nicht sofort aufhören, wozu der Aufschub?

    Der Entzug vom Thc dauert einen bis drei Monate, hier ist zumindest mit Kreislaufproblemen und Schlaflosigkeit zu rechnen – das hast Du bereits beschrieben. Auch die weiteren von Dir beschriebenen Symptome hängen mit der klassischen Cannabis-Entwöhnung zusammen.

    Hilfreich ist viel Sport und Bewegung in der freien Natur – daneben Johanniskraut-Tee und heiße Wannenbäder.

    Antidepressiva in Verbindung mit Cannabis sind eine gefährliche Mischung. Du bzw. Dein Mann sollte Rücksprache mit dem Neurologen/Arzt halten, der die Medikamente verschrieben hat.

    Und natürlich muss Dein Mann den Entzug wirklich wollen.

    LG Mickey

  • Servus Zuversicht,

    ich habe es mal dahin verschoben wo es hingehört, also besser passt, eben in den Bereich Angehörigenboard :smiling_face:

    Wenn ich deine Frage richtig verstehe, dann willst du wissen was sich ein Süchtiger vom Partner wünscht?
    Dann wäre die Antwort in den meisten Fällen - lass mich konsumieren und halte still :face_with_tongue:

    Das aber kann es nicht sein, wenn wer wirklich aufhören will :winking_face:
    Als erstes muss dir klar werden, du kannst dich auf den Kopf stellen, wenn dein Freund nicht aufhören will, dann kannst du gar nichts machen.
    Man muss aber deswegen seinen Partner nicht gleich verlassen, aber sich schon fragen, was ich tun werde, wenn er es nicht endlich beendet.
    Aber nur weil man mit einem Cannabissüchtigen zusammen lebt, deswegen ist man nicht gleich 'co-abhängig :dg:

    Doch wenn er nun entzieht, dann kannst ihm natürlich viel helfen ...
    Man kann gut zureden, man kann einen verwöhnen und motivieren, den Partner unter den Arm nehmen und spazieren gehen, Schwimmen gehen, für Ausgleich sorgen.
    Wenn er zu 'Depressionen neigt, dann ist in der "dunklen Jahreszeit" viel natürliches Licht gut, also raus in die Natur und Winterspaziergänge machen.

    Zu Symptomen beim Cannabisentzug findest du auf unserer Seite "Lass das Gras" Informationen ==> Lass das Gras - Verschiedenste Informationen über Cannabis, Wirkung, Entzugserscheinungen (unterer Teil).
    Insgesamt können sich verschiedene Sachen hinziehen, doch 3 Monate würde ich nicht sagen, dass ein Entzug dauert!
    Vermutlich meint Mickey bis alles vollständig abgeklungen ist ...
    Mit 4 Tagen ist es aber schon sehr eng bemessen, ich hätte eher empfohlen, dass er sich eine Woche aus dem Job zurück zieht.
    Vielleicht ist das aber so gemeint, 2 Wochenenden und dazwischen eben die Urlaubstage samt Faschingstag - je nachdem woher ihr kommt :winking_face:

    Du selbst wirst beim Arzt deines Freundes nichts erreichen, es sei den er hat den Arzt dir gegenüber der Schweigepflicht entbunden :gj:
    Da er aber ein AD nimmt (welches eigentlich und in welcher Dosierung??), da sollte er umgehend mit dem verschreibenden Arzt alles weitere besprechen.
    Unter Einfluss von Medikamenten kann sich auch der THC-Entzug anders entwickeln oder einfach ungewohnt heftig werden.
    Dein Freund nimmt nun seit Jahren ein AD? Passiert da sonst nichts, also Therapie oder so?
    Wer verschreibt denn überhaupt, der Hausarzt??

    LG Franz

  • Hallo Zuversicht

    Zitat

    Da ich selbst psychisch auch nicht ganz stabil bin kann ich das einfach nicht leisten

    Das musst Du auch nicht, finde ich.

    WENN er irgendwann dazu bereit ist ... WENN er sich professionelle Hilfe vielleicht Sucht und den Entzug macht ... dann bist Du gefragt. Zu ihm zu stehen, Verständnis zu haben, wenn er mal ungeduldig wird, wenn er "leidet" ... welches auch wieder vorbei geht - ist ja wie Mickey schon sagt - ne Sache von überschaubarer Zeit. Ihn in DER Zeit nicht fallen zu lassen ist das Wichtigste.

    Ich wünsche Euch Glück und Deinem Freund einen kräftigen Ruck in die richtige Richtung.

