Selbstverletzung, Selbsthass, Alkohol?

  • Früher habe ich mich aus Wut selbst verletzet, auch wenn ich niedergeschlagen war.
    Irgendwann ging der Grund verloren, es schien mir eine ganze Weile so als würde ich mich grundlos verletzen.
    Ich war dann über zwei Jahre vollkommen weg davon, und vor knapp drei Monaten fing ich anscheinend erneut grundlos wieder damit an.
    Es schien nicht mal Stimmungsabhängig zu sein, ich habe mich dann über einen Zeitraum von einer Woche wieder täglich selbst verletzt, vollkommen aus dem Stehgreif.
    Ich bin nun seit dem wieder „clean“.
    Es geht mir jedoch nicht mehr aus dem Kopf, ich frage mich ständig warum, und der Drang ist immerzu da, aber ich habe keinen Impuls ihn auszuführen.

    Es war als würde ich in diesen Momenten nichts fühlen, keinen Schmerz, keine Gefühle, nichts.
    Ich frage mich seitdem ob diese Handlungen eine Art Selbsthass sind, wobei ich eigentlich sagen muss mich sehr zu mögen.
    Kennt jemand solche Situationen und Handlungen, diese Drang sich selbst zu verletzen ohne ersichtlichen Grund?

    Eine andere Theorie von mir bezieht sich auf den Konsum von Alkohol.
    Zu diesem Zeitpunkt bekam ich neue Medikamente, die zusammen mit Alkohol zum Tode hätten führen können, und ich habe deshalb nichts getrunken.
    Hat da jemand eine Vergleichsmöglichkeit?
    Erhöht sich das „Risiko“ von Selbstverletzung in Zeiten in denen kein Alkoholkonsum möglich ist?

    Bin gespannt auf eure Antworten.

  • Hallo Greg,

    Selbsthass ist sicherlich ein Grund für das SVV. Einer von vielen. Und es ist eine Sucht, genau wie Drogen und Alkoholismus. Ich hab das auch schon oft bei mir selbst bemerkt, wenn ich aus Selbsthass oder sonstigen Gründen einen Rückfall hatte. Ein paar Tage später hatte ich die Ursache vielleicht nicht mehr, aber das Verlangen nach dem SVV schon. Gewohnheit, Abhängigkeit.

    Und so kann es auch sehr gut sein, dass das "Risiko", sich selbst zu verletzen höher wird, wenn man andere Süchte nicht ausleben kann - Suchtverlagerung.

    Ich hoffe, meine Antwort konnte dir weiterhelfen!
    Liebe Grüße
    rose

  • Hi Greg,

    ich kann mich der gelben Rose da anschließen. Ich denke Alkohol, Drogen oder Selbstverletzung sind allesamt "destruktive" Bewältigungsstrategien, die darauf abzielen mit z.B. innerer Anspannung, "nichts mehr fühlen", intensiven Gefühlen, schlimmen Gedanken usw. umgehen zu können. Wenn Du den Alkohol weglässt, aber keine "konstruktiven" Strategien hast mit Dir und Deinem Seelenleben umzugehen, erhöht sich meiner Meinung nach das Risiko sehr in solchen Momenten auf andere gewohnte Muster wie Selbstverletzung zurück zu greifen.

    Hm, ich hoffe ich hab Deine Frage jetzt getroffen....

    LG Minun

  • Vielen Dank euch beiden, hier habt genau den Punkt getroffen den ich mir erhofft hatte.
    Ich muss gestehen das ich noch nie im Bereich Sucht überlegt hatte, da ich Selbstverletzung bis jetzt nicht als eine solche gesehen habe.
    Ich konnte mich immer kontrollieren, auch wenn die Gedanken ständig da waren, habe ich ohne große Anstrengung geschafft immer wieder damit aufzuhören, und das sehr leicht (wenn ich es wirklich wollte versteht sich, nicht mit halbem Herzen).
    Deshalb hätte ich auch nie an Suchtverschiebung gedacht, danke für diesen Hinweis.

    Ich weiß nicht recht ob ich mich heute noch aus den selben Gründen verletze wie früher, ich fühle viel mehr nichts mehr in diesen Momenten.
    Vielleicht ist es grade das, vielleicht ist es einfach der Wunsch etwas zu fühlen.
    Ich bin ein sehr emotionsarmer Mensch, wenn es um anderes geht wie sich schlecht zu fühlen, sodas ich in lichten Momenten einfach innerlich tot bin.

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