Trennung wegen Drogen-u. Alkoholkonsum

  • Trennung wegen Cannabiskonsum, aber wie?[INDENT]Hallo, ich brauche dringend einen Rat. Ich habe vor ca. 2 Jahren bei meinem Mann Cannabis gefunden. Ich konfrontierte ihn mit meiner Entdeckung. Er meinte, darauf habe er halt manchmal Bock. Schließlich stellte ich ihn vor die Entscheidung entweder ein Leben mit mir und Entzugsklinik oder Trennung. Er ging in die Klinik. Für mich war das damals der größte Liebesbeweise und Beweis, dass ich ihm mehr wert bin als die Droge. Ich vertraute ihm wieder und es schien alles gut. Nun habe ich vor 6 Monaten durch Zufall in seinem Auto wieder Cannabis gefunden. Daraufhin gab es einen riesen Krach, er warf mir vor, ihm nachzuspionieren, spielte alles herunter und beteuerte mir, dass er alle paar Wochen mal was raucht und dies wäre kein Drama, ich solle nicht den Moralapostel spielen, er wäre schließlich erwachsen. Seit ich von seinem Rückfall weiß, konsumiert er immer häufiger (z. Zt.ca. jedes 2. Wochenende), jedes Mal in Verbindung mit Alkohol. Mittlerweile habe ich entdeckt, dass er Geld vor mir versteckt (ich nehme an, das investiert er in seine Drogensucht). Nun bin ich so weit, dass ich aus dem gemeinsam gemieteten Haus ausziehen möchte. Ich habe zwei Kinder aus erster Ehe, die sicher sehr darunter leiden, wenn ich "verkünde", dass ich die Trennung will, da sie meinen Mann ins Herz geschlossen haben. Vor allem vermute ich, dass die 3-montige Kündigungsfrist für das Haus (die wir ja beide einhalten müssen) mir das Genick bricht. Ich glaube nicht, dass ich 3 Monate mit meinem Mann unter einem Dach leben kann, wenn er weiß, dass wir getrennt sind. Denn ich bin mir sicher, er würde wieder anfangen, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und nicht nüchtern sein, wenn er hier zu Hause ist. Außerdem würde er die Kinder und mich ignorieren und nur noch tun und lassen was er will - ohne Rücksicht auf uns (so war es früher bei heftigen Streits zwischen uns auch). Bitte nicht falsch verstehen, so ist er ein sehr lieber Mann und hilft wo er kann. Er kümmert sich um die Kinder und mich, beteiligt sich an Spielen und Ausflügen usw. Jedoch nur, so lange alles heile Familie ist und ich meinen Mund bezüglich der Drogen nicht öffne. Mit diesem Thema darf ich ihn nicht mehr konfrontieren. Ich muss zufrieden damit sein, dass ich davon weiß, aber verurteilen darf ich ihn nicht, da ist er sofort auf 180. Gibt es irgendeine Möglichkeit, ihm meinen Trennungs- u. Auszugswunsch zu verheimlichen? Kann ich den gemeinsam unterschriebenen Mietvertrag auch alleine kündigen? Ich bitte euch um zahlreiche Antworten, da ich mit meiner Weisheit am Ende bin. [/INDENT]

  • :ce: Hmmmmmmmmm - also ganz ehrlich???
    Für MICH liest sich das so, als wären da unter der Drogenkiste noch einige andere Sachen im Argen?!

    Ich finde, ihr habt beide ein Problem mit der Wahrheit (hohes Ideal, ich weiß).
    Zumindest habt ihr ein großes Kommunikationsproblem.

    Wäre nicht der Weg zu einer Paarberatung vorzuziehen; sich gemeinsam Hilfe suchen?

    LG.Ganesha

  • naja, mit anderen worten, ihr habt fertig.
    wenn ihr zusammen einen mietvertrag habt, dann müßt ihr gemeinsam kündigen. es sei denn, der vermieter ist damit einverstanden, wenn einer von euch in dem mietvertrag verbleibt. da kannste nur fragen. allein geht das nicht. es sei denn, du hast so viel geld und kannst dir ne zweite miete leisten.

    lg uwe

  • Hallo WeisheitamEnde,

    ein bisserl ratlos und auch betroffen macht mich dein Post schon.

    Anscheinend ist das Cannabis für dich ja ein absolutes Problem. Dies kann ich zwar nicht nachvollziehen, muss ich aber auch nicht, denn wenn es für dich tragisch ist, dann ist das ja genau so ernst zu nehmen, denn dich betrifft es ja.