    Alles Liebe,

    Leben

  • Hi,

    als Angehörige kannst du eigentlich wirklich nicht soo viel tun.
    Klar, Verständnis aufbringen, wenn er gerade aufhört...hilft natürlich.

    WOLLEN muß ein Süchtiger es aber echt von alleine, denn dann geht es auch.
    Etwas bedenklich finde ich die Kombi von Thc und AD's - das sollte wirklich mit nem Arzt abgesprochen werden.

    Der Entzug an sich ist wohl auf etwa ne Woche anzusetzen, wie lange das Kopfkini geht, das Vermissen der Droge etc...
    ist absolut unterschiedlich.

    Ansonsten gilt wirklich: Passe auf dich auf!

    Viel Glück.LG.Gane

    PS. Dein Partner könnte sich ja hier anmelden, wenn es ihm wirklich ernst ist.
    Zu lesen, das man nicht alleine ist, hat mir verdammt viel geholfen...

  • Das AD bekommt er vom Psychiater. Venlafaxin 150 mg (seit ca 1 1/2 Jahren, davor bis zu 275 mg). Keiner seiner Ärzte weiß von seinem Konsum...bis jetzt, und ich glaube nicht, dass er das jemals mit einem seinem Ärzte besprechen würde. Er hat zwei Jahre lang eine Therapie wegen der Depression gemacht und meint, das würde vollkommen ausreichen, da er weiß worum es geht.
    Wir arbeiten beide im sozialen Bereich (Behindertenhilfe) mit Schichtdienst und haben alle zwei Wochenenden frei, Feiertage nur, wenn's mit dem Dienstplan so auskommt. Also er hat tatsächlich von Freitag bis einschl. Montag frei und hat sich gestern eben bis Donnerstag Abend noch was gekauft, damit er den Entzugstress nicht im Dienst hat. Vermutlich wird er wirklich nicht mit den vier Tagen auskommen, aber da weiß er auch, dass er sich krank melden muß und ich hinter ihm stehe.
    Er scheint schon zu merken, dass ich mich ändere, denn eben heute Morgen hat er mich darum gebeten ab Freitag mit ihm Laufen zu gehen. Er möchte Gewicht los werden, um dann mit mir schwimmen zu gehen. Er gab das erste Mal zu, dass er mit sich total unzufrieden ist und sich nicht mehr im Spiegel ansehen mag. Dennoch war er schon sehr angespannt, denn ab Freitag nicht mehr zu Kiffen macht ihm Druck.
    Oh je, das kann was geben

    • :ce:

    Eure Antworten haben mein schlechtes Gewissen beruhigt. Ich lasse ihn wirklich nicht hängen, nur weil ich ihm eben nicht mehr beim Kiffen zu sehe, sondern meinen Interessen nachkomme. Und ihm scheint es etwas Antrieb zu geben (auch wenn ich mir selber nicht wieder mal zu viel Hoffnung machen will) aufzuhören.

    Ja, das mit dem Verwöhnen ist so eine Sache. Er lehnt wirklich vieles ab. Baden mag er gar nicht, Massagen hat er seiner Meinung nach nicht verdient und bekochen lassen mag er auch nicht. Sobald er wieder klar denkt bekommt er ein schlechtes Gewissen, weil er dann sieht, was ich ihm alles abnehme und wie viele seiner Aussagen und Vorwürfe eigendlich ungerechtfertigt waren und sind. Das ich das freiwillig und gerne tue spielt für ihn keine Rolle.
    Ich versuche ja schon so viel wie möglich nicht alleine machen zu können (Auto reparieren, Computerkram usw.) aber ich will mich nun mal auch nicht kleiner machen als ich bin und ich bin es gewohnt Dinge alleine zu tun. Und meiner Psyche tut es nun mal gut, als Frau z.B. auch handwerkern zu können. Ich will ja keinen Partner mit dem ich zusammen sein muß, sondern zusammen bin, weil es einfach schöner ist zu zweit.
    Er weiß auch dass wirklich alles MIT ihm durchmache, aber nicht FÜR ihn.

    Wahrscheinlich brauche ich einfach mehr Geduld mit ihm. Seine bisherigen Frauen waren (Gott sei Dank) so ganz anders als ich und dadurch, dass ich eben eigendlich mit Spaß und ohne Drogen durch mein Leben gehe spiegel ich ihm täglich wie "Normalität" auch sein könnte.

    Drückt mir die Daumen, dass ich schaffe auf meinem Weg zu bleiben und er es schafft wirklich aufzuhören!

    Vielen Dank

    Zuversicht

  • Beitrag von kleine Maus0005 (25. Oktober 2019 um 14:23)

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