    Aber ich finde es schon traurig, daß Du da gleich so einen rigorosen Schlußstrich ziehen willst, obwohl er ansonsten ...

    Zitat

    ist er ein sehr lieber Mann und hilft wo er kann. Er kümmert sich um die Kinder und mich, beteiligt sich an Spielen und Ausflügen usw.

    ...anscheinend ein guter Partner ist.

    Zur Trennung selber denke ich, daß Fairness die beste Vorraussetzung für eine gute und saubere Trennung ist. Warum willst Du ihm denn verheimlichen, daß Du dich deswegen trennen möchtest?

    Zitat

    Außerdem würde er die Kinder und mich ignorieren und nur noch tun und lassen was er will - ohne Rücksicht auf uns (so war es früher bei heftigen Streits zwischen uns auch).

    Du meinst, er würde auch die Höflichkeitsnormen nicht mehr einhalten - Kein "Guten Tag" und Co?
    Daß der verlassene Partner sich mehr auf die eigenen Bedürfnisse bezieht, halte ich hingegen schon für sehr verständlich und auch situationsangemessen. Was erwartest Du denn von ihm? (Oh je...das meine ich nun aber nicht in einem patzigen Ton, sondern ganz ernsthaft)

    Ich würde mir die Frage stellen "Was für eine Trennung möchte ich?" und dann versuchen, sie möglichst so zu gestalten. Natürlich liegt es immer an Beiden, wie die Trennung am Ende real aussieht. Aber zumindest kann man es versuchen.

    Und - willst Du denn die Trennung, oder willst Du eher, daß er sich in diesem Punkt anders verhält?

    LG Wolke

  • Hallo Wolke,
    ja, für mich ist es ein riesen Problem. Erstens arbeite ich in einem Bereich, in dem ich genau das Gegenteil von dem lehre, was mein Mann praktiziert. Aus Überzeugung, Erfahrung mit Suchtkranken und meinen eigenen moralischen Grundsätzen kann ich bzgl. Drogenkonsum keine Kompromisse eingehen. Nicht zu vergessen sind die Heimlichkeiten und Lügen meines Mannes. Nach seinem Entzug habe ich ihn fast in den Himmel gehoben und ihm immer wieder gesagt, wie stolz ich auf ihn bin, dass er nichts mehr konsumiert. Er hat mich jedes Mal angelächelt und gesagt, er wäre ebenso stolz auf sich, das geschafft zu haben. Zu dem Zeitpunkt als ich wieder Drogen bei ihm entdeckte, wurde mir bewusst, dass ich ihm blind vertraut habe und gleichzeitig wie dreist er mir ins Gesicht lügen kann.
    Es handelt sich also um zwei Probleme, Konsum und Unehrlichkeit. Das ist für mich nicht die Basis einer Ehe.

    Natürlich hast du recht, dass zu einer Trennung Fairness gehört. Doch kenne ich meine Mann, selbst wenn ich offen mit ihm spreche, wird er sich nicht fair verhalten. Wir standen schon einmal kurz vor der Trennung. Damals haute er einfach ab, nächtigte eine Zeit lang bei Gleichgesinnten (erfuhr ich erst im nachhinein - für mich war er in dieser Zeit nicht erreichbar) und stellte seine anteiligen Zahlungen (Miete,Strom usw.) ein. Irgendwann hat er sein Handy wieder eingeschaltet, nach ettlichen Telefonaten einigten wir uns darauf, uns nocheinmal eine Chance zu geben. Ich fragte ihn, ob er dann bitte heute nach Hause kommt. Er meinte, er würde gerne, doch er sei total high und noch Volltrunken. So holte ich ihn bei seinem Dealer ab. Heute denke ich mir manchmal wie dämlich ich war, ich hätte ihn dort sitzen lassen sollen.

    Nun kennst du einen kleinen Ausschnitt seines Verhaltens. Menschen ändern sich nicht, wenn sie es nicht selbst wollen. Da mein Mann für jegliche Verhaltensänderung keinen Anlass sieht, wird er nicht fair reagieren, wenn ich ihm meine Absicht mitteile. Im Gegenteil, mit seinem Verhalten versucht er mir zu vermitteln, dass ich finanziell abhängig von ihm bin (Miete usw.). Klar ist mir bewusst, dass er aus der Verletzung und durch seinen Stolz so reagiert, doch mit Fairness hat dies nichts zu tun. Bisher bin ich nur den offenen und ehrlichen Weg gegangen, doch durch die Reaktionen meines Mannes hat mir das letztendlich nur immer selbst weh getan.

    Was die Höflichkeitsnormen betrifft...vergiss es. Bei dem Krach damals kam er zwischenzeitlich zum Essen und duschen nach Hause und hüllte sich in eiskaltes Schweigen, ignorierte mich völlig.

    Hört sich schlimm an. Er ist ein überzeugter Egoist, wenn es um seine Bedürfnisse und seinen Stolz geht. Kritik verträgt er überhaupt nicht. Diskutieren kann er nicht. Und doch ist er ein umgänglicher und liebevoller Mensch, wenn sich die Familie nach ihm richtet. Vielleicht hätte ich in meinem ersten Beitrag mehr Einzelheiten schreiben sollen. Z.B. Ausflüge und Spiele macht er mit - doch müssen diese im Vorfeld geplant sein, so dass er Zeit hat sich darauf einzustellen. Wenn ich abends spontan sagen würde "hey, habt ihr Lust auf ein Gesellschaftsspiel?" würden die Kinder jubeln und er hätte kein Bock dazu und würde meine Idee auf morgen oder übermorgen verschieben, damit er sich darauf einstellen kann.

    Leider ist mir viel zu spät aufgefallen, dass wir uns alle nach ihm richten. Normalerweise erwartet man doch, dass ein Mann, der sich auf eine Familie einlässt, bereit ist sich anzupassen. Und nicht anders rum.
    Gerade wird mir klar, dass wir doch mehr Probleme als Drogen und Unehrlichkeit haben.

    Ich merke immer mehr, dass Liebe allein nicht stark genug ist uns weiter zusammen zu halten.

    Liebe Grüße,

    WeisheitamEnde

  • Hallo Ganesha,
    Paarberatung war bereits ein Thema. Das habe ich damals - nach einem Streit und beinahe Trennung - vorgeschlagen. Mein Mann hat damals auch sofort zugestimmt, was mich überraschte. Als ich dann erfuhr, dass er überall herum erzählt, es wäre sein Vorschlag gewesen, mit mir zu einer Paarberatung zu gehen, weil ich unbedingt etwas an mir ändern muß, habe ich beschlossen, es dann auch ihm zu überlassen, dass er sich um einen Termin zu einer Paarberatung kümmert. Das gefiel ihm gar nicht und deshalb ist auch bis heute noch nichts passiert. Mittlerweile ist mir meine Ehe auch nicht mehr so viel wert, dass ich heute noch einen Sinn in einer Paarberatung sehen würde. Vorallem hat mir mein Mann damals gesagt, dass seine Drogen- und Alkoholgeschichten nichts bei einer Therapie verloren haben und niemanden was angehen. Also, wozu dann noch Paarberatung wenn er von Beginn an wieder verschleiern möchte?

    LG WeisheitamEnde

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    Hallo Uwe,

    danke für die Antwort. Ich hab mir das schon gedacht, dass es in der Situation keinerlei Hintertürchen gibt, aber fragen kostet ja nix.

    Lg WeisheitamEnde

  • Zitat von WeisheitamEnde;226734

    Aus Überzeugung, Erfahrung mit Suchtkranken und meinen eigenen moralischen Grundsätzen kann ich bzgl. Drogenkonsum keine Kompromisse eingehen.

    ..wenn ich Deine Posts so lese dann haben Dich Deine Erfahrungen mit Suchtkranken da ganz schoen im Stich gelassen oder Du hast nicht richtig hingesehen....aber Du schreibst ja selbst von blindem Vertrauen...

    Zitat von WeisheitamEnde;226734

    Es handelt sich also um zwei Probleme, Konsum und Unehrlichkeit. Das ist für mich nicht die Basis einer Ehe.

    ...das ist ganz normales Suchtverhalten also eigentlich nur ein Problem naemlich die Sucht....und das kannst Du getrost auf alle weiteren dadurch entstehenden Verhaltensmuster wie Egoismus und Unfairniss uebertragen...solange seine Sucht da ist wird sich da nichts aendern vielleicht auch nicht aendern koennen und es bedarf da auch fuer Kleinigkeiten eine Zeitplanung damit die Zeit fuer den Suchtkonsum auch vorhanden bleibt, spontan geht da fast gar nichts wenn man so kurz davor steht den naechsten Konsum durchzufuehren....

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  • Hallo Siegfried,

    meine Erfahrung im Bereich Suchtkrankheit hat mich im Stich gelassen, das ist richtig. Bitte bedenke, dass ich beruflich einen gewissen Abstand zu Klienten wahre und dadurch klaren Verstand habe. Privat spielt der emotionale Bereich eine große Rolle und ich vermute, deshalb hat auch jemand wie ich Hoffnungen und Illussionen.
    Was du schreibst, weiß ich eigentlich alles selbst. Und trotzdem laufe ich in meiner Partnerschaft vor der Realität davon. Ich sollte aufhören die Wahrheit zu verdrängen und endlich Nägel mit Köpfen machen.
    Danke dir, hast mich mit deiner Konfrontation über die Tatsachen ein Stück weit aus dem Dornröschenschlaf geholt.

    Lg WeisheitamEnde

  • Hi,

    nun, mit mehr Info's relativiert sich das Ganze doch erheblich.
    Ich versuche halt immer noch & immer wieder, erstmal das Gute rauszusortieren.
    Mit den jetztigen Info's hätte ich dir wahrscheinlich auch zu ner Trennung geraten.
    Ich bin eher in der Ecke "Lieber nen Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende" zu finden...

    Wie du das allerdings nun regeln kannst, da habe ich leider keine Idee dazu!
    Wird wohl darauf rauslaufen, dass du die Hilfe eines Amtes brauchst, oder dir was pumpen mußt?!

    LG.Gane

  • Hallo,

    vielleicht könnte euch ja ein Mediator für die Trennung helfen? Bei mir kommt im Moment an, als ob es mehr ein "Weil Du" ist, was zur Trennung führt - und das empfinde ich als etwas kritisch.

    Wenn Du die Trennung willst, weil es für dich nicht geht mit dem Misstrauen und seinem Verhalten, dann ist das eine legitime Entscheidung, aber ich finde, die Verantwortung sollte dann nicht ihm zugeschustert werden.

    Ich mein, zum Einen - ist es denn Sucht? Nicht jeder Konsum ist gleichbedeutend mit süchtig und deine bisherigen Angaben - ca. jedes zweite Wochenende - lassen ja nun nicht den Schluß "Sucht" zu. Das mit der Ehrlichkeit und dem Vertrauen ist ein Problem, aber auf der anderen Seite - hätte er denn die Möglichkeit gehabt, ehrlich zu sein? Für mich liest es sich so, als ob Ehrlichkeit gar nicht möglich gewesen wäre, weil Du dies Verhalten eben nicht akzeptierst.

    Zitat

    Ausflüge und Spiele macht er mit - doch müssen diese im Vorfeld geplant sein, so dass er Zeit hat sich darauf einzustellen.



    das ist aber bei vielen Menschen so. Es sind nicht viele sehr spontan.

    Zitat

    ...das ist ganz normales Suchtverhalten also eigentlich nur ein Problem naemlich die Sucht ....und das kannst Du getrost auf alle weiteren dadurch entstehenden Verhaltensmuster wie Egoismus und Unfairniss uebertragen...



    sorry, aber das empfinde ich als unfair. Immer noch im Zweifel "für den Angeklagten"
    Ich hab jahrelang gekifft, meine Arbeit gemacht, mein Leben gelebt und es ist in meinen Augen nicht ok, einem Menschen, der ab und zu konsumiert gleich ein Meganegativ-Verhalten zu unterstellen, insbesondere wenn der Andere vielleicht ganz grundsätzlich eine eher Pro-Egoismus-Einstellung hat. (Nach dieser Logik hätte ich nämlich genau so ein Sucht-Ego sein müssen)

    Ich denk auch, daß da eher ein Kommunikationsproblem vorliegt. Und ein Problem mit der Konfliktlösung. Aber auch das können nicht so viele. Ich kenne immer noch ganz viele Männer, die lieber schweigen, als zu streiten.

    Auf jeden Fall wünsch ich euch, daß ihr es möglichst fair und freundlich hinbekommt.LG

    Wolke

  • Hallo Wolke,

    natürlich Trennung "WEIL ich" nicht damit zurecht komme. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es irgendeine Mutter auf Dauer schafft, damit zurecht zu kommen, wenn ihr Partner jedes 2. Wochenende von Freitag bis Sonntag zugedröhnt auf der Couch vor dem Fernseher verbringt und seine Ruhe möchte. Den Kindern wird erzählt ihm geht es schlecht, er ist krank und braucht seine Ruhe. Es bleibt regelmäßig alles an mir hängen, sei es die Beschäftigung mit den Kindern, der Haushalt, das Rasenmähen, unsere Tiere versorgen usw.. So gesehen bin ich jedes 2. Wochenende alleinerziehend...doch das wäre dann erträglicher ohne einen verballerten Mann vor der Glotze.

    In Frage stelle ich das überhaupt nicht, klar ist das Sucht. Rauchen bis das Zeug aufgebraucht ist und Trinken bis der letzte Tropfen aus der x-ten Flasche raus ist.... wenn das keine Sucht ist, frage ich mich wo bei dir Sucht beginnt.

    Wobei ich dir zustimmen muss, dass mein Mann vielleicht wirklich nicht die Möglichkeit gehabt hat, ehrlich zu sein - gerade weil ich sein Verhalten nicht akzeptiere. Er wusste, dass ich ihn verlasse, wenn er nicht aufhört zu konsumieren. Weil er nicht aufhören konnte (bereits hier sind wir wieder bei der Sucht), hat er mich belogen. Er möchte beides, die Droge und mich. Nur wollte ich ihn noch nie mit der Droge.

    Ein Kommunikationsproblem liegt bei uns nicht vor. Mein Mann kannte meine Einstellung von Anfang an, er nahm mich nur nicht ernst. Und "Problem mit der Konfliktlösung" ist gut...es gäbe keinen Konflikt, keine Ehe, nicht einmal eine Partnerschaft, wenn mein Gatte zu Beginn genauso ehrlich gewesen wäre wie ich. Denn dann hätte ich mich nicht auf ihn eingelassen.

    Naja, und was du über Männer schreibst, die lieber schweigen als streiten...wieso muss reden gleich zum Streit führen?? Die Männer sind anscheinend genauso wenig in der Lage sich mit Problemen auseinander zu setzen wie meiner. Für was oder wen lebe ich eine Partnerschaft, wenn diese nicht im Stande ist gewaltige Stürme gemeinsam zu überstehen (in meinem Fall wäre das z.B. meine Unterstützung für meinen Mann auf einer Langzeittherapie - kommt aber leider für ihn nicht in Frage)? Tut mir leid, aber Männer die gegenüber ihren Partnerinnen schweigen, drücken sich nicht vor einem eventuellen Streit, die drücken sich vor einer ernsthaften und tiefgreifenden Beziehung.

    Lg Conny

  • Zitat

    die drücken sich vor einer ernsthaften und tiefgreifenden Beziehung.

    richtig, du hast es erkannt. suchtmenschen sind häufig nicht in der lage so eine nähe zuzulassen.
    frage ich mich gerade, wo waren deine antennen und bist du in der lage, so eine nähe zuzulassen.

    lg uwe


    ps: davon abgesehen kann ich deine entscheidung nur begrüßen. du hilfst ihm mehr, als du denkst.

  • Hallo Uwe,

    meine Antennen waren schon vorhanden. Nur habe ich sie immer wieder eingefahren, um den Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Meine Kinder haben jemanden, den sie mehr als Vater akzeptieren und lieben als ihren leiblichen. Das wollte ich ihnen nicht nehmen. Und ich wollte das langersehnte Gefühl nach Zweisamkeit nicht missen. Erkannt habe ich, das der Vaterersatz und die Zweisamkeit in dieser Beziehung nur in Etappen existieren, weder Beständigkeit noch Dauer haben. Das will ich nicht mehr.

    Ob ich jemals wieder in der Lage sein werde, so eine Nähe zuzulassen wird sich rausstellen. Auch ob ich diese Nähe nochmals möchte. Darüber mache ich mir jedoch jetzt noch keine Gedanken. Erst mal muss ich mich vorbereiten, wie und wann ich meinem Mann sage, dass ich diese Ehe nicht mehr will und mit den Kindern ausziehen werde. Den Kindern muss es ebenfalls verständlich gemacht werden. Dann Wohnungssuche, Kündigung, Umzug usw. Ich fürchte die nächsten Monate werden nicht leicht, doch wenn die Kinder und ich uns wo anders eingelebt haben und zur Ruhe gekommen sind, vermute ich wieder der ausgeglichene und zufriedene Mensch zu werden, der ich einmal war.

    WeisheitamAnfang

  • hallo weisheitamende,

    ein mensch, der mit einem suchti zusammenlebt, wird co. ich glaube, du solltest dir selbst hilfe holen. gehe in eine suchtberatung, da wird man die wege aufzeigen.

    lg uwe

  • Guten Abend Uwe,

    habe meinem Mann gerade reinen Wein eingeschenkt. Jetzt ist er "kurz mal weg". Interessiert mich nicht mehr wriklich, denn damit habe ich gerechnet. Du schreibst, dass ich "co-abhängig" bin. Bedeutet das nicht, den anderen immer zu decken, in Schutz zu nehmen, Dinge verheimlichen und verschleiern?? Wenn es das bedeutet, das habe ich nie getan. Gegenüber meinen Freundinnen/Bekannten und seiner Schwester war ich immer ehrlich, die wissen alles. Ich wüsste im Moment nicht, weshalb ich Hilfe bräuchte. Vielleicht bist du so lieb und erläuterst das nochmal genauer. Das einzige was ich im Moment fühle ist Befreiung und ein klein wenig Schmerz. Wobei ich der Meinung bin, das es ganz menschlich ist, wenn eine Trennung von einem Menschen den man liebt weh tut.

    Lg Conny

  • guten abend conny,

    die co Abhängigkeit ist ein weites feld. es ist ja nicht so, dass der co nur co ist, weil er den suffkopp deckt, weil er versucht ebenfalls zu verheimlichen, was längst offenkundig ist. das allein macht nicht die Co-Abhängigkeit aus.
    meine jetzige ehe stand auch am abgrund, meine frau hatte die scheidung eingereicht. sie war auch der meinung, dass sie nicht co-abhängig war.
    es ist etwas anderes, was da noch zum tragen kommt.
    du beschreibst es ja selbst. da ist nicht viel liebe da. du schützt dich, und das ist auch gut so. nur ist das normal?
    es hat noch unzählige gespräche gebraucht, bis wir da standen, wo wir mal angefangen hatten. die liebe, das vertrauen war auf der strecke geblieben. uns ist es auch bewußt, dass wir den status der liebe, wie sie mal am anfang war, nie wieder erreichen.
    es gab situationen, wo ich die flinte ins korn werfen wollte. dann haben wir wieder geredet.
    nur bin ich jetzt in einer anderen lage, kenne aber auch die harte schiene. ich bin auch zum zweiten mal verheiratet.

    lg uwe

  • Zitat

    In Frage stelle ich das überhaupt nicht, klar ist das Sucht. Rauchen bis das Zeug aufgebraucht ist und Trinken bis der letzte Tropfen aus der x-ten Flasche raus ist.... wenn das keine Sucht ist, frage ich mich wo bei dir Sucht beginnt.

    Hmm... jedes zweite Wochenende? Klar gibt es viele Suchtformen, und auch ein derartiges Verhalten läuft da mit drunter.
    Aber, ich habe da auch irgendwo ein kleines Problem mit, das einfach pauschal unter Sucht abzutun, und sämtliches Verhalten ringsherum schlichtweg auf eine Selbige zurückzuführen.

    Bei einem in dieser Ecke gelagerten Konsummuster ist die Idee auch nicht abwegig, dass sich dein Mann gegenwärtig mit irgendwelchen psychischen Problemen herumschlägt, und einfach keine geeignete Bewältigungsstrategie für sich finden kann. Letztlich steckt für mich dahinter eben die Frage, ob die Sucht das zentralste Problem ist.

    Versteh mich nicht falsch. Ich möchte hier keineswegs für deinen Mann in die Bresche springen, oder ihn verteidigen.

    Er ist vor zwei Jahren in eine Entzugsklinik gegangen, abstinent wieder heraus gekommen, und hat irgendwann einen Rückfall gebaut. Ja hey, wir reden hier über Sucht, da sind Umfaller und Rückfälle leider an der Tagesordnung. Bei Vielen vergehen zwischen dem ersten Entzugsversuch und einer erfolgreichen Abstinenz teilweise etliche Jahre. Abstinenz ist nicht nur reine Willenssache, sondern auch ein Lernprozess. Es geht dabei vor allem um Strategien und Einstellungen, einerseits um den Drogen "aus dem Weg zu gehen", andererseits auch um Problembewältigung Kraft der eigenen Wassersuppe. Sowas braucht auch einfach Zeit und oft auch geduldige Ansprechpartner, die bereit sind, mit einem den Weg zur Abstinenz wenigstens ein Stück weit zu gehen. Eine Beziehung die eben auch diesen Aspekt der Suchtproblematik, natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt und auf Basis des Abstinenzwillens des Süchtigen, mit zu tragen vermag.

    Zitat

    Schließlich stellte ich ihn vor die Entscheidung entweder ein Leben mit mir und Entzugsklinik oder Trennung. Er ging in die Klinik. Für mich war das damals der größte Liebesbeweise und Beweis, dass ich ihm mehr wert bin als die Droge.

    Immense Erwartungshaltung schwingt da für mich mit. Wenn ich mir jetzt die Perspektive deines Mannes vorstelle, und der unheimliche Erwartungsdruck, der da auf ihm liegt. Stimmt, ehrlich hätte er an dieser Stelle niemals sein können, hätte niemals sagen können "Hey, du, ich habe Mist gebaut." Hätte er denn auf Verständnis hoffen können, auf Mitgefühl? Für einen Abstinenzwilligen spielt da auch eine Menge Scham und Angst die Rolle. Gerade wenn sein Gegenüber den Ausdruck seiner Liebe an der Abstinenz festmacht. Ich habe eher das Gefühl, als hätte ihn ein auf jeden Fall ein Riesenkrach erwartet.
    Und schon beginnt das Rad sich zu drehen: Der Konsum findet heimlich statt, es wird gelogen und betrogen, ausgewichen so gut es geht. Der Rucksack mit der Aufschrift "Schuld" wird immer größer, die Last wächst, und am Ende des Weges steht irgendwo die Resignation.
    Dann findest du sein Gras, erfährst von seinem Rückfall, der Krach ist unvermeidlich. Naja, das er dann auf Abwehr gehen würde, eine LZT kategorisch ablehnt und innerlich nur noch weiter resigniert war vorprogrammiert.

    Zitat

    Ein Kommunikationsproblem liegt bei uns nicht vor. Mein Mann kannte meine Einstellung von Anfang an, er nahm mich nur nicht ernst.

    Vielleicht hat er dich auch einfach zu ernst genommen? Und ich persönlich finde schon, dass es da ein Kommunikationsproblem gibt. Und von daher stimme ich auch uwe, mit seinem Hinweis dir selbst irgendwo Hilfe zu suchen, vollkommen zu. An der ganzen Problematik hast auch du einen Eigenanteil, und nebenbei schließen sich Beziehungen oft nach einen "Schlüssel-Schloss-Prinzip". Die Frage ist hierbei: "Warum bin gerade ich an einen Suchti geraten?"
    Ich meine: Ich kenne dich nicht, und kann nur auf Basis von dürftigen Infos spekulieren, aber du wirkst auf mich sehr resolut und rigoros. Ich habe so das Gefühl, dass bei dir schnell einmal die Emotionen überkochen. Damit hast du letztlich sein Verhalten wahrscheinlich ein Stück weit begünstigt, ihn in die Defensive getrieben.
    Und an dieser Stelle sehe ich eben auch auf deiner Seite den Handlungsbedarf. Klar, die Beziehung ist mit großer Wahrscheinlichkeit im Eimer. Aber für die Zukunft und neue Partnerschaften wäre es vielleicht ratsam, deine Eigenanteile zu bearbeiten.

    Zitat

    Tut mir leid, aber Männer die gegenüber ihren Partnerinnen schweigen, drücken sich nicht vor einem eventuellen Streit, die drücken sich vor einer ernsthaften und tiefgreifenden Beziehung.

    Ja, stimmt... einerseits. Andererseits sollte man auch immer bedenken, dass viele Männer eben zu einem derartigen Verhalten erzogen werden. "Echte Männer machen ihre Probleme nur mit sich aus." "Echte Männer fragen höchstens mal das Alpha-Männchen um einen Rat."... so in der Ecke und in der Art. Da wieder raus zu kommen, ist für manch einen überhaupt nicht so einfach, und bedarf auch meist einer Partnerin, die es versteht, den Betreffenden sanft aus seinen Schutzpanzer herauszulocken.

    Und daher zitiere ich einfach mal den uwe:

    Zitat

    ich glaube, du solltest dir selbst hilfe holen.

    Liebe Grüße
    WbD

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